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Dieses Thema hat 79 Antworten
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 Pflicht und Kür (öffentlich) Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
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MiHo

wo Erziehung heißt, daß Hund möchte, was Herrchen erwartet

Beiträge: 52



09.11.2011 17:12
Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Hallo,

ich habe mich ja heute morgen vorgestellt und schon habe ich das erste Anliegen an euch:

Holly ist eigentlich mit allem verträglich, bei der Pflegefamilie bei der sie 5 Tage war wohnte sie zusammen mit 4 weiteren Hunden, Katzen und kleinen Kindern, mit allen gab es kein Problem, wenn ein Hund ihr zu aufdringlich war hat sie auch dort schon sehr selbstbewusst ihren Standpunkt verteidigt.

Beim allerersten Spaziergang bei uns hat sie sich mit den ersten Begegnungen, zwei King-Charles-Spaniel, sehr gut verstanden, also dachte ich Super, der Hund ist perfekt sozialisiert und total verträglich

Mittlerweile ist es allerdings so, dass sie auf Spaziergängen extrem gestresst ist und nachdem sie innerhalb kurzer Zeit insgesamt 5 große und sehr aufdringliche Rüden verscheuchen musste habe ich das Gefühl, dass sie bei drohender Gefahr gerne und schnell zum Bellen greift.

Man konnte schön beobachten, dass sie in stressigen Situationen (viel Verkehr, viele Gerüche an der Pinkelecke, Jogger, Radfahrer, Hunde und dann alles auf einmal ) total ausflippt, alles anbellt auch Fußgänger, mit denen sie normalerweise überhaupt keine Probleme hat.

In diesen Situationen kann ich sie dann nur schwer beruhigen.

Ich versuche sie seit gestern immer schon im Voraus etwas zu entschleunigen, indem ich sie streichle, ein Leckerlie gebe oder wenn sie besonders aufgedreht ist auch mal Sitz/Platz/Pfote machen lasse, damit kommt sie ganz gut runter, bzw. sie kommt garnicht in die Situation dass sie sich so extrem reinsteigert und panisch das Kleffen anfängt.

Die letzten Hundebegegnungen waren von ihr aus relativ freundlich, wenn der andere Hund selbst aggressiv war, hat das den Stresspegel natürlich explodieren lassen und uns bei direkt folgenden Hundebegegnungen wieder zurück geworfen.

Ich kann aber einen klaren Fortschritt erkennen und bin in Anbetracht der Tatsache, dass sie erst seit Samstag bei uns ist wirklich zufrieden mit ihr.

Wenn meine Freundin allerdings alleine mit ihr geht, rastet sie anscheinen total aus, bellt alles und jeden an.
Meine Freundin strahlt für den Hund wahrscheinlich weniger Ruhe aus und ist selbst schneller gestresst/zeigt es mehr als Ich.

Daher wäre meine Frage wie wir Holly per Clickertraining beruhigen können, damit
1. der Unterschied zwischen den Gassigehern nicht so massiv auf sie einwirkt (z.B. Klangveränderung der Stimme bei Stress)
2. sie irgendwann von sich aus weniger gestresst ist wenn ein anderer Hund in Reichweite kommt.
Ich habe gelesen, dass viele (alle?) in solchen Situationen Clickern, konnte aber nicht heraus finden wie...

Die Probleme die wir mit Holly haben sind zwar nicht extrem, aber ihre Panikattacken sind ja auch für sie nur noch schlimm und nehmen ihr viel Lebensqualität, ausserdem will ich solche Verhaltensweisen nicht einreissen lassen, da ich sie eigentlich überall hin mitnehmen und mit jedem Hund spielen und toben lassen möchte.

Viele Grüße,
Michael und Holly

DeMo

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben

Beiträge: 4.427



09.11.2011 17:42
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Ha, mein Lieblingsthema

Also zuerst hätte ich noch ein paar Fragen: Habt ihr denn bereits mit dem Clickern angefangen? Wollt ihr es beide später einsetzten?

Und bevor ich mich auf die Suche nach nützlichen Links aus dem Forum mache noch eine Sache, die ich vorweg mal "klarstellen" muss:

Zitat
, ausserdem will ich solche Verhaltensweisen nicht einreissen lassen, da ich sie eigentlich überall hin mitnehmen und mit jedem Hund spielen und toben lassen möchte.



Von dem Gedanken solltest du dich erstmal verabschieden. Holly ist ja grade neu bei euch, da würde ich sie noch nicht so arg überfordern. Hunde müssen auch nicht "mit jedem Hund spielen". Zu Anfang solltest du beachten, dass Holly erst lernen muss, dass ihr führt und sie euch vertrauen kann. Also schickt sie bitte nicht einfach unkontrolliert in irgendwelche Hundebegegnungen, aus denen sie sich selbst heraushelfen muss. Das ist sehr kontraproduktiv, da sie vertrauen verliert und sich alleingelassen fühlt. Ihr wollt ja erreichen, dass sie zu euch kommt, wenn ihr etwas zu viel wird. Sonst wird sie irgendwann zu aggression greifen müssen, um sich den anderen Hund vom Leib zu halten. Und das wollt ihr ja vermeiden.

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

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„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

DeMo

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben

Beiträge: 4.427



09.11.2011 17:57
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

So, hier erstmal ein Link, der interessant für dich sein könnte:

Clickern die 1000ste

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

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„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

MiHo

wo Erziehung heißt, daß Hund möchte, was Herrchen erwartet

Beiträge: 52



09.11.2011 18:02
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Danke erstmal für deine Antwort!

Mit dem Clickern haben wir mangels Clicker noch nicht begonnen, das liebe Frauchen ist allerdings gerade unterwegs um einen zu beschaffen ;)

"Noch" will ich sie natürlich nirgends mit hin nehmen und Hundebegegnungen vermeide ich soweit es geht (Ich gehe ein kleines Stück vom Weg ab um Holly zu zeigen "Ich habs im Griff") und beruhige sie durch gut zureden streicheln und Leckerlies, an den anderen Hund heran lasse ich sie nur noch, wenn sie und der andere Hund ziemlich entspannt sind.

Die Aussage die du zitiert hast spiegelt quasi mein Fernziel wieder :D

Ich habe einfach das Gefühl, dass sie in den beschriebenen Stresssituationen meine Worte kaum erreichen und habe gelesen, dass ein Clicker da eher noch ankommt, ausserdem würde der bei meiner Freundin genauso klingen, oder macht es in dem Fall keinen Unterschied ob mit oder ohne Clicker?

Viele Grüße

DeMo

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben

Beiträge: 4.427



09.11.2011 18:18
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Zitat
"Noch" will ich sie natürlich nirgends mit hin nehmen und Hundebegegnungen vermeide ich soweit es geht (Ich gehe ein kleines Stück vom Weg ab um Holly zu zeigen "Ich habs im Griff") und beruhige sie durch gut zureden streicheln und Leckerlies, an den anderen Hund heran lasse ich sie nur noch, wenn sie und der andere Hund ziemlich entspannt sind.



Achso, es kam im ersten Post ein wenig so rüber, als würdest du sie generell zu anderen Hunden lassen, die sie dann selbst regeln muss, weil du etwas von aufdringlichen Rüden geschrieben hast und davon, wie sie sich selbst verteidigt.

Es ist natürlich ganz klar, und ein Vorteil, dass der Clicker immer gleich klingt, da hast du recht. Allerdings darfst du nicht vergessen, dass der Clicker nur ein Hilfsmittel ist. Erstmal muss der gut konditioniert werden (kannst du auch in dem Link nachlesen). Dann ist es wichtig, den Clicker immer wieder positiv "aufzuladen", z.B. durch Trickclickern. Wenn diese Vorarbeit geleistet ist, musst du immernoch darauf achten, das Holly noch reagieren KANN, wenn du clickerst. D.h. im Idealfall clickerst du immer BEVOR Holly sich aufregen muss.

Denn hat ein Hund (ein Mensch übrigens auch) stress, wird alles um ihn herum ausgeblendet, damit er sich nur noch auf die Gefahrensituation konzentrieren kann.

Deshalb ist es ganz wichtig, am Anfang viel Abstand zum Reizauslöser herzustellen. Ich gehe immer einen weiten Bogen, verkrieche mich im Gebüsch, oder trete auch mal den Rückzug an. Das ist wichtig und schafft vertrauen. Der benötigte Abstand verringert sich mit der Zeit von alleine, je mehr der Hund dir vertraut.

Und noch etwas: Ich weiß jetzt nicht wie du Hundekontakte zulässt, wenn du sie zulässt, aber vorsichtshalber schreibe ich das mal: An der Leine können Hunde nicht einwandfrei komunizieren, weil die meisten Menschen bewusst, oder unbewusst an der Leine ziehen. Ich selbst lasse Leinenbegegnungen also generell nicht zu. Ich würde dir auch raten, höchstens bereits bekannte Hunde an der Leine zu Holly zu lassen.

Achso, bei nochmaligem lesen ist mir nochwas aufgefallen:

Der Clicker kommt später schon besser durch als deine Stimme, allerdings klappt das nicht sofort, der Hund muss erst unterbewusst die positiven Gefühle, die entstehen (durch Spass mit euch beim Clickern und der Belohnung), mit dem Geräusch verbinden. Dann kannst du später auch in brenzlige Situationen reinclickern, wenn sich beispielsweise der Hund erschreckt, und ihn auf dich konzentrieren.

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

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Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

guste1970

"Mutti" im Dreamteam mit "Miss März", Charakterkopf

Beiträge: 11.809



09.11.2011 19:28
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Zitat von MiHo
Hallo,

Mittlerweile ist es allerdings so, dass sie auf Spaziergängen extrem gestresst ist und nachdem sie innerhalb kurzer Zeit insgesamt 5 große und sehr aufdringliche Rüden verscheuchen musste habe ich das Gefühl, dass sie bei drohender Gefahr gerne und schnell zum Bellen greift.



SIE sollte auch keine anderen und zudem aufdringlichen Hunde verscheuchen müssen, sondern DU. Bevor sie sich aufregt.
Und, sie ist erst seit kurzem bei euch. Geh kleine und ruhige Strecken, laß sie nach und nach die Umgebung kennen lernen und sie Vertrauen fassen.
Stell dir vor, du kommst in ein anderes Land und alle reden in einer fremden Sprache auf dich ein und erwarten, dass du verstehst. Für Holly ist alles neu und aufregend genug.
Auch das clickern sollte man erst in ruhiger Umgebung üben, zuerst mit wenig Ablenkung. Erst wenn Holly sicherer und ruhiger wird, gehst du Schritt für Schritt weiter. Auch damit zeigst du ihr, dass sie dir vertrauen kann.

LG Silke & Merle
Die mit der Merle geht...

MiHo

wo Erziehung heißt, daß Hund möchte, was Herrchen erwartet

Beiträge: 52



09.11.2011 19:44
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Hallo und vielen Dank erst einmal für die Hinweise und den Link, damit ist mir jetzt schon einiges klar geworden!

Zitat
Und noch etwas: Ich weiß jetzt nicht wie du Hundekontakte zulässt, wenn du sie zulässt, aber vorsichtshalber schreibe ich das mal: An der Leine können Hunde nicht einwandfrei komunizieren, weil die meisten Menschen bewusst, oder unbewusst an der Leine ziehen. Ich selbst lasse Leinenbegegnungen also generell nicht zu. Ich würde dir auch raten, höchstens bereits bekannte Hunde an der Leine zu Holly zu lassen.



Von den 5 aufdringlichen Rüden von denen ich gesprochen habe waren 4 nicht angeleint und einer hatt sein Herrchen hinter sich her geschleift...
Da Holly an der Leine war konnte sie leider nicht mehr machen als "ihren Standpunkt verteidigen", was kann Ich in so einer Situation machen?
Wegrennen wäre wohl nicht förderlich, oder?

Wenn ich sie auf den Clicker konditioniere, kann ich das auch machen indem ich ihr gleich Kunststücke beibringe?
Damit beschäftige ich sie zwischen den (noch kurzen Spaziergängen) nämlich sowieso (bisher macht sie sitz,platz,nimms,Pfote und Männchen ).

Grüße

DeMo

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben

Beiträge: 4.427



09.11.2011 20:32
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Zitat
Da Holly an der Leine war konnte sie leider nicht mehr machen als "ihren Standpunkt verteidigen", was kann Ich in so einer Situation machen?
Wegrennen wäre wohl nicht förderlich, oder?



Wie schon gesagt, geregelter Rückzug. Ausweichen, oder umdrehen und Distanz schaffen. Kannst du gar nicht ausweichen, weil der andere Hund bereits auf euch zustürmt, nimm Holly hinter dich und verscheuche ruhig den anderen Hund. Manchmal hilft es z.B. Sitz zu rufen oder eine gebeugte Haltung einzunehmen. Im zweifelsfall schmeiße ich gerne Leckerchen vor den anderen Hund und verziehe mich schnell, während er diese aufsucht.

Zitat
Wenn ich sie auf den Clicker konditioniere, kann ich das auch machen indem ich ihr gleich Kunststücke beibringe?



Also erstmal musst du sie schon richtig konditionieren. Also Click und Leckerchen rein, ohne dass Holly was tu muss! Das ist GANZ WICHTIG! Wenn du das ein paar mal wiederholt hast (bei Kajla hat es sogar drei Tage gedauert, bis sie es geschnallt hatte), kannst du einfach mal clicken, wenn Holly entspannt irgendwo herumliegt. Kommt sie dann freudig an und erwartet das Leckerchen, hat sie es verstanden. Wenn nicht, einfach nochmal C+L üben.

Erst wenn sie das verstanden hat, klannst du anfangen Tricks zu üben. Das ist sogar wichtig, wegen der Verknüpfung positiver Gefühle!

Ich finde auch das Shapen sehr schön, damit clickerst du verhalten, dass der Hund von selbst anbietet. Das macht mutig. Leider habe ich grade nicht viel Zeit, aber ich schaue mal nachher, nach einem entsprechenden Link zum Shapen.

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

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Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

Kafrauke

Amazone ohne Nudelholz und Leidensfähigkeit, jetzt mit neuer Frisur

Beiträge: 7.324



09.11.2011 20:36
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Zitat von MiHo

Da Holly an der Leine war konnte sie leider nicht mehr machen als "ihren Standpunkt verteidigen", was kann Ich in so einer Situation machen?
Wegrennen wäre wohl nicht förderlich, oder?


Grüße



Förderlicher,als sie selber regeln zu lassen und Lernerfahrungen in die falsche Richtung allemal!

Wenn man nicht weiss,was zu tun ist,ist Abstand die erste Lösung.
Sie muss dir doch vertrauen,zu allererst,dass du ihr unbehagen bemerkst und darauf reagierst!
Den Rest wirst du hier noch mitbekommen.



Wenn ich -grundsätzlich- aversiv mit meinem Hund trainiere, dann macht das auch was mit mir - und nichts was auf OMMMM endet.


Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

MiHo

wo Erziehung heißt, daß Hund möchte, was Herrchen erwartet

Beiträge: 52



09.11.2011 20:54
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Danke für die Tipps!
Ich versuche jetzt andere Hunde soweit möglich zu meiden.

(edit Admin: Bitte auch keine versteckte Werbung für fremde youtube-Links, sondern auch die erst absprechen, danke.)

Viele Grüße,
Michael




09.11.2011 22:43
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Hallo erstmal auch von uns.
Wir klickern von klein auf und ich habe alle Unterordnungsübungen damit aufgebaut (fürs obedience). Aber auch ZOS ( siehe auch Zielobjektsuche) ist gut. dafugee
Diese Stressanzeichen die Du beschreibst bei Hundebegegnungen hatte ich anfangs auch, habe dann das Forum gefunden und gerade hier das erste mal von dem clickern in diesen Situationen gehört! Und es hat bei uns gut geklappt, grosse Erleichterung meinerseits und Danke nochmal an alle - denn wenn ein Rotti sich ins Zeug legt, muss man standfest sein!!!

Habe dann gemerkt , dass ihm aber schon Hundebegegnungen fehlen. Daher habe ich für ihn zum Ausgleich letztndlich einen Partner zum Spazieren gehen - eine Labradordame aus der Jagdlinie besorgto
Wir Frauchen schnabbeln dann ein bisschen und die Hunde spielen und toben und ich möchte, dass es auch mal einen Spaziergang gibt für ihn, wo er mit Artgenossen sich austoben darf und einfach mal den Hund leben darf....wenn Du so eine Spaziergehgruppe finden könntest, lernt er auch ordentlich die Kommunikation unter Hunden und dann fällt alles leichter. Ich habe so jemanden über die Hundeschule kennen gelernt.
Aber, immer Langsam, nicht alles sofort wollen, der Hund dankt es Dir!
Sabine mit Lennox Lewis -dem grossen Boxer, welcher eigentlich ein Rotti ist

Aimie

Erfinderin des Berufsbildes des Slerbs, die zwischen den Schnauzen von Frau Diva und Herrn Traber komischerweise Halsbänder sucht

Beiträge: 2.383



10.11.2011 11:04
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Da dein Hund sozialverträglich ist solltest du einen gesunden Mittelweg suchen.

Freunde, mit Hunden die sich verstehen mit deiner Holly können dir in vielen Situationen helfen.
Erstmal bekommt Holly Hundekontakt, was Hunde auch brauchen in meinen Augen, um ihre "Sprache" nicht zu verlernen.

Zudem kann Holly sehen wie andere hunde sich an der Leine verhalten, und du könntest dir aus einigem Abstand mit ihr das anschauen.

Kommt ein Hund, der aufdringlich ist gehe und erzähle im Zweifelsfalle, dein Hund hätte Flöhe....das schreckt ab.

Du musst vor allem lernen die Hunde zu lesen, und zu sehen auf welche Hunde sie so reagiert, um frühzeitig die Flucht zu ergreifen.

Meide vor allem diejenigen, die gerade auf Euch zu kommen...das ist immer ein zeichen dafür, dass es schwierig werden kann.

LG von Ilka mit Aimie und Soxi

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Heute ist das Morgen über das du dir gestern Sorgen gemacht hast.

Und alles ist gut!

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



10.11.2011 11:42
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Ich denke es ist wichtig, dass Du Hollys Problem ernst nimmst und ihr das zeigst. Dazu muss man genau beobachten, Anzeichen von Streß erkennen und möglichst früh-und rechtzeitig handeln.

Konkret bedeutet das, dass Du ihr durch Dein souveränes - also ruhiges und gefasstes - Auftreten und vor Allem Deine Aktionen zeigst, dass du ihr Problem bemerkst und ihr hilfst.
Wie hilft man also einem Hund? Die "Flucht" ergreifen klingt zu einseitig, denn man sollte normalerweise nicht einfach flüchten. Der richtigere Begriff wäre "Distanz herstellen", denn das ist es, was Holly bezweckt. Sie sieht ihre Individualdistanz durch die anderen Hunde unterschritten. Hunde begegnen sich normalerweise nie frontal. Sie laufen Bögen und nähern sich vorsichtig von der Seite. Diese Verhalten können wir gut übernehmen und Im Bogen an anderen Hunden vorbeilaufen. Wenn das nicht geht, sollte man auch immer den Rückwärtsgang im Hinterkopf haben. Einen solchen "geordneten Rückzug" trainierst Du am Besten erstmal als Trockenübung. Zum Beispiel beim Signal "Kehrt" umdrehen und in die andere Richtung wegmarschieren. Ich mache sowas auch öfter einfach so, damit meine Hunde das nciht nur mit dem Anblick des "Feindes" verbinden. Bewährt hat sich ausserdem, dass Du erstmal ein paar Schritte rückwärts gehst. Damit weiß Holly, dass Du den Feind weiter im Blick hast und kann Dir leichter folgen. Wenn eine gewisse Distanz hergestellt ist, kannst du normal weitergehen.
Am Besten ist es natürlich, wenn Du Holly dann aus einer Entfernung, in der sie ansprechbar ist und sich wieder wohler fühlt, den anderen Hund beclickerst, sprich jeden Blickkontakt zum Hund beclickern. Somit hat die Begegnung einen positiven Abschluß und Holly lernt, dass der Hund auch "verschwindet", wenn sie nicht bellt und knurrt.

Beclickere Hunde aus Distanz, jeder Blick zu einem anderen Hund sofort bestätigen und belohnen - genauso solltest Du jeden Blick von Holly zu Dir belohnen.

Zu freilaufenden und aufdringlichen Hunden könnten Dir hier viele Leute verdammt viele Geschichten erzählen. Am Besten ist es natürlich, wenn Holly nicht eigenständig regeln muss, sondern sich auf Dich verlassen kann. Das heisst manchmal eben, dass man andere Hunde fernhält. Das kannst Du z.B. hinbekommen, indem Du andere Hunde abblockst, ihnen eine Handvoll Futter hinwirfst. Manchmal funktioniert sogar ein "Sitz". Besser ist es natürlich, wenn man den unerwünschten Hundekontakt von vorneherein utnerbinden kann. Sag den Leuten klipp und klar "Holen Sie ihre Hunde bitte zu sich". Versuche gar nicht erst groß zu erklären, das dauert zu lange und sie verstehen das ohnehin nicht. Wenn einer fragt warum, dann hat Dein Hund einfach eine ansteckende Hautkrankheit, Flöhe oder sonstwas.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

MiHo

wo Erziehung heißt, daß Hund möchte, was Herrchen erwartet

Beiträge: 52



10.11.2011 13:55
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Danke für die vielen Antworten!
Wenn Holly total entspannt ist und der andere Hund auch, werde ich Holly sicher auch wieder schnüffeln lassen, bei den ersten zwei die wir zusammen getroffen haben hat es auch super geklappt...
Die letzten Tage waren es leider immer die falschen Hunde die wir getroffen haben, entweder aufdringlich oder selbst Kläffer oder es haben die Rahmenbedingungen nicht gestimmt, z.B. wenn Holly schon von anderen Dingen gestresst war.

Wie ist es mit dem Leinentraining, ich habe ihr das bisher mit der Stop and Go Technik ganz gut eintrichtern können, obwohl ihr dieses langsame Rumgelatsche garnicht passt
Mittlerweile geht sie aber relativ gesittet an der Leine, nur wenn etwas ganz spektakulär riecht muss sie da hin und zieht wie eine Wilde, wenn ich dann wieder einen Schritt zurück mache ist das für sie natürlich auch Stress, sie macht das Spiel zwar mit, aber es erhöht den Stresspegel schon.
Soll ich in Situationen mit vielen Reizen lieber auf das Training pfeifen und sie halt mal ziehen lassen, nach dem Motto "das kriegen wir auch wieder raus" ?

Die Flexi scheint für sie übrigens auch stressärmer zu sein, gestern Nacht ist sie mit vollen 8m Auszug auf der rechten Strassenseite geblieben (unbelebte Strasse, keine Angst ;) ) während auf der anderen Seite ein Golden Retriever ging, den ich gar nicht bemerkt hatte; hätte sie gewollt hätte sie auf die andere Seite rennen können, aber sie hat sich anscheinend gar nicht dafür interessiert.


Wie soll ich mich denn Verhalten, wenn Holly Jagdtrieb zeigt oder ihr Hütetrieb durchkommt, der wirklich sehr sehr stark ist (!!!) ?
Wenn ich sie beschwichtigen will, wenn wir eine Kuhherde sehen, dann hilft das leider kein bisschen, ich suche dann zwar das Weite, aber der Stress für Holly, dadurch dass sie nicht zu den Kühen darf, ist dann so hoch, dass sie sich minutenlang nicht beruhigen lässt...


Nochmal danke für eure Hilfe, ich glaube wir machen langsam Fortschritte!

Grüße

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



10.11.2011 14:52
RE: Beruhigen durch Clickern? Zitat ·antworten

Zitat von MiHo
Danke für die vielen Antworten!
Wenn Holly total entspannt ist und der andere Hund auch, werde ich Holly sicher auch wieder schnüffeln lassen, bei den ersten zwei die wir zusammen getroffen haben hat es auch super geklappt...
Die letzten Tage waren es leider immer die falschen Hunde die wir getroffen haben, entweder aufdringlich oder selbst Kläffer oder es haben die Rahmenbedingungen nicht gestimmt, z.B. wenn Holly schon von anderen Dingen gestresst war.


Ich würde allerdings grundsätzlich keinen Kontakt an der kurzen Leine zulassen. Die Tatsache, dass die Begegnung im ersten MOment für sie ok ist, heisst nicht, dass sie es auch bleibt. Und an der Leine kann sie nunmal nicht meiden, sondern im Zweifel nur nach vorne gehen. Wenn sich Hunde treffen, die ok sind, entweder ohne Leine oder die Leine für die Begegnung einfach fallen lassen.

Zitat
Wie ist es mit dem Leinentraining, ich habe ihr das bisher mit der Stop and Go Technik ganz gut eintrichtern können, obwohl ihr dieses langsame Rumgelatsche garnicht passt
Mittlerweile geht sie aber relativ gesittet an der Leine, nur wenn etwas ganz spektakulär riecht muss sie da hin und zieht wie eine Wilde, wenn ich dann wieder einen Schritt zurück mache ist das für sie natürlich auch Stress, sie macht das Spiel zwar mit, aber es erhöht den Stresspegel schon.
Soll ich in Situationen mit vielen Reizen lieber auf das Training pfeifen und sie halt mal ziehen lassen, nach dem Motto "das kriegen wir auch wieder raus" ?


Ich trainiere mit meinen Hunden das lockere Leinelaufen als Trick! Wir haben zu Hause angefangen, sie wissen was "langsam", "schnell", "stop" ist, aber auch Seitenwechsel wie "left" oder "right side". Das macht ihnen großen Spaß und es klappt ganz gut.
Ausserdem ist es immer gut, wenn der Hund lernt zuerst Blickkontakt mit Dir aufzunehmen. Das dauert aber wirklcih eine Weile. Wenn Lumpi - mein Oberschnüffler - irgendwohin will, halte ich die Leine so, dass er nicht weiterkommt. Inzwischen dreht er sich sofort um udn bekommt dann von mir die Freigabe. Seitdem zieht er nicht mehr einfach überraschend und er bekommt als Belohnung ja, was er will - nämlich dass er da Schnüffeln kann.
Und wenn meine Hunde mal super aufgeregt sind - wie z.B. direkt nach dem Autofahren - dann ziehen sie eben mal. Alles andere wäre ein Kraftaufwand für mich und die Hunde und stressfrei wäre ein Durchsetzen in dieser Situation für alle nicht.
Aber es dauert einfach Zeit. Wenn ein Hund draussen schon einen gewissen Grundstress hat und von den vielen Reizen oft überflutet ist, wird man manche Signale einfach nicht durchsetzen können. Da ist echt einfach Geduld gefragt, bis der grundsätzliche Streßlevel runtergegangen ist.

Ich würde da eher kürzere Spaziergänge empfehlen und lieber ein wenig Kontrastprogramm im Sinne von Fährtensuchen, Tricks etc.
Vor Allem die ersten Wochen: macht einfach langsam. Für Holly ist doch alles neu - nicht nur draussen, sondern auch Zuhause. Ein Hund braucht Routine und Rituale um Sicherheit zu gewinnen. Sorgt zu Hause für ausreichend Ruhezeiten. Für stundenlange Spaziergänge ist noch viel Zeit - erstmal: slow motion.

Zitat
Die Flexi scheint für sie übrigens auch stressärmer zu sein, gestern Nacht ist sie mit vollen 8m Auszug auf der rechten Strassenseite geblieben (unbelebte Strasse, keine Angst ;) ) während auf der anderen Seite ein Golden Retriever ging, den ich gar nicht bemerkt hatte; hätte sie gewollt hätte sie auf die andere Seite rennen können, aber sie hat sich anscheinend gar nicht dafür interessiert.


Vielleicht hat sie die kurze Leine negativ verknüpft - z.B. durch Hundebegegnungen, in denen sie sich nicht helfen konnte.
Ich würde ganz viele tolle Sachen mit ihr an der Leine machen, z.B. kleine Trickrunden draussen, Leckerchen im Gras suchen usw.
Und wie gesagt: Leinentraining immer mit viel Spaß wie oben beschrieben!


Zitat
Wie soll ich mich denn Verhalten, wenn Holly Jagdtrieb zeigt oder ihr Hütetrieb durchkommt, der wirklich sehr sehr stark ist (!!!) ?
Wenn ich sie beschwichtigen will, wenn wir eine Kuhherde sehen, dann hilft das leider kein bisschen, ich suche dann zwar das Weite, aber der Stress für Holly, dadurch dass sie nicht zu den Kühen darf, ist dann so hoch, dass sie sich minutenlang nicht beruhigen lässt...


Mein Nils ist als Puli ja auch ein Hüter, der ganz schön Pfeffer im Hintern hat. Ich clickere Schafe und Kühe, das funktioniert ganz gut - natürlich nicht auf Anhieb. Auch da muss vor Allem zu Beginn der Abstand stimmen UND wichtig ist Alternativverhalten. Nils Hütetrieb kommt z.B. auch immer dann durch, wenn etwas schnell an ihm vorbeirennt, dann schießt er vor und bellt. Aber wir haben in diesen Situationen lange das Signal "Zu mir" geübt und inzwischen kommt er nach dem ersten Vorschießen meist von alleine zu mir. Wenn ich die Situation schnell genug überblicke kann ich ihn sogar vor dem Vorschießen auffangen. Auch da: Geduld! Beschwichtigen im Sinne des Wortes wird hier ohnehin nichts nützen. Da kannst Du nur nach und nach Alternativverhalten aufbauen - erst von weiter weg, dann immer näher dran.

Gerade bei großem Hüte-und Jagdtrieb ist wohl eine gute Auslastung wichtig, vielleicht wäre ja Treibball was für Holly oder ZOS. Gerade ZOS macht Hunden Spaß weil sie sich konzentrieren müssen.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

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