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Dieses Thema hat 69 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
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Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

09.02.2011 23:52
#46 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Ja, Leckerchen mit Beißkorb gehen, wenn Du den richtigen Beißkorb hast und die richtigen Leckerchen. Ich hatte bei Ben anfangs ein ganz einfaches Plastik-Dings, dem ich vorne ein Stück rausgeschnitten hatte, durch das Loch konnte ich dann gut füttern. Sabine-Luckytola hat sich hingegen einen anderen Weg ausgedacht, sie nahm eine einfache Einwegspritze, zog darin irgendwas Pampiges auf und führte die Spritze dann durch den Korb zum Hundemaul.

Die Idee hinter der ausschließlichen Fütterung durch Euch ist, daß Ihr einen Schäferhund habt und keinen Hund, der einfach Angst vor Menschen hat. Für einen Hund wie Chila zählt nur eins: Was ihr Hundeführer tut. Deshalb sollte im Moment ALLES von Dir bzw., wenn Dein Mann den Hund auch führt/führen will, von Deinem Mann und Dir kommen. Alles. Egal, ob Signale, Korrekturen oder eben auch Belohnungen. Chila muß lernen, daß Ihr ALLES im Griff habt, das gesamte Territorium, sie und den Besuch. Das heißt: Ihr kontrolliert den Besuch, so muß sie es nicht tun. Ihr kontrolliert sie, damit sie nichts anderes tut als ihr wollt. Und ihr kontrolliert eben auch, wer wann und wie lange Euer Territorium betreten darf.

In Eurem Fall würde es mir nicht um Konditionierungen in Sachen Mensch = gut gehen, jedenfalls jetzt noch nicht. Im Moment solltet Ihr an einer angemessenen Mensch-Schäferhund-Beziehung arbeiten, denke ich.

Dazu gehört übrigens auch ein Höchstmaß an Klarheit. Kein überflüssiges Gesabbel. EIN Wort als Signal. KEINE Wiederholungen. Ihr meint, was Ihr sagt. Und Ihr sagt nie zuviel. Alles, was Ihr zuviel macht, ist zuviel für Chila. Ihr könnt immer freundlich zu ihr sein, das meine ich damit nicht. Es geht darum, Fehler zu vermeiden.

Die zwei klassischen vor allem.

Fehler 1: Hund soll sich setzen (oder auch stellen oder legen). Mensch sagt: "Sitz". Gerne werden dabei noch Handbewegungen gemacht und wird sich leicht vor und damit leicht über den Hund gebeugt. Der natürlich: stehenbleibt. Darauf der Mensch: "Siiiiiiitz", meist damit verbunden, leicht drohend auf den Hund zuzugehen und/oder Schritte vor oder zurück zu machen. Der Hund steht immer noch. Der Mensch wird leicht ungeduldig und sagt: "Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitz." Der Mensch wirkt mittlerweile deutlich genervt, Hund steht immer noch, weil er gar nicht weiß, was der Mensch eigentlich will. Daraufhin brüllt der Mensch: "Jetzt mach endlich Sitz." Der Hund setzt sich langsam mal hin, selbst leicht genervt.
In Variationen machen das sehr viele Hundehalter, und es entsteht damit zweierlei. Erstens lernt der Hund, daß das Signal zum Hinsetzen "Sitz, Siiiiiiiiiiiitz, Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitz, jetzt mach endlich Sitz" heißt. Und damit diverse körpersprachliche Erfordernisse einhergehen, u.a. der berüchtigte erhobene Zeigefinger.
Meist bekommt der Hund, wenn er das Spielchen immer wieder "aussteht", sogar noch Vorwürfe darüber gemacht, daß er zu blöd zum Lernen ist. Blöderweise HAT er längst gelernt, nämlich, daß das Hinsetzen offenbar ein Ritual bestehend aus mehreren Akten ist. ER dachte nämlich logisch und verhielt sich auch so.
Erst, wenn wir es schaffen, die gesammelten Begleitwerke wegzulassen, KANN der Hund überhaupt erst lernen, daß das Signal zum Sitzen tatsächlich NUR das Wort "Sitz" sein soll. Nur, wenn wir rund 5000 Mal genau DAS, das EINE Wort, OHNE weitere Worte, OHNE begleitende Gesten und Bewegungen, sagen und der Hund sich DARAUF SOFORT hinsetzt, hat er wirklich korrekt verbunden, was wir meinen, weil er es erst jetzt verstehen KONNTE.

Fehler 2: Des Hundetierens Hinterteil nimmt erstmalig den Weg gen Boden auf. Statt sofort zu loben, warten manche Menschen, nicht nur, bis der Hund sitzt, sondern bis er gerade oder lange sitzt. Oder noch schlimmer, stellen fest, daß sie nun gerade gar kein Leckerchen griffbereit haben, die Leine irgendwo rumliegt, wo sie gar nicht hingehört und aufgehoben werden muß und daß der Clicker sowieso gerade unauffindbar ist.
Das heißt: BEVOR ich ein Signal gebe, überprüfe ich drei Dinge. Erstens: Habe ich alles, was ich gerade brauche und das genau da, wo ich es brauche? Zweitens: Bin ich sicher, daß mein Hund an diesem Ort zu dieser Zeit unter dieser Ablenkung schon fit genug ist, um das von mir Verlangte zu leisten? Drittens: Bin ICH wirklich bereit, mich auf das Training und meinen Hund VOLL zu konzentrieren? Bin ich bei der Sache? Geht es mir körperlich und seelisch gut genug?
Erst, wenn ich wirklich soweit bin, gedanklich, emotional und äußerlich gerüstet, beginne ich ein Training. Sonst: NICHT.

Fehler 3: Ich arbeite mit Belohnungen, die den Hund nur bedingt interessieren und/oder habe mich nicht interessant genug gemacht. Nicht wenige Halter verfüttern im Training Trockenfutter. Das ist doppelt schlecht. Erstens bevorzugen nur wenige Hunde es anderen, wichtigen Reizen gegenüber. Es hat einfach zuwenig Wert. Zweitens müssen sie es zu lange kauen, was eine Wiederholung von Vorgängen verzögert. Heißt: Bei Futterbelohnungen sollte man vorher eine schicke Leckerchen-Hitparade machen und herausfinden, worauf das Hundetier WIRKLICH steht. Zudem sollte man etwas wählen, was dem Hund schmeckt UND er leicht schlucken kann. Bevor man anfängt, zu trainieren, sollte man den Wert dadurch steigern, daß man es dem Hund attraktiv macht, z.B., indem man eine Futterhand ein bißchen vor dem Hund rumschwenkt und schaut, daß er wirklich hinterher will. Oder indem man mit dem besagten Futter immer schicke Spiele macht, es sie aber sonst nie gibt.

Du siehst, Hundetraining ist nie gleich Hundetraining. Einstellung, Timing und Emotion machen nicht selten ganz entscheidende Unterschiede. :-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

10.02.2011 11:13
#47 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
In Eurem Fall würde es mir nicht um Konditionierungen in Sachen Mensch = gut gehen, jedenfalls jetzt noch nicht. Im Moment solltet Ihr an einer angemessenen Mensch-Schäferhund-Beziehung arbeiten, denke ich.


Das sehe ich ganz genau so. Bei einigen Hunden wird die Verknüpfung Mensch=gut auch immer nur bedingt funktionieren. Lumpi z.B. mag vereinzelte Menschen sehr gerne - meist solche, die er oft sieht, oder die eben ein besonderes Hundeverständnis haben. Aber ansonsten findet er Besuch doof. Ich habe den Plan ihm den Besuch als Schön verkaufen zu wollen aufgegeben. Aber wir haben intensiv daran gearbeitet, dass Lumpi weiß: Frauli weiß was sie tut.
Das bedeutet für ihn klare Anweisungen wenn Besuch kommt. Ob das nun heisst, dass er in sein Körbchen gehen soll oder ob er sich hinsetzen soll und den Besuch nach Freigabe begrüssen darf. UND: Lumpi hat in erster Linie eins ganz sicher gelernt: er MUSS nicht zu jedem Besuch hingehen. Die bessere Alternative ist, vom Besuch WEG zu gehen, wenn er ihn nicht haben will

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Mydog Offline

Direktorin des Zwockel-Zirkus und bekennend geschirrsüchtig sowie Tante Lupa (Admin)


Beiträge: 38.104

10.02.2011 11:20
#48 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Ist bei uns genauso.

Bei Mogli kann es nämlich vorkommen, daß er von Leuten, die ihm suspekt sind, zwar die Leckerchen nimmt. Ist das letzte Leckerli aber gefuttert, schnappt er dann trotzdem nach der Hand, weil seine Skepsis dem Menschen gegenüber zu groß ist. Daran haben dann auch die paar Leckerlis nix geändert. Habe ich schon ein paar Mal erlebt.

Deshalb bekommt er Leckerlis nur von Menschen, die er eh mag. Bei allen anderen zeige ich ihm lieber, daß ich alles für ihn regeln kann und ihm niemand zu nahe kommt, bzw. daß ich die Kontakte manage.




Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen
------------------------
Der ist nicht klein, der ist ein Hundekonzentrat. :o)

Pauly Offline




Beiträge: 4.691

10.02.2011 11:31
#49 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Charly wurde früher von Besuchern gefüttert, ich hielt das für gut. Schließlich sollte der "Wachhund" ja merken, das Besucher toll sind.
Heute pöbelt er, sobald es an der Tür klingelt, um dann alle so stürmisch zu begrüßen, das sie rückwärts aus der Tür wanken würden, wenn ich ihn machen lassen würde. Schließlich kommen die hier alle nur, um den armen, hungrigen Hund zu füttern.
Er braucht mindestens 10min, um zu begreifen, das er nichts bekommen wird (er bekommt seit Jahren nichts mehr von Besuchern), und ich muß ihn ständig ermahnen, nicht so aufdringlich zu sein....oder ihn am besten gleich in seinen Korb verbannen (wo er dann jammernd den "armen Hund" macht).
Das nervt auch.

Darum hat Paula nie etwas von besuchern bekommen. Sie guckt also einfach neugierig, wer da kommt, und lässt sich dann ruhig in ihren Korb schicken.

_________
Liebe Grüße, Christiane mit Charly und Paula

LuckyTola Offline

die emotionsflexible pöttische Hundeblutwurst-Horde mit dem Frauchen, das mehr hutziehwürdigen Mut hat als es selbst geglaubt hätte


Beiträge: 21.167

10.02.2011 11:43
#50 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Das mit den Leckerlie und hinterher leicht in Richtung Hacken schnappen oder knurrbellen macht Tola auch immer noch manchmal bei manchen Menschen die ihr suspekt sind. Das sind dann meistens solche Leute, die keinen echten Draht zu Hunden haben auch wenn sie etwas anderes behaupten. Meistes sind diese Leute dann auch beratungsresistent wenn ich ihnen erkläre: Nicht über sie beugen, nicht starr in die Augen gucken, keine hektischen Bewegungen..... Manchmal wird Verständnis vorgetäuscht im nächsten Moment wird dann aber wieder behauptet, dass sie jetzt doch endlich mal wissen müsse dass sie es nicht böse meinen.

Liebe Grüße, Sabine mit Lucky und Tola 🐾

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst Du oh Mensch sei Sünde?
Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
(Franz von Assisi)

AnneCN Offline

weil's Bielefeld ja nicht gibt, mit zwei kleinen Herminen im zauberhaften Teutoburger Wald unterwegs


Beiträge: 8.091

10.02.2011 11:56
#51 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Besuch ist bei uns auch so ein Thema, welches ich allerdings wesentlich besser händeln kann, als Paket- und Postboten oder Handwerker .

Ich habe Besuch genau Einmal Foxy Leckerchen geben lasse und es war ein Desaster. Nachdem sie sich das Stück Würstchen geschnappt hatte, knurrte sie und schnappte nach der Hand meiner Besucherin.
Damit war das Thema erledigt.

Ich habe daran gearbeitet, dass Foxy mich alles regeln läßt und sich auch immer darauf verlassen kann, dass Besuch ihr nicht zu nahe kommt, anstarrt oder sie anfasst (außer sie fordert Streicheleinheiten von sich aus ein).
Aber diese Personen kann ich an zwei Fingern abzählen.
Nur mal zum Besuch hingehen und schnuppern, ist KEIN Freizeichen für Besucher, Foxy anzufassen. Darauf weise ich Besuch auch immer hin.
Foxy kann sich ihre Streicheleinheiten auch bei mir oder Sasha abholen.

Ganz zu Beginn fixierte Foxy Besuch extrem und verfolgte diesen auf Schritt und Tritt. Sie hielt gerne mal die Hose fest oder kniff in den Po.
Mitbringen durfte Besuch alles, aber wieder mitnehmen nicht. Auch das war ein großes Problem. Alles, was einmal über die Türschwelle hereingebracht wurde, durfte -aus Foxys Sicht- das Haus nicht mehr verlassen.

Anfangs hat uns eine Hausleine wirklich gut geholfen, außerdem saß Foxy bei mir und immer seitlich (L-Form) zum Besuch, nie direkt gegenüber. Im Körbchen blieb sie nicht, das schafft sie erst seit kurzem ganz gut.
Wenn Besuch irgendwas tat (z.B. Kaffetasse anheben, aufstehen und zur Toilette gehen u.s.w.), dann habe ich das benannt und beclickert. Ebenso wenn Besuch seine Handtasche, Jacke etc. wieder mitnehmen wollte.

Bei alldem war mir einfach wichtig, dass ich regel und Foxy merkt, dass ihr nichts passiert und ich alles im Griff habe....und es fiel ihr soooooooooo schwer, an mich abzugeben.
Inzwischen macht sie das fast von sich aus und wenn ich mal was verpenne, dann schaut sie mich an und wartet auf meinen Einsatz.

Liebe Grüße von Anne
mit Jeannie und Samu

Foxy, in meinem Herzen bist du immer bei mir.

Skip ( gelöscht )
Beiträge:

10.02.2011 16:47
#52 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Danke Barbara für die tollen Tipps. Genau mit dem Programm (Klingeltraining) werde ich arbeiten, sobald wir im neuen Haus sind. Schönfüttern klappt bei uns nämlich auch nicht. Bisher hat Skip zwar nur einmal in die Luft geschnappt und bellt sonst nur wie ein Berserker wenn Fremde reinkommen, allerdings würde ich bei Leuten die ungefragt reinkommen auch für nix garantieren.

Emiliana, Kopf hoch, ich weiß wie verzweifelt man ist und wie schäbbig man sich fühlt, wenn man so ein "Monster" zuhause hat, aber das schafft ihr und wir auch!

Petrella Offline

wo für Schafe die goldene Regel "nur gucken, nicht knabbern" gilt


Beiträge: 3.384

10.02.2011 17:23
#53 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

hab ganz gespannt alle Tipps und Kommentare gelesen...
alles toll!

Zu Barbaras "klassischen Fehlern": Hab sie leider mehr oder weniger alle gemacht, bis ich irgenwann mal gespannt habe, dass ich mich - wie Barbara es so schön beschreibt - voll und ganz NUR auf meinen Hund eingestellt habe. Und siehe da - es klappt immer besser und es macht immer mehr Spaß und Ella und ich sind richtig "beisammen". Hach, ich dachte immer dass ich alles sowieso schnell kapiere - nee, das hat gedauert bis es von der Theorie zur bewussten Aktion und (fast) Selbstverständlichkeit wurde....Wie heißt es so schön - man/frau lernt ein Leben lang! Gut so - alles ander wäre langweilig.
Und heute in unserer Spezialtrainigsstunde (bin seit August 1 x wöchentlich dabei) für Hunde mit Angst/-aggressionsproblemen seh ich an den Neuen wie ich es damals auch falsch/unkonzentriert gemacht habe. Alle wünsche ich, dass sie selbst merken, was für einen Riesenunterschied es macht, ob der Mensch ganz und gar beim Hund ist - oder bei anderen entgegegnkommenen Menschen oder bei der Leine oder beim Ratschen oder beim Leckerli suchen oder oder....

Mir hat mal eine Trainerin (Ella liebt sie) gesagt, bevor du dich zuerst peinlich berührt bei einem anderen Menschen wegen deines bellenden/knurrenden Hundes entschuldigst, konzentrier dich zuerst auf deinen Hund und biete ihm eine Lösung an, damit er den Fremden nicht weiter anbellen muss...Sie meinte damit natürlich nicht eine Ignoranz den Mitmenschen gegenüber an den TAg zu legen, sondern sich so zu konzentieren, dass man das Wesentliche erfasst! Denn beim nächsten Mal guckt man schon kurz vorher, erkennt Situationen schneller, bietet seinem Hund rechtzeitig eine ander Lösung an und kommt immer weniger in blöde Situationen. Ich hab mir das immer wieder zu Gemüte geführt - und hab dabei die Konzentration auf Ella - und natürlich mich und meine Qualität als HF - gelernt. Und die Ruhe und Gelassenheit, die sich dann nach und nach einstellen, sind wunderschöne Gefühle - für mich und sicher auch für Ella.

Ich freu mich so, dass ICH es schaffe - und nicht nur dauernd von meinem Hund was verlange!
Petra + Ella

Das Leben ist Ansichtssache.
(unbekannte Quelle)

Emiliana Offline

ohne Autistenmodus streßfrei vom Acker in die Oper unterwegs


Beiträge: 1.045

11.02.2011 00:25
#54 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Vielen Dank!

Zum einen macht es mir Mut zu lesen, dass andere Hunde auch knurren, schnappen und Hosenbeine festhalten und dass ihr das weitgehend im Griff habt.
Ich bin nämlich von einigen Leuten ohne jedes Hundeverständnis umgeben und da höre ich seit Monaten nur, dass Hunde an sich ja schon tickende Zeitbomben sind und der meinige im Besonderen sowieso mindestens sowas wie ein verkleideter Serienmörder ist.
Man bedenke, ein Schäferhund, und dann noch aus dem Tieeeerheim *argh*. Da kann man sich ja denken, dass so ein Hund nicht grundlos ausgesetzt wurde

Über den gestrigen Vorfall rege ich mich erstaunlich wenig auf, zumal ich genau diese Situation, dass der Herr ungefragt in unseren Garten geht und Ärger mit Chila bekommen könnte, schon mehrmals angesprochen habe.

Ich finde den Hund in Euren Beschreibungen wieder und ja, wir werden das angehen, dass wir noch mehr die Kontrolle über Situationen haben und ihr das noch deutlicher zeigen. Am Grundgehorsam arbeiten wir ohnehin schon heftig und ich finde, dass wir da große Fortschritte gemacht haben.

Ich lese Eure Beiträge rauf und runter, ich sollte sie mir mal ausdrucken - und noch besser meinem Mann

Morgen kommt es allerdings nochmal ganz dicke - wir bekommen eine neue Spülmaschine eingebaut - ich hoffe, unsere Heizkörper sind gut in der Wand verankert... Nein, keine Bange, wir haben einen Keller und Schlüssel zum Türen absperren nebst stabiler Leine. Und morgen gehe ich auf Maulkorbsuche.

Was mich von letzterem etwas abschreckt ist das noch agressivere Aussehen von Hunden mit Maulkorb. Das wird im Viertel ein Schaulaufen, da habe ich noch nie einen Hund mit Maulkorb gesehen. Naja, hauptsache, es hilft.

LG
Ute mit Chila,
deutsch-belgischer Wirbelsturm

Aimie Offline

Erfinderin des Berufsbildes des Slerbs, die zwischen den Schnauzen von Frau Diva und Herrn Traber komischerweise Halsbänder sucht


Beiträge: 2.383

11.02.2011 00:31
#55 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Zitat
Was mich von letzterem etwas abschreckt ist das noch agressivere Aussehen von Hunden mit Maulkorb. Das wird im Viertel ein Schaulaufen, da habe ich noch nie einen Hund mit Maulkorb gesehen. Naja, hauptsache, es hilft.



Quatsch, du musst dir nur einen guten Spruch für Gaffer ausdenken....so ähnlich wie:
"Braucht Ihr Hund auch einen?? Die sind gerade bei Fr--na--- im Angebot, ich würde an Ihrer Stelle schnell sein, es waren in dieser Größe nur noch wenige da!"

oder:
"Nein, die tut nix, nur hat sie heute noch nicht gefrühstückt, und Sie wissen ja wie das ist...!"

LG von Ilka mit Aimie und Soxi

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Heute ist das Morgen über das du dir gestern Sorgen gemacht hast.

Und alles ist gut!

Chris ( gelöscht )
Beiträge:

11.02.2011 00:35
#56 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Zitat von Aimie

Zitat
Was mich von letzterem etwas abschreckt ist das noch agressivere Aussehen von Hunden mit Maulkorb. Das wird im Viertel ein Schaulaufen, da habe ich noch nie einen Hund mit Maulkorb gesehen. Naja, hauptsache, es hilft.



Quatsch, du musst dir nur einen guten Spruch für Gaffer ausdenken....so ähnlich wie:
"Braucht Ihr Hund auch einen?? Die sind gerade bei Fr--na--- im Angebot, ich würde an Ihrer Stelle schnell sein, es waren in dieser Größe nur noch wenige da!"



naja, versteh da die Ängste schon, die nicht jeder mit so coolen Sprüchen abtun kann. Aber da muß man sich wohl ein dickes Fell zulegen.

Gruß
Chris

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

11.02.2011 00:40
#57 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Sag einfach, ist ein Diensthund. ;-)

Nee, im Ernst, ich glaube, es ist immer noch leichter, einen Beißkorb auf einem Schäferhund zu erklären als einen auf einem Golden Retriever zum Beispiel.

Ich würde zudem einen nehmen, der nicht so hart/schwer aussieht, vielleicht sogar kaum auffällt. Schau mal hier, der z.B. ist für alle möglichen Rassen sogar extra genannt. http://www.modler-gmbh.de/product_info.p...c466cc5d58cae3d

Und vielleicht würde ich mir einen Aufkleber oder so etwas basteln, auf dem sowas wie "Tierschutzhund mit miesen Erfahrungen im Training" steht. Wenn Du den Leuten erzählst, daß sie schnappt, weil sie Angst hat, haben viele sehr viel Verständnis. Einen Versuch wäre es vielleicht wert.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Aimie Offline

Erfinderin des Berufsbildes des Slerbs, die zwischen den Schnauzen von Frau Diva und Herrn Traber komischerweise Halsbänder sucht


Beiträge: 2.383

11.02.2011 00:46
#58 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Okay, ich bin ernst....

Wie sieht es denn aus mit diesen Maulschlaufen???

Sehen ja eher aus wie Haltis (die sind gerade total IN am Niederrhein) und eigentlich können Hunde damit doch auch nicht beissen, oder?!?

dies schreibt eine absolut unwissende Person, die mal Maulkorb und Maulschlaufe für einen verfressenen Labbi gekauft hat, wobei beides ein Reinfall war...

LG von Ilka mit Aimie und Soxi

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Heute ist das Morgen über das du dir gestern Sorgen gemacht hast.

Und alles ist gut!

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

11.02.2011 00:54
#59 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

Die geschlossenen Schlaufen sind tierschutzrelevant, weil der Hund nicht hecheln kann. Die offenen Schlaufen sind genau so gut wie ihr Anwender. Heißt, sie ziehen sich zu, wenn man an ihnen zieht. Wenn der Halter rumpennt oder der Hund nicht direkt oder im falschen Winkel neben ihm ist, kann das gnadenlos schiefgehen. Und natürlich funktionieren sie offline schlicht gar nicht. Wenn ich aber einen Hund absichern will, damit er auch mal von der Leine kann oder eben im Haus oder im Garten, helfen sie natürlich eh nicht.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Chrissie Offline

mit Buffy Houdini, die auch vor Spülmaschinen-Tabs nicht halt macht


Beiträge: 1.726

11.02.2011 11:43
#60 RE: Zunehmend aggressiv gegenüber Besuchern Zitat · Antworten

noch ein Nachtrag zum Maulkorb. Wir haben bei unserer letzten Hündin etwas mehr als eine Woche gebraucht, sie positiv an den Maulkorb zu gewöhnen. Also auf keinen Fall jetzt bei den Handwerkern schon nutzen, sondern erst mal nur ganz kurz mit besonders leckerer Belohnung zeigen, dann ganz kurz aufsetzen, belohnen und wieder ab, dann etwas länger drauflassen und bei ruhigem Verhalten belohnen, bei Abwehrverhalten wieder Schritt zurück, bis dann eine längere Toleranz möglich ist. Unsere hat den Mauli dann erst mal draußen länger toleriert und erst zum Schluss der Gewöhnung dann im Haus. Mir hat auch der Drahtmaulkorb am besten gefallen, gerade weil Du da gut Leckerchen durch geben kannst (Futtertube geht super, oder Leberwurst aus der Tube).

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Grüße von Chrissie mit Buffy und nie vergessener Sally

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