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 Behaviour (öffentlich)
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wildfang Offline




Beiträge: 32

14.09.2010 19:38
#16 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

...ja, Anerkennung ist sehr wichtig, es ist berührend zu sehen, wie Kailash sich freut, weil er mich nachts geweckt hat und ich kämpfende Katzen im Garten trennen konnte und ihn "ehrlich" gelobt habe. Meistens ist jedoch nichts so meldepflichtig und gespielte Lobe/Lobskommen nicht so gut an

Lona ( gelöscht )
Beiträge:

14.09.2010 20:12
#17 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von Frau_von_Bödefeld
Ich stelle mich zwischen ihn und den Besuch, bremse ihn auch aus, wenn er vorprescht, mache durch Körpersprache und verbal klar, dass sein Verhalten unerwünscht ist. Schönfüttern hilft nicht. Er nimmt das Futter von mir - und wenn ich danebenstehe auch vom Besuch- aber es hat keine Wirkung.
Jooo, das wäre so unsere Baustelle: Garten und Haus gerne, aber ich bestimme, wer reindarf.

Ich kenne das ganz genau so auch von Toto. Mit dem Unterschied, dass er ungesichert bzw. wenn ich mich nicht einmischen würde, auch durchaus auf Besucher losgeht.

Bzgl. Erklären:
Was ihr beschreibt, verstehe ich schon und handhabe es inzwischen auch so ähnlich wie beschrieben wurde.
Aber ich habe mit meiner Frage ein bisschen etwas anderes gemeint. Entschuldigt, dass ich es nicht genau formuliert hatte.
Das Ja/Nein funktioniert, wenn Hund alles/bestimmte Bereiche bewacht. Dann bestärkt man einige Wachaktionen bzw. -orte und andere unterbindet man.
Was ich meinte, war aber: Kann man das Bewachen umlenken? Mit Umlenken meine ich, dem Hund eine Wachaufgabe zu geben, die er nicht von sich selbst aus "anbietet", die er aber statt des alltäglichen Verhaltens stattdessen ausführen soll.
Zum Beispiel das Bewachen eines Gegenstands statt des ganzen Hauses.
Versteht ihr, was ich meine? Ich weiß nicht so recht, wie ich das ausdrücken soll

Ich versuche es mal anders: Kann man einem territorial veranlagten Hund beibringen, etwas zu bewachen, was er normalerweise nicht bewacht (er bietet dieses Verhalten also nicht an!), damit er diesen Gegenstand/Ort bewacht anstatt das normale Wachgebiet.
Umlenken halt.
Hoffe, es war jetzt halbwegs verständlich.

critter Offline



Beiträge: 729

14.09.2010 20:25
#18 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

@Marie

Zitat
Alle Hunde oder auch Menschen?


Alles fremde.
@Frau_von_Bödefeld

Zitat
Was ich eigentlich möchte ist, dass Samson Menschen, die wir ins Haus lassen, toleriert. Er fällt niemanden an, aber bei einigen Personen (in der Regel Männer) kommentiert er jeden Atemzug. Ich stelle mich zwischen ihn und den Besuch, bremse ihn auch aus, wenn er vorprescht, mache durch Körpersprache und verbal klar, dass sein Verhalten unerwünscht ist. Schönfüttern hilft nicht. Er nimmt das Futter von mir - und wenn ich danebenstehe auch vom Besuch- aber es hat keine Wirkung.


Er wird nie vergessen können, was er erlebt hat. Ausserdem haben Do Khyis sehr gutes Gespühr was Menschen betrifft , ihre Sympathien/Antipathien stimmen meist... Mein Rat - wenn er jemanden nicht mag, raus in den Garten.
Futter kannst du vergessen. Ein Do Khyi wird bei der Arbeit kein Futter nehmen und für Futter arbeitet er nur bedingt. Ich mache es so, dass ich ein grosses Theater mache, wenn sich der Hund benimmt - Pieps-stimme, Lob, Knuddeln und dann erst Futter. DANN nimmt mein Hund Futter an. Meist schmeist er mir das Stangi vor die Füsse und erwartet, dass ich ihm noch einmal streichle und Stangi ins Maul stecke. Bei zweitem mal wird gefressen.
@wildfang
PUHHH. Du hast dir wirklich etwas besonderes geholt. Die Auswirkung der Kastration wird erst nach 4-6 Monaten sichtbar, momentan läuft er noch auf Testosteron-Turbo. Und seine Entwicklung ist bei weitem nicht abgeschlossen, Reife und ruhigeres Verhalten kommen ab 5ten Lebensjahr.
Es ist nicht einfach Wachtrieb zu kontrollieren. Ein Do Khyi Rüde ist ein Profi Wächter und als Profi lässt sich nicht so ohne weiteres überzeugen, dass ein Mensch etwas zu sagen haben darf.
Ich habe zwei Rüden, der ältere (bei uns seit 10 Lebensmonat) wurde im Alter von 18 Monaten kastriert. Super gut sozialiesiert, fantasievoll, intelligent, verspielt und verschmust - und seit dem 3 Lebensjahr ein Wächter. Rein zufällig ist es mir gelungen ihm zu "sagen", dass er nicht beissen darf - einmal hatte er vor sich auf einen Hund zu stürzen und da ich ihm nicht halten konnte, habe ich mich auf ihn gesetzt. Klar, der war platt unter meinem Gewicht, ich bin erst aufgestanden als er sich beruhigt hat. Seitdem beisst er nur mich , alle andere Lebewesen stellt er und wartet bis ich komme.
Der jungere Rüde, Gandhi, war von Anfang an unsicher und mistraurisch. Jeder Besucher wird mit Gebell begrüsst und oft, wenn wir schon sitzen, fixiert. Gandhi wurde allerdings schon nach "animal learn" Methode erzogen und er "fragte" mich, ob er sich richtig benimmt. Oder so war es früher, als er noch nicht erwachsen war. Dann versuchte er seine Meinung durchzusetzen, zwei mal ist er mir im Wald abgehauen, Wassernapf, Stiegen, Futter usw. stets unter Kontrolle gehalten, auch die Gäste wollte er unbedingt unter Kontrolle bekommen. Kurz, ich habe gute paar graue Haare bekommen. Da ich schon genug davon hatte, habe ich folgendes gemacht:
Hat der Hund nicht gehört, dass ich ihn rufe, habe ich ihn angeleint und an der Leine dort gebraucht, wo ich ihn haben wollte. Ein paar mal hatten wir "Blick-duell", einmal habe ich ihm vor die Nase die Leine geknallt und einmal habe ich so ihn so laut angeschrien, dass er sich gesetzt hat. Jetzt geht es wieder mit weniger Knall, aber denke daran, dass es einmal knallen muss. DU musst dich durchsetzen und keine Zweifell zulassen, WER in der gegeben Situation das Sagen hat. Sonst wird sich dein Kailash wie ein eifersuchtiger Ehemann aufführen (die Formulierung stammt nicht von mir, sondern von befreundeten Engländerin, die auch Do Khyis hat).
Was auch hilft, aber sehr schwer ist, ist ganz einfach den Hund zu ignorieren. Je weniger man auf ihn zugeht, desto mehr achtet Hund darauf, was man sagt/will. Zufällig entdeckt, als ich dringende Übersetzung hatte. Zu Hause herrschte Ruhe 5 Stunden lang und der Spazierengang nachher war einfach erstaunlich angenehm.
Barbara

critter Offline



Beiträge: 729

14.09.2010 20:37
#19 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat
Kann man einem territorial veranlagten Hund beibringen, etwas zu bewachen, was er normalerweise nicht bewacht (er bietet dieses Verhalten also nicht an!), damit er diesen Gegenstand/Ort bewacht anstatt das normale Wachgebiet.


Hmm... Vielleicht konnte man. Leider nicht mit meinen Hunden - die schnappen sich Gegenstände, laufen in den Garten und bewachen doppelt so eifrig die ganze Umgebung...
Nee, ich mach etwas anderes. Ich habe gute paar Tage im Garten verbracht und jedes Geräusch, jeden Menschen und jedes Tier benannt und herzhaft gegähnt. Uninteressant. Post wird freudig durch Bellen angekündigt, weil ich dafür lobe und mich freue. Fremde beim Zaun werden auch manchmal angesagt, aber keine Nachbarn. Die sind schon abgehackt. Auch beim Spazierengehen sage "es ist nur etwas, wir gehen weiter" und die Wuffels folgen.
Barbara

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

14.09.2010 22:54
#20 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat
Unser Samson darf den Garten bewachen, den Postboten (wir haben einen Zaun ) zur Sau machen



Das ist aber politisch höchst unkorrekt, nöch?

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

critter Offline



Beiträge: 729

14.09.2010 23:07
#21 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat
Das ist aber politisch höchst unkorrekt, nöch?



Politisch korrekt ist bei einem Do Khyi Besitzer alles, was dazu führt den Hund im Griff zu haben. Garten zu Bewachen ist OK und Postbote wird es schon überleben
Barbara

Frau_v_B Offline



Beiträge: 859

14.09.2010 23:46
#22 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von critter
Er wird nie vergessen können, was er erlebt hat. Ausserdem haben Do Khyis sehr gutes Gespühr was Menschen betrifft , ihre Sympathien/Antipathien stimmen meist... Mein Rat - wenn er jemanden nicht mag, raus in den Garten.


Den Besuch oder den Hund Dieses Gespür hat mein Mr.Bean auch. Der drängt sich zwischen mich und Menschen, die mir nicht symphatisch sind. Bei Samson bin ich da noch unsicher. Die Männer, die er am meisten anmacht sind ausgerechnet die, die ihn eigentlich total toll finden und richtig getroffen sind, dass es sich nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Zitat
Rein zufällig ist es mir gelungen ihm zu "sagen", dass er nicht beissen darf - einmal hatte er vor sich auf einen Hund zu stürzen und da ich ihm nicht halten konnte, habe ich mich auf ihn gesetzt. Klar, der war platt unter meinem Gewicht, ich bin erst aufgestanden als er sich beruhigt hat. Seitdem beisst er nur mich , alle andere Lebewesen stellt er und wartet bis ich komme.


Das klingt fast so, als sei es für einen Do 'normal', auch die Zähne zu nutzen?! Meine Erfahrung ist da ja noch sehr frisch. Gelesen habe ich bisher lediglich sowas wie 'er lässt die Leute aufs Grundstück, aber nicht mehr hinunter'.
Meinem Mann habe ich vorhin von diesem Thread erzählt, und er erzählte mir, Samson habe mal einen Besuch gezwickt. Habe ich nicht mitbekommen oder verdrängt Er habe den Besucher gestellt, und als dieser nicht stehen blieb, habe er ihn gezwickt.

Zitat
aber denke daran, dass es einmal knallen muss. DU musst dich durchsetzen und keine Zweifell zulassen, WER in der gegeben Situation das Sagen hat. Sonst wird sich dein Kailash wie ein eifersuchtiger Ehemann aufführen (die Formulierung stammt nicht von mir, sondern von befreundeten Engländerin, die auch Do Khyis hat).


Prima, den eifersüchtigen Ehemann habe ich schon, denn ich darf hier jede verdächtige Bewegung und Tätigkeit ausführen, die ich will - er wird sofort angebellt und ist jetzt eifersüchtig... Vermutlich muss ich Samson in diesen Situationen nicht nur sagen, dass sie ungefährlich sind, sondern ihm auch ausdrücklich klarmachen, dass mein Mann dazu authorisiert ist?!

Frau_v_B Offline



Beiträge: 859

14.09.2010 23:58
#23 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
Das ist aber politisch höchst unkorrekt, nöch?



Prinzipiell schon... mittlerweile hat der (Haupt)Postbote Vertrauen in den Zaun gefasst, und der andere zeigt immer, wenn ich ihn mal an der Tür treffe, strahlend auf das tobende Bärchen und murmelt dabei irgendwas, was ich ob des tibetischen Redeschwalls leider nie verstehe

Meine Physiotherapeutin kann mittlerweile ganz alleine den Garten betreten, ohne dass Samson aufsteht. Der sagt einmal kurz WUFF, wenn das Auto kommt und das war's.

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

15.09.2010 00:17
#24 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von critter
Politisch korrekt ist bei einem Do Khyi Besitzer alles, was dazu führt den Hund im Griff zu haben. Garten zu Bewachen ist OK und Postbote wird es schon überleben



Grins. Ob das der durchschnittliche Postbote auch so sieht? ;-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Raven Offline



Beiträge: 155

15.09.2010 01:01
#25 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von Elektra

Zitat von critter
Politisch korrekt ist bei einem Do Khyi Besitzer alles, was dazu führt den Hund im Griff zu haben. Garten zu Bewachen ist OK und Postbote wird es schon überleben



Grins. Ob das der durchschnittliche Postbote auch so sieht? ;-)



Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch der durchschnittliche Postbote hart im Nehmen ist - etwas schreckhafter sind nur die Paketpostboten, die regelmässig zurückzucken, wenn Hundepranken das über die 2.00 m hohe Tür gereichte Paket annehmen wollen
Was die Gartenbewachung angeht: In den nächsten Tagen wird auf dem Dach des Nachbarhauses gearbeitet und damit sind restlos alle eventuellen Mittagsschläfchen im Umkreis von 200 m gecancelt!

Ansonsten stimme ich Barbara voll zu - allerdings habe ich mich noch nie auf meinen Hund fallen lassen. Das Anbrüllen ziehe ich hingegen stark in Erwägung, wenn wir mal wieder einem aufmüpfigen Rüden begegnen

Ich denke, bei einem HSH sollte man den Wachinstinkt nicht versuchen zu unterdrücken, aber umlenken sollte möglich sein.
Ich habe z.B. einmal den Rat bekommen, dass ich mich vor meine Hunde begeben solle, wenn sie wild bellend an der Tür stehen, um klarzumachen, dass ich dann den Job übernehme. Mit anderen Worten, sie sollen zwar anschlagen, aber aufhören, wenn ich da bin.
Das klappt hier mittlerweile sehr gut. Ist vielleicht auf andere Situationen übertragbar.

LG Maja + die Kangals

critter Offline



Beiträge: 729

15.09.2010 08:25
#26 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Schönen guten Morgen!
Ein paar Antworten und Kommentare:

Zitat
Den Besuch oder den Hund


Den Hund natürlich. Ich kann dir auch sagen, wieso - jedes Aufstehen und zB. aufs Klo Gehen eines Gastes kann den Hund dazu veranlassen einzuschreiten. Gute Nahricht ist, dass ab 2-3 Besuch dürfen sich die Gäste frei bewegen.

Zitat
Das klingt fast so, als sei es für einen Do 'normal', auch die Zähne zu nutzen?!


Es ist auch so. Ein Do Khyi hat vergleichbar hohe Reizschwelle, aber wenn es um Fremde geht ist doch die Erregung und das Gefühl, das Richtige und Notwendige zu tun (Fremde aufhalten/vertreiben) ziemlich klar. Ein Fremder wird gewarnt - zumindest tun das die meisten Dos aus europäischen Blutlinien, Importe sind da anders - und bei Bedarf auch körperlich gehalten. Es kann so wie beim Ashar aussehen, dass sich 70 kg Hund mit Bürste vor einem stellt und knurrt. Es kann aber so sein, wie beim Gandhi, der bereit ist zumindest am Kleidung zu schnappen.

Zitat
Vermutlich muss ich Samson in diesen Situationen nicht nur sagen, dass sie ungefährlich sind, sondern ihm auch ausdrücklich klarmachen, dass mein Mann dazu authorisiert ist?!


Das würde ich definitiv raten. In solchen Fällen denke ich immer, dass es am einfachsten geht, wenn man den Mensch als eigene Ressource zum Tabu erklärt. Alles andere ist wesentlich schwerer dem Hund zu "erklären". Am Anfang war mein Mann auch angeknurrt und lediglich toleriert. Dann wurde er als MEINS akzeptiert. Jetzt wurde er zu beliebtesten Herrchen, weil ich mal schwer krank war und eine Zeit lang musste er Hunde ausführen . Spazierengänge bringen die Bindung, besonders, wenn sich das Herrchen durch an-der-Leine-ziehen nicht beeindrucken lässt.

Zitat
Ansonsten stimme ich Barbara voll zu - allerdings habe ich mich noch nie auf meinen Hund fallen lassen. Das Anbrüllen ziehe ich hingegen stark in Erwägung, wenn wir mal wieder einem aufmüpfigen Rüden begegnen


Zuerst danke für die Zustimmung, Maja.
Ich sass auf dem Ashar und ich habe mit ihm richtig um seine Aufmerksamkeit gekämpft ganz am Anfang, weil ich ratlos und überfordert war. Erst nachher habe ich gelernt, dass es anders auch gegangen wäre. Es tut mir zwar Leid, aber nur bedingt. Inzwischen habe ich mit sehr vielen Do Khyi Besitzer Kontakt gehabt und alle haben bestätugt, dass sich die Rüden eben nur durch körperliche Massnahmen beeindrucken lassen. Ein Rüde in Rage wird auf nichts mehr reagieren können, er schaltet ab und nimmt nur Ziel seines Angriffs noch wahr. Man kann den Angriff nur noch durch körperliche Massnahmen unterbinden, wobei ich definitiv sagen kann, dass Splitten nicht in Frage kommt. Dafür ist es zu spät.
Was wirkt ist Ablenkung wenn der Hund noch fixiert. Dreht er sich um, ist er auch ansprechbar und man kann ihn zu sich holen. Das hat immer geklappt, nur muss man RECHTZEITIG einschreiten und Zeitfenster ist ganz klein. Auch wichtig, WIE man einschreitet. Wenn der Hund schon angriffsbereit ist, auf keinen Fall soll man schreien, an der Leine zupfen oder sich schneller Bewegen - das wird immer als Bestätigung verstanden. Auch ein Schritt nach vorne wird zum Angriff führen, deswegen denke ich, dass Splitten keine gute Lösung ist.
Ganz leichte Berührung, leise und ruhige Stimme oder freudige, hohe Piepsstimme können den Hund momentan verwirren. Auch lautes Gähnen kann den Hund ablenken. Geht der Hund nach vorne, ist es schon zu spät.

Zitat
Ich denke, bei einem HSH sollte man den Wachinstinkt nicht versuchen zu unterdrücken, aber umlenken sollte möglich sein.
Ich habe z.B. einmal den Rat bekommen, dass ich mich vor meine Hunde begeben solle, wenn sie wild bellend an der Tür stehen, um klarzumachen, dass ich dann den Job übernehme. Mit anderen Worten, sie sollen zwar anschlagen, aber aufhören, wenn ich da bin.
Das klappt hier mittlerweile sehr gut. Ist vielleicht auf andere Situationen übertragbar.


Das ist richtig. Ich habe mich auch vor den Hunden gestellt, wenn sie am Zaun gebellt haben. Aber beim Spazierengehen hilft es wenig. Was bei mir geht ist:
auf die Seite gehen/Hund ins "sitz" bringen/ erst dann mich vor dem Hund stellen. Es dauert, bis ein Do Khyi es akzeptiert, aber es funktioniert.
Barbara

Naomi Offline



Beiträge: 1.138

15.09.2010 09:23
#27 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von wildfang

Auch ich dachte immer: er braucht doch eine Aufgabe. Aber die Frage der Trainerin: Was wollen Sie, dass er Arbeitet? also wacht und stellt ... muss ich ganz klar mit "Nein" beantworten. Ich will für ihn Freilauf, keinen Maulkorb und keinen Wesenstest!!!! Deswegen ist er auch seit 2 Monaten kastriert (bis jetzt 0 Veränderung).



Ich kann mir denken bei welcher Trainerin ihr seit.
Und wie bei vielen ihrer Kunden stelle ich mir auch hier die Frage, bietet sie euch irgendeine Alternative zur artgerechten Beschäftigung deines Hundes an?
Ich kann verstehen, dass man keine Lust auf einen wirklich aktiv wachenden und schützenden HSH hat, aber habt ihr euch eine sinnvolle und rassegerechte Beschäftigung für euren Hund ausgeguckt und versucht ihr ihm das bereits nahe zu bringen oder wie wird jetzt mit dem Hund gearbeitet?

Und bitte jetzt nicht falsch verstehen, aber ich würde sagen bei den bislang von dir beschriebenen Vorfällen (Stellen, festhalten, einmal schnappen) solltest du froh sein, dass du anscheinend an nette Zeitgenossen gekommen bist, die wohl keinen Wert auf Anzeige gelegt haben. Kollegen haben derzeit einen Rotti im Training dem für eine einzige solche Aktion (Jogger gestellt) der Wesenstest aberkannt wurde.

*************

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

15.09.2010 12:23
#28 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von Naomi
Ich kann mir denken bei welcher Trainerin ihr seit.
Und wie bei vielen ihrer Kunden stelle ich mir auch hier die Frage, bietet sie euch irgendeine Alternative zur artgerechten Beschäftigung deines Hundes an?
Ich kann verstehen, dass man keine Lust auf einen wirklich aktiv wachenden und schützenden HSH hat, aber habt ihr euch eine sinnvolle und rassegerechte Beschäftigung für euren Hund ausgeguckt und versucht ihr ihm das bereits nahe zu bringen oder wie wird jetzt mit dem Hund gearbeitet?



Das sehe ich auch so, wobei ich sogar einen kleinen Schritt weitergehen würde. Wenn ich keine Lust auf einen aktiv wachenden und hütenden Herdenschutzhund habe, sollte ich keinen Herdenschutzhund haben. Sowenig wie ein Malinois ein Familienhund ist, der "so mitlaufen" kann, ist ein Herdenschutzhund einer, der "arbeitslos" sein darf, jedenfalls, wenn man dem Hund gerecht werden will.

Wenn man aber schon einen hat, weil man z.B. nicht wußte, was ein solcher Hund braucht, dann sollte man spätestens, wenn es Schwierigkeiten gibt, nach rassegerechter Arbeit suchen und sie ihm anbieten, meiner Meinung nach müssen da Prinzipien wie "er soll nicht aktiv ..." auch mal hinten an stehen. Wenn ein Hund nun einmal ein Wachhund ist, kann ich nicht einfach sagen "das will ich aber nicht", sondern muß dem in meinem Umgang mit ihm Rechnung tragen, denke ich.

Man kann bewachendes Verhalten dann doch einfach so trainieren, daß es unter Signalkontrolle steht bzw. Spielregeln für den Hund und mit dem Hund erarbeitet sind, einen HSH "mit irgendwas beschäftigen" geht IMHO hingegen nicht.

Ich mache normalerweise keine Werbung, trotzdem nenne ich an dieser Stelle einen Namen, einfach, weil ich ziemlich überzeugt davon bin, daß auch nicht jeder Trainer -sei er mit anderen Hunden noch so gut- der richtige ist, um den Umgang mit HSH zu trainieren, sie stellen nun einmal andere "Ansprüche". Die genannte Trainingsrichtung funktioniert meiner Ansicht nach mit reinen Familienhunden, die kein wirkliches Problemverhalten zeigen, ganz prima, allein, um Beziehung und Verständnis für Hunde aufzubauen. Für reine Arbeitshunde, wie es halt die Malis und Schäfis sind oder eben auch die hier eigentlich völlig "fehlbesetzten" HSH, die eigentlich ein riesiges freies Territorium brauchen würden, um auch in unseren Breitengraden glücklich und zufrieden sein zu können, funktioniert sie meinem Dafürhalten nach absolut überhaupt nicht.

Ganz konkret in Sachen Herdenschutzhunde würde ich Hilfe wohl eher bei Mirjam Cordt suchen, sie hat selbst Kangals und kennt sich mit den Besonderheiten die speziellen Hunde wirklich verdammt gut aus.

Ehrlich gesagt: Ich habe mal einen Kangal trainiert. Das ist eine komplett andere Hausnummer, ich mußte sehr viel zusätzliches Wissen erwerben und im Training sehr erfinderisch sein, um an den Hund überhaupt ranzukommen, um von ihm überhaupt ernst genommen zu werden. Diese Hündin ließ sich Tricks einfallen, die mich immer wieder erstaunten und ihre hohe Intelligenz, ihre große Eigenständigkeit und ihr immenser Willen, das zu tun, was ein Kangal zu tun hat, auch wenn es hier nicht gern gesehen wird, daß das Tierchen ein paar hundert Meter entfernt "kangalt", beeindruckten mich damals sehr.

Wie Malis auf anderer Ebene sind HSH meiner Meinung mehr als "nur" Hunde und dem muß eine sinnvolle Ausbildung IMHO einfach unbedingt Rechnung tragen, wir können diesen Hunden einfach nicht unsere Vorstellung von "Hund" aufdrücken, ein gewisses Maß an menschlicher Anpassung an hundlicher Bedürfnisse tut hier wirklich not, finde ich.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

critter Offline



Beiträge: 729

15.09.2010 12:26
#29 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat
Kollegen haben derzeit einen Rotti im Training dem für eine einzige solche Aktion (Jogger gestellt) der Wesenstest aberkannt wurde.


Weil er ein Rotti ist.

Zitat
Ich kann mir denken bei welcher Trainerin ihr seit.
Und wie bei vielen ihrer Kunden stelle ich mir auch hier die Frage, bietet sie euch irgendeine Alternative zur artgerechten Beschäftigung deines Hundes an?


Sinnvolle Beschäftigung für einen Do Khyi ist Wachen. Für einen sehr jungen Do Khyi ist das beste Wandern, Hunde und Menschen kennenlernen, spielen.
Clarissa (wurde schon als Trainerin genannt) macht das einzig sinnvolle als Training für einen Do Khyi - gewohnen daran, dass der Hund mit Mensch kommunizieren soll und Spass haben kann. Alternative Beschäftigung für einen Wachhund zu finden ist fast unmöglich, was dagegen möglich ist wäre Beziehung aufzubauen und Vertrauen stärken. Ein Hund, der einem Menschen vetraut, wird nicht einfach nach vorne schiessen und alles, was sich bewegt, angreifen. So ein Hund schaut zuerst zu dem Menschen und wartet auf die Reaktion. Ist der Mensch aufgeregt, wird der Hund versuchen alles vermeindlich Gefährliche zu vertreiben. Ist der Mensch entspannt und ruhig, wird sich auch der Hund entspannen und auf Neugier umschalten.
Barbara

critter Offline



Beiträge: 729

15.09.2010 12:50
#30 RE: Territoriale Aggression beim Herdenschutzhund Zitat · Antworten

Zitat von Elektra

Das sehe ich auch so, wobei ich sogar einen kleinen Schritt weitergehen würde. Wenn ich keine Lust auf einen aktiv wachenden und hütenden Herdenschutzhund habe, sollte ich keinen Herdenschutzhund haben. Sowenig wie ein Malinois ein Familienhund ist, der "so mitlaufen" kann, ist ein Herdenschutzhund einer, der "arbeitslos" sein darf, jedenfalls, wenn man dem Hund gerecht werden will.


Stimmt.

Zitat
Man kann bewachendes Verhalten dann doch einfach so trainieren, daß es unter Signalkontrolle steht bzw. Spielregeln für den Hund und mit dem Hund erarbeitet sind, einen HSH "mit irgendwas beschäftigen" geht IMHO hingegen nicht.


Absolut. Allerdings Signalkontrolle ist etwas, was man einem HSH seeehr lang erklären musste . Spielregeln einführen ist wesentlich leichter.

Zitat
Ich mache normalerweise keine Werbung, trotzdem nenne ich an dieser Stelle einen Namen, einfach, weil ich ziemlich überzeugt davon bin, daß auch nicht jeder Trainer -sei er mit anderen Hunden noch so gut- der richtige ist, um den Umgang mit HSH zu trainieren, sie stellen nun einmal andere "Ansprüche". Die genannte Trainingsrichtung funktioniert meiner Ansicht nach mit reinen Familienhunden, die kein wirkliches Problemverhalten zeigen, ganz prima, allein, um Beziehung und Verständnis für Hunde aufzubauen. Für reine Arbeitshunde, wie es halt die Malis und Schäfis sind oder eben auch die hier eigentlich völlig "fehlbesetzten" HSH, die eigentlich ein riesiges freies Territorium brauchen würden, um auch in unseren Breitengraden glücklich und zufrieden sein zu können, funktioniert sie meinem Dafürhalten nach absolut überhaupt nicht.

Ganz konkret in Sachen Herdenschutzhunde würde ich Hilfe wohl eher bei Mirjam Cordt suchen, sie hat selbst Kangals und kennt sich mit den Besonderheiten die speziellen Hunde wirklich verdammt gut aus.


Mirjam ist DIE HSH Trainerin, vergiss aber nicht, dass sie eben bei Clarissa die Ausbildung gemacht und sehr lang mitgearbeitet hat.

Zitat
Wie Malis auf anderer Ebene sind HSH meiner Meinung mehr als "nur" Hunde und dem muß eine sinnvolle Ausbildung IMHO einfach unbedingt Rechnung tragen, wir können diesen Hunden einfach nicht unsere Vorstellung von "Hund" aufdrücken, ein gewisses Maß an menschlicher Anpassung an hundlicher Bedürfnisse tut hier wirklich not, finde ich.


Genau so ist es. Wer in einem HSH nur einen Hund sieht, wird nie von dem Hund ernst genommen. Der Besitzer wird lediglich ein Schutzling, der kein Einfluss auf Hundeaktionen nehmen kann.
Nur die Menschen, die sich tatsächlich auf den Hund einlassen, ihn als Partner und Freund sehen, können HSH lenken.
Barbara

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