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Sabine65



Beiträge: 52



30.09.2009 14:37
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

ich habe jetzt nicht alles im Detail gelesen. Ich arbeite mit Korrekturen und mit Leckerchen. Das schließt sich für mich nicht aus, im Gegenteil.

ZB. Wenn einer meiner Dackel vom Weg abgeht, dann kommt von mir ein "Raus da" rein verbal - hört Dackel, dann gibts auch ein ruhiges, verbales Lob "prima". Kein Leckerchen, denn ich brauche keine ungewollten Verhaltensketten. Das Lob sagt genug. Wenn ich meine Hunde ranrufe, dann gibts fast immer ein Leckerchen oder auch ein Laufspiel mit Leckerchen.

Wenn einer meiner Dackel an der Leine an mir vorbeizieht, arbeite ich meist mit Tempowechsel, das reicht in der Regel, wenn es nicht reicht, dann gibts eine Korrektur und danach gibts kein Lob oder Lecker. Aber für ordentliches Laufen gibt es hin und wieder was. Auch hier will ich keine ungewollten Verhaltensketten.

Bei einem meiner Dackel kann ich Korrekturen jedweder Art (soweit ich halt bereit bin zu gehen) vergessen, das perlt an meiner Kimba ab. Da suche ich mir meinen eigenen Weg. Sie puscht sich beim Anblick anderer Hunde hoch, wenn ich dann auch noch mit Korrekturen arbeite, steigert sie sich weiter.Sie beobachtet mich haargenau,ihr Blick geht stetig hoch zu mir und nach vorne zum anderen Hund. Je cooler (wirklich cool) ich bin, desto besser (Kimba kläfft max. rum, sie beißt nicht - aber auch das stänkern will ich nicht). Ich stelle fest, für sie ist es besser, wenn sie mehr Freiraum hat, wenn ich dann die anderen 4 an der Leine habe und sie sie nicht mitreissen kann, ist sie sehr viel entspannter. Im Zweifel gehe ich weg und lass sie stehen oder geh zügig weiter und lass sie hängen, denn sie hat die Wahl, sie kann mitgehen.

Ob das der richtige Weg ist? Das kann ich in ein paar Wochen sagen. Aber ich finde es gefährlich, sich auf eine vermeintliche Methode von wem auch immer zu verlassen.

Anita war übrigens auch der Meinung, das ich selbst herausfinden muss, wie ich Kimba helfen kann. Von Korrekturen in ihrem Fall hat sie mir abgeraten.

Nina



Beiträge: 3.332


30.09.2009 15:45
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Ich arbeite mit beidem, Korrektur und Belohnung und wenn's sein muß, dann werde ich auch deutlich.

Bei "normalen" Dinge, wie Grundgehorsam, also Abruf, bei Fuß laufen, warten, etc. komme ich mit Belohnung aus. OK, vielleicht mal ein "ey!" wenn Lotta beim bei Fuß laufen zu schnell wird. Korrigiert sie sich dann, belohne ich allerdings nicht sondern ich belohne, wenn sie es beim ersten mal richtig macht. Will ich sie trotzdem belohnen (z.B. weil sie gerade super hibbelig war und ich weiß, es fällt ihr jetzt richtig schwer) dann mache ich lieber noch mal einen komplett neuen zweiten Anlauf, also freigeben und dann neu auffordern und belohne dann den. Korrektur belohnen führt bei Lotta nämlich ganz schnell zu Verhaltensketten und die sind dann richtig schwer wieder raus zu kriegen.

Abbruchverhalten wird je nach Schweregrad belohnt. Die Nase aus der Scheiße nehmen belohne ich nicht, weil sie dann nämlich anfängt, mir jeden Misthaufen anzuzeigen. Aber da gab's auch nie große Probleme. Wenn jemand so einen richtigen Scheißefresser hat, dann finde ich, kann auch das Anzeigen von Fuchskacke doch belohnenswer sein.

Aus der Pfütze rausbleiben wird bei uns z.B. jedes mal belohnt, egal ob mit oder ohne Aufforderung. Geht sie allerdings rein, dann gibt's auch für's rauskommen keine Belohnung. Aus dem Plätscherbach kommen natürlich erst recht, allerdings nur, wenn sie mit Erlaubnis reingegangen ist. Auch Abbruch von Jagdverhalten (also "raus da", wenn sie ins Unterholz abbiegt) wird belohnt. Sie geht aber auch nicht einfach so vom Weg runter, da juckt dann schon irgendwas ganz deutlich in der Nase, also finde ich den Abbruch belohnenswert.

Aggressives Verhalten in welcher Form auch immer, bzw. der Abbruch von aggressivem Verhalten, wird bei uns überhaupt nicht mehr belohnt. Ich bin absolut davon überzeugt, dass das bei uns ein ganz übler Schuß in den eigenen Fuß war. Auch wenn ich mir eingebildet habe, ich belohne den Blickkontakt und das ruhig sein, ich wette, sie hat die Belohnung trotzdem mit ihrem Getobe verknüpft. Auch eine Vergrößerung der Entfernung zum anderen Hund ist für Lotta eine Belohnung, also gibt's auch das nicht mehr.

Aggressives Verhalten wird auf jeden Fall jedes mal unterbrochen und Lotta muß durch die Situation durch und fertig. Nur wenn eine Hundebegegnung vollkommen ruhig abläuft und das heißt kein Aufbauen, keine Bürste, kein Fixieren, kein an der Leine ziehen, gar nichts, also von Sichtung des Hundes bis drann vorbei nur ruhiges, gesittetes bei Fuß laufen, dann gibt es eine Belohnung. Seitdem ich das so mache, klappt es bei uns.

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



30.09.2009 17:07
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Auch wir arbeiten mit Beidem. Wobei die Korrektur bei uns oft das Schwierigste ist. Bei Lumpi den richtigen Ton und die richtige Methode zu finden, ist eine echte Herausforderung. Ich arbeite auch oft mit alternativer Belohnung. Das kommt aber schwer auf die Situation an. Wenn ich z.B. eine echt schwierige Situation habe, weil uns viele Menschen und Hunde entgegenkommen und vielleicht noch ein anderer Hund dabei ist (wie bei der Wanderung mit Lotta), da kann ich nicht erst groß überlegen, da müssen es die Leckerlis tun. Da sind es aber auch besonders tolle. Wenn es die Situation erlaubt, das Ganze etwas langsamer anzugehen, kann ich die Belohnung nach der Korrektur sehr gut abstufen. Für Lumpi sind normale Leckerli schön, aber nicht das A und O. Musste ich also erst korrigieren und er macht es dann richtig, bekommt er ein Leckerchen (dann aber auch "nur" TroFu oder so), quasi als Anerkennung. Macht er etwas sofort, wenn ich ihn z.B. zum Blickkontakt auffordere und er schaut mich trotz super-interessanter Gerüche sofort an, wird er mit großem Hallali wieder zum Schnüffeln geschickt. Das ist für ihn (fast) die beste Belohnung. Wenn er etwas von ganz alleine macht, z.B. am Pferdeapfel vorbei gehen oder etwas ganz schwieriges wie Rückruf (das ist für ihn SEHR schwer) ohne zögern ausführt, dann gibt es sein allerliebstes Quietsche-Spielzeug-Tier (das es sonst nicht gibt) geworfen und er darf es ca. 1 Minute tragen und dann tauschen wir wieder.

Bei aggressivem Verhalten wende ich die gleiche Strategie der Belohnungs-Staffelung an und das klappt gut.
Nur mit Belohnung und ohne Korrektur zu arbeiten würde bei beiden Hunden nicht funktionieren. Ich denke aber auch, dass es auf die Art der Korrektur ankommt und darauf, wie der Hund reagiert. Wenn ich Lumpi ein Knotenseil an die Füsse werfen würde, hätte ich einen zutiefst verstörten Hund. Mo würde sich momentan zwar erschrecken, würde es aber nicht krumm nehmen. Da muss man einfach mit ein bisschen Fingerspitzengefühl rangehen und für den jeweiligen Hund die richtige Methode finden.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


01.10.2009 12:14
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Tante_Haha

Nur mit Belohnung und ohne Korrektur zu arbeiten würde bei beiden Hunden nicht funktionieren. Ich denke aber auch, dass es auf die Art der Korrektur ankommt und darauf, wie der Hund reagiert. Wenn ich Lumpi ein Knotenseil an die Füsse werfen würde, hätte ich einen zutiefst verstörten Hund. Mo würde sich momentan zwar erschrecken, würde es aber nicht krumm nehmen. Da muss man einfach mit ein bisschen Fingerspitzengefühl rangehen und für den jeweiligen Hund die richtige Methode finden.



Das auf jeden Fall. Ich habe ja hier zwei Beispiele. Daisy braucht als Korrektur maximal eine bisschen strengere Stimme. Würde ich sie bedrängen oder gar mit etwas werfen- ich hätte ihre Traumata verfielfacht. Kira ist hingegen ein Hund, der alles nicht so ernst nimmt. Das Leben nicht, Kommandos aber manchmal auch nicht und Korrekturen auch nicht immer. Ich bin einmal mit ihr wegen Jagdverhalten in der Hundeschule gewesen, da sollte die Wurfkette konditioniert werden. Damals, es nicht besser wissend, ließ ich es zu, dass die Trainerin die Kette hinter sie warf. Beim ersten Mal funktionierte es und sie erschreckte sich, beim zweiten Mal war sie drauf vorbereitet und kam zu mir, beim dritten Mal hob sie die Kette auf und brachte sie der Trainerin zurück

Methoden wie erschrecken funktionieren bei ihr nicht, ich schätze mal ein Tau vor die Füße würde sie als wunderbares Apportierspiel auffassen. Dagegen wirkt körpersprachliche Kommunikation bei ihr Wunder, gerade die Sache mit dem Raum einnehmen. Und ehrlich- das ist mir lieber als mit irgendetwas um mich zu werfen. Seitdem benutzen wir zwar auch die Disc-Scheiben, aber nur zum Klappern und nicht zum werfen (sie würden sowieso nach kurzer Zeit in irgendeinem Baum hängen, Frauchen kann nämlich überhaupt garnicht zielen).

Im Wesentlichen klappt es bei uns also mit Leckerchen und Lob plus Konsequenz, aber eben auch mit Konsequenzen in Form körpersprachlicher Kommunikation wie abdrängeln o.ä., machmal reicht es schon, sich ein wenig vor zu beugen.


Stef



Beiträge: 2.085


01.10.2009 12:41
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Wurfgeschosse beeindrucken Corazón auch fast überhaupt nicht. Sie würde höchstens gucken, ob man sie fressen kann. Sie hat ein wahnsinnig starkes Nervenkostüm, ein richtiger Teflonhund. Ist so ähnlich wie mit Kira. Wobei sie in der HuSchu das abdrängeln auch erst mal witzig fand Sie nimmt nicht wirklich viele Dinge für voll.
Aber mit konsequenter Körpersprache habe ich bei ihr die besten Erfolge erzielt. Nur das hinter mir laufen sieht Madamchen überhaupt nicht ein. Ich mache es so, daß ich bei Hundebegegnungen zwischen ihr und dem anderen Hund bin, dann kann ich ihr recht flott den Weg verbauen. Sie kann also hinter oder neben mir sein, je nachdem, von wo der Hund kommt.
Konsequent Hunde haben, die nur hinter mir laufen, kann ich mir nicht vorstellen.
Wobei Inka fände das klasse, hinter Frauchen staubsaugen, wie schön

Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



01.10.2009 19:10
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Hallo an alle,

zu der Arbeitsweise: Schnuffelnase hat es sehr gut beschrieben. Es ist eine Korrektur, keine Strafe, das Bellen wird nicht sanktioniert. Und natürlich wird auch gelobt und natürlich gibt es auch Leckerlis. Futter ist eher ein Ausdruck von Zuneigung, denn als Belohnung, wobei natürlich gerade im Erziehungsbereich auch mit Belohnung gearbeitet wird. Aber nicht für jeden Hund gibt es zum gleichen Zeitpunkt Leckerli. Denn, und das ist wirklich wichtig: Es gibt nicht die einzige Anita Balser Methode, sondern für jeden Hund einen individuellen Ansatz.

Meine Hunde werden nicht für das Bellen sanktioniert, wenn sie sich mal wieder meinen, dazu äussern zu müssen, wir gehen dann schnurstracks weiter. Das wars. Das Vorgehen wird korrigiert, aber in allen Situationen, egal ob Hund oder nicht und dann auch notfalls mit dem Seil (ein Spielzeugtau), dass ich in der Woche immer noch nicht mehr als zwei Mal einsetzen musste (bislang nicht bei Hundebegegnungen). Die Hunde korrigieren sich übrigens teilweise schon selbst, wenn ich losgehe, also klar lernen sie was und mann muss nicht die ganze zischen. Sonst hätte man ja auch etwas falsch gemacht. Wie bei Sabine gibt es bei mir auch immer noch lecerklis, wie etwa fürs Kommen, toll über Baumstämme balancieren, etc.

Die Zwerge haben in keinster Weise Angst vor mir, das absolute Gegenteil ist der Fall. Vor allem Mini, die sonst sehr eigenbrötlerisch ist, sucht aktiv meine Nähe, spielt mit mir, kuschelt viel mehr, achtet deutlich mehr auf mich und es ist insgesamt schon nach einer Woche deutlich harmonischer geworden. Das tollste ist, dass Mini sich einfach nicht mehr aufregt, wenn wir andere Hunde sichten, das war vor einer Woche bei jeder Sichtung so. Zwar war sie ruhig, aber die Rute war stocksteif, sie hat gekeucht vor Aufregung, auch wenn sie es schaffte nicht zu bellen. Das kann nicht gesund gewesen sein. Und genau hier liegt mE auch der Knackpunkt, warum es bei Mini nicht funktioniert, nur mit positiver Bestärkung und Clicker zu trainieren: Mini steht total auf Futter, zu der Aufregung mit dem anderen Hund kam dann noch die Futteraufregung dazu, ich habe das Adrenalin damit noch weiter hochgefahren. Und wenn ich zurückblicke: Vor etwa einem Jahr hatten wir die ersten richtigen Fortschritte seit langem mit unserer AL-Trainerin - und was hatten wir da gemacht? Die Hunde hinter uns gehalten.

Es klappt immer noch echt gut mit den Mäusen, ich bin sehr viel mutiger geworden, muss aber absolut auf meine Körpersprache achten, wenn ich nicht 100 % führe, wird das nicht. Allerdings haben die Situationen, bei denen das nichts wird auf folgende beschränkt: Enge Gehsteige und ein großer Hund an dem wir vorbeigehen und manchmal Hunde, die freilaufend sind, beides Situationen, in denen ich noch nicht sicher genug führ, aber ich mache mir da kein Druck mehr, ich habe jeden Tag Erfolgserlebisse und die Situationen, die nicht funktionieren, da weiss ich woran es gelegen hat, meist an meiner Unsicherheit, weil ich dann doch Situationen ausprobiere, in denen ich auf Grund meiner Unsicherheit nicht überzeugend bin, ich stoppe dann doch kurz vorher oder nehme die leinen kürzer, das darf ichnatürlich nicht tun. Ansonsten gehe ich jetzt schon wieder Wege, die ich 1,5 Jahre gemieden habe und genieße, dass es jeden Tag harmonischer wird mit den zweien und sie so gut gehorchen.

Ich kann Euch nur bitten, ausschließlich meinen Umgang nach dem Besuch mit Anita zu bewerten, denn 100 Hunde bekommen 100 unterschiedliche Ansätze mit grün-gelb-rot zu arbeiten. Ich möchte zudem auch noch daran erinnern, dass ich meine Hunde bei der Korrektur noch nicht einmal berühre.
Ein Alternativverhalten mag für viele Hunde funktionieren, für Mini hat es das aber nicht getan. Sie schafft es dann im Fuß ohne Lautäußerungen daran vorbei zu gehen, aber sie ist trotzdem unglaublich aufgeregt.

Für alle Skeptiker kann man nur empfehlen Anitas Rudel (sieben Hunde) oder die Rudel ihrer Trainerin (sieben Hunde) zu sehen: Das ist ein absoluter Traum. Da wird geschmust, gespielt, massiert, die Hunde gehorchen unfassbar gut in wirklich jeder Situation, sind toll sozialisiert und es ist enfach nur beeindruckend, fünf oder sieben Hunde in absoluter Harmonie miteinander und mit ihrem Menschen zu sehen. So irgendwann mit den beiden Mäusen zu agieren, wie ich es beim Inteisvtag dort erlebt habe - das wäre wirklich mein Traum.

Zu den DVDs: Hundehalterschulung 1 ist ein fast reiner Vortrag, Hundehalterschulung 2 absolute klasse, von Massage über Sozialverhalten sind sämtliche Bereiche drin sind, die DVD finde ich wirklich richtig gut und natürlich Rudelharmonie.

Ich fühle mich übrigens überhaupt nicht angegriffen und habe auch kein Problem, das wir uns damit auseinandersetzen, im Gegenteil. Fragt mich ruhig aus, wenn etwas unklar ist oder wenn Ihr etwas genauer beschrieben haben wollt.

Ich bräuchte dann nur noch einen neuen Nutzernamen, denn ich clicker ja gar nicht mehr. Wie wäre es mit "Sanne mit Zwergverbalerotikern"?

Liebe Grüße

Sanne

Liebe Grüße

Sanne

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


01.10.2009 21:00
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Wie oft musstest du sie denn am Anfang mit gelb korrigieren, damit sie hinter dir bleiben? Und wie oft musst du es noch? Weil ich mir vorstellen kann, dass Kira das doch recht hartnäckig versuchen würde, immer wieder nach vorn zu kommen, vor allem wenn es vorn was Interessantes gibt. Ich würde aber keine Situation wollen, in der ich dann 40x während eines Spazierganges gelb geben müsste oder sowas. Ich meine, wenn man gelb gibt und sie korrigiert, dann braucht es ja kein rot. Aber es hindert den Hund ja im Grunde nicht, gelb gleich wieder herauszufordern, oder? Bei einer so hohen Frequenz kann man ja aber kaum noch hinterher kommen mit belohnen. Verbal belohnt ihr doch schon, wenn der Hund sich korrigiert, oder? Fragen über Fragen. Die DVD ist mir immer noch zu teuer, um einfach mal eine Methode zu checken.

Noch mal ne Frage: was ist für dich der Unterschied zwischen Korrektur und Strafe? Rein lerntheoretisch gibt es den nämlich meiner Wissens nicht.

Nina



Beiträge: 3.332


01.10.2009 21:07
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Stef
Wurfgeschosse beeindrucken Corazón auch fast überhaupt nicht.



Lotta wäre auch begeistert, würde man etwas nach ihr werfen. Sie apportiert einfach alles, was ihr so an den Kopf fliegt.

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 38.940



01.10.2009 22:59
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Erstmal danke an alle für diese spannende und schöne Diskussion. Danke auch an Dich, Sanne, für die noch einmal ausführliche, ergänzende Schilderung Deiner Vorgehensweise. Mir ist zwar der Gebrauch dieses Seils noch immer suspekt, aber zentral ist wirklich der Hinweis darauf, daß unterschiedliche Maßnahmen auf unterschiedliche Hunde unterschiedlich wirken. Solange Mini kein Angstverhalten zeigt und Deine Führung aktiv sucht, kann ich Dir nur wünschen, daß Euer Erfolg von Dauer sein möge und hoffen, daß Ihr zu einem tragfähigen Alternativverhalten finden werdet, das das Seil nicht mehr fliegen lassen muß.

Bei uns würde das übrigens auch nicht funktionieren, zumindest beim "Kleinen" nicht. Der apportiert auch alles, was fliegt, insbesondere Taue oder zusammengeknotete Seile würde er eher als Belohnung als als "Strafe" begreifen. :-)

Bei Ben hingegen habe ich die Erfahrung gemacht, daß er eher blockiert, wenn man nach ihm wirft oder an der Leine ruckt, da ist eher ein scharfes "Ben-ja-min" signalausführungsfördernd, es sei denn, er ignoriert mich, um zu markieren, da fliegt die Leine und weckt ihn tatsächlich ein bißchen auf. Benutzte ich diese Korrektur jedoch, wenn er unter Streß stünde, würde ich ihm (und mir) einen richtigen Bärendienst erweisen, weil er sich sofort bedroht fühlen würde. Er ist einer der wenigen Hunde, die ich kenne, die am besten folgen, wenn die Bedrohung am Größten ist, weil er in diesen Situationen auf meine Hilfe angewiesen ist und baut. Und das habe ich garantiert nicht erreicht, indem ich negativ gearbeitet habe, sondern einfach für ihn da bin, wenn er mich braucht und zwar mit vollem Einsatz, auch dann, wenn es wirklich gefährlich wurde.

@Schnuffelnase
Ich sehe da auch keinen Unterschied, im Grunde ersetzen manche Trainer das Wort "Strafe" einfach nur durch Worte wie "Korrektur" oder "Blockade", entweder, weil sie besser (harmloser?) klingen oder, so die Begründung, die Thomas Baumann mal lieferte, weil ein Verhalten, das bestraft wird, auch Einsichtsfähigkeit in die Falschheit desselben bzw. Attribute wie "schuld haben" oder "sühnen können" beinhalten müßte. Da Hunde jedoch Verhalten nicht reflektieren können, paßt der Begriff schlicht nicht in die Hundeausbildung, sagt er und erfährt dabei Unterstützung durch die Herren Gansloßer (der nennt das Ganze dann "negative Konsequenzen") und Bloch (der sagt, glaube ich, auch Korrektur), auch Frau Dr. Blaschke-Berthold spricht im Rahmen des Verhaltens ABC (Antezedenten/Voraussetzungen, Behaviour/Verhalten von "Consequences", also Konsequenzen.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa und Kuschelbub Parcifal sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenhund Ben und Spitzbub Ilias

----

"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


01.10.2009 23:39
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Elektra

@Schnuffelnase
Ich sehe da auch keinen Unterschied, im Grunde ersetzen manche Trainer das Wort "Strafe" einfach nur durch Worte wie "Korrektur" oder "Blockade", entweder, weil sie besser (harmloser?) klingen oder, so die Begründung, die Thomas Baumann mal lieferte, weil ein Verhalten, das bestraft wird, auch Einsichtsfähigkeit in die Falschheit desselben bzw. Attribute wie "schuld haben" oder "sühnen können" beinhalten müßte. Da Hunde jedoch Verhalten nicht reflektieren können, paßt der Begriff schlicht nicht in die Hundeausbildung, sagt er und erfährt dabei Unterstützung durch die Herren Gansloßer (der nennt das Ganze dann "negative Konsequenzen") und Bloch (der sagt, glaube ich, auch Korrektur), auch Frau Dr. Blaschke-Berthold spricht im Rahmen des Verhaltens ABC (Antezedenten/Voraussetzungen, Behaviour/Verhalten von "Consequences", also Konsequenzen.



Danke, das klingt logisch, wenn "Schuld haben" jetzt als ethischen Begriff sehen würde. Im Sinne von gewünscht und ungewünscht haben Hunde ja sehr wohl ein Gefühl dafür, was richtig und falsch war. Aber gut, dieser Exkurs würde hier zu weit führen. Es gibt jedenfalls- außer dass es natürlich netter klingt- noch wirkliche Theorien dahinter.

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 38.940



02.10.2009 00:07
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Heh, wo, wenn nicht hier, wäre ein solcher Diskurs zu führen? Zum Glück ist das hier kein Forum der zwingend kurzen Beiträge, und gute Diskussionen sind doch immer gut. Wenn Du sagst, es gibt "wirkliche Theorien dahinter", was meinst Du dann? Ich bin neugierig, erzähl doch mal.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa und Kuschelbub Parcifal sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenhund Ben und Spitzbub Ilias

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(Papst Franziskus)

Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



02.10.2009 09:31
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Schnuffelnase
Wie oft musstest du sie denn am Anfang mit gelb korrigieren, damit sie hinter dir bleiben? Und wie oft musst du es noch? (...)Ich meine, wenn man gelb gibt und sie korrigiert, dann braucht es ja kein rot. Aber es hindert den Hund ja im Grunde nicht, gelb gleich wieder herauszufordern, oder? Bei einer so hohen Frequenz kann man ja aber kaum noch hinterher kommen mit belohnen. Verbal belohnt ihr doch schon, wenn der Hund sich korrigiert, oder?



Ich muss immer noch korrigieren, auf jeden Gang so etwa vier bis acht Mal (in ca 1 - 1,5 Stunde). Wenn ich gelb gebe bleiben sie hinter mir, aber dann gbt es wieder eine andere Situatio, wo sie vorgehen möchten. 40x gelb gibt es nicht, wenn ich gelb gebe und sie würden direkt danach wieder das gleiche versuchen, würde es rot geben. Sonst ampelst Du ja noch in 100 Jahren. :-)

Wenn Du mich meinst bzgl. Korrektur und Strafe: gelb wäre für mich persönlich (meine eigene Definition) Korrektur, rot Strafe. Über Lerntheorien hinter den Begriffen habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Der Ablauf ist beispielsweise so: Ich sammel mich beim Spaziergang, bringe die Hunde hinter mich, laufe los. Versucht einer zu überholen, gibt es gelb, versucht er es noch einmal würde es rot geben.

Ich kann Dir die DVDs auch einmal ausleihen, wenn Du magst, ich habe sie jetzt einer Freundin geliehen, wenn sie wieder da sind, kann ich sie dir einmal senden, bräuchte dann nur Deine Adresse via PM.

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


02.10.2009 10:32
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

In Antwort auf:
Ich muss immer noch korrigieren, auf jeden Gang so etwa vier bis acht Mal (in ca 1 - 1,5 Stunde). Wenn ich gelb gebe bleiben sie hinter mir, aber dann gbt es wieder eine andere Situatio, wo sie vorgehen möchten. 40x gelb gibt es nicht, wenn ich gelb gebe und sie würden direkt danach wieder das gleiche versuchen, würde es rot geben. Sonst ampelst Du ja noch in 100 Jahren. :-)



Alles klar. Rot kann also auch direkt ohne Vorwarnung kommen, wenn es gerade eben schon eine Gelbwarnung gab, der Hund sich dann korrigiert hat, es aber gleich wieder versucht. Das hatte ich bisher anders verstanden und es mir ehrlich gesagt ganz schön anstrengend vorgestellt.

Die DVD ausleihen würde ich sehr gern einmal. Sagst du mir, wenn du sie wieder hast?



Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



02.10.2009 18:33
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Klar, mach ich gern.

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


02.10.2009 18:44
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Sanne
Ich muss immer noch korrigieren, auf jeden Gang so etwa vier bis acht Mal (in ca 1 - 1,5 Stunde). Wenn ich gelb gebe bleiben sie hinter mir, aber dann gbt es wieder eine andere Situatio, wo sie vorgehen möchten. 40x gelb gibt es nicht, wenn ich gelb gebe und sie würden direkt danach wieder das gleiche versuchen, würde es rot geben. Sonst ampelst Du ja noch in 100 Jahren. :-)



Noch mal eine Frage, die heute unterwegs bei mir auftauchte. Ich lief so mit Kira und stellte mir vor, ich würde sie plötzlich ampeln. Da müsste sie ja erst lernen, was das Verbotene ist. Wenn ich ihr jetzt gelb geben würde und danach rot, dann hätte sie gewusst: oh, das war nicht gut. Aber was genau von all dem komplexen Verhalten, das müsste der Hund ja erst einmal herausfinden. War es nicht gut, nach vorn zulaufen, oder war es nicht gut, nach dem Vogel zu gucken oder wars nicht gut, die Pfote angehoben zu haben... Sie müsste es ja im Grunde erst herausfinden. Quasi Clickern in negativ.

Wenn ich dann aber gleich bei der nächsten "übertretung" aus meiner Sicht direkt rot geben würde, wäre das ja überhaupt noch keine bewusste Übertretung, weil sie ja am Anfang noch garnicht weiß, was sie nicht machen darf. Somit ist ein sofortiges Wiederholen ja erstmal nichts weiter als nochmal ausprobieren, welches von allem jetzt das Problem war. Hattet ihr am Anfang eine Phase, in der ihr halt zum Lernen, was das Verbotene ist, mehr gelb gegeben habt? Und dass bei direkter Wiederholung der "Straftat" sofort rot kommt, habt ihr das erst angefangen, als der Hund wusste, was das Problem ist?


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