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Dieses Thema hat 178 Antworten
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Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



26.09.2009 20:51
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Hallo,

wir gehen im Freilauf eigentlich nur Strecken, wo ich andere Hunde sehen kann. Und sie können ja nicht einfach vorweg schießen, weil ich sie hinter mir halten. Wenn es passiert, würde ich versuchen bestimmt die Hunde zurückzuholen, evtl. auch die Leine bzw. wir haben so ein kleines Stofftau, neben Mini werfen und zurückholen(das ist rot bei uns). Hunde im Freilauf treffen ist noch nicht, dafür muss es sich an der Leine erst einmal festigen, sie werden also angeleint, wenn ein anderer Hund kommt. Aber für jedes Team gibt es ja eine andere Lösung, Mini und Elmo reagieren sehr gut auf die Einschränkung durch das Blocken und scht und sind relativ leichtführig. Sie haben auch kein Jagd- oder Schutztrieb, bellen keine Besucher mehr an (habe ich auch mit einer Kombi aus Ampeln und Leckerlis gemacht), sie haben wirklich nur ein Problem mit anderen Hunden, ansonsten finde ich die zwei Mäuse total perfekt. Insofern stürzen sie nicht sofort drauf los, wenn sie einen anderen Hund erblicken.

Zum Schnüffeln: wenn ich laufe, laufen sie mit und ja, da ist dann auch mal die Leine auf Zug oder sie werden durch die Leine gezwungen mit zulaufen. Wenn ich langsam gehe, lass ich sie schnüffeln, aber auch hier: Sie bleiben wirklich immer hinter mir. Auch wenn sie sich lösen müssen gibt es Pausen.

Was ich noch sagen wollte: Die zwei zwerge sind wie immer zu mir, spielen, kommen schmusen - sie haben einfach nur mehr Respekt. Mal schauen, wie sich das entwickelt, es ist ja gerade mal 48 Stunden her, dass wir dort waren. Aber ich denke, wir sind wirklich auf dem richtigen Weg.

Frage gerne weiter, ich finde das total spannend. :-) Warst Du nicht auch schon dort? Wie habt Ihr denn gearbeitet?

Viele Grüße

stoppel



Beiträge: 8.461


26.09.2009 21:24
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Hallo Sanne,

ich bin von euren Erfolgen total beeindruckt.
In Bewegung kommen wir bisher noch nicht an jedem Hund vorbei. Es ist schon ein großer Erfolg, dass Richy ruhig absitzen und passieren lassen kann.

Magst du noch erzählen, wie ihr das rote Abbruchsignal (Seil werfen) eingeführt habt?
Hat Elmo das gleiche Signal?

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


26.09.2009 21:32
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Sanne
Hallo,

Sie haben auch kein Jagd- oder Schutztrieb, bellen keine Besucher mehr an (habe ich auch mit einer Kombi aus Ampeln und Leckerlis gemacht), sie haben wirklich nur ein Problem mit anderen Hunden, ansonsten finde ich die zwei Mäuse total perfekt. Insofern stürzen sie nicht sofort drauf los, wenn sie einen anderen Hund erblicken.




Danke für deine Antworten. Mir wäre es wegen Jagdtrieb echt wichtig, sie vor mir zu haben, denn ich muss ihre Körpersprache sehen (Frauchen ist zum Jagen nämlich nicht zu gebrauchen, die sieht die Beute immer erst sooo spät). Aber Kira hat ja im Freilauf kein Problem mit anderen Hunden.

soffie

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee

Beiträge: 6.337



26.09.2009 22:03
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Hallo Sanne,
ich freu mich für dich, Mini und Elmo, daß ihr nun endlich einen Weg gefunden habt, um weiteren Hundebegegnungen entspannt entgegenzusehen. Mit jeder positiven Begegnung wirst auch du immer lockerer werden, wodurch deine Schnuffels an Sicherheit gewinnen, um dadurch in naher Zukunft fremde Hunde nicht mehr als Bedrohung einstufen zu müssen.


Liebe Grüsse
Kerstin

Liebe Grüsse
Kerstin

-------------------------------------------------
Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



27.09.2009 10:10
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

@Schnuffelnase: Sorry, hatte Dich mit Hope verwechselt. Ich weiss nicht, wie es bei einem Jagdthema gehandelt wird, wir haben wirklich an der Aggression gearbeitet.

@Iris: Ich hatte nur einmal das rot gebraucht und dann wird es einfach eingesetzt. Mini drehte sich im ersten Versuch beim Freilauf um und wollte auf den anderen Hund losgehen, da hat Mini die zsuammengeknotete Leine an die Füße bekommen. Ich bin dabei weiter gegangen und die Hunde folgten. danach sind wir wieder dran vorbei und es gab kein Umdrehen, kein kreischen etc. mehr. Elmo würde dieses rot bekommen, wenn es nötig wäre, aber bei ihm reicht eine Ermahnung bislang völlig aus. Ich habe das rot noch einmal im Garten bei Mini verwendet, dann mit dem Seil, als sie vorsprinten wollte, obwohl sie sich auch nach hinten orientieren sollte.
Ich bin immer noch ganz hin und weg von den Erlebnissen der letzten Tage, mal schauen, wie es sich hier weiterentwickelt. Noch eine Sache, die ich ganz spannend finde: Elmo frisst besser, er ist sonst der Mäkler vorm Herrn.

@Kerstin: Danke schön!

Tinca1

Chaos-Fraktionsvorsitzende 1, behütet von einmaligem Döggerich, jetzt mit krawallschachteligem Fleckenzwerg

Beiträge: 11.497



27.09.2009 12:02
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Hey Sanne, ich freu mich für euch, daß der Tag so viel gebracht hat! Und ich wünsche euch von ganzem , daß die Entwicklung so positiv weitergeht.

********************
Viele Grüße,
Steffi mit Bendo - und Pina, Einstein, Tovje und Treff im Herzen

"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann." (Francis Picabia, 1922)

Jesska2009



Beiträge: 47



30.09.2009 00:41
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

**gelöscht**

Das Leben ist zu kurz, um es mit Suchen zu verbringen.

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


30.09.2009 01:02
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Arbeitet sie denn auf den DVDs völlig ohne Leckerchen? In dem einen Trailer belohnt sie den Hund sehr wohl, allerdings dafür, dass er ihre Warnung beachtet. Allerdings wird der Hund ja dann irgendwann auch ohne Warnung das Richtige tun und genau das sollte doch unbedingt Bestätigung finden, oder nicht? Eine Methode, die ausschließlich auf Korrektur basiert, aber gutes Verhalten nicht wenigstens ab und zu belohnt, wäre nichts für mich.

Sag mal, irgendwo hatte ich gelesen, dass sie auf einer DVD fast nur redet und wenig Videomaterial ist. Magst du mal einen kurzen Abriss geben, was auf den DVDs drauf ist. Mich würde es schon interessieren, das mal anzugucken, aber die kosten ja nicht gerade nix und es steht nirgends eine Art Inhaltsverzeichnis oder so.

dieWeissenHunde



Beiträge: 161



30.09.2009 07:12
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Halløchen!

Zitat von Schnuffelnase
Arbeitet sie denn auf den DVDs völlig ohne Leckerchen?


Ich weiss zwar gerade nicht mehr ob sie auf den DVDs ueberhaupt nicht mit Leckerlies arbeitet, aber auf jeden Fall SEHR wenig, wenn sie es tut...
Sie møchte, dass die Hunde Respekt vor ihr haben...

Zitat von Schnuffelnase
Allerdings wird der Hund ja dann irgendwann auch ohne Warnung das Richtige tun und genau das sollte doch unbedingt Bestätigung finden, oder nicht?


Ja, der Meinung bin ich auch...
Anita Balser aber nicht...

Zitat von Schnuffelnase

Eine Methode, die ausschließlich auf Korrektur basiert, aber gutes Verhalten nicht wenigstens ab und zu belohnt, wäre nichts für mich.


Danke, dass Du das sagst...Mir geht es genauso...
Auch wenn ich durch Korrektur natuerlich Erfolge erzielen kann ist das einfach mal nicht meine Methode...

Viele Gruesse
Silke

Jesska2009



Beiträge: 47



30.09.2009 11:11
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

**gelöscht**

Das Leben ist zu kurz, um es mit Suchen zu verbringen.

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


30.09.2009 11:30
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von dieWeissenHunde
hr ob sie auf den DVDs ueberhaupt nicht mit Leckerlies arbeitet, aber auf jeden Fall SEHR wenig, wenn sie es tut...
Sie møchte, dass die Hunde Respekt vor ihr haben...



An sich finde ich es nicht falsch, dass der Hund Respekt haben soll. Wobei ich Respekt nicht mit Angst verwechseln würde. Für mich bedeutet das, dass der Hund mich anerkennt, mich ernst nimmt. Nicht frech zu mir ist. Ich habe da sowas im Kopf wie Achtung voreinander. Als ich Kira bekam, war sie völlig respektlos in jeder Hinsicht, wie Labbis oft sind, wenn sie es nicht anders lernen. Sie bedrängte Menschen und Hunde, rempelte Menschen und Hunde an, klaute anderen Hunden Spielzeug und Fressen usw. Dass so ein Verhalten langfristig zu Problemen führt, ist klar. Da ist Respekt kein überflüssiger Luxus. Denn er führt dazu, dass der Hund sich höflich benimmt und das, was man sagt, auch ernst nimmt.

Deswegen bin ich schon dafür, dem Hund sehr klare Grenzen zu setzen. So ein: "du sollst mich nicht überholen" hat ja unter anderem den Effekt, dass da eine Grenze gezogen wird, die der Hund ernst nehmen muss. Dennoch würde ich immer den Hund auch zwischendurch belohnen, wenn er die Grenze freiwillig einhält. Ich stelle mir das in etwa so vor: wenn ich merke, der Hund will nach vorn, er korrigiert sich aber selbst: loben, evtl. Leckerchen (ja warum denn auch nicht?) Wenn der Hund versucht, die Grenze zu übertreten: gelb. Also im Grunde eine Kombination aus Anerkennung des gut gemachten, aber eben auch Konsequenzen für Ignorieren. Natürlich könnte man den Hund jetzt auch mit der Leine daran hindern, nach vorn zu gehen und sobald die Leine sich entspannt, clicken. In vielen Fällen und bei vielen Hunden wird das wahrscheinlich ausreichen. Aber bei Kira merke ich, dass sie ab und an doch echt eine deutliche Grenze braucht. Einfach eine Ansage: bis hierhin und nicht weiter. Hunde setzen das im Rudel auch um, sie benutzen einfach ihre natürliche Autorität, Körpersprache usw. um Grenzen zu setzen.

Was mich betrifft, so bin ich bei Kira gut gefahren mit einer Kombination von Konsequenz (meist körpersprachlicher Art, aber dennoch gewaltlos) und Belohnung, wenn es richtig war. Die Ampelmethode ist mir allerdings noch weitestgehend unbekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Verwarnen: "Achtung, hier übertrittst du die Grenze" dem Hund mehr Sicherheit gibt, als wenn er plötzlich und für ihn unvorhersehbar weggedrängt würde. Unter Hunden wäre es für ihn nicht unvorhersehbar, denn er hätte die feinen Vorwarnungen des Artgenossen längst gesehen. Da wir diese aber in der Regel nicht wahrnehmen, geschweige denn imitieren können, finde ich das mit der Vorwarnung äußerst sinnvoll.

Eine Kombination aus Belohnung und Konsequenz funktioniert sogar bei meiner Katze. Bleibt sie schön unten, während wir essen, kriegt sie hinterher auch was. Springt sie auf den Tisch oder versucht zu klauen, wird sie aus der Küche geschmissen (das Schmeißen bitte nicht wörtlich nehmen, ich mache keinen Katzenweitwurf ) und ich mache die Tür zu. Pech dann.


In Antwort auf:
Danke, dass Du das sagst...Mir geht es genauso...
Auch wenn ich durch Korrektur natuerlich Erfolge erzielen kann ist das einfach mal nicht meine Methode...



Kommst du bei denen Hunden denn ganz ohne Korrektur aus, also Korrektur nicht im Sinne von verhindern von falschem Verhalten (wie z.b. auf Schleppleine stehen), sondern aktive Korrektur?

Selber möchte ich so positiv wie möglich arbeiten, aber dennoch deutlich. Dazu gehört es, dass ich Grenzen durchsetze. Wo das positiv nicht möglich ist, wird korrigiert. Freundlich und gewaltlos, aber dennoch deutlich. Beim Futtern von allen möglichen Sachen vom Boden hat es positiv nur bis zu einem bestimmten Punkt funktioniert, sie dafür zu clickern, dass sie daran vorbei geht. Das liegt einfach in der Natur der Sache, dass die Sachen, die da liegen, in der Regel alle Leckerchen, die man als Mensch beschaffen könnte, deutlich übertrumpfen (na ja, ich könnte es mit Fuchskacke in der Futtertube versuchen ). Da sie dadurch ja dauernd völlig verwurmte Hinterlassenschaften fraß, habe ich angefangen, da mit Disc-Scheiben zu arbeiten. Und siehe da, es geht. Sie frisst kaum noch was, es ist unangenehm geworden, Sachen vom Boden zu fressen. Natürlich wird sie gleichzeitig auch belohnt, wenn ich sehe, dass sie an einem dicken Haufen vorbeigeht und nur kurz herüber schielt. Diese Kombination ist bei ihr eine gute Wahl gewesen für dieses Problem.

Im Moment überlege ich, ob das für das Radiustraining auch eine Möglichkeit sein könnte. Sie wie bisher belohnen, wenn sie von sich aus den Radius einhält, aber auch warnen, wenn sie es nicht tut. Einfach damit die überschreitung dieser Grenze für sie etwas unangenehmes bekommt. Im Moment ist es nämlich für sie immer noch anziehend, es zu versuchen. Monatelanges Clicken der Rückorientierung und der Einhaltung des Radius hindert sie immer noch nicht daran, immer wieder zu versuchen, ihn auszuweiten. Wenn ich sie also in echten Freilauf bringen will (ohne schleifende Leine), dann muss sie den Radius zuverlässiger einhalten. Und was das betrifft, finde ich die Methode von Frau Balser schon interessant. Ohne sie bilderbuchmäßig anwenden zu wollen. Auch was das betrifft, halte ich mich an mein Prinzip: "das Gute behaltet!" Sicherlich werde ich nicht meinen Hund ohne Belohnung ausbilden, aber ein bisschen deutlichere Führung würde ihr schon gut tun.

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.542



30.09.2009 12:03
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Ich habe diese Diskussion jetzt eine Weile verfolgt, und ehrlich gesagt, mich nicht wirklich getraut, etwas zu sagen, weil Sanne so begeistert ist. Ich merke aber, daß es mir doch wichtig ist, mich kritisch zu äußern, mir macht die Methode, die hier geschildert wird, so WIE sie geschildert wird, zunehmend Bauchschmerzen.

Ich halte einen Wurf einer zusammengeknoteten Leine vor die Füße eines nach vorne gehen wollenden Hundes für hochgradig gefährlich und für einen falschen Trainingsansatz. Bei einem wirklich aggressiven Hund kann das ein Schuß sein, der absolut und gefährlich nach hinten losgehen kann. Bei Ben habe ich damals, mit der ersten "Trainerin" genau das erlebt: Sie benutzte Diskscheiben, die sie dem Hund vor die Beine warf, und genau das tat sie, als sie mir in der ersten Stunde Ben abgenommen hatte, mich auf ihr Grundstück geschickt und ihn allein in eine Hundebegegnung geführt hatte. Nur, daß sie nicht vor ihn traf, sondern er das Ding an den Kopf kriegte. Danach kam sie angstvoll ohne Ben in die Hütte, in der ich hatte warten müssen und erklärte, Ben habe nach ihr geschnappt und zwar bösartig. Der trottete hinter ihr her und knurrte und fletschte von da an, sobald er sie sah, geschweige denn, daß sie sich hätte bewegen dürfen. Im Training hatte sie fürderhin eine massive Lederschürze vor und kippte bei jeder SEINER Regungen eimerweise Wasser über ihn, weil er davor damals noch Angst hatte. Bens Menschenaggressionen waren nach dieser ersten Stunde um ein hundertfaches heftiger als vorher, Menschen durften ihn nicht einmal mehr sekundenweise ansehen, in seine Richtung gehen, das ging gar nicht, ihn anfassen wäre "tötlich" gewesen, der Mensch, der trotz aller Warnungen tat, wurde gebissen und massiv ferngehalten.

Ich halte das Verfahren auch dann für gefährlich, wenn der Hund nicht so ist, wie Ben es damals war. Bei einem ängstlichen Hund kann es dazu führen, die Angst in Aggression kippen zu lassen oder ihn endgültig zu verschrecken, und bei einem ausgeglichenen Hund tut es nicht, hilft aber auch nichts, denke ich.

Voraussetzung JEDER Art solcher negativer Arbeit ist, daß der Hund ALLES, was er zeigen soll (und was, wenn er es nicht tut, negativ geahndet würde) zuvor NUR positiv gelernt haben. Kann er das immer und überall, darf maximal ein "Sturschalten" mal "geahndet" werden, aber NIE sollte im Rahmen artgenossenaggressiven Verhaltens negativ gearbeitet werden. Der Hund zeigt vielleicht ein Verhalten so nicht mehr, aber er ist im Streß, unter dauerndem Frust, besonders, wenn das erwünschte Verhalten nicht IMMER bestätigt wird, wenn er es von selbst oder auf Signal zeigt. Und hier sehe ich einen weiteren Haken. Es nützt nichts, den Hund zu korrigieren und dann NICHT zu belohnen oder nur manchmal. Vor allem aber ist es wirklich ignorant, ein Verhalten, das der Hund selbstkorrigierend zeigt, nur hinzunehmen, ich finde, neben aller Lerntheorie, daß der Hund schlicht ein Recht auf eine Party hat, wenn er sich toll verhält.

Ich glaube, Methoden, die nur oder hauptsächlich auf Verhaltensabbrüche setzen, können nicht nachhaltig sein. Nur, wenn der Hund parallel eine Alternative für das unerwünschte Verhalten lernt, kann man wirklich dauerhaft Erfolg haben, davon bin ich zutiefst überzeugt. Und das heißt nach wie vor nicht, daß ich ein militanter Wattebauschwerfer wäre, auch bei uns fliegt mal eine Leine, wenn Herr Ben meint, erst nochmal schnell markieren zu müssen, nachdem ich gerufen habe oder ein Schlüssel, wenn Seppi ein Signal wuselnderweise ignoriert. Aber NIE würde ich das tun, etwas werfen oder brüllen oder mich sonst negativ verhalten, wenn einer der beiden gerade im dicksten Streß ist, weil ein Artgenosse Angst oder Aggression hervorruft.

Um jetzt sicherzugehen: Ich kritisiere hier eine Methode und keinen User, bitte habt das beim Lesen im Hinterkopf. Das hier geht nicht gegen Sanne oder sonst jemanden, der nach Frau Balser arbeitet, sondern nur dagegen, negative Konsequenzen in falschen Kontexten und ohne die zentrale 75 Prozent positiv/25 Prozent "negativ"-Regel zu beherzigen, die ebenfalls beinhaltet: Nach negativ folgt bei Korrektur IMMER und SOFORT positiv.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Ritter Parcifal und Prince Maddox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

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"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

Stef



Beiträge: 2.085


30.09.2009 12:07
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

@ Schnuffelnase

So mache ich es auch! Eindeutige und konsequente Grenzen aufzeigen, gerade auch mit dem Körper. Corazón ist nichts heilig, sie stellt sich auch auf meine Füße oder breitseits vor mich um zu kontrollieren! Das geht gar nicht! Aber wenn sie sich ordentlich benimmt, kriegt sie Leckerchen. Inka-Oma belagert gerne die Küche (rein darf sie nicht). Corazón bleibt mittlerweile auf ihrem Platz liegen. Wenn Inka was abstaubt, gehe ich anschließend zu Corazón und bringe ihr auch was.
Nur mit Lob klappt es bei Corazón überhaupt nicht, sie braucht ein Mittelding.
Im Haus ist Corazón ein traumhafter Hund (und Inka die Beratungsresistente), draußen ist es umgekehrt

stoppel



Beiträge: 8.461


30.09.2009 12:23
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Korrektur ist ein dehnbarer Begriff und wird allzu häufig mit Strafen übersetzt.
Deshalb klingeln bei mir da schnell die Alarmglocken.

Für mich heißt das 'natürliche Konsequenz'. Wenn ich weiß, dass Richy ein Signal unter den gegebenen Bedingungen ausführen kann, dann bestehe ich auch darauf. Tut er es nicht, hat das Konsequenzen, die sich aus der Situation ergeben.

Beispiel: Aufnehmen von Ungenießbarem
Hier gibt es ein Abbruchsignal 'Nein', wenn Richy zu dem Haufen läuft, gefolgt von 'Komm' (falls nötig).
Kommt er gibts C & B, kommt er nicht, gehe ich zu ihm hin und spritze aus der Plastikzitrone auf die Stelle. [Ist schon lange nicht mehr nötig!]

Beispiel: Zurückbleiben im Freilauf
Da haben wir mehrere Signale, die hierarchisch eingesetzt werden:
Zungenschnalzer heißt Schließ weiter auf, Komm heißt komm zu mir, Hiiiiiier ist dringend und sofort samt Absitzen vor mir zu befolgen. (Hier wird auch immer mal wieder mit einem Jackpot (Katzenfutter) belohnt.) Meist merke ich schon frühzeitig, dass Richy bummelt und sich in seine Schnüffelwelt zurückzieht. Kommt er auf 'Komm' nicht in so einer Schnüffelsituation, dann spare ich mir das Hier und gehe zu ihm, nehme ihn kommentarlos an die Schleppe und lass ihn erst mal eine Weile 'Fuß' laufen.
Klappt das, kann ich ihn belohnen.

Korrekturen i.S. von Strafen halte ich bei ängstlichen Hunden für fatal. Bei Richy werden da ganz schnell alte Verhaltensmuster aktiviert - alles, was er als Angriff interpretiert, wird mit einem Gegenangriff beantwortet. Und weil dieses alte Muster wahrscheinlich existentiell wichtig war, hält er sich nicht mit langem Drohen auf.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


30.09.2009 12:41
RE: Intensivtag bei Anita Balser Zitat ·antworten

Zitat von Elektra

Ich halte einen Wurf einer zusammengeknoteten Leine vor die Füße eines nach vorne gehen wollenden Hundes für hochgradig gefährlich und für einen falschen Trainingsansatz. Bei einem wirklich aggressiven Hund kann das ein Schuß sein, der absolut und gefährlich nach hinten losgehen kann. Bei Ben habe ich damals, mit der ersten "Trainerin" genau das erlebt: Sie benutzte Diskscheiben, die sie dem Hund vor die Beine warf, und genau das tat sie, als sie mir in der ersten Stunde Ben abgenommen hatte, mich auf ihr Grundstück geschickt und ihn allein in eine Hundebegegnung geführt hatte. Nur, daß sie nicht vor ihn traf, sondern er das Ding an den Kopf kriegte.



Oh nein, was war das denn? Dass das zu Fehlverknüpfungen führen muss, ist klar und es wundert mich nicht, dass hinterher alles schlimmer war. Disc-Scheiben sollten ja normalerweise nicht geworfen werden, schon garnicht auf den Hund. Bei Kira habe ich sie konditioniert wie das Nein, sie deuten ihr also an, dass sie etwas nicht bekommen wird. Die Scheiben machen nur ein Geräusch, weiter nichts. Ob das im Rahmen von Aggression sinnvoll ist, kann ich nicht sagen. Aber dass Werfen von Discs in diesem Kontext sicher nicht sinnvoll ist, glaube ich dir gern.


In Antwort auf:
Voraussetzung JEDER Art solcher negativer Arbeit ist, daß der Hund ALLES, was er zeigen soll (und was, wenn er es nicht tut, negativ geahndet würde) zuvor NUR positiv gelernt haben.



So meine ich das. Wenn ich Kira beigebracht habe, sich an den Radius zu halten bzw. die Fuchskacke liegen zu lassen, sie weiß es auch, schielt zu mir hin und machts trotzdem- das ist der Punkt, an dem es aus meiner Sicht sinnvoll ist, eine Konsequenz zu haben. In welcher Form, ist dabei variabel. Beim Futtern von der Straße läuft es derzeit so, dass ich mit den Scheiben klappere, falls sie Anstalten macht, etwas zu fressen. Sie schaut dann auf und wird dafür belohnt. Allerdings meist verbal, denn das Leckerchen gibt es, wenn das Klappern garnicht erst nötig ist.


In Antwort auf:
Kann er das immer und überall, darf maximal ein "Sturschalten" mal "geahndet" werden, aber NIE sollte im Rahmen artgenossenaggressiven Verhaltens negativ gearbeitet werden.



Ich hatte das so verstanden, dass sie nicht direkt die Reaktion auf Artgenossen sanktioniert, sondern den Hunden quasi beibringt, hinter Frauchen zu bleiben? Was den Hunden mehr Sicherheit geben soll, weil Frauchen das regelt. Habe ich da was falsch verstanden? Wie gesagt, ich habe bisher nur den Bericht gelesen und diesen einen Videoclip angeschaut, also noch keinen wirklichen Überblick über die Methode.

In Antwort auf:
Es nützt nichts, den Hund zu korrigieren und dann NICHT zu belohnen oder nur manchmal.



Auf diesem einen Clip belohnt sie den Hund schon jedesmal- verbal und manchmal mit Leckerchen. Und zwar sowohl wenn er von allein die Grenze einhält als auch wenn er auf die Warnung reagiert. Ist das auf dem anderen Videomaterial anders. Sanne, wie war das bei euch?


In Antwort auf:
Ich glaube, Methoden, die nur oder hauptsächlich auf Verhaltensabbrüche setzen, können nicht nachhaltig sein. Nur, wenn der Hund parallel eine Alternative für das unerwünschte Verhalten lernt, kann man wirklich dauerhaft Erfolg haben, davon bin ich zutiefst überzeugt.



Ist nicht im Falle dieser Methode das Alternativverhalten die Kontaktaufnahme mit dem Besitzer? Wenn ich das richtig verstanden habe, wird ja die Aufmerksamkeit des Hundes gefordert, oder?


In Antwort auf:
Um jetzt sicherzugehen: Ich kritisiere hier eine Methode und keinen User, bitte habt das beim Lesen im Hinterkopf. Das hier geht nicht gegen Sanne oder sonst jemanden, der nach Frau Balser arbeitet, sondern nur dagegen, negative Konsequenzen in falschen Kontexten und ohne die zentrale 75 Prozent positiv/25 Prozent "negativ"-Regel zu beherzigen, die ebenfalls beinhaltet: Nach negativ folgt bei Korrektur IMMER und SOFORT positiv.



Die 75%-Regel kannte ich noch nicht. Aber ich sehe es auf jeden Fall auch so, dass nach Korrektur Belohnung folgen sollte. Ob das nun immer Leckerchen sein müssen, sei mal dahin gestellt. Auch ein fröhliches "gut gemacht" ist ein Lob. Ich jedenfalls gehe nicht ohne Leckerchen aus dem Haus. Ich möchte nämlich keinen frustrierten Hund. Und letztlich: ich stelle mir oft vor, wie es umgekehrt wäre. Angenommen man arbeitet was und einer meckert immer nur herum und sagt nie, dass etwas gut war. Dann hat man bald keine Lust mehr. Also will ich meinem Hund so oft wie möglich loben. Auf der anderen Seite will ich doch deutlich haben, dass ich die Entscheidungen treffe und dass es z.b. nicht im Ermessen des Hundes steht, ob er jetzt kommen möchte oder nicht, wenn ich ihn rufe.

Was die speziellen Probleme beim Einsatz von Korrektur bei Aggression gegen Artgenossen sind, dazu kann ich nichts sagen, kenn ich mich zu wenig aus. Aber dass Korrektur im Fall von "Fehlverhalten" durch Angst und Stress noch mehr Stress bringt, ist logisch. Wenn man selbst total unter Stress steht, braucht man auch als allerletztes jemanden, der einen ausschimpft.

Ich hatte es so verstanden, dass durch die Methode der Stress insofern nachlässt, als der Hund eine deutlichere Führung bekommt, was automatisch nach sich zieht, dass er nicht mehr so stark reagiert. Was ich mir nämlich schon vorstellen kann (siehe anderer Thread) ist, dass ein Hund in einer Stresssituation noch unsicherer wird, wenn sein Besitzer ihn dauernd anguckt. Weil ich vermute, er könnte das vielleicht fehlinterpretieren als Orientierung an ihm. Bei Kiras Leinenaggression haben wir mit einem gelickerten "Schau" und Abstand in kleinen Schritten verringern viel Erfolg gehabt. Aber ich musste mir angewöhnen, sie dabei aus dem Augenwinkel zu beobachten und ihren Blickkontakt dann zu erwidern, anstatt sie die ganze Zeit anzusehen. Denn das kam bei ihr anscheinend wirklich so an, als würde ich von ihr erwarten, dass sie das regelt.

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