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Dieses Thema hat 33 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Seiten 1 | 2 | 3
critter Offline



Beiträge: 729

29.03.2009 00:20
#16 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hallo, Nicole
Danke für die weitere Einzelheiten. Sei mir bitte nicht böse, dass ich über scharfe Stimme etc. geschrieben habe. Bei sehr vielen Trainer, die von Rangordnung in ihren Methoden ausgehen, ist es Gang und Gebe.
Darmverschluss - es muss nicht komplett sein. In dem Fall vom Nachbarshund war es Teilverschluss. Der Hund hat gekotet (Brei).

In Antwort auf:
Gibt es sonst noch Gründe warum ein Hund ohne Vorwarnung beisst?


Panik. Das soll allerdings leicht zu erkennen sein (Mimik, Körpersprache).
In Antwort auf:
Warum sollte ich schlechtes Verhalten in allen Situationen ignorieren?


Weil du annehmen sollst, dass der Hund misshandelt wurde. Wenn er auf deine RUHIGE "Absage" übertrieben reagiert, bekommt er Angst schon bei einem "nein". Ein Hund, der Angst hat, schaltet das Denken ab. Er wehrt sich nur, er lernt nicht. Du musst ihn so weit haben, dass er keine Angst mehr hat, verzichte also auf die Signale, die es verursachen.
Es gibt zwei Möglichkeiten: 1.neue Signale einzuführen. Ich habe es z.B. mit leisem "Schschsch" versucht. Wenn der Hund das Geräusch nicht kennt, unterbricht er "Übeltat" und schaut sich um. Sofort loben, der Hund kommt zu die Gutti abzuholen. Fertig.
2.Ignorieren/nicht zulassen. Wenn du den Hund an der Leine hast, lasse ihn nicht zu einem Haufen laufen. Punkt.
Hast du es zugelassen, war es ein Fehler, aber kein Grund "nein" zu sagen. Du kannst dich umdrehen und weggehen. Es bedeutet Unterbrechung des Sozialkontakts, also eine soziale Straffe.
Barbara hat recht, ohne den Hund kennen zu lernen kann man sein Verhalten nicht wirklich einschätzen. Zu viele Sachen spiele die Rolle, Fehleinschätzung kann zu nächsten Beissvorfällen führen. Sei bitte vorsichtig und denke vor allem an die Sicherheit.
Barbara

Amelie Offline



Beiträge: 1.911

29.03.2009 14:25
#17 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hallo Nicole,

beim Lesen fand ich die Probleme rund um das Futter auch auffällig.
Deine Beschreibung könnte auf akute Schmerzen hindeuten (das lässt ihr ja eh abklären) oder er hat im Zusammenhang mit dem Füttern früher regelmäßig Schmerzen erleiden müssen.
Vorbesitzer hat z.B. stets vor dem Füttern Unterordnung gemacht, und bei nicht Ausüben wurde Oskar misshandelt.

In Antwort auf:
Gibt es sonst noch Gründe warum ein Hund ohne Vorwarnung beisst?


Beim Jagdtrieb, aber das hat hier mit Oskar nichts zu tun.

Die Erklärung von Critter, warum Oskar vermeintlich ohne Vorwarnung zubeisst, finde ich logisch.

Mal sehen, ob die weiteren Untersuchungen was ergeben..

Viele Grüße Hilde

Nicole Offline




Beiträge: 17

29.03.2009 17:28
#18 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Vielen lieben Danke an alle die sich die Zeit genommen haben sich mit unserem Problem auseinander zu setzten und uns geantwortet haben!

@ Elektra
Der Grund warum ich hier unser Problem schilderte ist, dass ich hoffte mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, eventuell den einen oder anderen Erfahrungsbericht mit ähnlichen Ausgangslage zu finden die mir Mut macht. Und falls es ganz hoch kommt das es eventuell ein Experte gibt der meint zu wissen warum unser Oskarchen sich für uns unerklärlich verhält.
Das die Situation so übers internet nur sehr schwer zu beurteilen ist, ist mir klar. Bis jetzt ist das auch keinem erfahrenen Hundetrainer vor Ort gelungen aber es waren einige darunter die vermuteten das es sich um ein gesundheitliches Problem handeln muss und dann noch die es gar nicht wichtig fanden warum sich der Hund so verhält sondern nur wie man ihn nach schema x biegen kann.Der Hund hat nicht zu beissen wieso er dies tut war diesen egal und wir bekamen den Rat unseren Führeranspruch zu erhöhen (mit LaKoKo falls das jemandem etwas sagt) und ihm jegliche Ressourcen vorübergehend langsam nach Aussen zu bewegen. Da wir darin keinen Sinn sehen und solche Zwangs/Druckmethoden nur schlecht mit uns vereinbaren können haben wir diesen Rat abgeschlagen. Wir wollen ja keinen Hund der aus Angst vor uns nicht mehr beisst sondern ein Hund der uns Vertraut. Und das Problem das wir hier haben ist nicht einfach ein pubertärer Rüpel der ein schweererziehbarer Hund wäre. Oksar ist ein sehr einfacher leichtführiger Hund der gefallen will und das er beisst passt einfach nicht in das Gesamtbild das wir von ihm haben.

Ich habe nie im Leben damit gerechnet das aufgrund von meiner Beschreibung eine Verhaltensanalyse erstellt wird geschweige denn einen Trainingsplan. Wenn jedoch jemand Erfahrungen mit einem Hund gemacht hat der sich ähnlich verhielt aufgrund von Schmerzen oder schlechten Erfahrungen oder warum auch immer wäre ich natürlich über jede Vermutung froh.

So wie du Elektra hier die Fichtlmeiermethode schilderst verstehe ich dass du Rot siehst dass ich diese erwähnt habe und in Betracht ziehe unseres Problem mit dieser in den Griff zu kriegen.
Nur eins kannst Du mir glauben ich gehöre nicht zu den Leuten die ihren Hund mit Gewalt Zwang oder Druck erziehen vor allem tue ich gar nichts einfach mal so ins Blaue hinein ohne dass ich 100% dahinter stehen kann.
Für mich ist das wichtigste in einer Hund-Menschbeziehung Respekt, Vertrauen und artgerechte Kommunikation. Also falls Fichtlmeier auf die Idee kommen würde ruppig oder sonst unverhältnismässig mit unseren Oskar umzuspringen kannst Du sicher sein das ich das keine Sekunde tolerieren würde.

Natürlich belohnen wir Oskar immer für richtiges Verhalten bisher arbeiten wir mit Futter aber ich bin dem Clicker-Training gegenüber nicht abgeneigt kannst Du mir genauer Beschreiben was da die Vorteile sind?
Nun ist es im Alltag so dass Oskar genau versteht was wir von ihm wollen und dies auch freudig macht da gibt es null Probleme mit ihm, ehrlich gesagt hatte ich noch nie soviel Spass mit einem Hund beim arbeiten. Ich denke auch das ihm nichts anderes mehr Freude bereitet als verstanden zu werden und alles richtig machen zu können. Draussen beim spazieren gab es auch noch nie eine Situation in der er unter Stress geriet. Die Situationen ums Haus haben wir mittlerweile mit positiver Bestärkung recht gut in den Griff bekommen. Da hätte es nichts gebracht den Hund für falsches Verhalten zu bestrafen oder sonst wie auf ihn einzuwirken weil er in diesen Momenten so hochfahren war das er nicht mal noch ein Servela vor seiner Nase bemerkt hätte.
Zu den Beissattacken uns gegenüber; es so ist dass er 50 mal in einer Situation nicht beisst und bei der 51igsten schon da finde ich es recht schwierig ihn für richtiges Verhalten zu belohnen denn man müsste fast eine Situation bei den Haaren herbeiziehen und "hoffen" das er beim 51igsten mal zuschnappt.... auch wenn die Situationen meistens mit Ressourcen im Zusammenhang stehen gestaltet sich sein Verhalten doch recht unterschiedlich dehalb war ich im ersten Moment auch völlig verunsichert als er mich das erste und hoffentlich einzige mal schnappte.. Holz anlangen.... so Momente gab es bis dahin schon 100fach und noch nie hatte er nach mir geschnappt...seit da verhalte ich mich noch überlegter und vor allem ist immer ein Maulkorb drauf...
Zu gerne hätte ich eine Ahnung warum sich Oskar so verhält für mich ist das Naheliegendste dass er entweder Schmerzen hat oder gewisse Situationen in ihm ein Verhalten auslösen dass er in diesem Moment selber nicht mehr unter Kontrolle hat. Seine Vorbesitzer machen auch uns nicht den Eindruck als hätten sie Oskar gemassregelt oder ihm Körperliche Gewalt angetan. Viel mehr vermuten wir das sie vieles nicht gemacht haben und der arme Kerl überbehütet und gleichzeitig sich selber überlassen war. Nachdem sie uns an seinem Geburtstag ein riesen Paket für ihn geschickt haben, habe ich da nochmals angerufen in der Hoffnung rauszukriegen ob er vielleicht ungewollt irgendwie schlechte Erfahrungen mit Essen gemacht haben. Leider kam dabei nichts raus.

Schilddrüsenwerte wurden ALLE untersucht alles im Normalbereich und Röntgen des ganzen Bewegungsapperates werden wir in dem Fall machen wenn wir die Magendarmspiegelung machen danke für den Tip.

@critter

Natürlich bin ich dir nicht böse ; ) scheint das ich hier für viele einen völlig falschen Eindruck hinterlassen habe weil wir bis jetzt nach Fichtlmeier gearbeitet haben und auch nicht falsches darin sehen zumindest nicht wenn es sich um einen nicht aggressiven Hund handelt.
Fichtlmeier geht im übrigen auch nicht davon aus dass es eine bestehende Rangordnung für alles gibt... ; ) Wie dem auch sei ich versuche meinen Hund zu verstehen und gehe alles andere als harsch mit ihm um....das mit dem Darmverschuss wusste ich nicht hätte man das im Ultraschall den wir am Freitag gemacht haben gesehen?

Könnte es sein dass sich Panik resp. Stress bei Oskar Körpersprachlich folgendermassen äussert Rute oben und nach vorne gehen? So habe ich den Hund bis jetzt interpretiert da er in diesen Situationen nicht mehr empfänglich ist.
Wenn ich nur wüsste welche Signale bei ihm diesen Stress auslösen also ich meine jetzt im häuslichen Bereich dann wäre ich um das 1000fache schlauer.
Draussen hat er kein Problem und er verträgt auch ohne Problem mal ein bestimmtes Nein falls nötig, dann sucht er Blickkontakt, ich lobe genau in diesem moment und er kommt freudig angedühst und wird belohnt. Am Anfang war er draussen unsicher aber nicht panisch dies hat sich zwischenzeitlich aber sehr gelegt. Z.B reagiert er nicht bei jedem ihm nicht bekannten Geräusch mit Unsicherheit sondern schaut sich kurz um macht dann aber gleich mit dem weiter was er eben gerade macht...

An der Leinengeschichte müssen wir noch ganz fest arbeiten denke aber dass ich dies mit den Frühjahrhaften Bodenbedingungen in den Griff kriege.... und an der Leine genügt mir diese als Kommunikationsmittel wenn er da in eine Richtung zieht laufe ich in die Entgegengesetzte da sage ich nicht nein nur weil ich schwächer bin ; )


So dann gibts noch ein 2 neue "Vorfälle" und zu denen ich gerne Eure Meinung hören würde. Oskar war auf dem Sofa und mein Mann setzt sich ganz eng neben ihn der Hund hat etwas gebrummt dachte eigentlich es sei ein wohliges brummen und dann kurz gewinselt dann wollte er meinem mann ins Gesicht da er den Mauli draufhatte ist aber nix passiert. Wir sind dann beide kurz in der Küche verschwunden und haben den Vorfall diskutiert. Heute morgen Oskar wieder auf dem Sofa und mein Mann will ihn streicheln Oskar KNURRT welch Wunder und mein Mann geht darauf hin gleich von ihm weg und lässt ihn in Ruhe. (Muss dazu sagen dass es nicht viel einfacher ist den Mann mit dem neuen Hund zum umdenken zu erziehen als den Hund selber ; )
Aber wir haben uns nun darauf geeinigt das er nicht mehr zum Hund zum kuscheln geht sondern Oskar der sein muss der kommt. Wie würdet ihr auf solche Situationen reagieren ist ja eigentlich löblich das er es jetzt nochmals mit dem Knurren versucht.... Der Gedanke das Oskar das Sofa für sich beanspruchen will war zwar kurz da aber ich gehe mal nicht davon aus da er sich beide Mahle einfach bedrängt fühlte und sonst kein Problem hat das Sofa zu teilen wenn's ihm zu eng wir geht er runter.....

Liebe Grüsse
Nicole

critter Offline



Beiträge: 729

29.03.2009 18:09
#19 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Könnte es sein dass sich Panik resp. Stress bei Oskar Körpersprachlich folgendermassen äussert Rute oben und nach vorne gehen? So habe ich den Hund bis jetzt interpretiert da er in diesen Situationen nicht mehr empfänglich ist.
Wenn ich nur wüsste welche Signale bei ihm diesen Stress auslösen also ich meine jetzt im häuslichen Bereich dann wäre ich um das 1000fache schlauer.

Die von dir beschriebene Signale (Rute oben, nach vorne gehen) betreffen schon die Endreaktion des Hundes, Angriff. Stress/Unsicherheit - wenn überhaupt - ist vorher. Meine Meinung nach hat der Hund gelernt in unsicheren Situationen anzugreifen.
Wieso zu Hause?
Weil die vier Wände und Dach die Bewegungsfreiheit enschränken. Der Hund kann nicht flüchten, er kann auch die Konfrontation nicht vermeiden.
Ich habe einen Rottweiler im Training. Intakter Rüde, 2 Jahre alt, mit Besitzern seit Welpenalter. BGH2 bestens bestanden, folgt aufs Wort, die Besitzer lieben ihn und kümmern sich um alle seine Bedürfnisse. Das Problem - der Hund knurrt den Besitzer an, immer nur ihn (nicht die Frau) und immer nur im Haus. Wir haben lange gerätselt, ich war auch zu Besuch da, es gab nichts was ich als Ursache entdecken konnte. Tatsächlich hat der Hund den Besitzer immer wieder angeknurrt, wenn der versucht hatte den Hund zu streicheln.
Jetzt haben wir die Lösung gefunden. Man hat dem Mann geraten (Hundeschule und Züchter) den Hund im Spiel immer wieder auf die Rücken zu schmeissen. Der Hund hat es anscheinend mit dem Körperkontakt mit dem Mann verknüpft. Jedes mal, wenn der Mann die Hand richtung Hund ausgestreckt hat, hat der Hund schon den nächsten Rückenschmiess erwartet.
Geholfen hat:
1. So wie du mit deinem Mann ausgemacht hast, der Mann hat die Nähe des Hundes nicht gesucht.
2. Wenn der Hund freiwillig zu dem Mann gekommen ist, wurde er angeschaut, angesprochen und die Hand wurde auf die Rücken des Hundes gelegt. Kein Streicheln.
3. KEIN AUF-DIE-RÜCKEN-WERFEN-SPIEL MEHR.
Seit 10 Tagen läuft dieses Programm, heute habe ich den Rotti mit seinen Menschen wieder getroffen. Der Hund ist entspannt, knurrt nicht mehr, im Haus sucht er die Nähe seines Herrchens und schmust gerne.
Fazit:
Nicht alles, was man als "wertvolle Tipps" bekommt, kommt beim Hund gut an.
Rede noch einmal mit Vorbesitzern, besonders mit dem Mann. Er ist in meinen Augen dafür verantwortlich, dass Oskar deinem Mann keine Chance gibt.
Es ist schon eine gewaltige Leistung, dass Oskar knurrt - ein positives Zeichen. Es ist schlecht, dass er deinem Mann nicht vertraut. Aber die Richtung, in die du gehen willst, stimmt. Gib bitte Oskar Zeit umzudenken und trainiere inzwischen deinen Mann (ein Scherz).
Barbara

Nina Offline



Beiträge: 3.332

29.03.2009 18:11
#20 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Zitat von Nicole

Könnte es sein dass sich Panik resp. Stress bei Oskar Körpersprachlich folgendermassen äussert Rute oben und nach vorne gehen?



Ja. So zeigt's sich bei meinem Hund. Sobald die Rute hoch geht weiß ich, da ist ein anderer Hund. Dann geht noch der Kopf hoch, sie fixiert und geht vorwärts. Wenn ich bis dahin nicht eingegriffen habe, gibt's einen Ausbruch.

stoppel Offline



Beiträge: 8.461

29.03.2009 18:50
#21 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten
Hallo Nicole,

nur ein paar Gedanken:
Gibt es einen oder mehrere Orte im Haus, in denen Oskar ungestört ist?
Sucht er die regelmäßig auf?
Wieviel Zeit verbringt er im Haus schlafend?

Er ist ja noch nicht lange bei euch. Ich habe das Gefühl, dass er gerade im Haus sehr unsicher und hochgefahren ist. Da ihr ihn noch garnicht anders kennt, ist das für euch besonders schwer zu beurteilen. Stress zeigt sich nicht erst bei angespannter Körperhaltung. Unruhe, Bewegungsdrang, erhöhte Wachsamkeit sind bereits Zeichen dafür. Mir scheint es besser, ihn im Haus erst mal zur Ruhe kommen zu lassen und eher weniger mit ihm zu machen.

Je nach Grunderregung braucht es dann nur noch ein 'Erschrecken' oder Ähnliches um panikartig zu reagieren.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

Sabine ( gelöscht )
Beiträge:

29.03.2009 19:53
#22 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Also ich bin nun wirklich keine Fachfrau, ganz und gar nicht. Deshalb habe ich mich bisher bei den Berichten und Fragen zu Oskar zurückgehalten, aber zu der Sache mit dem Sofa möchte ich nun doch was sagen:

Es mag fachlich gesehen anders sein, aber ich finde es nicht richtig, wie ihr in Zukunft mit der Situation umgehen wollt. Ich habe das so verstanden: Oskar darf aufs Sofa, aber dein Mann "darf" sich nicht dazu setzen.
Natürlich ist es gut, dass Oskar es jetzt mit Knurren versucht, damit zeigt er ja, dass er etwas nicht mag, evtl. die Vorstufe zum Beissen. Aber es kann doch nicht sein, dass der Hund den Menschen davon abhalten darf, sich aufs Sofa zu setzen.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dein Mann sich nicht so aufs Sofa setzt/gesetzt hat, dass er dem Hund vielleicht weh getan hat, sondern dass er ihm einfach nur "zu nah kam".

Laika darf bei uns eh nicht aufs Sofa, aber ich muss auch ehrlich sagen: Wenn sie es dürfte, und mich "wegknurren" würde, wenn ich mich dazu setze, dann wäre sie das letzte mal auf dem Sofa gewesen.

Wie gesagt, ist nur meine persönliche Meinung. Also nicht böse sein!

Käthe Offline



Beiträge: 885

29.03.2009 20:07
#23 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Zitat von Sabine
Laika darf bei uns eh nicht aufs Sofa, aber ich muss auch ehrlich sagen: Wenn sie es dürfte, und mich "wegknurren" würde, wenn ich mich dazu setze, dann wäre sie das letzte mal auf dem Sofa gewesen.


Es geht ja, wenn ich das richtig verstehe, hier nicht um das Sofa, sondern generell darum, dass Oskar lernt zu zeigen, wenn ihm etwas nicht behagt. Deswegen darf ja nicht der arme Mann jetzt nie wieder auf das Sofa, weil der Hund es annektiert hat...

LG von Käthe und dem Tünnes

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Never trust a dog with orange eyebrows! [Terry Pratchett]

tomtom Offline




Beiträge: 2.255

29.03.2009 20:39
#24 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hallo Nicole!
Du hoffst Dich mit jemandem auszutauschen, dem es ähnlich geht. Na dann...
Wir haben auch eien Hund der ohne Vorwarnung zuschnappt. Wenn auch hier gesagt wird, dass das nicht sein kann - wir können zumindest keine Warnung erkennen. Es geht blitzschnell aus dem "kalten".
Ich habe den ganzen Thread mit viel viel Herzklopfen gelesen. Ich habe vieles wieder erlebt, was wir mit Tom anfangs erlebt haben.
Ganz zuerst: Ihr habt diesen Hund erst eine so kurze Zeit. Habt Geduld mit ihm und Euch.
Wir hätten vor einem halben Jahr nicht gedacht, dass wir Tom jemals sein Futter wegnehmen könnten oder einen Knochen und da war er bereits 1,5 Jahre bei uns!
Jetzt kann ich das.
Wir haben uns bemüht von Anfang an ganz klare Regeln für ihn aufzustellen und Rituale einzuhalten. Das ist für uns alle ein Gerüst, an das wir uns halten können.
Dazu gehört auch ihn nie zu bedrängen damit er sich nicht wehren muss. Alles was wir tun soll für ihn berechenbar sein. Das ist natürlich nicht immer umsetzbar, aber da bemühen wir uns sehr.
Für Tom sind viele Dinge Stress die uns unwesentlich erscheinen. aber ich habe durch das Forum gelernt ihn viel mehr zu beobachten. Und so besser reagieren zu können.
Das schützt uns leider bis heute nicht vor Beißvorfällen. Nach wie vor sind sie zu unserem Leidwesen da und schockieren jedesmal zutiefst. Aber bis auf ganz wenige Ausnahmen können wir im Nachhinein eine Stresssituation für ihn nachvollziehen. Schlimm ist dass er eben nicht warnt.
Aber wir wollen da nicht aufgeben, er hat so viel gelernt, wir glauben einfach weiter an ihn und uns.
Er ist uns als absolut katzenunverträglich vermittelt worden. Jetzt kann Mo unter ihm durchlaufen, neben ihm sitzen. Er wird auch noch lernen dass er nicht beißen muss wenn er mit etwas nicht klar kommt.
Ich weiß nicht ob es wichtig oder richtig ist aber zu unseren Regeln im Haus gehört auch dass Tom nicht auf den Möbeln schläft auf den wir sitzen/schlafen. Dabei hatte ich von anfang an ein sehr ungutes Gefühl, ihm das zu gestatten, weil grad in der Situation oft Bedrängung entsteht.
Cora darf das auf Anfrage schon mal. (abgesehen von ihrem Sessel)
Tom darf es nie und das war ein Geduldspiel aber er hat es akzeptiert. Dafür sitze ich fast jeden Tag so etwa 1 Stunde mit ihm auf dem Boden. Er kuschelt sich bei mir ein und wenn er es könnte würde er sich um mich wickeln.
Diese Stunde ist neben Spazieren und Fressen DAS Highlight und es ist etwas besonderes und fördert das Vertrauen. Ein Ritual was wir beide lieben.


Zitat von stoppel

nur ein paar Gedanken:
Gibt es einen oder mehrere Orte im Haus, in denen Oskar ungestört ist?
Sucht er die regelmäßig auf?
Wieviel Zeit verbringt er im Haus schlafend?

Er ist ja noch nicht lange bei euch. Ich habe das Gefühl, dass er gerade im Haus sehr unsicher und hochgefahren ist. Da ihr ihn noch garnicht anders kennt, ist das für euch besonders schwer zu beurteilen. Stress zeigt sich nicht erst bei angespannter Körperhaltung. Unruhe, Bewegungsdrang, erhöhte Wachsamkeit sind bereits Zeichen dafür. Mir scheint es besser, ihn im Haus erst mal zur Ruhe kommen zu lassen und eher weniger mit ihm zu machen.

Je nach Grunderregung braucht es dann nur noch ein 'Erschrecken' oder Ähnliches um panikartig zu reagieren.

Das finde ich ganz wichtig, was Iris da geschrieben hat.

Zu den gesundheitlichen Problemen kann ich nichts sagen, dass hört sich aber gar nicht gut an.
Es kann aber auch nervös sein, ausschließen würde ich das nicht.
Auf jeden Fall würde ich ihm nur kleine Portionen, aber öfters füttern und ihn immer dabei allein lassen, aus dem Raum gehen. (Tom hat anfangs in unserem Beisein auch nicht gefressen)

Ich wünsche Euch dass Ihr alle etwas zur Ruhe kommt.

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

29.03.2009 22:12
#25 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hey Nicole,

danke für die Aufklärung, darüber, was Du hier suchst, prima, daß mir das jetzt auch klar ist. Stand wohl auf der Leitung. Ich bin froh, daß Du die Einstellung zur Hundeausbildung hast, wie Du sie hier schilderst, dann kann Dir Herr Fichtlmeier schlecht gelaunt ja nicht zur Gefahr werden. :-)))

Zu Deiner Frage: Der Clicker hat mehrere Vorteile. Zum einen kann man mit seiner Hilfe punktgenauer bestätigen als mit einem Leckerchen alleine. Der Hund kann ja nur ca. drei Sekunden lang sein Verhalten mit dem, was auf das Verhalten folgt, zusammenbringen, d.h. mensch muß schnell sein. Benutzt mensch den Clicker, verdoppelt sich der Zeitraum mindestens, sprich: Verhalten -> drei Sekunden -> Clicker -> drei Sekunden -> Belohnung.

Zum zweiten macht eine Verheißung (der Hund hat ja anfangs per klassischer Konditionierung gelernt, daß das Clickern IMMER Futter (oder Spiel oder etwas anderes, von dem Du weißt, daß es für Deinen Hund Belohnung sein kann) bedeutet) eine Belohnung wertvoller. Übertrag's mal auf Dich: Wenn Dein Mann Dich zum Essen einlädt, ist das eine feine Sache. Sagt er Dir kurz vor dem Lokal "hey, da gehen wir jetzt rein und essen", freust Du Dich. Sagt er's Dir am Abend vorher und Du weißt, daß er immer hält, was er verspricht, hast Du 24 Stunden Zeit, Dich vorzufreuen, das Essen wird Dir doppelt Spaß machen, weil die Vorfreude es einleitete.

Zum dritten bleibt die Bestätigung konstant, d.h., Du betonst mit der Stimme immer unterschiedlich, gewisse Schwankungen, die z.B. Deiner Stimmungslage entspringen, sind immer drin, der Clicker aber bleibt gleich und bleibt damit für den Hund gleichermaßen einschätzbar.

Zum vierten gibt es Versuche darüber, daß das spezifische Geräusch der Clicker bei Hunden nicht nur ins Bewußtsein, sondern auch ins Unterbewußtsein dringt. Das heißt: Wenn Deine Stimme ihn vielleicht schon nicht mehr erreicht, wird das Geräusch des Clickers es immer noch tun, gerade bei Angst- und Aggressionsverhalten, die ausschließlich im Unterbewußtsein des Hundes ihr Fundament haben (ein Hund, der aggressiv ist oder Angst zeigt, hat keine bewußte Kontrolle auf das Etikett, das sein emotionales Hirn für einen bestimmten Reiz vergibt), ist das außerordentlich wertvoll, weil mensch dem Hund zumindest noch die Information "Du machst das jetzt gut" oder "das, was kommt, ist gut" geben kann und der Hund langfristig eine neue Verbindung Reiz -> Verhalten aufbauen kann.

Ansonsten kann ich mich nur Iris und Barbara anschließen, ich denke, es ist richtig, den knurrenden Hund SOFORT in Ruhe zu lassen, nur so kann er lernen, daß er nicht zu beißen braucht, um sein Ziel zu erreichen. Daß Dein Mann nicht dauerhaft vom Sofa verschwinden muß, ist dabei natürlich klar, im schlimmsten Fall würde ich Oskar dieses Privileg tatsächlich aberkennen und ihn lieber auf eine Decke oder in einen Kennell legen, von wo aus er gucken und kommen kann, wo er aber auch Ruhe und Entspannung findet.

Denn das, da hat Iris wirklich absolut recht, ist zentral: Oskar benötigt umbedingt genügend Schlaf und aus seiner Sicht sichere Rückzugsräume. Ich habe ja mit Bennie jetzt auch einen eher nervösen Hund, der schwer "abschalten" kann. Seit er hier ist, passiert mit ihm in der Wohnung genau das gleiche wie mit Ben: nichts. Einzig eine kurze Clickereinheit für's "Kragentraining" (er soll demnächst kastriert werden und entsprechend lernen, den Kragen, den er eine Weile wird tragen müssen, nicht ganz so furchtbar zu finden) findet statt, ansonsten ist: Ruhe. Die Hunde liegen und schlafen, wer kommt, wird gestreichelt, wer liegt, wird in Ruhe gelassen. Ich merke, wie sehr das Bennie runterfährt und guttut, seine Kläffattacken finden im Haus überhaupt nicht mehr statt, egal, wer oben oder draußen unterwegs ist, und auch insgesamt ist er ausgeglichener und weniger hektisch als vorher.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Käthe Offline



Beiträge: 885

30.03.2009 09:30
#26 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

(Ich möchte mich nur kurz an die ranhängen und meine unqualifizierte Meinung kundtun: Der Clicker ist ein Wunderwerkzeug!)

LG von Käthe und dem Tünnes

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Never trust a dog with orange eyebrows! [Terry Pratchett]

Nicole Offline




Beiträge: 17

30.03.2009 13:08
#27 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hallo Ihr Lieben

Vielen Dank für all Eure Antworten!

@Critter

Leider konnte ich bis jetzt keine Körpersprachlichen Signale sehen die darauf schliessen lassen dass der Hund zum Angriff übergeht.
Wahrscheinlich liegt das dadran dass dieses Angriffverhalten bei ihm innerhalb einer 100stel sekunde ausgelöst wird. Also Hund ist entspannt
irgendwas löst dieses Verhalten aus und peng Angriff. Auch wenn Oskar bei seinem Angriff Rute oben hat ohne zu zögern nach vorne geht wirkt er
dabei nicht sicher, ich denke Du hast recht wenn Du sagst dass er gelernt hat dass er sich so unangenehmes vom Leib halten kann.
Wenn ich ihm aber z.B die Ohren putzen muss was er auch sehr unangenehm findet greift er dabei nicht an sondern weicht zurück und schnappt höchstens mal in die Luft.
Dann respektieren wir das machen eine Pause und versuchens später nochmal meistens funktioniert das.
Interessant ist auch das er z.B beim TA ganz entspannt alles über sich ergehen lässt ohne Narkose und danach noch freudig auf den Tisch springt....

Bei den Vorbesitzern war es so das Oskar offensichtlich ein Problem mit der Frau hatte die ja dann auch Opfer seiner Attacke wurde da war das Problem das der Hund völlig auf den Mann fixiert war mit dem er auch 24h am Tag zusammen war. Bei uns schien es Anfangs auch so dass er mehr auf meinen Mann fixiert ist. Deshalb haben wir am Anfang sehr darauf geachtet das ich diejenige bin die mit Oskar arbeitet ect.. Nun ist es natürlich so dass ich diejenige bin die viel mehr Zeit mit dem Hund verbringt da ich ja den ganzen Tag mit ihm zusammen bin.
Da die Leute mit ihm in einer komischen Welpen/junghundegruppe waren (wo sie gesagt kriegten dass der Hund ein Konzentrationsproblem hat) kann es schon sein dass sie ihn Welpen öfters auf den Rücken gedreht haben.

Habe meinem Mann Deine Regeln aufgetischt und er wird die so einhalten. (natürlich hat er ihn nie auf den Rücken gedreht) Am Anfang hat Oskar Körperkontakt gesucht und auch Kontaktliegen ect... sehr genossen das hat dann mit den Beissvorfällen kontinuierlich abgenommen nun ist es eigentlich so dass wenn er auf dem Sofa ist und wir kommen geht er auf seinen Platzt Wir haben von Anfang an eigentlich darauf geachtet das nicht wir die sind die den Kontakt suchen sondern er musste der sein der kommt. Bis vor kurzem hat er aber nie den Eindruck gemacht sich bedrängt zu fühlen.

@stoppel

Oskar hat 3 Plätze im Haus an denen er ungestört ist. Diese sucht er vor allem spät abends auf. Oder wenn er sonst mal seine Ruhe will was eigentlich je länger weniger vorkommt.
Er ist meistens im gleichen Raum wie wir aber auf seinem Platz.
Das wir ihn auf seinen Plätzen nicht stören ist für uns selbstverständlich. Wenn wir zu Hause sind (also nicht am spazieren) schläft er eigentlich immer ausser wenn er raus muss oder wenn
fressen kurz bevor steht. Was uns ganz klar aufgefallen ist, ist das wenn er unter Stress steht z.B. nach einem Beissvorfall dass er dann eher mal angibt wenn er was im Haus hört.
Sonst ist er ein sehr ruhiger Mitbewohner was auffällt ist das er sich öfters streckt und gähnt als das für uns normal wäre habe das Gefühl das er das macht wenn er selbst mit sich im Clinch ist.

@Sabine

Das Oskar das Sofa für sich beanspruchen will ist mir auch kurz durch den Kopf geschossen bin mir aber ziemlich sicher das dem nicht so ist. Wenn mein Mann sich auf das Sofa setzt und Oskar nicht berührt bleibt er einfach liegen oder geht runter. Ausser dem lässt er sich jederzeit vom Sofa oder auch vom Bett runterschicken auch von meinem Mann.
Ich denke mehr das seine Reaktion darauf schliessen lässt das er es aus irgend einem Grund nicht mehr mag wenn mein Mann ihm ungewollt zu Nahe kommt mit zu nahe meine ich nicht neben ihn setzten sondern ihm am Kopf kraulen oder sich an ihn anlehnen.

@Tom Tom

Danke das du mir Eure Geschichte geschildert hast. Was hat den Tom für eine Vorgeschichte? Wie alt war er als er bei Euch eingezogen ist? Und wann hat das mit dem Beissen bei Euch angefangen? Ist es kontinuierlich besser geworden oder gab es auch Rückschläge? Wisst ihr oder habt ihr eine Ahnung warum er sich so Verhält? Habt ihr ihn auch mal gesundheitlich durchchecken lassen?
Was für Sachen stressen Tom die für Euch anfangs unwesentlich erschienen?

Wir haben uns das mit den erhöhten Liegeplätzen auch ganz genau überlegt bevor Oskar einzog. Da wir den Eindruck hatten das er unsicher und nicht dominant ist haben wir uns entschieden dass er aufs Sofa und ins Bett darf. Wir haben uns gedacht dass er durch das Kontaktliegen die Bindung zu uns schneller aufbauen könnte was er am Anfang auch sehr genoss. In der Nacht schläft er immernoch als Brezel zusammengerollt im Bett ganz fest an mich gekuschelt. Falls mein Mann auf meiner Seite liegt kuschelt er sich an ihn. Da hat sich nichts geändert.
Auf dem Sofa ist es so das er mal mit den Vorderpfoten hochsteht und seinen Kopf ganz fest an unseren drückt. Manchmal legt er auch seinen Kopf auf unsere Beine aber so richtig "eng" einkuscheln kommt er sich nicht mehr.

Auch wir haben darauf geachtet von Anfang an ganz klare Regeln und gleichbleibende Abläufe zu haben daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Das Einzige was sich aus unserer Sicht verändert hat ist das wir überlegter und nicht mehr so unbefangen dem Hund gegenüber treten seit die Vorfälle sich gehäuft haben. Da er aber immer einen Maulkorb drauf verhalten wir uns der Situation entsprechend entspannt. Natürlich belastet uns die ganze Geschichte schon und die Gefühlsachterbahn wird nicht spurlos an dem Hund vorübergehen.
Wir füttern Oskar 3 mal täglich und haben uns wieder für die normale Fütterung aus der Schüssel entschieden da er sein komisches Verhalten mit dem neuen Futter abgelegt hat (bis jetzt)

@Elektra

Vielen Dank für die Erläuterungen vom Klicker das macht Sinn und ich denke das diese Methode für uns sehr hilfreich sein könnte um seinen "Stresslevel" langsam in vorhersehbaren Situationen zu erhöhen.

Gerne würde ich wissen wie ihr reagieren würdet wenn Oskar uns attackiert also mit Maulkorb. Bis jetzt haben wir das einfach ignoriert da wir uns unsicher sind was der Grund für sein Verhalten ist da die Vorfälle aber immer mehr und nicht weniger werden fragen wir uns ob das richtig sein kann?

Dann ist mir heute bei spazieren etwas passiert das mich wieder völlig aus der Zuversicht brachte da wir beim spazieren noch nie Probleme hatten.
3 Frauen kommen mir mit 2 Hunden entgegen beide unangeleint Oskar auch als wir dann ganz nah waren ist Oskar freudig hingesprungen worauf der erste Hund mal geschnuppert hat ihn dann aber wegschickte worauf der 2te Hund auch noch sein Kommentar dazugeben wollte sein Frauchen hat ihn dann aber abrufen können. Oskar bleibt im Geschehen stehen etwa 3 m Abstand von der Frau ohne Hund (die anderen beiden Hunde wieder bei ihren Frauchen) und fixtiert diese, ich konnte mich gerade noch dazwischen stellen und Oskar am Halsband halten und ihn darauf anleinen. Aber es dauerte eine Weile bis ich ihn zum weiterlaufen bewegen konnte (wir mussten über einen grossen Baumstamm deshalb konnte ich ihn nicht wegziehen) er war völlig hochgefahren und hörte nichts mehr. Nun könnte ich mir vorstellen das er sein Unmut wegen den 2 Hunden einfach auf die Frau ableitete ausserdem hat er sie ja "nur" gestellt aber da ich weiss wie schnell er zubeissen kann hat mich die Situation total verunsichert. Vor allem weil er draussen eigentlich immer abrufbar ist und es für mich extrem tragisch wäre wenn wir ich ihn draussen nun auch immer anleinen müsste.....

Liebe Grüsse Nicole








Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

30.03.2009 13:40
#28 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hey Nicole,

puh, Du klingst irgendwie beides, sehr reflektiert genauso, wie sehr hilflos im Moment. Ich weiß von mir, daß ich zu Anfang mit Ben immer wieder das Gefühl hatte, doch unbedingt mehr etwas für ihn tun zu müssen oder etwas anderes oder oder oder ... ich zerfleischte mich ziemlich, besonders, als er angefangen hatte, nach Menschen zu schnappen. Ich suchte nach Lösungen, geriet an die falsche Trainerin, merkte das spät, aber nicht zu spät, machte alleine weiter und fand schließlich den Trainer, der mir dann das Clickern zeigte.

Es gab Zeiten, in denen ich vor dem Hund stand und nur wußte, daß ich ihn liebte und nie aufgeben würde, jedoch keine Ahnung mehr hatte, wie ich seine "Ausfälle" verhindern sollte.

Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich merkte: Das erste, was ich tun muß, ist: halblang zu machen. Ich mußte aufhören mich und damit den Hund unter Druck zu setzen. Ich hatte viel gelesen, ich hatte viel gehört, aber letztlich konnte all dieses Wissen nur helfen, meinen Instinkt/Gefühl, dem ich -das weiß ich heute- einfach trauen kann, zu untermauern. Eine Ausbildung nach Buch, ein Rezept, sowas gab es einfach nicht.

Ben knurrte mich in der Anfangszeit häufiger mal an. Seltsamerweise hatte ich nie Angst vor ihm, und ich tat das, was ich vermutlich niemandem empfehlen sollte: Wenn Ben mich anknurrte, hielt ich seine Kopf fest, wirklich fest, begleitete aber diese dominante Geste durch etwas, das dem total gegenläufig war, ich gab ihm ein Küßchen auf die Nase und streichelte ihn runter, während er bewegungslos verharrte. Das ist sicher nichts, was Du eins zu eins nachmachen solltest, ich erzähle es auch aus einem anderen Grund: Es zeigte meinem Hund meine Einstellung zu ihm, es gab mir selbst innerlichen Halt und wurde so zur emotionalen Basis des Trainings mit ihm, das irgendwann eigentlich nur noch zwei Prämissen folgte: Nicht zuviel und nicht zu schnell.

Ich ließ Ben ab einem bestimmten Punkt mehr Zeit und mehr Raum, ich trainierte keine ganzen Stunden mehr mit dem Trainer, sondern noch max. halbe Stunden, einfach, weil wir merkten, daß Ben mehr als das einfach nicht "wegstecken" konnte. Ich verkürzte alle gezielten "Hausaufgaben-Einheiten" auf max. 2 Minuten am Stück, war eine supertolle Übung schon nach einer Minute erreicht, beendete ich die "session" und wiederholte lieber zwei, drei Stunden später das Gelernte noch einmal.

Ich höre aus allem, was Du beschreibst, wie unbedingt Du Oskar helfen möchtest. Auch ich wollte damals für alles, was Ben tat, unbedingt Erklärungen finden, ich glaubte, ich brauchte sie für sein Training. Und genau das war falsch. Ich brauchte sie vielleicht für mich, aber nicht für die Ausbildung meines Hundes. Erst, als ich umdrehte und neu ansetzte, unter der Prämisse, der Hund ist in den und den Situationen aggressiv und braucht, um das ändern zu können, eine Alternative zu seinem alten Verhalten, egal, warum er es zeigt, hatte ich eine wirkliche Chance, weil ich mir nicht mehr selbst den Weg verstellte.

Wenn ich Dir raten sollte, dann würde ich sagen, laß die gesundheitlichen Aspekte wie geplant abklären, laß Oskar möglichst oft von sich aus kommen und clickere alles, was zu clickern geht, insbesondere das Berührtwerden und das Abgeben von Ressourcen. Beides sind lange Wege, nichts geht da schnell, und Du wirst ganz, ganz unten anfangen müssen, bei den Ressourcen zum Beispiel damit, daß Du allein das Angucken dessen, was ihm gehört, durch Dich schon clickerst und belohnst. Ganz vorsichtige Schritte müssen es sein, die Du gehst, und wenn das bedeutet, daß Du wochenlang schon clickerst, wenn Du die Ressource anschaust oder Dein Mann seine Hand auch nur in Richtung Hund ausstreckt - Du kannst es schaffen, wenn Du Euch allen dreien diese Geduld entgegenbringst, Du wirst sehen.

In einem ersten Schritt würde ich JEDES erwünschte Verhalten clickern und mit einem guten Leckerchen (also eben nicht sein normales Futter, sondern etwas für ihn Besonderes) belohnen. Du wirst dafür wacher sein müssen als bisher, Du wirst Verhalten neu bewerten lernen - JEDER Blick zu Dir ist belohnenswert, JEDER Kontakt zu Deinem Mann, egal, wie niederschwellig er von Oskars Seite ist, verdient Lohn, JEDE noch so kleine Reaktion auf seinen Namen (ob er nun kommt oder nur stehenbleibt oder auch nur ein Öhrchen zuckt, ist dabei wirklich absolut egal, JEDE Reaktion meint wirklich JEDE ;-)) sollte von Dir honoriert werden. Wenn Du das eine Weile machst und auch Dein Mann in diese Kerbe mitschlägt und ebenfalls clickert und alles Mögliche belohnt, wirst Du sehen, wie aufmerksam Oskar wird und um wie vieles weniger ängstlich.

Ich hatte damals mit Ben einen aggressiven Hund. Er ist es heute nicht mehr. Wenn ich wach bin und aufpasse. Ein Jolly-Hund ist er nicht und wird er nie sein. Aber ein lebensfroher Hund, der mittlerweile die Herzen vieler hier im Forum erobert hat, weil er kommt und sich kraulen läßt, weil er kommt und sich füttern läßt, weil er kommt und guckt wie er guckt, das ist er. Er war es nicht immer. Er ging wahllos auf Zwei- und Vierbeiner los, wenn die ihn auch nur schief anguckten, geschweige denn, daß er sich hätte anfassen lassen. Unser Mittel: Weniger, konzentrierter, präziser und mit Clicker und viel gutem Leckerchen.

Heute habe ich mit Bennie einen eher ängstlichen Hund. Er ist es zunehmend nicht mehr. Wenn ich wach bin und aufpasse. Bennie wird bei einem Menschen, der ihn klar und strukturiert führt, der ihn schützt und sich vor ihn stellt, wenn es Probleme gibt, durchaus ein Jolly-Hund sein können. Bei einem, der nicht mutig an seiner Seite für ihn eintritt, sondern selbst eher unsicher ist, ist er aus Angst aggressiv, das wissen wir leider nur zu genau. Seine Lebensfreude - sie stellt sich ein, es ist eine Freude, ihn mit anderen Hunden spielen zu sehen und ihn mit Menschen zu erleben, nach denen er aus Angst früher geschnappt hätte. Auch hier das Mittel: Wenig, konzentriert, auf den Punkt, unnachgiebig, aber liebevoll und mit Clicker, mit viel Leckerchen, vor allem aber seinem geliebten Spielzeug.

Ich glaube, beide Hunde vertrauen mir und das ganz sicher nicht, weil sie AUCH Leckerchen kriegen, sondern weil sie wissen, daß ich vor ihnen stehe und sie wie eine Wolfsmutter verteidige, wenn nötig.

Der Weg mit Ben dauerte über zwei Jahre. Der Weg mit Bennie ist kaum begonnen, er ist erst drei Wochen da. Aber die Ruhe, die er bekommt, genießt er schon jetzt, seine Hektik wird täglich kleiner, seine Lebensfreude wächst.

Ich bin überzeugt, daß Du das bei Oskar auch hinbekommen kannst. Laß ihm Zeit, anzukommen und schau nicht in die Vergangenheit, sondern ausschließlich auf das Hier und Jetzt - wie es unsere Hunde auch tun. :-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Lionne Offline

Knutscht ihre persönliche Ordnungshüterin für Verhaltensketten im Unterholz


Beiträge: 239

30.03.2009 14:24
#29 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

Hallo Nicole!

Erst mal meinen tiefsten Respekt für die Mühe, die ihr euch mit Oskar gebt - er hat wirklich großes Glück gehabt!
Ich würde Euch auf jeden Fall empfehlen, zu Sicherheit nochmal die ganze Wirbelsäule durchchecken zu lassen.
Zum Thema Futterschüssel würde ich mal probieren: Eine erhöhte zu kaufen und mal gucken was er dazu sagt. Und mal versuchen, ihn ganz ohne Schüssel zu füttern, z.B. wenn das Futter im Garten verstreuen, oder es einfach so auf den Boden legen - eventuell an einem ganz neuen Fressplatz. Hunde, die z.B. als Straßenhunde oder in Zwingerhaltung gelernt haben, dass sie beim Fressen aus Näpfen regelmäßig eins auf die Mütze kriegen, kennen eventuell nur stressfreie Nahrungsaufnahme, indem sie sich ihre Bröckerl so vom Boden aufsammeln.
Sollte das Problem schmerzbedingt sein, könnte die erhöhte Futterschüssel ja ohnehin schon Abhilfe schaffen.

Wenn er wirklich Galle erbricht, kommt das aus dem Magen und deutet weniger auf eine Aussackung der Speiseröhre hin. Hier kommt eher unverdautetes, vergorenes Futter zum Vorschein.
Je nach Ergebnis der Magenspiegelung kommen ja evtl. noch Säureblocker und ein Futterwechsel in Betracht.

Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute!

LG, Anna

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

30.03.2009 14:41
#30 RE: Hilfe ... Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Gerne würde ich wissen wie ihr reagieren würdet wenn Oskar uns attackiert also mit Maulkorb. Bis jetzt haben wir das einfach ignoriert da wir uns unsicher sind was der Grund für sein Verhalten ist da die Vorfälle aber immer mehr und nicht weniger werden fragen wir uns ob das richtig sein kann?

Ich wuerde da deeskalierend drauf reagieren- abwenden, verharren falls er noch weiter knurrt/droht und wenn er aufhoert ruhig weggehen.

LG Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

Jean Donaldson

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