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Dieses Thema hat 26 Antworten
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 Und er spricht doch (öffentlich)
Seiten 1 | 2
Käthe Offline



Beiträge: 885

25.02.2009 19:11
#16 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Zitat von Stef
Ich fand das ganz interessant, das mal zu diskutieren.


Ich auch. UND ich fand auch das Video interessant.
Ich hab halt so gedacht: "Nu, die wird schon ziemlich genau wissen, was sie da tut" und einfach gespannt beobachtet, was da so passierte.

Grad als Aggressionsneuling ist man ja für alles dankbar, was man ganz in Ruhe und bei Bedarf auch mehrfach sehen kann. Ob nun gut oder schlecht gelaufen oder in die eine oder andere Richtung - Hauptsache, ich kann mich in dem ganzen Thema etwas orientieren.

LG von Käthe und dem Tünnes

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Never trust a dog with orange eyebrows! [Terry Pratchett]

momo01 Offline



Beiträge: 2

25.02.2009 19:13
#17 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Ich bin ja hier bei euch nur ein Mitleser, und finde es hier eigentlich immer sehr Lehrreich.

Aber als ich diesen Threat hier gelesen habe und den Film gesehen habe, war ich doch sehr geschockt.

Geschockt darüber, das eine Trainerin für Dokumentationszwecke ihren eigenen Hund auf einen Beschwichtigenden Hund losgehen lässt.

Und bei aller Hochachtung vor deinem könne, liebe Elektra, aber deine Erklärungen kommen bei Leuten wie mir, nur wie ein „Rausreden“ vor.

Ich bin der Meinung das ein Trainer seinen Job nicht „Missbrauchen „ sollte für solche Projekte.

camijojo Offline



Beiträge: 1.630

25.02.2009 20:01
#18 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Danke für Deine ausführliche Antwort, Barbara!

Schle Miel ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 20:11
#19 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
In Antwort auf:
Zum Thema "Klärung und die Dauer derselben": Ich bilde mich ja gerne mal fort, und Frau Dr. Ute B.-B. wird nicht müde, auf etwas hinzuweisen, was ich im Alltag auch genauso erlebe: Sich darauf zu berufen bzw. zu verlassen, daß zwei Hunde sich doch immer prächtig verstanden haben, wenn es irgendwann scheinbar aus heiterem Himmel kracht, ist nicht wirklich sinnvoll.


Ich glaube, wir haben mittlerweile alle mitbekommen, wo und bei wem du dich fortbildest. Müßig also zu erwähnen. Es sei denn, du willst darauf hinaus, dass jeder, der dies nicht bei Frau Dr. Ute B.B. tut, leider nicht qualifiziert genug ist, über bestimmte Themen zu diskutieren. In diesem Falle würde ich gern darauf hinweisen, dass

a) Fortbildung schön und gut ist, jedoch eine lange Praxis nicht ersetzen kann. Und die musst auch du erst noch erwerben. Stell also bitte die Leute hier nicht als unfähig hin, nur weil sie keine Seminare bei Ute belegen.

b) es immer Menschen gab, die die Lehren der Wissenden als den letzten Stand begriffen, aber auch die irgendwann mal erkennen mussten, dass viele der von Weisen getätigten Aussagen im Nachhinein - neuer Erkenntnisse sei Dank - zu revidieren waren.


In Antwort auf:
Es kann durchaus passieren, daß zwei Rüden sich x und y Mal supergut vertragen und situativ auch durchaus heftig aneinander geraten, wenn es beispielsweise eine Ressource Hündin oder Futter oder Mensch zu verteidigen gibt.


Da geh ich absolut mit. Gilt aber hier für mich nicht, denn: "Verteidigen" setzt - für mich - voraus, dass es einen "Angreifer" gibt, der Interesse an der Ressource signalisiert. Tat der Berner aber nicht. Diese Erklärung deckt sich auch überhaupt nicht mit deiner nachfolgenden Aussage:


In Antwort auf:
Interessanterweise ist Ben nicht der einzige Hund, der auf gerade diesen Artgenossen extrem schlecht zu sprechen ist und bei fast jeder Begegnung mehr oder minder stark aggressiv auf ihn reagiert, und es sind nicht nur Rüde, die ihn "anzicken", auch wenn er vermeintlich "nichts tut". Mir kommt dabei durchaus der Verdacht, daß Martin etwas ausströmt, bewußt oder unbewußt, das für seine Artgenossen Aggressionsverhalten auslösend wirkt,


Was denn nun? Hatte er Hündinnen zu verteidigen oder geht er - "wie viele andere Hunde auch" - regelmäßig auf den Berner los?

Ehrlich gesagt kommt mir dabei der Verdacht, dass die Hunde, die den Berner angehen, an ihm mal eben ein bisschen ihr Selbstbewusstsein aufpolieren wollen. Was leider auch nicht für große Souveränität spricht. Um so trauriger, dass du vor dem Hintergrund dieser Aussage von dir die Cam draufgehalten hast.

In Antwort auf:
Seltsamerweise fand auch keine der anwesenden Hundehalterinnen, daß Ben sich fehlverhalten hätte, was mich, gepaart mit meinem Gefühl, dazu veranlaßte, diesen Film wider die warnende Stimme in mir einstellen ließ, weil ich hoffte oder dachte, es könnte einfach spannend sein, so etwas mal zu sehen.


Spannend und lehrreich, nun ja. Ich zitier mich mal selbst:

In Antwort auf:
Der letzte Hund, den ich so hab schleichen und dann angreifen sehen, hat seinen "Rivalen" ernsthaft verletzt. Der übrigens ähnlich calmend im Revier des Angreifers herumsaß. Woraus ich wieder einmal schließe, dass Hundeverhalten stets individuell (zu betrachten) ist und aus dem Verhalten des jeweiligen Hundes einzig dessen Mensch lernen kann, eher nicht jedoch die Allgemeinheit. Insofern wär ich vorsichtig damit, aus Bens Verhalten hier eventuell etwas ableiten zu wollen.


Und ergänze: Weiterhin würde ich den geneigten Lesern solch einen Film nicht an die Brust legen mit dem Hinweis, sich zu entspannen, wenn ein Hund dem eigenen so entgegentritt wie Ben es tut, da ja "außer etwas Krach" nix passiert. Dinge passieren eben doch. Wenn sie mit Ben nicht passieren, fein. Dann können alle aufatmen, die EUCH treffen. Bei anderen Hunden indes darf man neu proben. Dieser Hinweis fehlte mir ein wenig.

Darüber hinaus kann es für einen calmenden Hund keine sinnvolle Erfahrung sein - und hier wende ich mich an dich als TRAINERIN - von einem Artgenossen angegangen zu werden, da er schlimmstenfalls daraus lernt, dass ihm sein Verhalten nix bringt. Auch daraus resultiert meine Kritik an deinem Verhalten. Auch für Ben dürfte es mehr als verwirrend sein, wenn er normalerweise an dem Berner (oder anderen "Rivalen") vorbeigeführt wird - womit ihm solche Aktionen ja aktiv untersagt werden - er dieses Mal jedoch seinen Launen freien Lauf lassen durfte. Wo ist da die von dir stets gepredigte Konsequenz? Nochmals: Ich persönlich würde meinem Hund solch ein Verhalten mit einem calmenden Artgenossen NICHT gestatten. Um sein Trainingsfortkommen nicht zu sabotieren, aber auch um dem anderen Hund solch eine Erfahrung zu ersparen und um nicht aktiv dazu beizutragen, dass er lernt, sein Verhalten bringt ihm nix. Als Trainerin hätte ich mir da von dir schlichtweg mehr Umsicht gewünscht.

In Antwort auf:
4) Ich habe nichts gegen Kritik. Wenn mir aber gesagt wird, daß man selbst seinen Hund fragen würde, ob er einen an der Waffel hätte, wenn er sich so verhielte, wie es Bens natürliches Verhalten nun einmal ist, dann empfinde ich das als verletzend.


"Man"? Oder konkret ich?

Da der Satz ja von mir kam: Wir hatten schon Debatten, die heftiger waren, insofern verbuch ich das jetzt mal unter "schlechter Tag". Bens "natürliches Verhalten" in diesem Fall ist leider nicht das, was ich toll finde und täte das mein Hund, so würd ich ihn tatsächlich fragen, ob er noch ganz richtig tickt. Mehr noch vor dem Hintergrund deiner obigen Erklärung, "der Berner löse in anderen Hunden etwas aus, das sie zur Aggression gegen ihn reizt" würde ich mich jedoch selber in den Hintern treten, wenn ich dann noch zuließe, dass mein Hund ihn angeht nur weil das "so natürlich ist". "Natürliches Verhalten" waren auch Bens Schnapper nach Menschen, gegen DIE hast du allerdings was getan und ich wette, dir wäre auch im Traum nicht eingefallen, das hier einzustellen, da ja "nichts passiert".

In Antwort auf:
8) Wenn hier wirklich jemand einen Fehler gemacht hat, dann ich, Eurer Meinung nach hätte ich nicht filmen, sondern Martin beschützen/schützen müssen vor meinem Untier Hund, und genau das werde ich demnächst beherzigen, indem ich solche Filme nicht mehr mache und nicht mehr einstelle.


Finde ich albern.

In Antwort auf:
Dabei geht es nicht um Kritik als solche, die ich nicht vertragen würde, sondern um die Art derselben. Es gibt eine Reihe von Leuten hier, die Ben persönlich kennen und wissen, wie aggressiv oder nicht aggressiv er ist. Ich erinnere mich nur an das Treffen mit Bandit, in dem nicht Ben es war, der provozierte. Da schrie niemand: Wie konntest Du das zulassen? Alle sagten: Na, die haben das unter sich geklärt, und das war okay so.


Falsch. Warnende und/oder zweifelnde Stimmen hast du allerdings damals gern überhört und weggewischt.

In Antwort auf:
In Bamberg war es Ki, der mit Ben aneinandergeriet, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, das jetzt schlimm oder kritikwürdig zu finden, die Hundejungs zeigten doch deutlich genug, daß sie die Sache im Griff und Respekt voreinander hatten. Auch mit Bennie ist Ben nicht immer nur lieb. Aber nicht, weil er pöbeln würde, sondern weil Herr Halbstark Bennie immer wieder mal versucht, zu gucken, ob er nicht vielleicht eine Schnitte bei Ben haben könnte. Deswegen würde ich nie sagen, daß Bennie spinnen würde, sondern immer sagen: Das gehört zum Hundeleben einfach dazu, wo ist das Problem?


Das Problem ist, dass es zweierlei Paar Schuhe sind, ob ein erwachsener Hund einen Halbstarken korrigiert oder ob derselbe erwachsene Hund auf einen calmenden Artgenossen losgeht und das als "völlig natürlich" empfunden wird. Und dass du in Bezug auf Ben kaum Kritik verträgst, sondern stets betonst, wie toll und wie souverän er ist. Was er in meinen Augen eben NICHT immer ist. Wobei ich betonen möchte, dass ich das auch gar nicht schlimm finde. Nur dich scheint die Kritik zu ärgern, da du dann bei Gegenwind die Diskussion abbrichst oder beleidigt erklärst, dass du nunmehr solche Dokumentationen nicht mehr einstellen wirst weil Kritiker "einen Sturm im Wasserglas einleiten". Was genau möchtest du? Dass wir dir alle stets und ständig huldigen? Das Ganze war hier mal als Austausch geplant. Im Moment tendiert es aber in eine Richtung, die mich seltsam berührt und die ich sehr, sehr schade finde.

FrauBine Offline



Beiträge: 3.919

25.02.2009 21:42
#20 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
Ich empfinde diese Diskussion, ehrlich gesagt, ein stückweit als Angriff auf mich bzw. auf Ben und finde das nicht sehr schön. Vielleicht bin ich damit jetzt sehr empfindlich, aber ich möchte so etwas auch mal sagen dürfen, wenn ich es halt so fühle. Sorry, wenn ich hier jemandes Gefühle verletzt habe, ich werde solche Sachen einfach nicht mehr anfangen und hoffe, daß wir solche Debatten dann auch nicht mehr führen müssen.


Wenn das so ist, finde ich es wirklich schade, Barbara. Ich empfand es wirklich so, wie ich es geschrieben habe: als eine spannende Diskussion. Das hat nichts mit einem Angriff auf dich oder Ben zu tun. Ich finde deinen Standpunkt ebenso interessant wie den von Schle, meinem Bauchgefühl nach tendiere ich eher zu ihrer Argumentation. Ist das schlimm? Find ich überhaupt nicht. Was ich schlimm fände, wäre, wenn man hier kein Wort der Kritik mehr äussern dürfte, weil das dann als "Sturm im Wasserglas" bezeichnet wird.

Bei jedem anderen, der ein solches Video einstellen würde, würde ebenso darüber diskutiert werden. Du selbst übst auch Kritik, wenn dir bei jemand anderem etwas auffällt, was du für nicht sinnvoll oder kritikwürdig im Umgang mit dem jeweiligen Hund findest. Und oft genug hast du völlig Recht damit, und es ergibt sich eine interessante und lehrreiche Diskussion, weil hier mittlerweile doch viele sehr fachkundige Menschen versammelt sind. Was ist schlimm daran, wenn nun einmal über ein von dir eingestelltes Video diskutiert wird? So schlimm, dass du ankündigst, künftig derartige Beiträge nicht mehr einzustellen?

Ich hab mich echt gespannt darauf gefreut, wie's hier weiter geht, weil gerade Hundebegegnungen ein Thema sind, das für mich sehr interessant ist und ich davon überzeugt war, dass das hier noch eine weitere fachliche Auseinandersetzung zu eben diesem Thema geben wird.

Jetzt aber auch noch was zum Thema von mir, weil du ja die Auseinandersetzung zwischen Ben und Bandit ins Spiel brachtest. Ja, Bandit hat damals sicher provoziert, war ja auch sein Terrain. Ben saß dabei allerdings nicht die weiße Fahne schwenkend in der Ecke, sondern stand sehr deutlich seinen "Mann", sonst wären wir mit Sicherheit schneller dazwischengegangen - na gut, ich eher nicht, ich konnte ja eher weniger gehen zu dem Zeitpunkt.

Und das ernsthaftere Aneinandergeraten im Wohnzimmer haben wir mit Sicherheit selbst verschuldet, weil beide zu wenig Ausweichmöglichkeiten hatten in dem Moment. Da hätte ich mich hinterher sehr gern selbst in den Hintern gebissen, weil wir es überhaupt so weit kommen liessen.

Dennoch war es im Ergebnis nicht wirklich schlimm, keiner hat bleibende Schäden davongetragen. Stolz bin ich darauf aber sicher nicht, es war das erste und bisher auch das letzte Mal, dass Bandit in eine "echte" Auseinandersetzung verwickelt war, da er sonst zwar durchaus provokant sein kann, echtem Streit aber überaus konsequent aus dem Weg geht.

Und wir haben danach insofern weiteren Schaden vermieden, als dass wir die beiden eben nicht mehr zusammen gelassen haben, um weiteren Streß zu vermeiden. Ob ich dennoch nochmal das Risiko eingehen würde, die beiden zusammenzulassen? Mag sein, auf neutralem Terrain - möglicherweise ja, je nach Tagesform und Eindruck, den die beiden an der Leine machen... und klar ist, dass in dem Moment niemand hundertprozentig voraussagen könnte, ob das auch wirklich gutgeht.

Was ich damit sagen will, ist: schlimm finde ich gar nicht unbedingt, wenn solche Situationen mal entstehen, denn ich kann von mir beileibe auch nicht behaupten, dass ich immer die situativ hundertprozentig richtige Entscheidung treffe. Und damit fand ich's auch überhaupt nicht schlimm, dass du diesen Film eingestellt hast. Schlimm fände ich nur, wenn wir darüber nun nicht diskutieren dürften, weil es du es als persönlichen Angriff empfindest.

Ich kann nur für mich sprechen, aber so war's definitiv nicht gemeint. Wenn es so angekommen ist, tut mir das leid.

LG,
Sabine


Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

25.02.2009 22:46
#21 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
Zusammengefaßt, und damit schließe ich das für mich ab, nicht, weil ich Diskussionen generell meiden will, sondern weil ich weder die Kraft dazu habe, noch einen Sinn in der weiteren Fortführung habe. Hätte ich gewußt, was der Film nach sich zieht, hätte ich ihn nicht eingestellt bzw. nicht gedreht. Es mag schwer sein, mir das zu glauben, aber ich hatte extra die Kamera mitgenommen, in der Hoffnung, eine solche Begegnung zu Vergleichszwecken einmal hierherstellen zu können, verbunden eben mit genau der Aussage: Das ist der Grund, aus dem ich sage, daß ich Ben immer im Auge haben und ihn gezielt führen muß, das ist es, was ich meine, wenn ich sage, Ben ist "grundaggressiv", und wenn er tausendmal mit 90% aller Artgenossen und mit mittlerweile 100% aller Menschen zurechtkommt. Ich hatte mich richtig gefreut, das einmal in einem absolut harmlosen Kontext eingefangen zu haben, verbunden mit dem 2. Film, der dann die Lösung einer solchen Dominanzaggression, denn nichts anderes ist meiner Meinung nach das, was Ben da zeigt, abbildet, nämlich das alternative Verhalten, meinen Hund nah bei mir auf mich zu konzentrieren und ihn für das erwünschte Verhalten zu bestätigen und zu belohnen.

Was hier jetzt entstanden ist, geht stellenweise derart unter die Gürtellinie, daß ich im Augenblick nur noch erschrocken den Kopf einziehen und mich fragen möchte, womit ich es verdient habe, daß man mir meine Berufung auf meine Ausbildung und das Wissen, das ich erworben habe und erwerbe, plötzlich als arrogant und Euch User als dumm darstellend vorwirft. Ich bin entsetzt darüber, daß das so ankommt und weiß gerade überhaupt nicht mehr, wie ich mich hier noch verhalten soll, und das macht mir richtig große Bauchschmerzen.

Es steht doch völlig außer Zweifel, daß Ben nach wie vor ein aggressiver Hund ist. Er ist und bleibt ein Hund, für den Aggression als Verhaltensstrategie nach wie vor auf der inneren "to-do-Liste" sehr weit oben steht, wobei ich mir nie anmaßen würde, hiermit ein Werturteil zu verbinden. Fakt ist: Ich kann an seiner Körpersprache erkennen, wann er sich wie verhalten wird und dementsprechend handeln, indem ich das gemeinsam erprobte alternative Verhalten abrufe.

Dabei maße ich mir jedoch nicht an, zu beurteilen, ob der eine oder andere Reiz seine Aggression zu Recht oder zu Unrecht auslösen bzw. ob er sie zu Recht oder zu Unrecht zeigt. Fakt ist: Ben geht auf bestimmte Hunde in bestimmten Situationen aggressiv zu, und das manchmal auch dann, wenn wir Menschen dafür keinen Grund erkennen können. Das heißt nicht, daß es keinen geben kann, worin auch immer er liegen kann. Es heißt nur, daß ich damit umgehen muß, und das tue ich auch, wie gesagt, mit dieser einen Ausnahme, die ich machte, um den Film zu drehen und mit Ausnahme der Situationen, in denen ein Artgenosse sich dem neben mir liegenden Ben ohne Leine und ohne abgerufen zu werden, nähert. Dann werde ich, und dazu stehe ich, die Leine IMMER fallen lassen, um den Hunden eine hundliche Kommunikation, wie immer die aussehen mag, zu ermöglichen. Ich gehe, beruhend auf meinen Erfahrungen, davon aus, daß Management-Versuche in Situationen, die sich bereits so zugespitzt haben, eher eskalierend wirken würden, während ich mich auf der anderen Seite darauf verlassen kann, daß Ben Artgenossen, die er dann vielleicht angeht, wie im Video auch deutlich zu erkennen ist, nicht beschädigt. Nach wie vor halte auch ich sein Verhalten für durchaus heftig, aber nicht für gefährlich oder hundlich total unnormal, daher verwahre ich mich gegen die Unterstellung, Ben hätte "einen an der Waffel". Man sieht in diesem Film sehr gut, daß die beiden Hunden in Sekundenbruchteilen wieder auseinander sind und Ben bei mir ist, wobei nachweislich keiner der Hunde irgendeinen Schaden genommen hat.

Den Umstand, daß Martin durch den Zaun in seinem Rücken einen zumindest nur eingeschränkt vorhandenen Meideraum hatte, hatte ich zugegebenermaßen im Moment der Begegnung nicht ausreichend berücksichtigt.

Vielleicht liege ich auch damit, daß ich trotzdem die ganze Sache als vergleichsweise harmlos einstufe, falsch. Klar, Martin tat mir situativ auch leid, aber mir, weil ich das Ganze nicht wirklich schlimm finden kann, zu unterstellen, daß ich grundlegend, wenn es um Ben geht, kritikunfähig bin, finde ich eine Nummer zu hart, und die entsprechenden Äußerungen verletzen mich.

Mir die Absicht zu unterstellen, hier Menschen als dumm darzustellen, weil er sich nicht oder nicht bei Ute B.-B. fortbildet, schmerzt nicht viel weniger. Ich denke, daß ich das Wissen, das ich über Seminare bei ihr, das Studium und weitere Seminare bei anderen Referenten in meiner Praxis und in meinem eigenen Forum anwende, ist legitim und logisch, es macht mir einfach Freude, hier fachlich fundierte Beiträge leisten zu können, meine persönliche Art und Weise ist so, ich bin schlicht begeistert, wenn ich lernen, wissenschaftlich arbeiten und auf Fragen fundierte Antworten bekomme, und genau das ist es, was ich mit Euch teilen möchte, wenn ich entsprechende Berichte oder Antworten auf Fragen zu bestimmten Hundeproblemen verfasse.

Mir das und eine arrogante und/oder belehrende Absicht, verbunden damit, kritikunfähig zu sein und stets mahnende Stimmen zu überhören bzw. zu übergehen, zu unterstellen, finde ich nicht sehr schön. Es trifft mich bis ins Mark und führt dazu, daß ich jetzt einfach nicht mehr weiß, wie ich mich überhaupt noch verhalten soll, was ich einstellen darf und was nicht, was ich schreiben darf und was nicht, was -um es mal in hundlichen Termini zu sagen- erwünschtes Verhalten ist und was nicht.

Daß darauf noch der Vorwurf folgt, ich hätte meinen Hund gezielt auf einen beschwichtigenden Hund "losgehen" lassen und meinen Trainerjob mißbraucht, ist mehr als nur das Tüpfelchen auf dem "i". Ich finde das beleidigend und unfair und fühle mich durch solche Äußerungen absolut nicht gesehen. Wer mich kennt, weiß, daß das das Allerletzte wäre, was ich je mit meinem oder einem anderen Hund täte, wäre ich nicht ganz sicher gewesen, daß keiner der Hunde Schaden nehmen wird, hätte ich das Video nie und nimmer gedreht.

Hinzu kommt, daß es einen Ausschnitt einer Begegnung zeigt. Niemand außer den direkt Beteiligten hat gesehen, was vorher war und was nachher, und daraus solche Vorwürfe abzuleiten, ohne mal danach zu gucken, wie ich mich sonst hier im Forum verhalten, was ich sage, was ich rüberbringe, auch in Bezug auf die tiefe Zuneigung, die ich nicht nur für meinen Hund und die Hunde, die ich trainiere, empfinde, löst in mir unbeschreibliche Traurigkeit und auch ein wenig Wut aus.

Ich hatte doch schon auf die erste Nachfrage darüber informiert, daß das Verhältnis zwischen Ben und Martin zwar von solchen "Keilereien" geprägt ist, beide jedoch bisher deutlich souveräner damit umgingen als ich diese Diskussion jetzt stellenweise empfinde. Ich hatte auch darüber informiert, daß Martin in anderen Situationen durchaus nicht weniger heftig mit Ben umgesprungen war, als der es jetzt umgekehrt tut, und wer genau hinguckt, sieht auch, daß Martin sich wehrt und Ben daraufhin sofort den Rückzug antritt.

Das und mein Verhalten in dem Moment, in dem er kommt, macht doch deutlich, daß Ben kein Hund ist, der einfach mal niedermacht und schon gar nicht einer, der von mir "mißbraucht" würde.

Wer seine bzw. unsere Geschichte hier verfolgt hat, weiß, daß ich mir seines Verhaltens sehr bewußt bin und alles dafür tue, ihm Lebensfreude und ein zufriedenes Dasein im Umgang mit Artgenossen wie mit Menschen zu ermöglichen. Ich kann kaum glauben, daß hier jemand auf die Idee kommt, es könnte anders sein, und ich bemühe mich gerade sehr, so überlegt wie möglich, aber auch so gefühlt, wie es gerade in mir ist, zu erklären, wie ich mich im Moment fühle, nämlich völlig zu Unrecht in der Luft zerrissen.

Ich möchte dabei betonen: Die Diskussion als solche und an der Sache ist für mich vollkommen in Ordnung. Ich habe aus ihr gelernt, daß meine Einschätzung der für mich offenkundig "astreinen" Dominanzaggression meines Hundes insoweit falsch ist, als daß ich ihn eben nicht zu 99, sondern zu 100 Prozent kontrollieren muß. Darüberhinaus habe ich erfahren, wie einige User hier über mich und mein Vorgehen in Bezug auf meine Ausbildung, die meines Hundes bzw. den Umgang mit ihm denken, das überrascht mich teilweise, gibt mir vor allem aber zu denken. Es ist eine wertvolle Erfahrung, und ich nehme zur Kenntnis, daß ich hier anscheinend stellenweise den Eindruck erwecke, kritikunfähig zu sein und meine Fachlichkeit aufzudrängen, wo sie nicht gewünscht ist. Damit muß ich jetzt erstmal fertig werden, wobei ich mich selbstverständlich dahingehend überprüfen werde, ob an dieser Kritik etwas dran ist oder nicht.

Schade finde ich, daß das Ziel, das ich mit meinen Beiträgen offenbar arrogant gewirkt und Empfindungen ausgelöst habe, die ich nicht auslösen wollte. Ebenso finde ich es schade, daß das einfache Einstellen eines Films jetzt mit sich bringt, daß ich traurig vor dem PC sitze und mich frage, ob es sein kann, daß ich offenbar mehr oder minder ständig über die Befindlichkeiten "meiner" User weggetrampelt bin, einfach dadurch, daß ich bin, wie ich bin und mich von meiner Hundebegeisterung vielleicht viel weiter habe tragen lassen, als es hier gewünscht war.

Es tut mir leid, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen kann und soll, mir laufen hier gerade die Tränen, und es geht mir absolut nicht mehr gut damit, was ich hier tue und anscheinend total fehl eingeschätzt habe. Wie ich das jetzt lösen kann bzw. soll, weiß ich nicht, aber sagen mußte ich das, was ich gesagt habe, jetzt, es geht mir eh schon beschissen genug damit, da will ich nicht noch mit meinen Gefühlen hinter dem Berg halten.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

FrauBine Offline



Beiträge: 3.919

25.02.2009 22:58
#22 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
Hallo Barbara,

dass es dir damit grad so schlecht geht, tut mir persönlich wirklich sehr leid. Ich kann wieder nur für mich sprechen, aber meine Absicht war das ganz sicher nicht, für mich war an der Sache - auch wenn meine Sicht tatsächlich eine andere war als die von dir anfänglich vertretene - einfach die fachliche Diskussion interessant und vielversprechend.

Einer fachlichen und sachlichen Diskussion sind allerdings auch Beiträge wie

In Antwort auf:

Geschockt darüber, das eine Trainerin für Dokumentationszwecke ihren eigenen Hund auf einen Beschwichtigenden Hund losgehen lässt.
Und bei aller Hochachtung vor deinem könne, liebe Elektra, aber deine Erklärungen kommen bei Leuten wie mir, nur wie ein „Rausreden“ vor.
Ich bin der Meinung das ein Trainer seinen Job nicht „Missbrauchen „ sollte für solche Projekte.


sicher nicht sehr zuträglich, denke ich.

LG,
Sabine
Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

25.02.2009 22:59
#23 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
Zitat von FrauBine
Ich kann wieder nur für mich sprechen, aber meine Absicht war das ganz sicher nicht, für mich war an der Sache lediglich die fachliche Diskussion interessant und vielversprechend.


Ich weiß. Danke.

edit: Sorry, ich hatte Deinen Beitrag, der jetzt vor meiner letzten längeren Antwort steht, noch nicht gelesen, war wohl irgendwie zeitgleich. Du hast Recht: Es wäre schade, wenn wir nicht diskutieren würden und/oder dürften, und ich will auch Kritik an mir oder meinem Verhalten nicht "abbiegen". Ich konnte und kann nur einige Äußerungen, die im Rahmen dieser Debatte gemacht wurden, nicht begreifen, und sie tun mir weh.

Deswegen möchte ich nicht auf fachlich fundierte Auseinandersetzungen verzichten, es liegt mir auch fern, zu kritisieren, weil ich kritisiert werde. Darum ging es hier wahrlich nicht, wenn ich diesen Eindruck erweckt habe, muß ich mich dafür tatsächlich entschuldigen.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

FrauBine Offline



Beiträge: 3.919

25.02.2009 23:31
#24 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
*seufz* Alles ein bisschen aus dem Ruder gelaufen hier.

Vielleicht sollten wir alle erstmal tief durchschnaufen... und die Kriegsbeile, die beim geschriebenen Wort manchmal einfach zu schnell zur Hand sind, als erste Amtshandlung mal wieder ganz tief einbuddeln.

Denn eines gilt ja hier immer und nach wie vor... keiner will seinen oder anderen Vierbeinern was Böses. Ganz im Gegenteil. Und ich unterstelle mal, das gilt prinzipiell auch für die dazugehörigen Zweibeiner.

LG,
Sabine
Schle Miel ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 23:37
#25 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten
Zitat von FrauBine
Vielleicht sollten wir alle erstmal tief durchschnaufen...

Denn eines gilt ja hier immer und nach wie vor... keiner will seinen oder anderen Vierbeinern was Böses. Ganz im Gegenteil. Und ich unterstelle mal, das gilt prinzipiell auch für die dazugehörigen Zweibeiner.


Dem möcht ich mich mal anschließen. Und den - im Moment leider etwas platten - Spruch anfügen: "Krise kann immer auch Chance sein".

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

25.02.2009 23:55
#26 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Ich hatte zwar kein Kriegsbeil draußen, aber ich hab zur Sicherheit mal eins verbuddelt, gleich neben der Kiste mit den neuen Benutzertiteln, in denen ich mein Heil jetzt wiederfand. :-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

FrauBine Offline



Beiträge: 3.919

25.02.2009 23:59
#27 RE: Hundebegegnung Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
... neben der Kiste mit den neuen Benutzertiteln, in denen ich mein Heil jetzt wiederfand. :-)


Womit das

Zitat von Schle Miel
"Krise kann immer auch Chance sein".


doch gleich mal aufs Schönste untermauert wäre.

LG,
Sabine

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