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Shanti



Beiträge: 7


25.07.2011 22:58
Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Seit Mitte April leben wir mit einem kastrierten 3jährigen Border Collie-Rüden aus dem Tierheim zusammen. Er stammt aus so einer amerikaneschen Show-Familien-Linie und kommt so tatsächlich ruhiger und nicht so extrem triebig rüber, wie die "richtigen". Aber natürlich bekommt man in wenigen Jahren nicht das, was über Jahrhunderte geformt wurde, aus den Huden raus. Der Hund wurde im Tierheim von einer Tierpsychologin als o.k. beurteilt und er machte auch wirklich einen super Eindruck. Obwohl wir Hundeanfänger sind, bekamen wir so den Hund, weil wir versprachen ihn geistig zu beschäftigen und eben auch in die Hundeschule zu gehen. Ich war zwar skeptisch, da mir die Problematik um diese Rasse bekannt war, aber er wirkte wirklich sehr "pflegeleicht" und freundlich und diese Leute haben ja eigentlich mehr Ahnung.

Wir dachten wirklich, wir holen uns den Traumhund ins Haus. Uns war bewusst, dass er viel Beschäftigung braucht und haben die letzten Monate wirklich viel mit ihm gearbeitet und uns natürlich auch Hilfe in einer Hundeschule geholt. So ist er auch wirklich ein total lieber gelehriger Hund, der Zuhause absolut unauffällig ist und super gut folgt. Die Vorbesitzerin hatte angegeben, dass er sehr dominant gegenüber Rüden sei und Fremden gegenüber "zurückhaltend". Nach dem er sich nun hier eingelebt hat, kommt leider ein Problem zum anderen. Obwohl er brav in unserer Nähe blieb, mussten wir ihn nach kurzer Zeit an die Schleppleine nehmen, weil er uns wilde Kaninchen "zutrieb". Nun machen wir "Beziehungsarbeit" mit Hilfe des Clickers. Bald darauf stellten sich auch immer wieder Probleme mit anderen Hunden (defensive Rüden) ein und an der Leine tickte er immer total aus. So bekamen wir den Rat, ihn immer abzulegen, wenn uns andere Hunde begegnen. Nach anfänglichen Problemen, fand er jedoch Gefallen daran, dass ich nun die Situation für ihn kläre und ihm eben nichts passiert. Inzwischen guckt er mich an, wenn er einen Hund sieht und legt sich sofort entspannt ab. Auch komme ich an kläffende Hunde in Gärten nun ganz gut vorbei. Da er auch zuvor schon immer mal Passanten anschnüffeln wollte und auch mal Leute plötzlich ansprang, wir auch keine Erwartungshaltung "da kommt ein Hund" aufbauen wollten, haben wir die Methode gleich bei Fußgängern, Nordik-Walkern, Joggern und Radfahrern angewandt. Es schien alles einen so guten Weg zu nehmen. Wir haben das Gefühl, dass er insgesamt ein ängstlicher Hund ist. Bei Gewitter zittert er am ganzen Leib und es fällt schwer, ihn nicht zu bemitleiden und das zu ignorieren. Auch Feuerwerk im Fernsehen, löst ähnliche Reaktionen aus. Auf Sylvester, falls wir das mit ihm überhaupt noch erleben, können wir uns also freuen.

Noch vor dem Training mit dem Ablegen, kam es zu einem sehr unschönen Zwischenfall. Als uns ein Mann mit einem mobilen Beatmungsgerät entgegen kam, atackierte er ihn massiv. Da der Angriff auf das Gerät zielte, nahm ich das noch nicht so ernst. Aber natürlich waren wir gewarnt und achteten fortan darauf, dass er immer andere Leute an der kurzen Leine passierte und waren besonders bei Leuten mit Taschen vorsichtig. Vor Kurzem hat er, als er mit meiner Tochter unterwegs war und sie mit einer Freundin am Wegrand saß, einen Nordig-Walker-Pärchen angegriffen. Da war ich schon alarmiert, wobei es meine Tochter sehr harmlos darstellte. Vor wenigen Tagen dann der Albtraum eines jeden Hundebesitzers. Er griff einen alten Mann an. Dieser hatte nichts in der Hand. Nur eine Umhängetasche auf dem Rücken. Ich hab zu spät reagier, als er wenige Meter vor mir anfing zu fixieren und er ließ sich nicht mehr abrufen. So zog ich ihn an der Leine zurück. Ich weiß nicht, ob es das war, was dann den totalen Supergau auslöste. Er rastete total aus und erwischte trotz meiner Bemühungen, den Mann noch an der Hose. Selbst als ich ihn an einem Zaun abgelegt und dort festgebunden habe, fing er sofort wieder an auszurasten, so bald der Mann sich bewegte. Dieser war glücklicherweise mit einem Kratzer davon gekommen und äußerst nette und verständnisvoll. Ich hoffte eigentlich, dass unser ruhiges freundliches Gespräch auch auf den Hund wirken würde. Aber dem war nicht so. Als wir dann nach Hause gingen, war er wieder der Alte. Allerdings nur bis abends, als ich mit ihm und meinem Mann spazieren ging. Dort kam uns ein junger Mann mit einer Jagdhündin entgegen. Diese setze er in weiterem Abstand ab, als er uns mit der Schleppleine sah und kam zu uns. Als er sich mit uns unterhielt schlenkerte er gedankenverloren einen Futterdummybeutel. Diesmal hatte ich den Hund rechtzeitig abgelegt und er lag in meinen Augen entspannt, bis eben der Futterbeutel geschlenkert wurde. Zack,war er dran und ich zog ihn erschrocken zurück. Die letzten Wochen hatte er das Ablegen und Bleib immer akzeptiert. So hatte er mich kalt erwischt. Er versuchte einen weiteren Angriff, kippte aber seitelich auf meinen Mann, der neben dem anderen stand zu, und biss zu! Glücklicherweise erwischte er nur das Handy in der Hosentasche. Mir ist auch klar, dass der Angriff nicht bewusst meinem Mann galt und er blind vor Raserei war. Aber diese Situation hat uns total geschockt. Nun haben wir eine Hundepsychologin, die auch mit dem Tierheim zusammenarbeitet angagiert. Morgen kommt sie zu uns, um die Situation zu beurteilen. Die letzten Tage war er wieder ganz normal (natürlich haben wir ihn nun besonders beobachtet, gut kurz gehalten nach dem Ablegen und auch immer lieber mit mehr Abstand). Weder Nordik-Walker oder Hunde konnten ihn schocken. Nur heute bei einem Mann in einem elektrischen Rollstuhl, blieb er nicht liegen. Ich konnte ihn, da er an einem Brückengeländer abgelegt war, aber vorne mit dem Knie zusätzlich sichern (also unter dem Kopf, als er hoch ging und er konnte so nicht nach vorne) Ausgesehen hat es, als wolle er in die Richtung schnuppern, aber wer weiß, wie es verlaufen wäre?

Wir haben ihn wirklich geistig beschäftigt. Haben in der Hundeschule mit longieren angefangen und viel Zeit mit Spaziergängen (dabei auch div. Training) mit ihm verbracht. Momentan bestimmt er wirklich unser Leben. Das war o.k und erwartet, denn schließlich dauert es, bis man sich zusammen findet. Aber diese Ereignisse machen mir große Angst und ich frag mich, ob wir ihm wirklich gerecht werden und die Richtigen für ihn sind. Wir möchten ja auch niemanden gefährden und eigentlich sollten ja auch unsere Kinder mit ihm Spazieren gehen können. Im Moment trauen wir uns das aber natürlich nicht. Er ist uns unheimlich ans Herz gewachsen und wir wollen uns nicht von ihm trennen. Aber mein Mann leidet sehr unter dem Vertrauensverlust und auch ich hab wirklich Angst, ob wir ihm helfen können.

Deswegen hoffe ich hier auf Tipps und einfach eine Schulter zum ausheulen. Vielleicht kann mir ja doch noch jemand Mut machen. Gerade angsaggressive Hunde sollen ja nicht einfach zu behandeln sein.

Mydog

Direktorin des Zwockel-Zirkus und bekennend geschirrsüchtig sowie Tante Lupa (Admin)

Beiträge: 36.941



27.07.2011 00:01
RE: Mich auch vorstellen möchte Zitat ·antworten

Herzlich willkommen auch von mir.

Ich hoffe sehr, daß wir Dir mit Deinen Problemen weiterhelfen und Dir Mut machen können.

Ganz spontan fällt mir erstmal eine Frage ein:
Du sagst, daß Ihr ihn wirklich geistig auslastet. Erzähl doch vielleicht mal womit, was Ihr so tut, welcher Art die Beschäftigung ist, wie lange Ihr mit ihm spazieren geht und all das.

Er ist erst recht kurz bei Euch und sehr, sehr viele Hunde werden am Anfang durch zu viele oder die falschen Aktivitäten auch völlig überfordert. Deswegen wäre es gut, wenn Du mal genauer beschreiben könntest, was Ihr so macht.




Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen
------------------------
Der ist nicht klein, der ist ein Hundekonzentrat. :o)

Marie

vorlauter Hase, der immer noch glaubt, eine Chance gegen Hexen-Igel mit der Geheimwaffe "Baby" zu haben

Beiträge: 3.607



27.07.2011 14:32
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Zitat von Shanti
Nach anfänglichen Problemen, fand er jedoch Gefallen daran, dass ich nun die Situation für ihn kläre und ihm eben nichts passiert. Inzwischen guckt er mich an, wenn er einen Hund sieht und legt sich sofort entspannt ab.



Hier möchte ich mal einwerfen, dass das doch ein toller Erfolg ist!!!

Liebe Grüße von Marie mit Coop[img]http://freesmileys.smiliesuche.de/hunde/hunde-smilies-0038.gif[/img]

[img]http://dl4.glitter-graphics.net/pub/935/935934lvnkef15j1.gif[/img]

~Manchmal sitze ich da und denke
und manchmal sitze ich einfach nur da.~

Skip


27.07.2011 14:48
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Das meine ich aber auch!!! Da wären viele hier zu Recht schon echt richtig stolz drauf (inklusive mir).
Ich meine, das ist doch ein Zeichen, daß ihr durchaus die richtigen Hundehalter seid!

Shanti



Beiträge: 7


27.07.2011 14:48
RE: Mich auch vorstellen möchte Zitat ·antworten

@Barbara/Elektra, leider kann ich nicht einmal auf Deine PN antworten. Deswegen über diesen Weg. Ich denke nicht, dass ein Foto Euch vor "falschen Leuten" schützen kann. Aber ich akzeptiere natürlich Eure Regeln und verstehe natürlich die Argumente. Auch habe ich in meinem Beitrag geschrieben, dass wir uns umgehend proffessionelle Hilfe gesucht haben und natürlich uns hier keiner diese ersetzen kann, ist klar. Aber ich hab hier nach Leuten gesucht, die mich verstehen und an deren Schulter ich mich mal ausheulen kann. Die mir evtl. ihre positiven Erlebnisse und Fortschritte als Hoffnungsschimmer geschilder hätten.

@ All, vielen Dank für die mutmachenden Worte. Gestern war die Trainerin 5 Stunden bei uns! Da sie den Hund schon vom Tierheim kannte, selbst schon ein "Auge auf ihn geworfen" hat, da er wirklich ein ganz niedlicher Schnuffel ist und sie natürlich verhindern möchte, dass wir ihn im schlimmsten Fall dorthin zurück bringen, habe ich den Eindruck legt sie sich besonders ins Zeug. Aber ich glaube auch so macht sie ihren Job einfach gern, gut und gründlich. Wir scheinen wir kein hoffnungloser Fall zu sein und endlich bekommen wir handfeste Tipps, um allgemein Probleme, die wir noch in der Erziehung/dem Umgang mit ihm haben anzugehen. Das tut wirklich gut und wir sind nun alle sehr positiv, dass wir mit viel Training, Konsequenz und Geduld ein gutes Team mit ihm werden und es schaffen sein im Grunde ja natürliches Verhalten in menschlich-sozialverträgliche Bahnen zu bringen.

Vorerst möchte ich deswegen sowieso mal gar nicht zu viel Infos zu div.Therapiemöglichkeiten, da ja die Vorgehensweisen je nach Trainer oft sehr unterschiedlich sein können. (mal mit Leckerli, mal konsequent ohne...). Das Konzept, das sie uns erklärt hat, klingt verständlich, für uns passend und wir hoffen, dass es uns bzw. unserem Hund hilft. Auch ist sie in unserem Raum sehr erfolgreich darin, Problemfällen wieder zu einem hundegerechten Leben und ihren Besitzern zu einem entspannteren Umgang mit ihnen zu helfen.

Auf jeden Fall vielen Dank an Euch. Es hat mir schon mal gut getan, meine Sorgen und Ängste bei Euch los zu werden.

Zitat von Mydog
Herzlich willkommen auch von mir.

Du sagst, daß Ihr ihn wirklich geistig auslastet. Erzähl doch vielleicht mal womit, was Ihr so tut, welcher Art die Beschäftigung ist, wie lange Ihr mit ihm spazieren geht und all das.

Er ist erst recht kurz bei Euch und sehr, sehr viele Hunde werden am Anfang durch zu viele oder die falschen Aktivitäten auch völlig überfordert. Deswegen wäre es gut, wenn Du mal genauer beschreiben könntest, was Ihr so macht.



Wir gehen morgens ca. 1 Stunde, abends meist deutlich mehr an unterschiedlichen Orten abwechselnd spazieren. Dabei wird auch immer mal etwas Schnüffelarbeit oder Grundgehorsamstraining mit eingebaut. Er ist also nicht die ganze Zeit sich an der Leine selbst überlassen. Aber unser Problem bisher war, dass ich ihn mit den div. Ratschlägen, die ich bekommen oder gelesen habe, nicht zum ausdauernden "bei Fuß" gehe bekommen habe, er sich zumindest anfangs immer "ausklinkt" und voran maschiert, so nach dem Motto, die hängen ja schon an der Leine. Trotz Blickkontakt-Training hab ich das nicht wirklich auf die Reihe bekommen und so ist klar, dass er dann schon mal mit der Führungsposition überfordert ist, da er vom Grunde ein ängstlicher Hund ist. Da hab ich ja nun endlich kompetente Tipps bekommen und wir werden sehen, ob das nun hilft und er lernt uns zu vertrauen, dass wir schon gut auf ihn aufpassen können und er das nicht machen muss.

Mittags beschäftigen die Kinder oder ich ihn mit Schnüffelarbeit, lernen ihm per Clicker Tricks oder machen etwas "Garten-Agillity". In der Hundeschule haben wir je einmal die Woche Obidience und einmal Longieren belegt. Zuhause versuchen wir kleine kurze Einheiten zu machen, da man ja aufhören soll, wenns am meisten Spass macht oder besten klappt. Laut Trainerin scheint aber vor allem das Agillity, aber auch das Longieren ihn zu sehr aufzupuschen. Er sich zu sehr hochzuschaukeln und deswegen "überdreht" er da. Wir werden nun erst einmal mehr ruhigere Übungen dafür verwenden, wie z. B. mehr das Apportieren zu fördern.

Marie

vorlauter Hase, der immer noch glaubt, eine Chance gegen Hexen-Igel mit der Geheimwaffe "Baby" zu haben

Beiträge: 3.607



27.07.2011 15:02
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Zitat von Huhna
Das meine ich aber auch!!! Da wären viele hier zu Recht schon echt richtig stolz drauf (inklusive mir).



...und mir...

Liebe Grüße von Marie mit Coop[img]http://freesmileys.smiliesuche.de/hunde/hunde-smilies-0038.gif[/img]

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und manchmal sitze ich einfach nur da.~

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



27.07.2011 15:21
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Du hast ja inzwischen in Deinem Vorstellungs-Thread nochmal geschrieben wo Eure Probleme liegen und wie ihr Euren Hund auslastet.

Du schreibst z.B.

Zitat
Aber unser Problem bisher war, dass ich ihn mit den div. Ratschlägen, die ich bekommen oder gelesen habe, nicht zum ausdauernden "bei Fuß" gehe bekommen habe, er sich zumindest anfangs immer "ausklinkt" und voran maschiert, so nach dem Motto, die hängen ja schon an der Leine. Trotz Blickkontakt-Training hab ich das nicht wirklich auf die Reihe bekommen und so ist klar, dass er dann schon mal mit der Führungsposition überfordert ist, da er vom Grunde ein ängstlicher Hund ist. Da hab ich ja nun endlich kompetente Tipps bekommen und wir werden sehen, ob das nun hilft und er lernt uns zu vertrauen, dass wir schon gut auf ihn aufpassen können und er das nicht machen muss.


Wenn ich das richtig gelesen habe, habt ihr den Hund seit April? Gerade ein Hund aus "2. Hand", der nicht von welpenbeinen auf bei seiner Familie ist, braucht deutlich mehr Zeit, um überhaupt erstmal anzukommen. Es gibt Hunde, die einen so hohen Erregungslevel haben, dass sie nach 3 Jahren noch nicht dauerhaft bei Fuss gehen können. Ich denke hier braucht es einfach deutlich mehr Zeit. Für den Kerl ist doch alles neu - sein Zuhause, die Umgebung. Gerade wenn ihr in wechselnden Gebieten spazieren geht und dann auch noch so lange am Stück. Ich bin anfangs auch dem Irrtum aufgesessen, dass der Hund vom ersten Tag an riesige Spaziergänge machen muss. Bei meinem 2. und 3. Hund habe ich den Fehler nicht mehr gemacht. Da gab es gerade die ersten 2 oder 3 Monate mehrmals am Tag kleine Spaziergänge mit 20 Minuten. Dazwischen viel Ruhe - der Hund muss doch erstmal Routine in sein Leben bekommen.

die Auslastung mit Tricks, Fährten usw. ist natürlich sehr löblich, aber m.E. viel zu viel. Auch Eure neue Trainierin hat ja erkannt, dass er bei manchen Sachen zu sehr hochdreht.

Ohne Euch zu kennen und ohne die Gesamtsituation wirklich beurteilen kann, denke ich dass eines auf jeden Fall hier richtig ist:
Gebt dem Hund und Euch deutlich mehr Zeit. Wenn man überlegt wie lange man selber braucht, z.B. nach einem Umzug in eine unbekannte Stadt, bis man sich eingelebt hat, seinen gewohnten Ablauf gefunden hat ect., kann man vielleicht auch etwas nachvollziehen, wie es einem solchen Hund gehen mag, dem man das Alles ja noch nciht mal erklären kann.
Meine Hunde haben alle ein Jahr gebraucht, um einigermaßen anzukommen. Nils ist jetzt 7 Monate bei mir und er steht noch extrem unter Streß in unbekannten Situationen.

Macht deutlich langsamer mit dem Kerl - er zeigt Euch schon von ganz alleine, wenn er soweit ist. Ganz bestimmt. Und ihr meint es ja wirklich nur gut mit dem Kerl, denn ihr macht Euch ja ganz viel Mühe. Aber ich glaube einen Gang runter zu schalten wird Euch allen guttun.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

DorisDrahthaar



Beiträge: 329



27.07.2011 18:20
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Hallo erstmal auch von uns aus Baden....

Ich habe alle deine Beiträge hier und in deinem Vorstellungs-Fred gelesen.
Möchte dir Mut machen und dir Geduld ans Herz legen, viel Geduld!
...Ich weiß wie schwer das ist, wir haben auch so einen Hund "ohne große" Probleme. ALTA war die ersten ca 4-6 Wochen ein Lamm, auch draußen Fremden gegenüber, das "einzige" Problem war ihr ochsenmäßiges Ziehen an der Leine...
Aber dann dann kams mit Macht...und wir sind noch immer am Arbeiten! Seit fast 2 Jahren!!! Und haben noch immer mit Rückschlägen zu kämpfen, sind noch immer nicht am Ziel, schon gar nicht bei einem "Fuß"laufenden Hund...
Wir haben am Anfang auch große Gänge gemacht um das "Zugpferd" auszulasten. Das war genau verkehrt...
Wenn du magst, kannst du unter *Alta´s Geschichte* dir einen Eindruck verschaffen, was wir so alles erlebt und bearbeitet haben...
Wir dachten auch, nach einem 1/4 Jahr müsste alles gut sein, Alta sich eingewöhnt haben - aber wie TanteHaHa geschrieben hat,kann dieses "Ankommen" sehr lange dauern...
Noch ne Bemerkung von TanteHaHa ...schaltet nen Gang runter, das wird euch allen gut tun... (sinngemäßes Zitieren) - dem kann ich nur zustimmen...

Grüßle von Doris mit ALTA
und stets BRANCO im Herzen

-------------------------

Übe dich auch in Dingen, an denen du verzweifelst.
Mark Aurel,röm.Kaiser (161-180)

SteFi



Beiträge: 1.247


27.07.2011 20:53
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Zitat von Tante_Haha

die Auslastung mit Tricks, Fährten usw. ist natürlich sehr löblich, aber m.E. viel zu viel. Auch Eure neue Trainierin hat ja erkannt, dass er bei manchen Sachen zu sehr hochdreht...

...Macht deutlich langsamer mit dem Kerl



Ich kann den Beitrag für Fibs mit einem klaren Jein kommentieren

Ich habe mit Fibs hier einen Hund, der sehr gerne arbeitet (wie es euer Border vermutlich auch tut) und daher hab ich auch am Anfang auch viel zu viel verschiedenes gemacht (Futterbeutelarbeit, Stöbersuche, ZOS (Zielobjeksuche), Unterordnungstraining, Tricksen,...). Durch Tipps habe ich dann die Formel: „weniger ist mehr“ versucht und dabei nicht nur die meisten Auslastungsarten, sonder auch deren Zeit stark gekürzt. Dadurch zeigte Fibs zwar weniger Stresssignale draußen, aber die Auslastung fehlte und sie wurde im Haus hektisch und nutze jeden Freilauf um erst einmal einfach nur zu Rennen (ohne ansprechbar zu sein). Mir würde dann klar, der Hund braucht das Laufen, um Stress abzubauen (-> daher Longieren) und will auch mit mir etwas "erarbeiten" (-> daher Nasenarbeit). Seit dieser Erkenntnis versuche ich mich auf diese zwei Sachen zu konzentrieren. Wir machen eigentlich jeden Tag eines von beiden und seitdem werden Wiesen viel häufiger nur zum Schnuppern genutzt und nicht nur als Rennbahn mit mir als Zaungast.

Nebennbei machen wir lange Spaziergänge, ABER auf bekannten Wegen. Viele verschieden oder fremde Orte puschen Fibs hoch und lassen sie beim Spaziergehen nicht wirklich entspannen.

Was ich dir sagen will: Weniger ist mehr, hat uns nur in Bezug auf neue Reize/Orte/Situationen geholfen, nicht auf Reduzierung des Gesamtprogramms. Geistiges und körperliches Auspowern an bekannten Orten und bei bekannten Sachen war absolut notwendig.

Noch kurz meine Meinung zum Thema: Longieren ist nicht nur Laufen und Hochschaukeln!
Ich halte diese Arte der Beschäftigung bei eine Border für ideal.
Bei uns darf nur ein ruhiger Hund zum Kreis, dann gibt’s zu Beginn 2-3 schnelle Runden und dann wird wieder ruhig gearbeitet. Fibs muss dann beispielsweise mal zwei Runden im Schritt gehen, was ihr unheimlich schwer fällt. Dann kommen Richtungswechsel, Sitz, Platz, und Steh hinzu. Gerade Geschwindigkeitswechsel führen dazu, dass sie sich sehr an mir orientiert. Zudem bauen wir Übungsgeräte aus der menschlichen Physiotherapie ein oder andere Geschicklichkeitsgeräte (zum Beispiel Leiter in 10 cm Höhe, Trampolin, Balancebretter...). Da muss ein Hund langsam und genau arbeiten und sich konzentrieren. Vielleicht könnt ihr das bei eurer Longiergruppe ja auch versuchen.

Ich drück euch die Daumen , dass ihr mit der Hilfe der Hundepsychologin neue Hoffnung bekommt und sie euch einen guten Weg aufzeigt.

Liebe Grüße
Steffi und Fibsl

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.550



27.07.2011 23:24
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Auch wenn Du keine Therapie-Tips möchtest, erlaube mir bitte einen Hinweis: Das, was Du an Programm, aber auch Anforderungen an einen Hund, der noch kein Vierteljahr bei Euch ist, beschreibst, klingt nach einem "viel zuviel". Ich würde da unbedingt drei Gänge zurückschalten, laßt ihn doch erstmal EINEN Weg kennenlernen, gehe erstmal nur wenige Schritte bei Fuß mit ihm, mache Obedience ODER Longieren, aber nicht beides und ersetzt nicht das eine, das Ihr zugunsten von mehr Ruhe aufgebt, gleich wieder durch etwas Neues.

Ich habe bei meinen Hunden nach Ben, bei dem ich viele dieser Fehler, vor allem den, uns viel zu sehr unter Druck zu setzen, gemacht habe, in den ersten Wochen ausschließlich freiwillig erwünschtes Verhalten geclickert, um Beziehung und Vertrauen aufzubauen und ansonsten sehr viel auf gemeinsame Kuschelzeiten und darauf, daß sie soviel schlafen konnten wie sie wollten und brauchten, gesetzt. Und aus allen "ist was geworden", würde ich sagen, und jeder, der uns kennt, wird Dir bestätigen, daß alle Jungs mir vertrauen und ausgesprochen ordentlich im Gehorsam stehen.

Ich weiß ja nicht, ob Du zu sowas neigst, aber was Du erzählst, klingt ein bißchen nach einem starken Perfektionsstreben und eben auch danach, daß Du nicht nur den Hund, sondern auch Dich selbst viel zu sehr unter Druck setzt.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Ritter Parcifal und Prince Maddox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

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"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

Petrella

wo für Schafe die goldene Regel "nur gucken, nicht knabbern" gilt

Beiträge: 3.359



27.07.2011 23:37
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten


Ich habe auch viele Monate "zu viel des Guten" für meinen Hund (und auch mich) gewollt.
Fahre inzwischen nach Tipps von ausgemachten Fachfrauen (eine reitet auf einem Besen ) und parallelem Bauchgrummeln das Programm "weniger ist mehr".
Und meine Ella dankt es mir.
Das kann ich dir also auch nur sehr ans Herz legen. Vertreuensarbeit braucht Zeit und eine gewisse "Zweisamkeit". Späte ist immer noch jede Menge Zeit für "Gruppenevents".

Viee Sapß mit deinem Border.
Güße aus München
Petra + Ella

Das Leben ist Ansichtssache.
(unbekannte Quelle)

Kafrauke

Amazone ohne Nudelholz und Leidensfähigkeit, jetzt mit neuer Frisur

Beiträge: 7.324



28.07.2011 08:13
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Hallo,
ich bin auch neu hier und sehr begeistert,wie freundlich alle sind und finde auch du hast das wichtigste schon gesagt bekommen.
Ich möchte anmerken,dass ich eure bisherigen Erfolge sehr gut finde und das ihr schon stolz auf euch sein könnt.
Und was deinen Mann angeht,ich weiss ,dass es ein sehr schlimmer Moment ist ,wenn der eigene Hund einen beisst.
Ich finde da sollte man sich bloss immer vor Augen führen,dass man es halt mit einem Tier zu tun hat,das möglicherweise wirklich grosse Angt/Stress hat.
Ähnlich,als wenn man als Mensch einen Zug auf sich zurasen sieht oder auf einen Abhang zurennt.
Da sollte man schnell drüber hinwegsehen und darauf achten,dass sowas nicht wieder passiert.

Ich finde übriegens,vor allem auch wenn man selber unsicher ist,wie der Hund sich verhalten wird,ist ein Maulkorb(natürlich mit entsprechender Gewöhnung) eine grosse Hilfe und verhindert häufig Sachen wie panisches Leineverkürzen,in brenzligen Situationen.

Einfacher als Bei-Fuss-gehen ist für meinen Hund übrigens Hinterm-Fuss-gehen.
Die meisten Hunde lernen das sehr schnell und halten sich wesentlich besser daran,d.h. warten bis zur Auflösung(laufen lassen,was dann auch gleich die Belohnung ist)
Ich denke diese Variante ist für Hunde irgendwie Stressfreier und nachvollziehbarer.
Einen nicht scheuen Hund kann man einfach mit dem Körper blockieren(natürlich nicht,wenn man damit Angst hervorruft)

Ich wünsche euch nochviel Erfolg und vor allem Freude an eurem Hund.

Liebe Grüsse Ines



Wenn ich -grundsätzlich- aversiv mit meinem Hund trainiere, dann macht das auch was mit mir - und nichts was auf OMMMM endet.


Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

Barb_Nord

mit schafehütendem, Haus- und Hof beschützendem und doch hochgradig autonomem Karnickeljäger

Beiträge: 184



28.07.2011 12:13
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Sehr Vieles was Du schreibst kommt mir bekannt vor - aber das ist bei diesem Forum ja auch kein Wunder.

Ich habe als Hundeanfänger der "alles richtig machen wollte" meinen Hund am Anfang auch überfordert. Für mich war es hilfreich, ihn an einen Beißkorb zu gewöhnen um mich selbst in schwierigen Situationen besser entspannen zu können. Ebenfalls war es hilfreich, mich nicht mehr ständig für das Fehlverhalten meines Hundes zu schämen, weil mich diese Gefühle (Scham, Schreck, Angst, Traurigkeit, Enttäuschung) selbst stark blockieren.

(Beißkörbe gibt es übrigens im Windhundbedarf auch in bunt/Kunststoff - die sehen dann nicht gleich so martialisch aus.)

Es hat bei uns auch eine Weile gedauert, bis ich die Balance zwischen "genug" und "zu viel" Bewegung gefunden hatte. Ich weiß, daß es schwer ist, sich die Zeit zu lassen. Denn zwischen dem Start und dem Erreichen des Ziels können sehr viele unangenehme Dinge passieren.

Patentrezepte kann ich nun wirklich nicht bieten - aber Mitgefühl.


Ich drücke Euch die Daumen, daß Ihr - auch mit Hilfe dieses Forums - einen guten Weg findet!

(edit) Noch eine Frage: wie alt (groß, schwer) sind Eure Kinder?

~~~~~~~~~~~~~~
Gruß, Barb.

Aruna

stündlich IQ-Punkte einbüssende Hausfrau mit Gesangsdiplom, die alles tut, um Männergehirne nicht unnötig zum unkontrollierten Rotieren zu bringen

Beiträge: 31



28.07.2011 13:03
RE: Mich auch vorstellen möchte Zitat ·antworten

Shanti, ich hatte bis letztes Jahr im April einen Border-Retriever-Mix, der aus gutem Grund auf Männer ähnlich reagierte. Kennst Du den Text von Rolf Franck über den "Problemhund Border Collie"? (Edit Admin: Text entfernt, bitte fremdes geistiges Eigentum nicht ohne Rücksprache hier einstellen, danke.)

Ich habe diesen Text gelesen und meinen Border-Mix in allen Punkten wiedererkannt! Jede negative Erfahrung wurde sofort fest im Langzeitgedächtnis verankert und war nur schwer wieder umkehrbar. Er war ein wunderschöner, sehr intelligenter Hund, der mit soviel Begeisterung lernte, daß wir ein neues Kommando in 2 Minuten drauf hatten.

Bei meinem Marlon war es so, daß er mehrere Male als ganz junger Hund beim Spazierengehen völlig grundlos (!!!) von Fremden mit Reizgas eingesprüht, bzw. geschlagen wurde. Das letzte Erlebnis dieser Art war selbst für mich traumatisch. Da schlug ein Fremder mit seinem Schirm dem Hund dermaßen feste auf den Kopf, daß ich dachte, mein Hund fällt auf der Stelle tot um! Grund: Der ebenfalls große Hund des Fremden und meiner hatten es gewagt, sich kurz freundlich zu beschnüffeln!

Marlon konnte fortan keine fremden, dunkel angezogenen Männer mehr leiden und sprang schon auf 50m Entfernung kläffend mit gesträubtem Nacken in die Leine. Ich dachte damals noch, ich krieg das wieder in den Griff, aber viele verschiedene, meist unerbetene Ratschläge anderer HH, sowie die Tatsache, daß es nicht besser, sondern immer schlimmer wurde und sich bald auf alle fremden Menschen ausweitete, belehrten mich eines besseren. Zu meinem allergrößten Glück empfahl mir mein Tierarzt eine Hundeschule. (Edit Admin: Namen und Link entfernt, solche Dinge bitte nicht ohne Rücksprache einstellen und die Forumsregeln beachten, danke.)

Mit deren Hilfe lernte ich, meinen Hund zu lesen und durch Distanzabbau und positive Erfahrungen mit möglichst vielen Männern das in den Griff zu kriegen. Marlon hat niemals verallgemeinert, er blieb bis an sein lebensende extrem mißtrauisch allen Fremden gegenüber, aber er verhielt sich absolut ruhig unterwegs udn ich konnte ihn problemlos frei laufen lassen, da er aufs Wort gehorchte und fremden Menschen großräumig aus dem Weg ging.

~~~Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
(Maxim Gorki)~~~

Shanti



Beiträge: 7


28.07.2011 21:31
RE: Unsere Probleme und Fragen Zitat ·antworten

Ah, jetzt gehts doch mit anworten. Vielen Dank Elektra, für Dein Entgegenkommen und Euch allen für Eure ausführlichen Antworten.

Ja, ich neige zum Perfektionismus. Aber ich sehe jetzt auch ein, dass ich sowohl im Tierheim als auch der Hundeschule falsch beraten wurde. Hätte da jemand mir das gesagt, was ihr ja fast einstimmig geschrieben habt, hätten wir vielleicht weniger Probleme. Schon im Tierheim wurde betont, wie wichtig Hundeschule und Beschäftigung sind. Keiner sagte, konzentriert Euch erst einmal auf eine Sache, lasst es langsam angehen. Um die Bedürfnisse zu erfüllen, strengten wir uns deswegen so an und machten anscheinend damit wirklich einiges falsch. Mein Mann hatte ja Angst, dass er Probleme macht, weil wir ihn unterfordert hätten und ihm eben nicht gerecht werden können. Ich dachte schon, dass normales Gassi morgens und abends erst einmal o.k. und mittags etwas Kopfarbeit oder eben beim Gassigehen. Auch in der Hundeschule, hab ich immer gemeint, ich möchte mich lieber erst auf eine Baustelle konzentrieren und nicht zu viel auf einmal. Aber dann hieß es immer "Border Collie" Mal wieder so eine Situation, wo man besser auf sein Bauchgefühl hören sollte. Glaubt mir, ich wollte nicht den "perfekten Hund" mit meinem Perfektionissmus, sondern wirklich nur das Beste für ihn. Denn das hat er wirklich verdient.

Aber mir war schon bewusst, dass der Hund einige Zeit und Geduld braucht um sich einzuleben und mir war auch klar, dass es da durchaus zu Schwierigkeiten kommen kann. Deswegen ja auch der Schulbesuch in der Hoffnung, dort dann immer "geholfen zu bekommen". Ich bin sehr froh, dass ihr der gleichen Meinung wie die Therapeutin seit und ich damit nun den richtigen Schritt gegangen bin.

Zum Spazierengehen: Es ist nicht so, dass wir ständig wechseln. Wir haben im Grund 3 Routen, die wir gehen und die er inzwischen gut kennt. Zuhause hat er viel Ruhezeit und beschmust wird er vermutlich fast zu viel.

@Stefi: Longieren: So wie Du es beschreibst, wird es bei uns auch gemacht. Aber die Trainerin wollte mehr "Spannung" reinbringen und forderte uns auf ihn mehr zu "puschen". Dabei war das Laufen, Richtung wechseln usw bei ihm nicht das Problem. Das erkannte sie dann auch und fing eben dann an mehr Sitz und Platz einzubauen. Dabei kam es dann zu Problemen, dass er schon so heiß auf das Laufen war, dass er dastand, mir in die Augen sah und meinen Befehl ignorierte, wenn ich Platz oder Sitz verlangte. Er war total unter Spannung. Bei uns ist es schon so, dass die Hunde ruhig an den Kreis gehen. So macht er es auch. Aber so bald er dann dort steht, ist er schon in so einer hohen Erwartungshaltung, dass eben außer dem Laufen und Richtungswechsel plötzlich nichts mehr ging. Die Stunden davor hatte es aber noch geklappt, z. B. dass er sitzt und andere Hunde (Hündinnen) vorbeilaufen. Aber eben dann plötzlich nicht mehr. Für ihn hieß Longierkreis-->Laufen und schon war er einfach zu hoch gepuscht, obwohl er stocksteif stand. Wenn es dann hieß ich "muss es durchsetzen" geriet er meiner Meinung nach unter Stress, vermied den Blick usw. Ich dachte auch, dass es eigentlich das perfekte Training für einen Hütehund ist, da es ja sehr der Hütearbeit ähnelt. Aber im Moment werden wir es nicht mehr machen und dann wird die Verhaltens-Trainerin sich die Sache ansehen und entscheiden. Wenn nicht werden wir wirklich mehr auf Nasenarbeit und ruhigere Kopfarbeit umsteigen.

@ Aruna, wow, da bekomme ich wirklich auch Gänsehaut. Natürlich kenne ich: "Border Collie zwischen Genie und Wahnsinn" und musste die letzten Tage an diesen Spruch denken. Aber diese Beschreibung trifft wirklich den Nagel auf den Kopf und ich dachte wirklich, wir hätten eher eine "mäßigere Form" der Rasse. Aber selbst die Angst vor Gewitter hat er. Ich denke auch, dass er auf dem Hof, auf dem er lebte, nicht gut sozialisiert wurde. Wenig Menschenkontakte hatte und ja auch einer Frau gehörte. Ich glaube nicht mal, dass er Negativerlebnisse hatte (oder doch,weil er mal schon früher einen Mann angegriffen hat und der sich zur Wehr setzte?) Er reagiert ja auch nicht auf alle Männer. Meinen hat er im Tierheim sogar freundlich begrüßt. Aber er kannte anscheinend keine Straßen, als Grenze. Lief lustig drauflos bzw. sprang überraschend wegen einem Kaffeebecher auf die Straße. Auch seine Ängstlichkeit wird in dem Text gut beschrieben. Genau so ist er. Da er kein Welpe mehr ist, hoffe ich, dass man da mit dem richtigen Training, doch noch ihm etwas helfen kann. Vielen Dank, für den interessanten Text!

Auf jeden Fall hab ich das Gefühl, dass das Beifußgehen, jetzt "erzwungen" an kurzer Leine zusammen mit dem Blick-Bestätigen, das ich ja schon zuvor gemacht habe, jetzt schon eine Veränderung zeigt. Wenn wir als Puffer zwischen Jogger und Co. gehen, können wir ohne Hinlegen normal mit fast keiner Reaktion vorbei gehen. An der Hundeschule vorbei, wo gerade ausgerechnet noch Longieren war, wendete ich den eine Schritt zurück-Technik an, wenn er fixierte. O.k. es dauerte einige Aktionen, bis wir vorbei waren. Aber er ging letztendlich ganz ruhig und ich komentarlos nur mit Körpersprache, daran vorbei. Ich war ganz stolz. Auch bei ihm hatte man das Gefühl, dass er als er vorbei war mich begeistert an sah. Zuhause im Garten, lief er nicht wie sonst gleich los, sondern blieb obwohl er laufen durfte bei uns und suchte Blickkontakt. Auch gestern als wir ihn an die Schleppleine legten, um wie abgesprochen ihm zwischendruch erlaubt mal auf der Wiese stöbern zu lassen, war er mehr bei uns, als das "Gassi" nach der Arbeit richtig auszunutzen. Wirklich erstaunlich.

Ich denke schon das "Beifußgehen" gibt ihm letztendlich Sicherheit, dass ich die Sachen regeln kann. Heute war auch zwischendurch die Leine richtig locker und er schien sich freiwillig darauf einzulassen. Das ist halt das Schöne, dass er so leicht lernt.

Vielen Dank an Euch allen. Ihr seid wirklich eine tolle Truppe und es ist schön, sich verstanden zu fühlen. Jetzt seh ich auf jeden Fall gelassener und entspannter in die Zukunft.

Ach ja eine Frage: Wie arbeitet ihr? Mit oder ohne Leckerchen? Womit habt ihr die besten Erfahrungen gemacht? Die Meinungen gehen da ja sehr auseinander. Ich hab manchmal das Problem, dass unser Schlaumeier, auch wenn wir darauf achten erst in die Tasche zu greifen, wenn er das richtige Verhalten gezeigt hat, ja genau weiß, wenn wir Leckereien dabei haben und dass eben eine Belohnung winkt. Er hat uns ja auch unser "Komm"-Training ausgehebelt. Wir ließen ihn, damit er auch mal laufen kann, mit dem "Komm" zwischen uns hin- und herlaufen. Das machte ihn viel Spass. Dann sollten wir ja noch den "Hier"-Befehl mit superleckerlie einführen, damit man ihn mit viel Glück aus schwierigen Situation sofort abrufen kann. Das hat auch super gut geklappt und sitzt auch heute noch gut. Nur haben wir den Fehler gemacht, das "hier" zwischen das normale "komm" ab und an einzubauen. Der Schlaumeier, da bin ich mir sicher, fing bald an zwischen uns locker entspannt im Kreis zu laufen, mal hier zu schnüffeln, mal da um ein "Hier" zu provozieren. Denn Fleischwurst ist ja leckerer wie Trockenfutter. Das egal, auf welchem "Laufplatz" wir es übten. So habe ich auch manchmal das Gefühl, dass die Leckerchen mehr zwischen uns stehen, als die echte Beziehung zu fördern. Würde mich mal interessieren, wie ihr das seht und handhabt.

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