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Dieses Thema hat 19 Antworten
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QuoVadis

weiß mit pubertierendem durchgeknalltem Mali mit Schäferhund-Exterieur, was Geduld heißt und hütet den wohl tollpatschigsten und knuffeligsten Holländer seit es Herder gibt

Beiträge: 3.201



13.07.2010 22:01
Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Kennt das jemand?

In bekanntem Gelände klappt es hervoragend mit der Erziehung, in fremden Gelände muss ich jedes Mal von vorne anfangen. Da ist er sowas von abgelenkt und überhaupt nicht ansprechbar und hängt nur in der Leine.
Ein ähnliches Problem habe ich mit "Bring", in der Wohnung und auf Arbeit in der Hütte, oder draussen an der Schlepp - klappt super. Aber wehe, die Leine ist ab, dann hat er seine Beute und tschüss.
Das kenne ich nun von den Vorgängerhunden so überhaupt nicht.
Zuhause geübt, draussen 2-3 mal abgesichert wiederholt, dann hat es hingehauen.

Bin für alle Tipps dankbar.

Habe nächste Woche ein paar freie Tage und möchte mit ihm in den Tierpark, mal sehen, ob wir einen Vormittag schaffen, oder ob ich nach einer Stunde schon fix und fertig bin.


__________________________________________________
Gruß
Hanne

Erfolg ist die Fähigkeit,von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren. Winston Churchill

stoppel



Beiträge: 8.461


13.07.2010 22:32
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat von QuoVadis

Zuhause geübt, draussen 2-3 mal abgesichert wiederholt, dann hat es hingehauen.


Das kenne ich nun von Richy wirklich nicht.
Er kann etwas da, wo wir geübt haben und unter den Bedingungen, die genau dort herrschen.
Das 'hinten' habe ich erst auf einem Feldweg geübt, dann auf anderen FELDWEGEN, dann auf kleinen Straßen, usw. Wenn es kurz vorher an bekanntem Ort abgerufen wird, geht es auch später woanders.

Bei Five scheint aber nicht das Generalisieren das Problem zu sein, sondern die Ablenkung durch die unbekannte Umgebung ist zu groß. Ich nehme an, du wirst erstmal seine Aufmerksamkeit für eine Weile auf dich beziehen, bevor du die Signale gibst. So lange er in der Leine hängt, würde ich genau das nicht machen, was er möchte, nämlich weiter kommen.

Zum 'Bring'-Problem: Den Unterschied zwischen Schleppe und Leine ab, kenne ich von Richy auch!
Ich habe ihn dann überlistet, indem ich eine alte Leine abgeschnitten habe und ein Stück baumelte dann weiterhin. jwar für ihn wie Schleppe dran.

Vielleicht hilft es, wenn ihr 'fremde Umgebung' in kleinen Dosen übt. Der Tierpark scheint mir da schon das Mammutprogramm zu sein, wo nicht nur du, sondern auch Five nachher fertig ist. Öfter, aber kurz und nicht ganz so aufregend scheint mir erfolgversprechender.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

soffie

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee

Beiträge: 6.337



13.07.2010 22:49
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Hallo Hanne,
das fremdes Gelände für Hunde besonders interessiert ist ja ganz normal, aber was tust du um Five auf dich zu konzentrieren, wenn ihr startet.
Wie hast du das Apportieren aufgebaut und kommt es oft vor, daß du Five eine Beute einfach wegnimmst und nichts zum Tauschen anbietest? Wie oft darf/ muss Five apportieren?

Ich denke deine Probleme haben nichts mit generalisieren zu tun, sondern im 1. Fall hat der Kerl zu viel Ablenkung, die ihn fordert und das Apportierproblem ist eigentlich (ganzvorsichtigsag) nur ein falscher Aufbau.

Zu Fives ansprechbarkeit in fremden Gelände fällt mir meine erste Begegnung mit einem Herderein.
Ich dachte damals es wäre ein gestromter Mali.
Ich war als Zuschauerin beim Vortraining zu einem Pokalwettkampf, als eine junge Frau auf das Gelände gefahren kam, ihre Herder aus dem Wagen liess und Beide ( 6 Monate und 4 Jahre) waren so auf sie konzentriert, daß es eine Freude war ihnen zuzuschauen.

Liebe Grüsse
Kerstin

-------------------------------------------------
Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

soffie

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee

Beiträge: 6.337



13.07.2010 22:53
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat
Vielleicht hilft es, wenn ihr 'fremde Umgebung' in kleinen Dosen übt.


Zustimm.
Tu euch den Tierpark ( noch) nicht an.

Liebe Grüsse
Kerstin

-------------------------------------------------
Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

QuoVadis

weiß mit pubertierendem durchgeknalltem Mali mit Schäferhund-Exterieur, was Geduld heißt und hütet den wohl tollpatschigsten und knuffeligsten Holländer seit es Herder gibt

Beiträge: 3.201



14.07.2010 00:15
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat
Vielleicht hilft es, wenn ihr 'fremde Umgebung' in kleinen Dosen übt.



Bin ich ja schon seit 1,5 Jahren bei. Ist ja nun nicht so, das ich von heute auf morgen mit einem Hund, der gar nichts kennt, auf den Jahrmarkt gehe.
Komisch ist, wenn er das Gelände kennt, bringt ihn überhaupt nichts aus der Ruhe.
Die vergangenen Wochen, mit hupenden Autos, Vuvuzelas, Menschen mit komischen schwarz-rot-goldenen Kopfbedeckungen oder wedelnden Fahnen, nichts hat ihn von unseren Übungen abgelenkt.

Wenn wir in fremden Gelände losgehen läuft es von mir aus wie in bekanntem auch, ich versuche ein paar Aufmerksamkeitsübungen, wenn er zieht, bleibe ich stehen oder wechsle die Richtung.
Deshalb kommen wir nur äußerst schwerfällig voran.

Zitat
Wie hast du das Apportieren aufgebaut und kommt es oft vor, daß du Five eine Beute einfach wegnimmst und nichts zum Tauschen anbietest? Wie oft darf/ muss Five apportieren?



Bis dato hat er immer was zum tauschen bekommen. Zu Hause ist er auch mit Feuereifer dabei, könnte er den ganzen Tag machen. Wenn ich aufhöre, bringt er mir bestimmt noch 10 Min. lang irgendwelche Sachen.

Zitat
Ich dachte damals es wäre ein gestromter Mali.
Ich war als Zuschauerin beim Vortraining zu einem Pokalwettkampf, als eine junge Frau auf das Gelände gefahren kam, ihre Herder aus dem Wagen liess und Beide ( 6 Monate und 4 Jahre) waren so auf sie konzentriert, daß es eine Freude war ihnen zuzuschauen



Solche Herder kenne ich auch! Deshalb unter anderem die Entscheidung, einen anzuschaffen.
Auch weil mir gesagt wurde, sie seien nicht so nervig wie Malis.
Haben uns gute zwei Jahre informiert, was nicht unbedingt davor schützt, die Ausnahme unter den Hunden zu erwischen, die die Regel bestätigt.

War schon bei einer Verhaltenstherapeutin, die war der Meinung, er wäre isoliert aufgewachsen.
Was nicht stimmt, er hatte sechs Geschwister, ist mit Vater und Mutter, mit Katzen und Kindern, in der Familie in Haus und Garten groß geworden.
Mit zehn Wochen war er sowas von ruhig und souverän, die Probleme begannen mit der Pupertät.

Schilddrüse ist getestet worden, leichte Unterfunktion festgestellt, aber unter Medikation wurde er immer unruhiger und war überhaupt nicht mehr zu händeln. Also nach Absprache mit TA wieder abgesetzt.
Habe gerade vorgestern ein Lob vom TA bekommen, wie schön ruhig er ist, kaum wiederzuerkennen.
Aber mittlerweile waren wir auch gefühlte 100x da, also bekanntes Gebiet.


__________________________________________________
Gruß
Hanne

Erfolg ist die Fähigkeit,von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren. Winston Churchill

SonjaBenny


14.07.2010 08:44
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Hallo Hanne,

Zitat
In bekanntem Gelände klappt es hervoragend mit der Erziehung, in fremden Gelände muss ich jedes Mal von vorne anfangen. Da ist er sowas von abgelenkt und überhaupt nicht ansprechbar und hängt nur in der Leine.


Was ist für dich ein bekanntes Gelände und was ein fremdes Gelände?
Welche Leine nutzt du denn?
Geschirr oder Halsband.
Was heisst hervoragend - wie gut steht die Signalkontrolle? Mit Sichtzeichen oder ohne? Distanzkontrolle? Impulskontrolle?
Hast du im bekannten Gelände mit Ablenkungen gearbeitet? Futterverführungen, fremde Hunde, Menschen die ihn bewusst ablenken ...etc?
Wie definierst du Leinenführigkeit?

Zitat
Ein ähnliches Problem habe ich mit "Bring", in der Wohnung und auf Arbeit in der Hütte, oder draussen an der Schlepp - klappt super. Aber wehe, die Leine ist ab, dann hat er seine Beute und tschüss.


Du meinst, er geht dann mit der Beute weg. Wohin? Wie weit? Was will er damit bezwecken? Wie reagierst du denn? Was hättest du als Tausch?

Zitat
Habe nächste Woche ein paar freie Tage und möchte mit ihm in den Tierpark, mal sehen, ob wir einen Vormittag schaffen, oder ob ich nach einer Stunde schon fix und fertig bin.


Was hast du da genau vor?

Zitat
Wenn wir in fremden Gelände losgehen läuft es von mir aus wie in bekanntem auch, ich versuche ein paar Aufmerksamkeitsübungen, wenn er zieht, bleibe ich stehen oder wechsle die Richtung.
Deshalb kommen wir nur äußerst schwerfällig voran.


Was genau macht der Hund da oder was will dein Hund da machen? Schüffeln, jagen, kontrollieren...?
Welche Übungen willst du da machen?

Zitat
Mit zehn Wochen war er sowas von ruhig und souverän, die Probleme begannen mit der Pupertät.


Welche Probleme? Wie alt ist Five? Kastriert?

Zitat
Five generalisiert nicht


Das kann schon sein, das er schlechter generalisiert...möglich, aber entscheidend ist auch der Aufbau vom Training und wie du das Training umsetzt usw. Wie oft gehst du in Fremdgebiete?
Gibt es eine Film von euch, wie ihr beide zu Hause trainiert? Und vielleicht auch einen im Fremdgebiet?

Viele Fragen ;)...

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.542



14.07.2010 11:42
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Hey Hanne,

ich persönlich denke, daß es weniger um das Generalisieren geht, genauer, er würde, wenn er könnte, sozusagen.

Du hast ja schon viel von ihm erzählt, und aus dem, was ich las, entnehme ich, daß er rassetypisch energiegeladen ist, parallel sehr neugierig und eben noch ziemlich jung (in der Relation).

Gerade bei solchen Hunden ist es wichtig, das Training gut zu strukturieren und wirklich schrittweise aufzubauen. Und hier kämen meine zentralen Fragen dazu: Du schreibst, Du versuchst seit 1,5 Jahren, Five beizubringen, daß er generalisieren soll. Könntest Du das an einem Beispiel genauer dokumentieren?

Ich mache mal, was ich meine, am Beispiel von Ilias. Den habe ich seit Ende Februar diesen Jahres. Er ist ein unsicherer Hund, der zum Teil starke Umweltängste hat, insbesondere reagiert er auf Knallgeräusche panisch.

Zu Beginn habe ich ausschließlich geclickert, was er freiwillig anbot. Jedes Stehenbleiben, jedes sich umschauen, jeden Blickkontakt. Wenn er mich ansah, sagte ich ab und an seinen Namen, reagierte er irgendwie drauf, gab es ebenfalls Click und Belohnung. Diesen Teil wandte und wende ich auf jedem Spaziergang an, egal, wo.

Vorsichtig begann ich dann "Sitz" zu arbeiten, das ging anfangs nur in der Wohnung, an allen anderen Orten war er noch zu aufgeregt.

Schrittweise ging ich ins Feld, einzige Ablenkung waren die Jungs. Dann waren es die Jungs und der arbeitende Bauer. Dann auf dem Polizeigelände eine ruhige Ecke, Ablenkung der Kollege, mit dem ich fort arbeite. Dann ein belebterer Teil der Polizeischule. Und genau da ging dann plötzlich gar nichts mehr. Nicht, weil Ilias nicht generalisieren könnte, sondern weil zuviele neue Eindrücke da waren, und er sich einfach nicht mehr konzentrieren konnte. Also gingen wir einen Schritt zurück, weg vom Einsatztraining, das dort gerade lief, hin zu ein paar Baracken, die er nicht kannte. Dort konnte ich ihn schnüffeln lassen, als er alles kannte, funktionierte das Sitz wieder besser, wenn auch langsamer. Sprich: DORT werden wir weiter arbeiten, bis es auch da wirklich gut ist, erst dann gehen wir einen Schritt weiter.

Vielleicht kannst Du Dich für Five fragen, ob Du vielleicht zuviel an zuvielen Stellen "willst", sprich, hast Du das Ausführen von Signalen einfach immer an verschiedenen Plätzen "ausprobiert"? Den Fehler habe ich nämlich früher öfter mal gemacht, ICH habe zu schnell generalisiert und von A nach B "mitgenommen", obwohl A und B von der Menge der Reize gar nicht vergleichbar waren. Erst, nachdem ich gezielt struktriert und die Ablenkung bewußt und kleinschrittig gesteigert habe, klappte alles, wie es sein sollte.

Ich erlebe übrigens just in diesem Moment, wie sehr man sich diesbezüglich vertun kann. Ich bin zu Besuch bei Iris in Frankfurt, die Jungs und ich übernachten auch hier. Ilias zeigte am Wochenende, als wir in Gronau nächtigten, überhaupt keine Ängste, er benahm sich dort wie Zuhause. Hier war er beim letzten Mal ebenfalls vergleichsweise ruhig, wir waren aber nur kurz da, und es war deutlich weniger hektisch als heute, denn wir schliefen nicht hier und saßen auch nicht draußen.

Beim letzten Mal fiel mir um das Haus herum auch nicht soviel Lärm auf, heute aber ist es extremst, und das höre ich entweder nur deshalb, weil die Hunde viel bellen und Ilias viel rumläuft und nicht zur Ruhe kommt, oder, weil ich seit dem letzten Mal auch privat umgezogen bin und von einer kleineren Stadt direkt auf's Land, wo der nächste Nachbar mindestens einen Kilometer weg ist, gezogen bin.

Würde ich jetzt hier versuchen, Ilias ein Signal abzuverlangen, hätte ich noch keine Chance, so weit wäre er einfach noch nicht. Deshalb lasse ich es und mache die Schritte kleiner, was bedeutet, daß wir nachher etwas rausfahren, um zu üben und uns bei Bedarf meterweise an die große, böse Stadt anzunähern. Derweil bestätige und belohne ich hier jetzt wieder "nur" Freiwilligkeit bzw. helfe ihm, wenn ich sehe, daß er hektisch zu werden droht, mittels eines gut konditionierten Entspannungssignals.

Auch das würde ich Dir für Five sehr ans Herz legen, gerade weil er rassetypisch kein wirklich ruhiger, ausgeglichener Hund ist (vermute ich jedenfalls mal :-)) und Hunde, die nervös und/oder "anderweitig beschäftigt" sind, einfach gar nicht lernen und daher auch nicht generalisieren können.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Ritter Parcifal und Prince Maddox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

----

"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

QuoVadis

weiß mit pubertierendem durchgeknalltem Mali mit Schäferhund-Exterieur, was Geduld heißt und hütet den wohl tollpatschigsten und knuffeligsten Holländer seit es Herder gibt

Beiträge: 3.201



14.07.2010 18:11
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Boah, ey!
nun bin ich von den ganzen Fragen erstmal erschlagen!

Zitat
Was ist für dich ein bekanntes Gelände und was ein fremdes Gelände?
Welche Leine nutzt du denn?
Geschirr oder Halsband.
Was heisst hervoragend - wie gut steht die Signalkontrolle? Mit Sichtzeichen oder ohne? Distanzkontrolle? Impulskontrolle?
Hast du im bekannten Gelände mit Ablenkungen gearbeitet? Futterverführungen, fremde Hunde, Menschen die ihn bewusst ablenken ...etc?
Wie definierst du Leinenführigkeit?



bekanntes Gelände ist da, wo wir arbeiten und da, wo wir tagsüber zu Hause Gassi gehen.
Arbeit ist Hamburg Messe, mitten in der Stadt, ist eigentlich genug Ablenkung, da laufen auch mitten in der Nacht Hunde, Besoffene, hupende Autos, Gebrüll und Vuvuzelas (die letzten Wochen).
Unbekanntes Gelände: Wald, Feldwege, Hundeplatz.
Meistens einsam und außer der fremden Gerüche meistens ohne Ablenkung.
Leine 5m, die er aber nicht immer ausnutzen darf, auf Arbeit - Gassigang 10m Schlepp.
Auf dem Messegelände selber, ist eingezäunt, schleift sie hinterher.
Halsband.
Meistens Hörzeichen. Impulskontrolle klappt, Distanzkontrolle auch.
Beispiel: Er ist in Grundstellung, werfe Leckerli, er darf auf Freigabe hinterher und manchmal muß er unterwegs "Platz" oder "Sitz" machen.
Klappt zu 85%, manchmal braucht er eine Erinnerung und dann geht es wieder.

Leineführigkeit: Leine ist locker, egal, ob er 2m, 3m, oder 5m zur Verfügung hat. Richtungswechsel macht er gut mit ohne das die Leine stramm wird.

Zitat
Du meinst, er geht dann mit der Beute weg. Wohin? Wie weit? Was will er damit bezwecken? Wie reagierst du denn? Was hättest du als Tausch?



Er ght ca. 5-10m weg, steht dort und schaut mich schwanzwedelnd an, als wartet er darauf, das ich ihn jage.

Ich gehe dann in die andere Richtung und tue so, als hätte ich was ganz spannendes gefunden.
Als Tauschobjekte gibt es variabel ein anderes Spieli oder Lecker.

Zitat
Was hast du da genau vor?



Einfach nur versuchen ruhig einmal durchzugehen.
Nächsten Monat treffen wir uns mit ein paar Hundefreunden, und ein Programmpunkt ist ein Tierparkbesuch.
Möchte testen, ob es überhaupt Zweck hat, mitzugehen.
Da ist dann ja doppelte Ablenkung durch die anderen Hunde.

Zitat
Was genau macht der Hund da oder was will dein Hund da machen? Schüffeln, jagen, kontrollieren...?
Welche Übungen willst du da machen?



Schüffeln, Schüffeln und nochmal Schüffeln.

Ich versuche dann einige Aufmerksamkeitsübungen zu machen.
Er soll mich anschauen, dann Freigabe zum schnüffeln.
Gehen mit Richtungswechseln, wenn gut, schnüffeln.
Zwischendrin auch mal Lecker, aber Schnüffelbelohnung ist höherwertig.

Zitat
Welche Probleme? Wie alt ist Five? Kastriert?



Die geschilderten, Unkonzentriertheit, extreme Unruhe. Seit Mai 2 Jahre, intakt.

Zitat
Das kann schon sein, das er schlechter generalisiert...möglich, aber entscheidend ist auch der Aufbau vom Training und wie du das Training umsetzt usw. Wie oft gehst du in Fremdgebiete?
Gibt es eine Film von euch, wie ihr beide zu Hause trainiert? Und vielleicht auch einen im Fremdgebiet?



Ich versuche mind. 2-3 x die Woche in anderem Gelände zu üben.
Leider kein Film, bin meistens alleine, da meine Gassigänge aufgrund meiner Arbeitszeit mit keinem Bekannten kompatibel ist.

Erstmal schöpferische Pause!


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Gruß
Hanne

Erfolg ist die Fähigkeit,von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren. Winston Churchill

QuoVadis

weiß mit pubertierendem durchgeknalltem Mali mit Schäferhund-Exterieur, was Geduld heißt und hütet den wohl tollpatschigsten und knuffeligsten Holländer seit es Herder gibt

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14.07.2010 18:55
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

@ Elektra

Das ist es ja, was mich bei Five so wundert.
Die "böse Stadt" macht ihm gar nichts, er hat Probleme in Feld und Flur.

In der Stadt keine Probs bei Lärm und unbekannten Sachen, im Wald bekomme ich ihn an einem herumliegenden Maurerkübel nicht vorbei. Ist ihm nicht geheuer.

Zitat
Du schreibst, Du versuchst seit 1,5 Jahren, Five beizubringen, daß er generalisieren soll.



Nicht, das er generalisieren soll, sondern ihn an fremdes Gelände zu gewöhnen.
Und das auch nicht so, das wir jeden Tag wo anders laufen, sondern einfach 3 verschiedene Gassirunden, einmal Wald, einmal Feldweg ud einmal Hundeplatz, wo ich schon ausserhalb der Übungsstunden hingehe, weil im Moment die ganzen anderen Hunde und Leute noch zuviel sind.

Er kommt mir in freier Natur wie ein ADHS Kind vor.


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Hanne

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Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


14.07.2010 20:35
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat von QuoVadis
Das ist es ja, was mich bei Five so wundert.
Die "böse Stadt" macht ihm gar nichts, er hat Probleme in Feld und Flur.



Finde ich überhaupt nicht merkwürdig. In der Stadt herrscht Reizüberflutung und da wäre der Kübel nur eins von vielen. In der freien Natur jedoch ist es das einzige- ergo richtet sich die ganze Aufmerksamkeit darauf.
Mit Kira kann ich in der Stadt viel kleinere Abstände zu anderen Hunden einhalten als wenn wir hier in der Pampa wen treffen würden. Das ist eine ganz andere Situation.

Bezüglich Wildpark- wenn er die darunterliegende Ablenkungsstufe noch nicht beherrscht, würde ich es lassen, wenn es irgend möglich ist. Du musst sonst zu viel korrigieren. Du kannst das gleiche in einem halben Jahr immer noch machen.

QuoVadis

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14.07.2010 20:51
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Deshalb will ich den Tierpark ja erst mal alleine testen.
Wenn`s zuviel ist kann ich nach einer viertel Stunde ja wieder gehen.
Dann lass ich es auch mit der Gruppe, das ist dann ja auch für mich Stress.

Vieleicht überascht er mich ja auch und es gibt keine Probleme, ist auch schon öfter vorgekommen.


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Hanne

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kaya



Beiträge: 178


14.07.2010 21:05
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat von Schnuffelnase
Finde ich überhaupt nicht merkwürdig. In der Stadt herrscht Reizüberflutung und da wäre der Kübel nur eins von vielen. In der freien Natur jedoch ist es das einzige- ergo richtet sich die ganze Aufmerksamkeit darauf.
Mit Kira kann ich in der Stadt viel kleinere Abstände zu anderen Hunden einhalten als wenn wir hier in der Pampa wen treffen würden. Das ist eine ganz andere Situation.



Genau das beobachte ich bei Kaya auch. Sind zuviel Reize da, gilt die Devise "Kopf runter und durch". In der Stadt zeigt sie keine "kreativen Verhaltensweisen" gegenüber Menschen. Im offenen Feld um so mehr.

Trotzdem oder vielleicht deswegen war ich länger nicht mehr in der Stadt mit ihr...

Zitat von QuoVadis
Deshalb will ich den Tierpark ja erst mal alleine testen.
Wenn`s zuviel ist kann ich nach einer viertel Stunde ja wieder gehen.



Das finde ich eine gute Idee.

*************
Desi mit Kaya

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


14.07.2010 21:14
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat von QuoVadis
Deshalb will ich den Tierpark ja erst mal alleine testen.
Wenn`s zuviel ist kann ich nach einer viertel Stunde ja wieder gehen.



Das scheint mir eine gute Idee zu sein.

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.542



15.07.2010 00:02
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Zitat von QuoVadis
Die "böse Stadt" macht ihm gar nichts, er hat Probleme in Feld und Flur.
... Er kommt mir in freier Natur wie ein ADHS Kind vor.



Das wundert mich gar nicht, und ich finde auch den Vergleich gelungen. Five hat Reize wie sie in der Stadt vorkommen generalisiert. Klingt blöd, ist aber so, er ist an die Kulisse gewöhnt, nicht aber an die Stille.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich kenne es von mir. Ich kann mich in eine vollbesetzte Kneipe setzen und absolut konzentriert lesen. Einfach, weil ich den Lärm nur als Lärm, nicht aber als einzelne Geräusche bzw. Reize wahrnehme. Ist die gleiche Kneipe fast leer, sitzt aber am Nachbartisch ein Pärchen, das sich unterhält, komme ich in meinem Buch keine Seite weiter, weil mein Ohr automatisch bei den Leuten ist, die die Stille, die ringsum ansonsten herrscht, durchbrechen. Noch stärker wird das, wenn sie dann noch eine fremde Sprache sprechen, die ich selbst auch spreche und möglicherweise auch noch gerne höre. Dann höre ich beinahe krampfhaft hin und höre möglicherweise nicht, was der Barkeeper sagt, wenn er mich anspricht, einfach weil meine Aufmerksamkeit bei etwas für mich sehr Spannendem ist.

Ähnlich funktioniert das auch bei Ben. Mit dem konnte ich schon durch gut besetzte Fußgängerzonen laufen, als er im Wald den einzeln daherkommenden Jogger durchaus noch anpöbeln wollte. Auch hier war es so, daß das eine eine Art Hintergrundkulisse bildete, das andere als direkte Bedrohung wahrgenommen wurde.

Wenn ich raten sollte, würde ich sagen, daß Five durch seine Arbeit und Euer alltägliches Zusammensein die städtische Umgebung als "seine" wahrnimmt, während er im Wald oder Feld zwar tausend Sachen hat, die er nicht kennt, sie aber vor allem so vereinzelt und "filterbar" auftreten, daß er praktisch von einer "Trance" in die andere fällt.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Ritter Parcifal und Prince Maddox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

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QuoVadis

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15.07.2010 01:42
RE: Five generalisiert nicht Zitat ·antworten

Sehr einleuchtende Erklärung. Danke!

Normalerweise ist es ja andersrum.
Denke, da hilft nur Gewöhnung.


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Hanne

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