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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Seiten 1 | 2
pacolino Offline




Beiträge: 767

10.12.2009 17:35
Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

So ihr Lieben, hab mir jetzt mal ein bißchen Zeit gemopst, um hier endlich meinen 1. Beitrag zu schreiben. Na denne ...

Paco ist unser erster Hund. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns dafür, einen Welpen zu uns zu nehmen, da wir uns einen sogenannten "Problemhund" aus dem Tierschutz nicht zutrauten. Gesagt, getan. Unser Dicker zog mit 8 Wochen bei uns ein.
Er war von Anfang an Fremdem gegenüber ziemlich streßanfällig. Nahmen wir ihn mit in die Stadt, bellte er sich total hysterisch ein, wenn sich jemand aus unserem Rudel entfernte.
Er ließ sich nie gerne von fremden Menschen anfassen, er lief nie von sich aus auf Menschen zu, die er nicht kannte.
Mit etwa 5 Monaten fing er schon an, vor unserer Haustür Leute anzubellen, die er nicht einordnen konnte. Da wir ja wie gesagt keine Ahnung hatten, haben wir natürlich total falsch reagiert, so nach dem Motto: du du du, das darf man aber nicht. Und immer beruhigendes Streicheln dabei.
Das ganze Verhalten hat sich mit der Zeit mehr und mehr verfestigt, so daß wir auch Hilfe von einer Bekannten annahmen, die Tierpsychologie studiert. Sie hat uns wertvolle Tips im Umgang mit ihm gegeben, wie z.B. kein Spielzeug zur freien Verfügung, Futter nur auf Befehl, keine Couch und kein Bett, also klare Regeln und Grenzen.
Ich muß dazu sagen, daß Paco in gewohnter Umgebung, mit Menschen die er kennt und liebt, ein absoluter Goldschatz ist. Er hat einen supertollen Grundgehorsam, kommt auf Kommando, geht gut an der Leine, läßt sich von uns alles ohne Murren abnehmen, kann gut mehrere Stunden alleine bleiben.
Auch im Umgang mit anderen Hunden ist soweit alles in Ordnung. Läuft er ohne Leine, geht er Konfrontationen immer aus dem Weg. Er spielt mit seinen engsten Hundekumpels wie ein Doller, hat Spaß ohne Ende. Andere Hunde ignoriert er, kommen sie zu ungestüm an, legt er sich hin und hat Angst. Bloß keinen Blickkontakt, dann langsam aufstehen und raus aus der Situation.
An der Leine sieht die Sache schon anders aus: bei uns in den Straßen, die ihm natürlich mehr als bekannt sind, macht er eine Welle an der Leine. Vor der Haustür ohne Ende, entfernt man sich von zu Hause, wird es langsam besser, aber auch so hat er etliche Hunde, die einfach angepöbelt werden. Wie gesagt, im Freilauf ist er einfach super, er läßt sich auch manchmal von fremden Hunden zum Spielen auffordern, wenn er denn mal gemerkt hat, daß ihm keiner was tut. Oller Angsthase!

Aber jetzt zu unserem eigentlichen Problem:

Gehen wir spazieren, muß man erst mal aus dem Haus raus. Die Nachbarn "dürfen" uns begegnen, die kennt und mag er sehr. Aber sobald Fremde im oder vor dem Haus auftauchen, wird sehr aggressiv gebellt und in die Leine gegangen.
Hat man dann einen gewissen Abstand von zu Hause, entspannt sich die Lage absolut. Er ignoriert Spaziergänger, Radfahrer, kreischende Kinder. Manchmal fängt er an zu fixieren, wenn ihm etwas unheimlilch ist, wie z.B. die Müllabfuhr. Dann kann man ihn aber super ablenken, oder wir laufen Bögen.
Ich kann ihn auch frei laufen lassen in Feld und Wald. Kommen fremde Menschen, wird er abgerufen und abgelegt. Er konzentriert sich dann voll auf uns.
Aber die dürfen es sich nicht wagen, uns anzusprechen. Das ist der Punkt! Sowie die Aufmerksamkeit auf uns oder auf ihn geht, werden die Leute extrem aggressiv verbellt.
Ich möchte noch betonen, daß er noch nie nach Menschen auch nur geschnappt hat.
Ist übrigens ein anderer Hund bei den fremden Leuten dabei, ist er durch den Hund so abgelenkt, daß man sich mit jedem unterhalten kann, so lange wie man will.
Durch unser intensives Training (wir sind seit einigen Wochen in einer neuen Hundeschule und haben Einzeltraining) ist er übrigens schon um einiges ruhiger in solchen Situationen geworden, wir müssen nur auf eine gewisse Distanz zwischen uns achten.
Es wird von den Hundetrainern immer betont, daß der Hund unsicher ist. Nur manchmal frage ich mich, was wir noch tun sollen, um ihm klar zu machen, daß wir alles regeln, er sich keine Sorgen machen muß. Wir geben uns sehr viel Mühe mit ihm, achten auf so viele Dinge, und immer wieder kommt es zu Situationen, in denen er total hysterisch reagiert. Vor allem natürlich auch zu Hause. Ein Handwerker bei uns in der Wohnung? Ein absolutes No go!!
Mir gehen grad so viele Dinge im Kopf rum, ich könnte ein Buch über unseren Hund schreiben. Aber fürs erste muß ich jetzt mal Schluß machen, die Pflicht ruft!
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt, meinen Beitrag zu lesen (ist ja doch etwas länger geworden, hüstel) und für Fragen eurerseits bin ich sogar dankbar.

Bis nachher denn mal!!

LG Katja

Nina Offline



Beiträge: 3.332

10.12.2009 17:51
#2 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Wir hatten ein ähnlich gelagertes Problem. Im Haus haben wir das dadurch gelöst, unsere Hündin bei jedem Klingeln in ihre Box zu schicken, wo sie bleiben muß, bis ich den Besuch begrüßt habe. Dann gehe ich erst mal mit dem Besuch zu ihr ins Wohnzimmer, so dass sie von ihrer Box aus den Besucher ansehen kann. Dann erst hole ich sie dazu, allerdings erst an der Leine. Klappt das, leine ich sie ab, klappt das nicht, geht sie wieder in ihre Box.

Auf diese Weise hat sie begriffen, Besucher zu kontrollieren ist nicht mehr ihre Aufgabe, das übernehme ich. Inzwischen (wir machen das jetzt seit einem Monat) geht sie wenn es klingelt oft schon von alleine in die Box und flüchtet sich auch dahin, wenn ihr etwas Angst macht.

Draußen halte ich sie bei Treffen mit Menschen leicht hinter mir, begrüße generell den Menschen zuerst und erst dann darf sie mal schnuppern. Aber auch das nur kurz, dann dränge ich mich wieder dazwischen. Habe ich das Gefühl, dass sie kurz vor dem loslegen ist, bekommt sie ein Signal (sitz oder platz). Eventuell kannst Du Paco auch in ein paar Metern Entfernung an einen Baum binden, so dass er mit sicherem Abstand zuschauen kann, wie Du einen Menschen begrüßt und mit ihm sprichst. Das hat bei uns auch ziemlich viel gebracht.

pacolino Offline




Beiträge: 767

10.12.2009 18:08
#3 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Hallo Nina!

Danke für deine schnelle Antwort!
Wenn es klingelt, haben wir auch ein Ritual. Er muß auf seinen Platz, und wird dann, egal wer es ist, angeleint. Das Problem bei ihm ist, daß er sich hysterisch einbellt.
Sind es Leute, die er kennt, beruhigt er sich schnell. Ist es aber eine fremde Person, bellt und bellt er ohne Ende.
Die Hundetrainer haben uns gesagt, wenn er ruhig wird, sollen wir ihm ein Leckerli geben. Gibt er keine Ruhe, sollen wir ihn in ein anderes Zimmer bringen, bis er sich beruhigt hat.
Bei Bekannten lassen wir ihn dann auf Kommando raus und er darf schnuppern und begrüßen. Er soll nicht beachtet werden.
Bei Fremden traue ich mich nicht, ihn schnuppern zu lassen. Ich weiß halt nicht, wie er reagieren würde, nicht daß er doch mal zuschnappt. Außerdem hört er momentan eh nicht auf, zu bellen, also kann ich ihn auch nicht ableinen.
Ich wäre schon froh, wenn er endlich mal aufhören würde, so laut und ohne Ende zu bellen!
Aber wie gesagt: wir trainieren und bleiben am Ball!

LG Katja

Nina Offline



Beiträge: 3.332

10.12.2009 18:17
#4 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Habt Ihr das auf den Platz schicken und anleinen auch mal in anderen Situationen geübt? Also z.B. wenn Du mal kurz nach draußen gehst oder Du spielst vor ihm mit seinem Lieblingsspielzeug oder bereitest sein Futter vor, quietscht mit einem Quietschie herum, etc. etc.

Das ganze kann man dann auch ohne anleinen trainieren, bis es wirklich sitzt, dass Paco auch bei großer Ablenkung ohne Leine auf seinem Platz bleibt.

pacolino Offline




Beiträge: 767

10.12.2009 18:43
#5 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Also das mit dem Anleinen in banalen Situationen hab ich noch nicht gemacht. Ist aber eine gute Idee. Vielleicht versteht er dann ja mal, daß dann nichts Schlimmes kommt oder passiert.
Auf seinen Platz wird er übrigens öfters am Tag mal geschickt, es ist sein fester und einziger Platz in der Wohnung (außer die Decke neben dem Bett). Er kaut seine Knochen auch dort. Er liebt sein Plätzchen, dort liegt er auch wie hingegossen.

LG Katja

Nina Offline



Beiträge: 3.332

10.12.2009 18:50
#6 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Ich würde das mal versuchen. Sonst weiß Paco schon, wenn Du ihn anleinst, jetzt geht's gleich wieder rund und baut entsprechend innere Spannung auf. Der Trick bei solchen Dingen ist immer, mit wenig Ablenkung anzufangen und sich dann langsam zu steigern. Ich habe mir zu dem Zweck mal eine List mit allem gemacht, was Lotta ablenkt, von leichter Ablenkung bis ganz schwerer Ablenkung und die arbeite ich dann von unten nach oben ab, indem ich erst wenn eine Stufe klappt zur nächst höheren gehe. Natürlich kann man das nicht 100% so planen, Besucher kommen ja nun mal auch, wenn man noch nicht so weit ist, aber ich denke, es macht trotzdem Sinn, sich sozusagen hoch zu arbeiten.

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

10.12.2009 23:39
#7 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Hallo Katja,

unser Lumpi reagierte auf Besuch auch extrem - wir haben es mit einem einfachen Trick hinbekommen.

Es funktioniert bei uns so:
Lumpi wird auf seinen Platz gebracht und auch nur dort belohnt. Bei ganz Fremden immer mit einer Lecktube. Er trägt dann auch sein Geschirr, damit ich ihn im Notfall festhalten kann. Jeder Blick zum Besucher, bei dem er es schafft, z.B. an der Tube zu lecken wird beclickert.

Der Besuch gibt dem Hund NIEMALS Leckerchen direkt. Damit bringt man ihn nämlich in einen fürchterlichen Konflikt. Der Mensch ist ganz böse, er hat aber was, das er haben will. Das Resultat ist Stress und das wiederum steigert die Aggression. Der Besucher wirft Leckerchen von sich weg (zur Wegbewegung komme ich gleich).

Wenn Lumpi sich dem Besuch freundlich nähert, werfe ich ihm sofort ein Leckerchen weg vom Besuch.
Die Übung haben wir "Du kannst gehen, wenn Du willst" genannt. Der Hund will ja mit dem Gekeife in erster Linie erreichen, dass der Besuch geht, sprich er möchte mehr Distanz zum Besuch. Durch diese Übungen soll er lernen, dass er jederzeit vom Besucher weggehen kann und damit das gewünschte erreicht.

Wichtig war auch, dass Lumpi´s Platz für ihn positiv ist. Er bekommt darauf z.B. seinen Kauknochen, wenn wir ausgiebig gespielt haben, ist das sein Ruheplatz usw. Das Signal "Auf Deinen Platz" haben wir auch ins Clicker-Tricktraining eingebaut.

Ich achte immer darauf, dass der Platz zwar abseits steht, er aber trotzdem noch alles sehen kann. Ich habe z.B. ein Kindergitter installiert. Das steht normalerweise offen und Lumpi kann auf sein Kissen gehen. Ich kann es aber auch zumachen, dann beruhigt er sich ziemlich schnell und legt sich einfach hin.

Wir haben auch alles "trocken" geübt. Dann hab ich gute Bekannte gebeten, mal als Besuch zu fungieren. Da hat man dann auch richtig Zeit sich um den Hund zu kümmern.

Man kann diese Übung noch ausbauen. Z.B. indem sofort nach dem Klingeln schon Futter in die entgegengesetzte Richtung geflogen kommt. Dazu muss es aber schon sitzen. So kommt inzwischen jeder unbehelligt in die Wohnung.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

pacolino Offline




Beiträge: 767

11.12.2009 09:37
#8 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Hallo Tante Haha!

Danke für deinen Bericht.
Unser Problem ist ja momentan, daß Paco nicht mehr aufhört, zu bellen. Laut Hundetrainerin soll er ja nicht fürs Bellen belohnt werden. Wenn ich also jetzt anfange, Leckerchen zu schmeißen, wenn er laut bellt, lernt er dann nicht, daß er laut bellen soll?
Ich glaube auch, daß er sofort, nachdem er sein Leckerle verspeist hat, wieder mit seiner Pöbelei anfangen würde.
Sein Platz im Wohnzimmer ist meiner Meinung nach gut gewählt: hinten in der Ecke, wo er durch die Couch zwar eine gewisse Deckung hat, er aber trotzdem noch alles sehen kann, was so passiert. Er bekommt dort seine Kauknochen, dort entspannt er sich den Tag über auch total.
Wie machst du es denn, wenn ihr vor die Tür geht? Reagiert dein Lumpi da auch so extrem und wenn, wie reagierst du?

LG Katja

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

11.12.2009 09:49
#9 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Lumpi hat früher auch nicht mehr aufgehört zu bellen. Ich hab ihm die Lecktube schon unter die Nase gehalten, bevor er anfing zu bellen. Im Zweifel eben in einer Bellpause - und wenn sie nur eine Sekunde gedauert hat. Beim Lecken an der Tube konnte er ja nicht bellen und das habe ich ihm beclickert. Irgendwo muss man ja mal den Fuss in die Tür kriegen. Das Leckerchen werfen mache ich erst, seitdem Lumpi es schafft mit dem Bellen aufzuhören. Das haben wir mit der Tube gut hinbekommen. Lecktube mit super leckerer Füllung, da kann fast kein Hund widerstehen. Und das Lecken beruhigt gleichzeitig. Und: man kann eben nicht lecken und bellen gleichzeitig. So hat man eine tolle Möglichkeit den Hund genau dafür zu belohnen! Eben für´s Nicht-Bellen!

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Karl Valentin

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

11.12.2009 09:52
#10 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Ach so, hab ich noch vergessen:

Zitat
Wie machst du es denn, wenn ihr vor die Tür geht? Reagiert dein Lumpi da auch so extrem und wenn, wie reagierst du?



Wir wohnen in einer sehr ruhigen Sackgasse in einem Einfamilienhaus. Da sind wir nicht so vielen fremden Menschen ausgesetzt. Aber WENN da jemand kommt, regt Lumpi sich auch auf. Das hat sich erst gegeben, als er nach und nach gelernt hat, dass ICH sein sicherer Hafen bin. Hat jetzt fast 2 Jahre gedauert. Ich habe soweit es geht einfach ruhig die Richtung gewechselt. Im Zweifel einfach nur in eine Einfahrt ausweichen oder einen Schritt zur Seite gehen und mich vor Lumpi stellen.
Was uns auch unheimlich weiter gebracht hat, war Blickkontakt. Das haben wir EWIG zu Hause geübt. Unterwegs hat´s genauso EWIG nicht geklappt. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Blickkontakt einfordern ist ein super Alternativverhalten. Der optische Reiz wird ja sofort weggenommen, weil der Hund DICH anschaut udn nicht mehr den Fremden. Und er hat gelernt, dass das besser wirkt als Toben.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

pacolino Offline




Beiträge: 767

11.12.2009 10:12
#11 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Bekommt man diese Lecktuben im Einzelhandel zu kaufen?
Hab ich noch nie gesehen.
Zum Thema Blickkontakt: Bei Paco klappt der Blickkontakt auf "Schau". Aber vorher muß immer erstmal gebellt werden.
Wir hatten vor kurzem Bauarbeiter vor der Tür. Eine totale Horrorsituation. Die Männer standen meistens direkt im Eingangsbereich. Paco war so aufgeputscht, daß ich ihn überhaupt nicht runterbekommen habe. Da hat dann auch kein "Schau" mehr geholfen. Immer nur Augen zu und durch. Einfach weitergegangen. Jetzt sind die Bauarbeiten ein Glück abgeschlossen, und der Dicke hat sich auch wieder beim Rausgehen beruhigt.
Aber die Richtungswechsel, die du angesprochen hast, wirken bei ihm auch ganz gut. Fängt er an, zu bellen, ziehe ich ihn ruhig in die entgegengesetzte Richtung, lasse ihn absitzen, er muß mich anschauen, wird gelobt, und wir gehen wieder in die gewünschte Richtung. Klappt danach fast immer, daß er dann zumindest die Schnüß hält.
Aber das ist halt leider nicht immer möglich, vor allem direkt vor der Haustür!

LG Katja

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

11.12.2009 10:19
#12 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Lecktuben bekommst Du im Internet (befüllbare Tuben), Du kannst sie Dir aber auch selber basteln, Anregungen hier:
Endlich die perfekte Futtertube

Füllen kannst Du sie mit Leberwurst, Kartoffelbrei mit Dorschlebertran o.ä., ich nehme für meine Allergiker gerne Hippgläschen (z.B. Kartoffel mit Pute). Die Lecktube ist bei Hunden sehr beliebt und wird auch noch in Situationen angenommen, in denen normale Leckerlis schon nicht mehr gehen.

Ich hab mit mit Lumpi echt in einer Entfernung von 200 Metern über´s Feld anfangen müssen mit zeigen und benennen: Schau mal, da ist ein Mann -> Click, Lecktube. Zu Hause haben wir viele Trockenübungen gemacht, z.B. mit Leuten, die Lumpi kannte. Klingeln, Click, Lecktube. Mensch kommt rein, Lecktube bleibt vor der Nase. Sodass Lumpi gelernt hat, dass er zu Besuch gar nciht erst hingehen muss. Wie gesagt: Es dauert!!!

Dass die Richtungswechsel funktionieren zeigt, dass er eigentlich nur Distanz zwischen sich und dem Fremden haben will. Damit kann man gut arbeiten. Denn dass der Hund lernt von alleine Distanz aufzubauen ist zwar mühselig, aber es funktioniert!

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Karl Valentin

pacolino Offline




Beiträge: 767

11.12.2009 11:18
#13 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Mit dem Clicker habe ich noch nie gearbeitet. WErde das mal bei unserer nächsten Trainingsstunde am kommenden Mittwoch ansprechen.
Mir stellt sich nur eine Frage: wie organisiert man es, alles gleichzeitig zu halten und zu händeln?
Zu Hause: Wenn es klingelt, bin ich oft alleine, wie schaffe ich es, ihm die Futtertube unter die Nase zu halten, die Tür zu öffnen und auf den Hund ein Auge zu halten?
Draussen: Hund an der Leine, Clicker in der einen, Lecktube in der anderen Hand, Hund regt sich möglicherweise auch noch tierisch auf, wie soll das gehen?
Entschuldige, aber das ist so viel Input, muß man erst mal alles auf die Reihe kriegen! Aber ich bin auf jeden Fall lernfähig (genau wie der Hund)!!!

LG Katja

f-sharp-minor Offline




Beiträge: 799

11.12.2009 18:08
#14 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Zitat von pacolino
Mir stellt sich nur eine Frage: wie organisiert man es, alles gleichzeitig zu halten und zu händeln?



Jaja, das Thema kennen wir hier alle. Wer wünschte sich nicht, ca. 19 Arme zu haben, um alles gleichzeitig händeln zu können .


Zitat von pacolino
Draussen: Hund an der Leine, Clicker in der einen, Lecktube in der anderen Hand, Hund regt sich möglicherweise auch noch tierisch auf, wie soll das gehen?



Leine und Clicker in die eine, (geöffnete) Fu-Tu in die andere.

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LG Mareike

Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen. (Ernst R. Hauschka)

Fee Offline




Beiträge: 2.690

11.12.2009 19:14
#15 RE: Paco - territorialer Angsthase! Zitat · Antworten

Hallo Katja,

ich finde es toll, dass du alles genau wissen willst! Viele Fragen sind immer ein Zeichen von Professionalität!

Zitat von f-sharp-minor
Leine und Clicker in die eine, (geöffnete) Fu-Tu in die andere.



Also ich habe Leine in der einen Hand, Clicker in der anderen Hand und die Fu-Tu geöffnet im Säckchen am Gürtel oder in der Umhängetasche.
Aber draußen habe ich meist doch keine Futtertube mit, sondern kleine Leckerchen und die können Stückweise gut unter dem Clicker in der Hand platziert werden.

LG

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Liebe Grüße

Fee mit Nela

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