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Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



04.03.2008 11:55
RE: Animal learn - wie geht das? Zitat ·antworten
Hallo an Alle,

da es auf Interesse gestoßen ist, beginne ich heute mit den Trainingsberichten. Den meisten Platz nimm die erste Stunde ein, den weiteren verlauf und das bisherige Ergebnis werde ich dann am Wochenende schildern:

Zunächst hatten wir eine ausführliche Beratung bei unserer Trainerin und sie schaute sich die beiden genau an. Mini und Elmo finden hysterisch an zu bellen und kreischen, wenn sie andere Hunde nur sahen, auch aus der Entfernung, sie explodierten förmlich, vor allem an der Leine. Die Diagnose der Trainerin: Elmo und Mini sind sehr gestresst und ängstlich sowie verunsichert durch das vorhergegangene Training und Methoden. Sie wissen nicht mehr, wie sie sich anderen Hunden gegenüber verhalten sollen und sind sehr, sehr ängstlich.
Bevor mit der ersten Stunde in der darauf folgenden Woche starteten, galt es zunächst Stress zu reduzieren: mehr Schlaf, mehr Kohlenhydrate, mehr Ruhe für beide. Zudem haben wir ein Trainingstagebuch bekommen, in dem wir alles – immer noch - protokollieren: Schlafzeit, Beschäftigung, Futter, Hundebegegnungen und wie man reagiert hat, neue Kommandos aus jeder Übungsstunde – also wirklich ALLES. Zudem haben beide eine 3m-Leine bekommen, so dass sie bei Hundebegegnungen auch ausweichen können.

Dann kam die erste Stunde mit folgenden Inhalten/ Übungen:

1) Kommando 1: „Elmo/Mini, weiter“
Ziel: Hund soll mit mir in meine Richtung gehen.
Hintergrund: Alternative anbieten zum Anstarren anderer Hunde und Bellen. Dazu wechselt man einfach die Richtung und gibt mit Arm und Hand ein entsprechendes Sichtzeichen: Arm/ Hand weist in die Richtung, am Anfang Oberkörper noch mit dazu drehen. So sagt man dem Hund konkret was zu tun ist und schafft eine klare Ordnung. Kommen die Hunde beim Wechseln mit, muss dies sofort mit schnell schluckbaren Leckerlis – etwa Käse – belohnt werden.

2) Kommando 2:„Elmo/Mini, ist ok“
Anzuwenden, wenn die Hunde schon erhöhte Körperspannung zeigen (zur Prävention)
Ziel: Dient als Sicherheitssignal. Daher nur dann anwenden, wenn man 100 % sicher ist, dass nichts für den Hund Unangenehmes passiert, also der andere Hund, der Jogger, etc. weitergeht, nicht zurückkeift, nicht zu den Hunden kommt. Der Hund soll lernen, sich auf dieses Signal hin zu entspannen und merken: Die Situation hat Herrchen/Frauchen im Griff.
Zusätzlich können hier Kosenamen eingesetzt werden.


3)Verhalten bei Hundebegegnungen
Zunächst einmal galt es, das Bellen zu vermeiden. Erst einmal Distanz schaffen, ggf. Straßenseite wechseln, Richtung ändern, Bogen laufen. Sollte es aber zu einer Hundebegegnung kommen: Leine locker, „Weiter“-Kommando (vor allem wenn gegrummelt wird), LOB - und zwar dickes – fürs Nicht-Bellen.
Wenn die Hunde bellen: Sofort aus der Situation rausholen, durch Bogen laufen, zwischen Autos stellen, Seite wechseln, etc. Kein Loben fürs danach folgende Stillsein. So könnten die Hunde nämlich sonst lernen, dass es Lob fürs Aufhören gibt. Das ändert nur leider nichts daran, dass sie bellen.

Und so haben wir konkret in der ersten Stunde geübt:

Übung 1: Toleranzdistanz verringern
Wir haben uns auf einer Wiese postiert und die anderen Hunde, bei Elmo auch Jogger und Spaziergänger, in sicherer Entfernung angeschaut und die Hunde auf die „Angst“-Objekte aufmerksam gemacht. Die Distanz zum Reizauslösenden Objekt wird dann nach und nach verringert, so dass sie hinterher – idelaerweise – stressfrei an anderen Hunden vorbei laufen und dies sogar noch positiv verknüpfen („Es gibt Käse“). Wenn sie still blieben – sofort loben und Käse. Bei Mini war es schon nach ein paar Minuten kein Problem mehr, aber bei Elmo konnten wir in der ersten Stunde die Distanz nicht verringern, er war einfach zu ängstlich. ABER: Er hat hinterher nicht mehr gebellt und auch keine Jogger mehr angewufft.

Übung 2: Andere Hunde wegschicken
Dazu muss man sagen, dass wir schon unschöne Begegnungen mit Hunden hatten, Mini ist auch schon einmal gebissen worden. Besonders auf uns zu stürmende Hunde sind ein Problem. Daher die Übung: Wenn man zu zweit ist: Einer nimmt die Leinen, der andere schickt den Hund weg. Das heißt, er geht nach vorne und schickt ihn mittels Körpersprache (das hört sich jetzt blöd an, aber funktioniert wirklich, einige Schritte auf die Hunde, Armbewegung und weiterer Schritt nach vorne. Man blockt den Hund quasi ab und drängt ihn mit seinem Körper in die andere Richtung) in die andere Richtung schicken. Unterstützend kann man deutlich und bestimmt sagen „geh jetzt“ oder etwas ähnliches, entscheidend ist der Tonfall nicht, was man sagt. Bei beiden Hunden und nur eine Person, Leine in die eine Hand nehmen, locker lassen, auf den anderen Hund so weit es geht zu laufen und wegschicken. Das geht mit den langen 3m-Leinen ganz gut. Ich habe in der zweiten Stunde dann einen großen Rottweiler-Mischling weggeschickt. Für mich war es eine Überwindung, da Mini und ich kurz zuvor von einem Boxer angefallen wurden.

Liebe Grüße,

Sandra

P.S.: @Verena: Danke für das Kompliment, ich finde, jeder sollte seinen Hund auch hundgerecht halten, egal ob Dogge oder Chihuahua.

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