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Der Joschka



Beiträge: 151



27.02.2016 15:52
Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

...und der Umgang damit.

Joschi ist/war schwierig bei Hundebegnungen ungefähr seit er 8 Monate alt ist.Ich glaube allerdings das es unterschiedliche Motivationen dafür gibt bzw gab.Dementsprechend bin ich auch unterschiedlich mit der Oberflächlich gleichen (Hund bellt und geht in die Leine) Situation umgegangen.

Da ich nun im Laufe der Zeit nun schon genug falsch gemacht habe ,würde ich gerne Eure Meinung zu meinen Gedanken hören.

Die 1.Form trat auf in der Zeit in der er lahmheitsbedingt (Endlosschleife Panostitis) ständig unter Leinenzwang stand.Vorher durfte er zu fast jeden Hund und toben,plötzlich nicht mehr weil er strickte Ruhe verordnet bekommen hatte.Ich bin davon ausgegangen das sein Verhalten frustmotiviert ist.
Ich bin nie mit Strenge dagegen vorgegangen weil ich ihn "verstehen" konnte.Ich hab ihn da einfach nur versucht so gut wie möglich ruhig zu halten.Es verschwand auch weitestgehend wieder als er sich wieder normal bewegen durfte.

Für die 2.Form hab ich etwas zu lange gebraucht um sie zu verstehen: Unsicherheit.
Da es ja im Laufe seiner Junghundphase zu einigen blöden Situationen gekommen ist,in denen ich ihn nicht ausreichend geschütz habe und ich dann auch noch versucht habe die daraus resultierende Unsicherheit/Angst mit althergebrachten Gehörsamsmethoden zu "therapieren"hat sich diese handfest manifestiert.Erst als ich komplett umgedacht habe (ihn nicht mehr der Situation stellen ,stattdessen Distanz schaffen,vor allem das Clickern vernünftig aufbauen und einsetzen) stellen sich jetzt hierbei deutlich Erfolge ein.Zumindest nach meinem Empfinden.Wir konnten die anfänglich seeehr große Distanz schon auf meist ca 8m verringern,anfänglich waren bestimmt 50m nötig) außerdem kann nun schon recht gut in solchen Situation auf Befehl "hinten" hinter mich treten und mich regeln lassen.Gibt es doch mal eine doofe Situation kann man ihn im Geschirr gut halten und er würde höchstens noch einmal kurz bellen wenn der Hund genau auf seiner Höhe ist,danach entspannt er sofort und verliert das Interesse.Auch das vorher so starke fixieren ist verschwunden.
Wie er sich insgesamt hierbei entwickelt,dafür bin ich sehr Stolz auf ihn

Bei der 3.Form bin ich extrem unsicher ob es sich um ein tatsächlich aggressives Verhalten handelt oder evtl doch nur um eine andere Form von Unsicherheit.
Es tritt nur bei sehr wenigen Hunden auf.Allesamt bekannt,aber nie Spielgefährten gewesen oder jemals in unschöne Situationen verwickelt.Alle allerdings selbst eher unfreundlich ihm gegenüber.
Bei diesen Hunden spring er schon auf relativ große Distanz auf provokantes Verhalten an,macht sich groß,ist schlecht von der Situation zu entfernen,auch das C&L Prinzip bei Sichtung bring nicht die sonst schon gut etablierte Entspannung.Sein Bellen klingt viel dunkler und er will denen sowohl entgegen als auch hinterher.Es dann insgesamt sehr schwer in zu Halten.Mir bleibt derzeit wenig anderes als ihn häufig mit deutlichem Kraftaufwand in die Distanz zu bringen in der wir wenigstens Abwarten können,idealerweise um die nächste Ecke und somit außer Sicht.
Ich gehe diesen Hunden zwar ziemlich erfolgreich aus dem Weg ,aber manchmal sind die wo ,wo sie sonst nie anzutreffen sind und überraschen mich

Zeitweise hätte ich früher schwören können das es je nach Hund ein Mischmasch aus unterschiedlichen Motivationen war.In hoch Zeiten war es so schlimm das es gar keine Begegnungen an der Leine mehr gab die nicht laut und schwer zu halten waren.Es war wie ein Film in seinem Kopf:Hund = Fixieren= Bellen und Zerren,selbst bekannte und eigentlich bei ihm beliebte Hunde wurden derart verbellt.
Das zumindest haben wir schon gut in den Griff bekommen.Es gibt zunehmend mehr vollkommen unproblematische Hundebegenungen.Bei vielen bekannten ,netten Hunden sogar "wie ein ganz normaler Hund" ,bei fast dem ganzen Rest mit entsprechender Distanz und C&L und ganz viel Lob.Ausnahmen werden immer seltener.

Nur die Hunde der 3. Gruppe bleiben übrig.Hat jemand einen Tip wie ich das einschätzen soll?Vielleicht sogar wie ich es schlauer Händeln kann?

Danke &LG

Anja und Joschi

LG Anja und Joschi
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Whoever said that diamonds are a girl`s best friend never owned a dog

guste1970



Beiträge: 11.879


27.02.2016 21:28
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Das ist schwierig, wenn man es nicht sieht. Ich weiß, dass auch nicht alle Hunde sich mögen, müssen sie ja auch nicht. Merle mag zum Beispiel einen Collie nicht, obwohl nie was vorgefallen ist. Ähnlich wie bei euch ist sie dann anders, hat sofort ne Bürste und geht nach vorne. Das Bellen ist dann sehr tief und drohend.

Was kann man machen? Tja, wieder schwierig, jedes Tier ist anders und auch die Motivation. Ich habe für diese Fälle ein Spielzeug dabei, gehe sofort auf größere Distanz, weiche aus und dies im Laufschritt. Also Spieli raus und spielend weg, mit viel Bewegung, damit meine Madam sich auf mich konzentriert.
Und sie nutzt es gut, beißt ihren Frust im Spieli ab und so kommen wir meist gut vorbei. Distanz und Alternativverhalten. Was ich aber auch erst lernen musste, dank Barbara offenbar sogar recht erfolgreich .

Ich mache mir also ihren Trieb zunutze, hat Joschi Trieb? Steht er auf zerrgeln und Spielis?

Die Distanz zu diesen Hunden zu vergrößern, ist auf jeden Fall nicht verkehrt. Was könnte für Joschi wichtiger sein als diese Hunde?
Das wäre mein Rat, unter Vorbehalt, denn worin seine Motivation liegt kann ich nicht abschätzen. Das kann nur ein guter Trainer.

Hier finden öfter WS statt, da könntest du es rausfinden. Mit sehr vielen Trainingspartnern , nur so als kleiner Tipp am Rande.

anniemel

wo Männer in Socken hechelnd am Feldrand stehen, während die Hunde das beste aller Ortungssysteme perfekt beherrschen

Beiträge: 10.927



27.02.2016 23:01
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Ich kenne das auch, dass Anni auf verschiedene Hunde auch unterschiedlich reagiert. Manche Hunde gehen schon ganz gut, bei anderen reagiert sie sogar auf die frische Spur. Ohne dem Hund je persönlich begegnet zu sein. Das weiß ich sehr genau, da wir hier noch nicht lange wohnen und Anni noch nicht viele Hunde kennengelernt hat.

Bei den Hunden, die immer noch am schwierigsten sind, hilft bei uns ausschließlich Distanzaufbau, dann Leckerlies in die Richtung vom Hund weg füttern oder sogar vorauswerfen. Mehr geht nicht. Bei anderen Hunden krieg ich Anni schon im Signal auf der anderen Seite teils an lockerer Leine vorbei (aber nur wenn Leo nicht dabei ist).

Also ja, ich kenn das auch. Es gibt viele unterschiedliche Motivationen und auch Mischmotivationen.

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Viele Grüße von Tina mit der wilden Hummel Anni und Klein Leo


Nicht jede Hand verdient es, gehalten zu werden, aber jede Pfote

Der Joschka



Beiträge: 151



28.02.2016 06:32
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Danke für Eure Antworte!

Das mit der Ablenkung ist recht schwierig.Mittlerweile spielt der zwar und hat seit allerneuestem sogar Spaß am Zergeln ,aber nicht in solchen Situationen.
Nachdem er endlich einen Ball fand mit dem Spielen funktioniert (er fand ihn wirklich selbst,das Teil lag in der Feldmark rum und wurde sofort seine große Liebe) ist das Tragen von diesem für ihn eine recht hochwertige Belohnung und das Angebot ob er ihn haben möchte lenkt ihn von vielen Dingen prima ab.
Kommt aber einer dieser unbeliebten Hunde daher und Joschi trägt den Ball bereits,so spuckt er ihn augenblicklich aus und lässt ihn liegen.Tragt er ihn grad noch nicht ,lässt der von mir angebotene Ball ihn kalt.Das Zergeln ist noch so neu das es noch nicht erprobt ist.

Futter funktioniert bei Joschi normal sonst gut,aber genau bei diesen Begegnungen interessiert es ihn gar nicht.

Das ich auch in dieser Situation mit dem schnöden Abhauen (Distanz schaffen) nicht ganz verkehrt liege ist schon mal eine große Beruhigung.Der nächste Schritt müsste jetzt also darin bestehen etwas aufzubauen bei dem er freudig mitgeht?Das wäre dann der Punkt was für ihn wichtiger sein könnte als diese Hunde...Das genau weiß ich eben nicht...

LG Anja und Joschi

LG Anja und Joschi
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ChristianS

Mr. Merci, den Rottiliebe schon mal blind macht mit Sir Rüdenhasser, der neuerdings aber nur noch Augen für seine "Puppe" hat

Beiträge: 2.291



28.02.2016 07:16
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Zitat von Der Joschka im Beitrag #4

Futter funktioniert bei Joschi normal sonst gut,aber genau bei diesen Begegnungen interessiert es ihn gar nicht.



... schreibst du über meinen Charli?
Ich habe auch diese Probleme mit Charli, es gibt Hunde, an denen wir vorbei gehen können, ohne dass es Stress gibt. Leider gibt es aber auch Hunde, die er zum Fressen gern hat. Habe mittlerweile raus bekommen, welch das sind. Es sind nicht wirklich fremde Hunde, es sind solche, die an unserem Grundstück pöbelnd vorbei ziehen oder sich zu weit unserem Grundstück nähern. Begegnen wir diese dan in freier Wildbahn, kommt es schon zu starken Erregungen meines Rüden. Er reagiert dann weder auf Futter noch auf Spiel. Ich habe mich damit abgefunden und vergrößere die Distanz.

Früher dachte ich immer, dass er generell fremden Hunden gegenüber dieses Verhalten zeigt. Mit der Zeit erkannte ich aber, dass es gerade die Hunde sind, die ihn anpöbeln und diese, bei denen ich, in meinem früheren Leben, Charli aversiv behandelt habe (alsso ganz klar mein Fehler).

LG Kira, Charli & Christian
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"Lerne, mit einem Tier zu kommunizieren,wie Du es mit Deinen Brüdern tust.
Beobachte es, sieh zu, wie es lebt und versuche
hinter seine Träume zu kommen.
Es wird Dir seine Liebe,aber auch seine Kraft schenken."

Indianische Weisheit

Rena-O

goldige Runkeline, die haufenweise koreanische Touristen anzieht und auf Kommando Gras gibt

Beiträge: 3.898



28.02.2016 09:30
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Zitat von ChristianS im Beitrag #5
Zitat von Der Joschka im Beitrag #4

Futter funktioniert bei Joschi normal sonst gut,aber genau bei diesen Begegnungen interessiert es ihn gar nicht.



[quote]... schreibst du über meinen Charli?



Nöö, schreibt über Cora

Die Hunde, wo ich sie früher mit "Wasser" gemaßregelt habe, sind jetzt ihre absoluten Feinde, da muß ich schon sehr große Bögen laufen.

Bei anderen Hunden kam die große Verbesserung erst mit dem Klickern. Sollte aber richtig gezeigt werden.
Oft sehen die Hunde andere Hunde als Bedrohung an - ich konnte mir auch nicht vorstellen, daß Cora einen kleinen Dackel oder Malteser als Bedrohung empfindet und deshalb angreift nach der Devise "Angriff ist die beste Verteidigung". Nun bestrafe ich sie nicht mehr (möglichst auch kein wegzerren) wenn sie Hunde sieht, sondern belohne das Hinschauen. Natürlich muß immer noch der Abstand so groß sein, daß sie nicht schon angreifen will. Sie hat so mit der Zeit gelernt, daß andere Hunde etwas Positives sind und der Abstand konnte immer kleiner werden.

Auf welche Hunde extrem reagiert wird, ist schwer vorauszusagen, da ist gutes Beobachten und vorsichtshalber rechtzeitiges meiden angesagt. Plötzliche Hundebegegnungen , besonders offline-Hunde die frontal auf uns zustürmen, sind immer noch der absolute Albtraum. Trotzdem sehe ich, wie es langsam besser wird.
Es dauert etwas länger bis zum Erfolg, es gibt aber keinen anderen Weg, wenn du deinen Hund fair behandeln willst.

Viele Grüße
Rena & Cora

Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Zeit und Liebe. Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.

animonda

Chauffeurin der ersten Partyweiler-Brunnenelfe, die aus Rottiopa den ältesten Welpenkasperkopp der Welt gemacht hat

Beiträge: 14.239



28.02.2016 10:32
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Zitat von Der Joschka im Beitrag #4

Futter funktioniert bei Joschi normal sonst gut,aber genau bei diesen Begegnungen interessiert es ihn gar nicht.

Das ich auch in dieser Situation mit dem schnöden Abhauen (Distanz schaffen) nicht ganz verkehrt liege ist schon mal eine große Beruhigung.Der nächste Schritt müsste jetzt also darin bestehen etwas aufzubauen bei dem er freudig mitgeht?Das wäre dann der Punkt was für ihn wichtiger sein könnte als diese Hunde...Das genau weiß ich eben nicht...



Spielen mag die Elfe draussen so gut wie gar nicht, da sie es im Garten aber gern tut, glaube ich dass sie sich draussen irgendwie nicht "sicher" genug fühlt? Vielleicht geht das anderen Hunden auch so?

Bei Sarah funktioniert auch in hoher Erregungslage das Futtern noch, wenn ich ihr die ganze Minifrikadelle regelrecht ins Maul stopfe-> hört sich ein bisschen fies an, aber wenn sie erst mal das erste Stück drin hat, dann kann ich sie damit auch umlenken bzw. is der Wunsch nach mehr größer als, der andere Hund.
Allerdings brauch ich da auch nicht mit den normalen kleingeschnippelten Keksen kommen, ich habe für "solche" Fälle mehre ganze oder max . halbierte Frikko`s dabei, um ihr sozusagen das "Maul" zu stopfen Und sie muß dann auch richtig "schlingen" können, das merkt man....


Natürlich ist auch das von der Distanz abhängig, ansonsten klarer Fall von: je früher ich sie sozusagen "lobe" und sie damit Blickkontakt zu mir aufnimmt und dann C+L kriegt desto besser, je mehr sie "vorher" selbst entscheiden mußte, weil ich den Hund zu spät gesehen habe ...... schwieriger.

Aktuell üben wir aber genau das , das Sarah sich an der Schlepp von selbst zu mir umorientiert und sich für mich entscheidet....... statt für Krawall.

Dabei muß der Abstand aber mindestens noch 30 oder gerne auch deutlich mehr Meter sein.

und letztlich wird es wohl immer ein paar Situationen geben, die schlicht und ergreifend nur gemanagt werden können......

Liebe Grüße

Iris mit Aldo und Holly und mit dem Brunnenelfentier Sarah, unserem Shadow sowie Dusty, für den mir die richtigen Worte fehlen, sowie auch Theo tief im Herzen vereint auf ewig.

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“
Francis Picabia

anniemel

wo Männer in Socken hechelnd am Feldrand stehen, während die Hunde das beste aller Ortungssysteme perfekt beherrschen

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28.02.2016 11:05
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Da kann ich Iris nur zustimmen: einfach schnöde Futter hinhalten klappt da nicht, ich muss es Anni dann richtig ins Mäulchen stopfen - und auch nicht ein Minileckerchen. Gerne ne Handvoll Frikadelle oder sonstiges Futter. Da funktioniert auch keine Tube mehr.

Parallel habe ich das Signal "Kehrt" aufgebaut. Das heißt für die Hunde "umdrehen" und mit mir in die andere Richtung gehen. Das habe ich natürlich komplett ohne Ablenkung lange aufgebaut. Bei Leo an der Schleppleine.

Haben wir eine Hundebegegnung und wir haben noch genug Distanz, dass ich nicht schnell weg muss, biete ich als Lösung möglichst immer erst noch ein "kehrt" an und gehe dann mit Leckerlies vorauswerfend in die andere Richtung. Reagieren sie nicht, muss ich beide Hunde (und einen, wenn ich getrennt gehe) eben mitziehen. Ist blöd, aber bevor ich in der Situationen verharre und Fremdhunde näher kommen, mache ich das eben auch. Allerdings lobe ich dann sofort jeden freiwilligen Schritt.

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Viele Grüße von Tina mit der wilden Hummel Anni und Klein Leo


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Der Joschka



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28.02.2016 12:22
RE: Motivationen für Leinenaggression Zitat ·antworten

Ich möchte natürlich eben auch nicht wegzerren müssen,sehe aber auch noch keine andere Möglichkeit,da Distanz mir das einzig Entzerrende zu sein scheint.
Kommando kehrt parallel aufzubauen ist eine gute Idee,das werde ich beginnen.Ich mache mir jetzt nicht so sehr große Hoffnungen das es für die besonders Schlimmen Hunde klappt (weil Futter und Spieli da ja auch nicht gehen) aber einen Versuch ist es Wert.

Das die verbliebenen schwierigen Hunde alles Hunde sind die ihn anblaffen und/oder bei denen er von mir schon aversiv gestraft worden ist stimmt bei uns leider auch.Ich habe schließlich fest geglaubt das ich mich nur durchsetzten muss damit er es sein lässt.Das gilt allerdings auch für diverseste andere Hunde denen er jetzt viel ruhiger begegnet.Wie ich schon schrieb es gab Zeiten in denen er schlichtweg allen Hunden online bellend entgegen sprang,ergo ist er auch aversiv von mir gemaßregelt worden.

Die wirklich große Belohnung wäre auch mal einen Versuch wert,kauen beruhigt ihn sehr .Ich bin mir nicht sicher ob er es dann noch wahrnehmen kann oder er es einfach wieder ausspuckt,fakt wäre aber solange er kaut ist er deutlich entspannter.Außerdem wäre es spannend ob eine besonders große Belohnung ihn mit der Zeit evtl milder auf diese Hunde stimmt.

Das Anblaffen der Anderen alleine kann nicht das Hauptproblem sein ,das machen andere Hunde auch und es lässt ihn mittlerweile schon recht kalt,solange er einen Sicherheitsabstand und/oder Ablenkung als Alternative hat.Während Joschi noch jeden bepöbelte ist mir nie aufgefallen wieviele uns bepöbeln.

LG Anja und Joschi

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Fritzi

wo die Schrauben nicht locker, sondern im Hund verschollen sind

Beiträge: 205



28.02.2016 22:47
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

Siehst Du denn die Möglichkeit mit den Menschen der Kategorie 3 Hunde mal ins Gespräch zu kommen?
Dann könntet ihr mal ein Stück im tolerierbaren Abstand in die gleiche Richtung gehen. Ggf. könnt ihr Euch ja langsam annähern.
Meiner Erfahrung nach klappt in die gleiche Richtung gehen häufig besser als frontal aufeinanderzugehen.

... ... ...
Herzliche Grüße von Lydia mit Fritzi

Kat70

mit weltbestem Springding, das trotz überstandener Pubertät immer noch "Mamakind" ist

Beiträge: 3.321



29.02.2016 11:20
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

Anja, hast Du schon mal was von BAT gehört?

Es gibt hierbei "2 Arten". Zum einen das BAT 1.0, das bedeutet, in ganz groben Zügen, eine Annäherung an den Auslöser im Wohlfühlabstand, und sobald der Hund reagiert (minimale Zeichen beachten) eine Belohnung durch Distanzaufbau.
Dann gibt es eine Weiterentwicklung des BAT 1.0 (das nennt sich dann sinnigerweise BAT 2.0). Hier lernt der Hund sich selbst zu helfen, bzw. Lösungen zu entwickeln. Es wird permanent im Wohlfühlabstand gearbeitet und der Hund lernt, dass er Strategien entwickeln kann, in keinster Weise Richtung des Auslösers "gedrückt" wird.

Ganz blöd zu beschrieben und definitiv anfangs nicht ohne Hilfe (also ohne geschultes weiteres Augenpaar) machbar. Ich beschreibe Dir mal wie wir es mit Lotte gemacht haben und was Strategien sein können.
Wir haben uns zum BAT auf einem "Feldweg" getroffen, auf dem auf einer Seite Weinreben sind, auf der anderen Seite Bäume, Hütten, schlicht interessantes Gelände. Dort wurde in reichlich Abstand der "Sparring-Partner" platziert. Lotte durfte den Hund wahr nehmen und sie durfte machen. Leider war mein Mädel anfangs völlig überfordert, da ihr ausser drauf zu stürmen maximal noch einfiel Frauchen zu fragen was jetzt angesagt ist. BAT basiert aber darauf eigene Strategien zu entwickeln, also gab es keine Ansage von Frauchen. Irgendwann fing sie dann an interessiert zu schnüffeln. Mal links mal rechts. Oft nahm sie sich komplett raus, indem sie z.B. zwischen den Reben verschwand. Man konnte die ganze Zeit sehen, dass ein Auge immer beim anderen Hund war. Schnuffelnd ging es dann ganz langsam Richtung Auslöser. Der Mensch bleibt die ganze Zeit hinterm Hund, "drückt" ihn in keine Richtung, bremst ihn maximal aus. Wir konnten binnen einer Woche, bei immer anderen Sparring Partnern die Distanz, wohlgemerkt die Wohlfühldistanz! von ca 70 m auf 30 m drosseln.
Im Alltag bei Hundebegegenungen natürlich kaum machbar, Aber das faszinierende daran ist, dass der Hund lernt zu überlegen und Selbstvertrauen aufzubauen. Das kann er dann auch in normale Begenungen mitnehmen.

Ich denke mit Deinem Pferde-Problem hast Du was ganz ähnliches gemacht mit diesem Garten. Hund hat gelernt er muss nicht, kann in aller Ruhe schauen und selbst entscheiden......

Der Joschka



Beiträge: 151



29.02.2016 19:45
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

In die Thematik BAT 1.0 bzw 2.0 habe ich mich ehrlich gesagt erst gestern eingelesen als Barbara es es gestern im Zusammenhang mit dem Thema "Pferd gebissen" erwähnt hat.

Ganz lieben Dank für die gut verständliche Zusammenfassung.

Ich denke ,nach dem was ich bisher darüber weiß, das es genau die Richtung ist die wir brauchen.Ich denke allerdings auch das ich da Hilfe brauche.

Das Handling am Stall war ja auch keine speziell durchdachte Methode,sondern aus der Not geboren ,weil mir nach dem "Guten Rat" des Trainers und der daraus resultierenden Überlastung von Joschi ,ja auch nix blieb auch ein totaler Cut.Die Variante mit der Schleppleine war quasi der Versuch es ihm so schön und frei wie möglich zu gestalten und außerdem ihn noch beschäftigen zu können damit er sich nicht weggesperrt und bestraft fühlt.

LG Anja und Joschi

LG Anja und Joschi
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Oskar I.

nicht in Waltons-Mountain, aber in München heißt es nun "Gute Nacht, John-Boy", "Gute Nacht, Beate"

Beiträge: 2.695



04.10.2016 19:47
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

der immer gleiche Ärger ist keinen eigenen thread wert, hierher passt es irgendwie - denn so kann man prima leinenaggressiv werden - und ich würde es gern loswerden!
Ich war eben mit meinem angeschlagenen Hund auf dem Heimweg vom Büro. Kommt plötzlich Paul (offline!!!) um die Ecke geschossen und geradewegs mit Gebrüll auf Oskar! Der natürlich gleich mitbrüllt. Wildes Knäuel.
Paul sieht aus wie ein zu groß geratener Kromfohrländer und hatte meinen als Jungspund schon mal als beide offline an der Isar waren, ziemlich zusammengefaltet. Ich mache also, wenn ich die Chance habe einen Riesenbogen um Paul.

Heute keine Chance. Rein instinktiv habe ich Oskar sofort hochgenommen und mich von Paul weggedreht und habe versucht weg zu gehen, der natürlich hinterher. Irgendwann erscheint "Frauchen" und versucht Paul habhaft zu werden. Er entwischt ihr wieder, ich mich immer von Paul weggedreht und versucht weiterzugehen. Total enge Situation, Bauzaun, Strassenkreuzung, etc.. Paul immer an uns dran, Getöse von beiden!!! Schließlich wirft sich die Frau fast auf den Hund und drückt ihn an den Bauzaun und kann ihn da endlich beim Wickel = Halsband kriegen. Mann oh Mann! Mein Herz schlug bis in den Hals, und Oskar konnte sich natürlich gar nicht beruhigen.
Als wir etwas Abstand haben, entschuldigt sich die Frau und meint, sie wisse, dass das blöd klingt, aber sie wüßte gar nicht, was in Paul gefahren ist. Hallo? Nach unserem damaligen Erlebnis mit Paul, (da war allerdings Herrchen dabei,) haben mir einige erzählt, dass ihre mit dem schon Probleme hatten, oder Schiss vor ihm haben. Vielleicht ist sie die neue Freundin von Herrchen, oder sie stellt sich nur blöd. Ich hab ihr dann gesagt, dass Paul ihn schon mal gepackt hat, und ich eine Leine eine gute Idee fände.
Und obwohl es ja immer heißt, nichts wäre so falsch wie den Hund hoch zu nehmen, kam es mir heute richtig vor und tut es eigentlich noch.

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Viele Grüße! Beate mit John-Boy und Oskar, der auf der Wolke wohnt

anniemel

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Beiträge: 10.927



04.10.2016 20:54
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

Ganz ehrlich, bevor ich meine Hunde zusammenfalten lasse, nehme ich sie auch hoch. Insbesondere bei Leo hat das schon gut funktioniert. Ich würde es nicht immer und in jeder Situation machen, aber in Einzelfällen finde ich es eine gute Möglichkeit.

Blöd solche Erlebnisse und Oscar kann sowas grad schon gar nicht gebrauchen.

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Viele Grüße von Tina mit der wilden Hummel Anni und Klein Leo


Nicht jede Hand verdient es, gehalten zu werden, aber jede Pfote

kaha

passionierte Querdenkerin

Beiträge: 6.232



04.10.2016 20:54
RE: Gründe für Leinenaggression ... Zitat ·antworten

Zitat von Oskar I. im Beitrag #13

Und obwohl es ja immer heißt, nichts wäre so falsch wie den Hund hoch zu nehmen, kam es mir heute richtig vor und tut es eigentlich noch.


Natürlich!

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Gruß,
Katharina

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