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Dieses Thema hat 15 Antworten
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Auntie



Beiträge: 20



30.04.2013 14:00
Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Hallo Zusammen,

da ich irgendwie nicht richtig fündig werde, mach ich jetzt einen neuen Thread auf.

Wie aus der Überschrift zu ersehen habe ich ein ernstzunehmendes Problem mit unsere Büffel (so nennen wir ihn immer). Er ist geschätzt 6-7 Jahre alt und kommt von einem Tierschutzverein und hat offensichtlich nicht viel im Leben kennen gelernt. Er hat vor fast allem Angst. Selbst mit ins Restaurant zu gehen ist für ihn eine riesige Herausforderung.

Zu Menschen und Katzen ist er IMMER sehr sehr nett. Bei anderen Hunden hört der Spaß (vor allem für mich) erstmal auf. Sobald er einen fremden Hund erspäht hat, flippt er völlig an der Leine aus. Wenn wir dann mit einem fremden Hund zusammen ein Stück gehen, beruhigt er sich sehr schnell und ich kann ihn nach wenigen Meter wieder von der Leine lassen. Dann stimmt die Aussage „der will nur spielen“.

Meist läuft er völlig ohne Leine. Wir wohnen sehr ländlich und Hundebegegnungen sind eher selten. Auch wenn Wild unseren Weg kreuzt ist er problemlos abrufbar.

Ich gehe davon aus, dass es ein beiderseitiges Problem ist. Ich bekomme (innerlich) schon eine Krise, wenn ich einen fremden Hund erahne. Das merkt er bestimmt. Ich habe den Eindruck, dass es bei ihm Unsicherheit ist.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ihn dann sowohl auf Geschirr wie auch SCHÄM auf Stachel führe. Hintergrund ist, dass ich schon mal beim Ordnungsamt antanzen musste, weil mir eine Frau (Pflegestelle für überwiegend kleine Hunde) vorgeworfen hat, ich hätte ihn nicht unter Kontrolle. Ich war ihr extra aus dem Weg gegangen, damit sie unbehelligt weiter gehen kann. Auf dem Weg in den Wald bin ich gestolpert, habe versehentlich die Leine von der Malihündin fallen lassen und mit dem Büffelchen am Boden „gerungen“. Die Dame ist einfach stehen geblieben, ihre Hunde haben unaufhörlich gebellt und somit war mein Süßer nicht zu beruhigen.... sehr unschöne Geschichte.

Diesen Thread habe ich eröffnet, weil ich von Euch gerne Tipps hätte wie wir Abhilfe schaffen können. Habe hier im Forum keine zündende Idee für mich gefunden. Soweit ich es noch schaffe schaue ich heute hier noch ein paar Mal rein. Ansonsten bitte nicht wundern, bin erst nächsten Montag wieder auf der Arbeit und somit online.

Entschuldigung, dass es jetzt sooo lang geworden ist.
Vielen Dank vorab
(

Liebe Grüße

Birgit

Lubuff



Beiträge: 1.944



30.04.2013 15:00
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Huhu,
ich hab ja auch so einen Leineterrormaus, mir wurde hier im Forum der Clicker nahe gelegt und ich muss sagen mit dem funktioniert es wirklich schon viel besser, sagt dir clickern was??? Lies dich am besten mal durch....das is echt super....


und bitte tu Stachel, weg.......

LG Manu und ihre 2 Hexen Luna und Buffy

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



30.04.2013 15:45
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Ja, also erstmal kann ich Dir auch nur raten den Stachler wegzutun und zwar ganz schnell. Schau, wenn Dein Hund durch den Stachler auch noch jedes Mal einen zusätzlichen Schmerz am Hals verspürt, wenn er einen anderen Hund sieht, wird er es ganz bestimmt nicht besser finden einen Hund zu sehen! So lernen nun leider unsere Hunde... Was will er durch die Ausraster erreichen? Das ist recht einfach erklärt. Ein Hund hat nur wenige Strategien, um mit "Gefahr" umzugehen. Die Flucht wird von uns erfolgreich mit der Leine verhindert. Was bleibt ihm übrig? Der Angriff.
Der Hund hat eine genauso empfindliche Halsregion wie wir Menschen. Leg das Ding bitte ganz ganz schnell weg. Sichere ihn lieber mit Geschirr und normalem Halsband und wenn Du Dir gar nicht sicher bist, gewöhne ihn langsam und positiv an einen Maulkorb. Das gibt vor Allem auch Dir Sicherheit.

Und wenn ich das in Deinem Vorstellungsfred richtig gelesen habe, hat der Bub auch noch Probleme mit der Bandscheibe. Bekommt er ausreichend Schmerzmittel? Weißt Du, das kann verdammt viel damit zu tun haben. Mein kleiner Nils hatte einen Zahn kaputt, von dem wir nihcts wussten. Er rastete bei Hudnesichtung so aus, dass er mich ins Knie zwickte, Lumpi in den Popo, den Clicker am Handgelenk schredderte und er halb erstickte. Schuld waren Schmerzen. Du glaubst nicht, wie schnell Hunde Schmerzen falsch verknüpfen. Mein Lumpi kam mit der Rute an einen Elektrozaun, als er gerade sein Herrchen ansah. Er hatte 2 Jahre Angst vor Herrchen und wir hatten ein hartes Stück Arbeit. Schmerz ist für ein Aggressionsproblem ganz bestimmt nicht zuträglich und auch für Lebensqualität natürlich nciht.

Wir arbeiten hier eigentlich alle mit dem Clicker. Aggression ist für ein Lebewesen eine ganz elementare Überlebensstrategie. Taucht Gefahr auf (und was ein Lebewesen als Gefahr definiert, kann nur das Lebewesen selbst bestimmen) muss es sich in Sekundenbruchteilen für Flucht oder Kampf entscheiden. Wofür sich ein Lebewesen entscheidet hängt von diversen Faktoren ab, aber genetische Disposition und Erfahrung sind ganz Wichtige dabei. Wenn ein Tier nie flüchten kann, wird es angreifen. Aggression entsteht in einer sehr alten Hirnregion, die z.B. auch den Sexualtrieb steuert. Ein Lebewesen überlegt nicht, ob es jetzt aggressiv wird oder nicht, bis die Entscheidung gefallen ist, hat der Angreifer sein Werk vollbracht. Deshalb kann man einem Lebewesen nicht auf der "Vernunftsebene" beibringen, dass ein Reiz keine Aggression auslösen soll. Dass Aggression bei Gefahr gezeigt wird, kann man erst im weiteren Verlauf eines Trainings beeinflussen.
Erstmal geht es darum die Emotionen, die der Hund beim Anblick eines Reizauslösers (in dem Fall eines Hundes) hat, positiv zu beeinflussen. Heisst: wenn der Hund den Anblick eines anderen Hundes mit positiven Dingen verknüpfen kann, wird der Anblick selbst für ihn irgendwann nciht mehr negativ sein. Als Erstes gehört dazu, dass man dem Hund die nötige Distanz gewährt, durch rechtzeitiges Ausweichen, notfalls Umkehren. Als Zweites sollte man jeden Blick zu einem Hund bestätigen und belohnen. Da kommt der Clicker zum Einsatz. Ein CLicker kann - wie jedes andere Geräusch - wenn es ausreichend positiv verknüpft wurde, die Ausschüttung von Glückshormonen im Körper anregen! Ein weiterer Vorteil ist, dass der CLicker immer gleich klingt, auch wenn DU aufgeregt bist. Und nicht zuletzt: die Arbeit mit dem Clicker stärkt den Kooperationswillen des Hundes ungemein.
Und man hat selbst etwas, an dem man sich festhalten kann

Am Allerbesten wäre es natürlich, wenn Du Dir das von einem guten Trainer zeigen lassen würdest. Empfehlen kann ich Dir auf jeden Fall Barbara, die Forumsbetreiberin. Ich bin nicht schnell von einem Trainer überzeugt udn war lange skeptisch. Aber das, was ich bei Barbara gelernt habe, hat uns wirklcih weiter gebracht - nicht zuletzt hat es uns auch eine schöne Freundschaft beschert . Gerade im Aggressionsbereich kann man so verdammt viel falsch machen.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Monty312

Amerika-Flüchtling mit winzigem Familienzuwachs

Beiträge: 977



30.04.2013 15:57
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Frau T. Das hast du sehr schön gesagt. Mir sind die Tränen gekommen.

Herzliche Grüße,
Miriam mit Snoopy

SuseVdw



Beiträge: 66



30.04.2013 22:57
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Spontan fällt zusätzlich zu Frau T.'s Ausführung auch nichts mehr ein.

Zum Stachler ist schon alles gesagt. Finde ich prima, dass du mit offenen Karten gespielt hast!

Überprüfe die Schmerzmedikation von deinem Büffel, vielleicht reicht es nicht, ihn annähernd schmerzfrei zu bekommen.

Lies dich in die Clicker-Thematik ein, konditioniere ihn möglichst schnell und los geht's mit Click for Blick bei jeder Hundesichtung, auch wenn er ewig weit weg ist.

Kopf hoch, das wird bestimmt besser

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Liebe Grüße,

Suse mit Liam, die noch einiges lernen möchten

Skip


01.05.2013 09:20
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Liebe Birgit,
ich habe einen 40kg schweren X-Herder (1/4 Herder, 3/4 Malinois), der auch früher wie ein Irrer an der Leine gepöbelt hat, im Freilauf aber recht verträglich war.
Und das bei Hundesichtungen teilweise schon auf 200m (und bei Menschenichtungen leider auch)...Ich war in einem Verein, der mir auch anriet, ihn mit Stachel zu "kurieren", was ich auch einige Wochen halbherzig durchgezogen habe.
Hier habe ich gelernt, daß ich statt den Hund zu bestrafen und am Satchel zu zerren und so Fremdhunde noch negativer zu belegen, statdessen Fremdhunde mit dem Klicker positiv verknüpfe. Ich habe mir das in einem Workshop zeigen lassen und führe seitdem ein Trainingstagebuch.
Und nach einem Jahr Klickertraining muss ich jetzt noch maximal die Strassenseite wechseln, um an anderen Hunden ohne Getöse vorbei zu kommen!
Ich bin so glücklich und mein Hund wird immer weniger gestresst! Teilweise guckt er mich schon erwartungsvoll und froh an, wenn er einen anderen Hund oder einen Jogger erblickt!

Frau T. hat das alles sehr schön zusammengefasst, auch die Sache mit den Schmerzen, die nicht zu unterschätzen ist.




04.05.2013 09:01
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Ich habe auch recht "viel" an der Leine, 47kg Rottweiler....ohne Stachler und co!

Für sicheres Halten empfehle ich (bei dualer Führung, also weiches Halsband plus Geschirr) einen Kurzführer, die gibt es aus weichem Leder, aber auch mit nem richtigen Griff dran. Das war für mich der Durchbruch,den Hund halten zu können, denn die Angst kenne ich sehr sehr gut, man muss schon standfest sein, wenn so viel Hund in die Leine geht. Nur am Halsband schwirrt Dir der Hund dann irgendwo vorne rum, würgt sichj dabei noch extrem (selbst bei einem weichen Halsband)und alles wird nur noch schlimmer. Hat man die Führtechnik einmal raus, fühlt man sich gleich wesentlich sicherer.

Dann habe auch ich sehr viel mit dem Klicker gearbeitet, parallel dazu aber auch ein Markerwort (Top, kannst auch Klick sagen, klingt auch schön knackig)konditioniert und mit der sogenannten Gegenkonditionierung gearbeitet, sprich bereits bei Sichtung der "Gefahrenquelle" geklickert und die Futterhand vor die Schnut! Der Klicker kommt wesentlich besser in solchen Extremsituationen in das Hirn des Hundes, sprich wird noch wahrgenommen, obwohl Spannungspotential besteht. Hast Du ihn aber mal vergessen (das passiert schnell mal) oder kannst ihn in der Aufregung nicht finden, er fällt runter etc. ist es gut, noch ein gut trainiertes Markerwort zu haben. Das sage ich dann auich immer wieder ruhig und laut, also top, top, top usw. Bis er sich umdreht....

Gleichzeitig Abstand suchen...viele Hunde, so auch meiner können vor Aufregung keine Leckerchen nehmen, dann hilft wirklich nur Abstand. Sehr hilfreich ist es, wenn sie an was hochwertigem lecken können, das beruhigt sehr. Ich nehme dann Leberwurst- oder Lachscremetuben mit. Alternativ auch wiederbefüllbare Futtertuben mit dem, was ein Hund so mag (Lebrwurst, Schmierkäse etc)

Auntie



Beiträge: 20



06.05.2013 11:49
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

So Urlaub und WE vorbei und ich bin wieder hier.

Danke Euch vielmals für die zahl- und hilfreichen Antworten. Das der Stachler weg sollte ist mir völlig klar. Deshalb auch mein Weg hierher.
Ich glaube nicht, dass Schmerzen ursächlich für das Problem verantwortlich sind. Wir haben den Buben jetzt seit 3 Jahren und die Bandscheibe macht seit 2 Monaten Probleme. Schmerzmedies hat der TA gar nicht verschrieben, er hat „nur“ Cortison bekommen. Die letzte Tablette vor drei Wochen. Bei der Physio zeigt sich, dass er schmerzfrei ist.
Ja, Clickertraining sagt mir was. Habe letzten Winter schon mal versucht, ihm die Verknüpfung Click und Keks beizubringen. War leider erfolglos. Er lernt deutlich langsamer als die Malimaus. Von daher bin ich vermutlich zu ungeduldig.
Habe es ursprünglich mal so verstanden, dass man Click, wenn der Hund den Hundeführer anschaut, sobald er einen Artgenossen sieht.
Frau T. erklärt es aber genau andersherum. D.h. also wenn der Bube einen anderen Hund anschaut, ohne Theater zu machen, dann wird er positiv mit dem Clicker bestätigt? Kann ich das auch einfach an ihm bekannten Hunden (nicht die eigenen) trainieren?
Wir haben extrem selten Fremdhundbegegnungen. Seit Anfang März sind wir auf keinen fremden Hund mehr getroffen, so dass der Einsatz vom Stachel auch völlig unnötig war. Wir wohnen sehr ländlich und ich weiß ungefähr, wann die Dame mit den kleinen Hunden spazieren geht. Deshalb meide ich diese Uhrzeit.
Das Büffelchen läuft dann grundsätzlich ohne Leine. Wenn ich andere Hunde früh genug sehe (kurvenreiche Waldwege) kehre ich grundsätzlich um oder gehe einen anderen Weg. Hat der Bursche den fremden Hund erst mal gesehen, lässt er sich leider auch nicht durch Leberwurst von der Pöbelei abbringen.
Kompetenter Hundtrainer ist ein gutes Stichwort. Leider nicht einfach zu finden. Soweit ich gesehen habe, hat Barbara ihr Hundeschule in Detmold. Wäre nicht die Welt von uns aus. Werde sicher mal den Kontakt zu ihr suchen.

Liebe Grüße

Birgit

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



06.05.2013 12:11
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Zitat
Habe es ursprünglich mal so verstanden, dass man Click, wenn der Hund den Hundeführer anschaut, sobald er einen Artgenossen sieht.
Frau T. erklärt es aber genau andersherum. D.h. also wenn der Bube einen anderen Hund anschaut, ohne Theater zu machen, dann wird er positiv mit dem Clicker bestätigt? Kann ich das auch einfach an ihm bekannten Hunden (nicht die eigenen) trainieren?


Hier muss man etwas unterscheiden, der Clicker wird unterschiedlich eingesetzt.
Erstens ist der Clicker Bestätigung für erwünschtes Verhalten, z.B. Blickkontakt > Click und Belohnung (C&B) oder "Sitz" nach Sigal > C&B. Das sorgt dafür, dass der Clicker für den Hund sehr positiv belegt ist, denn er kündigt IMMER eine Belohnung an udn auch Bestätigung für ein Verhalten wirkt auf den Hund schon belohnend, weil er weiß, dass er etwas richtig gemacht hat!

Und nun kommen wir zu Zweitens: Gegenkonditionierung. Der clicker bedeutet für den Hund immer etwas Positives. Wenn er nun zu einem Hund hinschaut und auf den Blick zum Hund folgt immer C&B, verknüpft der Hund irgendwann "Anblick Hund = es passiert etwas tolles!" und mit der Zeit wird daraus "Hund = gut!" - das heisst nicht, dass Dein Hund dann irgendwann zum totalen Hundeliebhaber wird. Aber der Anblick eines Hundes wird bei ihm irgendwann zum einen ein Alternativverhalten auslösen, z.B. sich zu Dir zu wenden - und der Anblick des Hundes wird langfristig nicht mehr zur Ausschüttung von Streßhormonen führen (oder zumimndest zu weniger). Denn genau das ist es, was passiert: der Hund sieht einen Reizauslöser und schüttet Streßhormone aus. Die wiederum sorgen dafür, dass im Körper alles auf Flucht oder Angriff bereit ist! Die Muskeln werden durchblutet, Herz-Kreislaufsystem läuft auf Hochtouren - und der Fokus richtet sich total auf die Gefahr und alles aussen rum wird ausgeblendet. Das ist überlebensnotwendig in der Natur. Und diesen Kreislauf kann man nur durchbrechen, wenn man vorne ansetzt.

Natürlich kannst Du das mit bekannten Hunden üben! Das solltst Du sogar! Jeder Blickkontakt zu einem Hund - egal ob bekannt oder nicht - soll bestätigt und belohnt werden. Das ist sogar super gut, denn bei bekannten Hunden, sollte er weniger Streßhormone ausschütten und damit wird die positive Verknüpfung unterstützt.

Und nun kommen wir zur dritten Sache: Clickern, wenn der Hund schon nicht mehr ruhig ist! Viele Leute sind leider immer noch der Ansicht, dass man damit das aggressive Verhalten belohnt. Aber Aggression kann man nicht belohnen. Aggression ist ein völlig automatisch ablaufender Mechanismus. Ich kann Aggression verstärken, indem ich weitere negative Komponenten wie Schmerzreize oder Anschreien etc. hinzufüge, da das zur Zusätzlichen Ausschüttung von Streßhormonen führt. Ich kann Aggression aber nicht dadurch verstärken, indem ich dem Hund z.B. Leckerchen hinhalte (ob er sie nimmt, sei mal dahingestellt). Ich kann Verhalten belohnen, nicht aber Emotionen. Habe ich den Clicker positiv "aufgeladen" und setze ihn auch deutlich mehr in sehr positivem Kontext ein, als in schwierigen Situationen, ist er ein gutes Mittel, um die Stimmung des Hundes positiv zu beeinflussen. Das läuft unterbewusst ab, der Hund hat das Geräushc so positiv verknüpft, dass es in der Lage ist, ihn aus diesem Feindfokus, der zur Aggression dazugehört, herauszuholen.
Selbst wenn der Hund langfristig lernt "wenn ich belle, bekomme ich Leckerchen" ist das nicht schlecht, sondern gut! Denn dann zeigt er keine Aggression mehr, die er bewusst nicht beeinflussen kann. Dann zeigt er sehr bewusst ein VERHALTEN, um ein Ziel zu erreichen. Die Motivation hat sich damit grundlegend geändert von "Kampf aus Bedrohungssituation" in "Verhalten zeigen, um Leckerchen zu bekommen". Das wiederum kann man dann sehr leicht in gewünschtes Verhalten umlenken!

Zitat
Das Büffelchen läuft dann grundsätzlich ohne Leine. Wenn ich andere Hunde früh genug sehe (kurvenreiche Waldwege) kehre ich grundsätzlich um oder gehe einen anderen Weg. Hat der Bursche den fremden Hund erst mal gesehen, lässt er sich leider auch nicht durch Leberwurst von der Pöbelei abbringen.


Rennt er dann hin? Falls ja, gehört er an die Leine. Ansonsten wäre der clicker hier ein gutes Mittel.

Ansonsten hat es uns sehr geholfen, dass ich das Signal "Kehrt" aufgebaut habe. Dabei wird sofort eine Kerhtwende gemacht und wir gehen in die andere Richtung. Das übe ich nun schon seit Ewigkeiten und das machen wir bei jedem Spaziergang zig mal, damit es richtig automatisch funktioniert. Wichtig dabei ist, dass man es deutlich häufiger macht, wenn KEIN Hund in Sicht ist. Sonst gerät er sofort in Alarmbereitschaft, weil er gleich einen Feind vermutet.

Barbara könnte Euch da ganz bestimmt helfen.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Auntie



Beiträge: 20



06.05.2013 12:33
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Danke Tante T.
Der Clicker scheint mir für unser Problem sehr gut geeignet.
Bekannte "Übungshunde" haben wir ausreichend.
Nein, selbstverständlich läuft er nicht da hin, um Himmel Willen. DAS GEHT GAR NICHT.
Wir haben ihn nur 1x, als die Dame uns an unseren eigenen Weiden begegnet ist und ihre Hunde im Freilauf hatte und sie auf uns zu kamen, freigegeben, weil wir nicht mehr hätten umdrehen können. Er ist dann einfach laut bellende in die Gruppe gerannt und das wars. Ich bin grundsätzlich der Meinung, wenn ich jemandem begegne, der seinen Hund (aus welchem Grund auch immer) an der Leine führt, dass mein Hund nicht dahin zu laufen hat.
Andererseits lasse ich unsere auch los, wenn der Entgegenkommende keine Veranlassung sieht seinen Hund zurückzurufen oder anzuleinen.

Liebe Grüße

Birgit

Kiebitz

wo der Einäugige nun endlich König ist

Beiträge: 2.026



06.05.2013 13:00
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

... und noch was zum Aufbau des Klickers:
mach das am besten in entspannter Atmosphäre ohne Ablenkungen, also z.B. zuhause im Wohnzimmer, wenn kein Trubel ist. Dann schneidest Du Dir sehr hochwertige Leckerchen klein - am besten welche, die der Hund nicht zu kauen braucht, sondern einfach runterschluckt. Bei uns funktioniert dafür zwar Fleischwurst oder Käse, Frikadelle und Hühnerherzen sind für meine Hunde aber noch hochwertiger, also noch besser geeignet. Ist das Futter nicht hochwertig genug, funktioniert der ganze Aufbau nicht zuverlässig.
Die Bröckchen können recht klein sein. Für einen Schäferhund vielleicht so fingernagelgoß? Meine arbeiten auch für Futter in 2-5mm Größe...

Der Klick, der ja für den Hund erst einmal bedeutungslos ist, wird nun mit Bedeutung Klick = Lecker!!! "aufgeladen".
Wenn Dein Hund ruhig bei Dir ist, klickst Du und gibst ihm sofort ein Leckerchen - egal, was hund gerade tut. Er darf also weggucken, aufstehen, sich setzen - alles egal. Das wiederholst Du 10-20mal und machst dann Pause.
Um Fehlverknüpfungen zu vermeiden, achte bitte darauf, daß Du exakt in dieser Reihenfolge arbeitest: klicken - in die Schüssel mit den Leckerchen greifen - füttern. Greifst Du gleichzeitig mit dem Klick schon zur Schüssel, oder vielleicht sogar schon vorher, wird der Hund das Sichtsignal (die Handbewegung) wahrnehmen und nicht mehr das akustische (den Klick), weil Sichtreize/Körpersignale die akustischen Signale "überschatten".
Während der oben genannten ersten 10-20 Klicks bewege Dich selbst ruhig etwas, setze Dich mal hin, gib das Leckerchen auch mal aus der anderen Hand, wirf sie auch mal etwas von ihm weg, so daß er hinterhergehen muß. Sorge dafür, daß auch Dein Hund in verschiedenen Positionen geklickt wird - es kann sonst passieren, daß er evtl meint, er wird ausschließlich geklickt, wenn er sitzt...

Das Ganze kannst Du mehrmals am Tag machen, ruhig auch über 3 Tage oder so. Bis dahin sollte der Schädel Deines Hundes blitzartig herumfahren, wenn der Klick ertönt... Und dann kannst Du mit der eigentlichen Klickerarbeit beginnen!

Viel Spaß dabei,
beste Grüße,
Dörte mit Kiebitz, Bolle und Tippa.

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„Erzähle es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun - und ich werde es verstehen und behalten.“ (Konfuzius)

Auntie



Beiträge: 20



06.05.2013 14:02
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Liebe Dörte, herzlichen Dank für die detaillierte Beschreibung.

Habt Ihr vielleicht noch einen Tipp für mich, wie ich den Burschen dazu bringe,nicht immer SOOO feste in meine Finger zu beißen, wenn er das Leckerchen bekommt?

Liebe Grüße

Birgit

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



06.05.2013 14:13
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

Wirf´s ihm zu oder gibt´s ihm auf der flachen Hand. Das ist bei meinen z.B. immer in der Aufregung so.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Auntie



Beiträge: 20



06.05.2013 14:19
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten


Entschuldige, dass ich jetzt so lachen muss. Auf die beiden Ideen bin selbst ich schon gekommen. er ist auf einem Auge fast blind und dazu hat er reichlich deshalb entfällt das Zuwerfen auf jeden Fall.

Und in die flache Hand kann er ganz hervorragend mit den Vorderzähnen kneifen. Das tut auch furchtbar weh. Er ist immer völlig hektisch, wenn's Leckerlies gibt.

Liebe Grüße

Birgit

Auntie



Beiträge: 20



06.05.2013 14:28
RE: Mein kleiner "Leinenrambo" Zitat ·antworten

So, ich mach mich jetzt mal auf zur Physio mit dem Burschen. Endlich Feierabend.
Wünsche Euch Allen auch einen schönen Abend !!!

Liebe Grüße

Birgit

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