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 Behaviour (öffentlich)
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Lotte Offline

wo Hund und Frauchen in Brüllversuchen zwar solidarisch, aber leider erfolglos sind


Beiträge: 1.441

19.09.2012 08:48
Furie in Hundebegegnungen Zitat · Antworten

Hallo ihr! :)
Mich würde gerne mal eure Meinung interessieren, was ich hätte besser machen können, bzw. wie ihr mit solch einer Situation umgeht.

Wir gehen gestern abend noch ne kleine Runde, seh ich an einer Ecke ne mittelgroße Hündin mit Flexi am Rad.
Wir ein paar Meter rüber in eine Einfahrt rein, die andere HH ist stehen geblieben und hat ihren Hund rangeholt.

Ich hatte beim ersten Blick von Lupa auf den Hund geklickt, die hat auch dann sofort zu mir gekuckt.
Dann hatte sie Sitz gemacht (hab ich nicht von ihr verlangt).
Nun stehen wir da, bzw. Lupa sitzt da und bekommt Leckerchen, die andere HH steht auch da ein paar Meter entfernt und macht an ihrem Rad rum.
Diese Hündin hat inzwischen gebellt und Lupa war es wohl auch schon zu viel.
Ich mir gedacht, versuchen wir einfach mal jetzt weiterzugehen. Die andere HH ist dann wohl auch in die Puschen gekommen, deren Hündin hat immer noch gebellt ...

Und dann legt Lupa los, aber wirklich vom Feinsten ... bekommt nen richtigen Tobsuchtsanfall ...
Ich hab sie dann umgedreht und fixiert (ich halt sie da quasi ganz fest) und gesagt "ES IST GUT JETZT".
Lupa hat sich auch relativ schnell beruhigt.
Ich war ehrlich gesagt schon stinkesauer: zum Teil auf die andere Hündin (hätte die nicht gebellt, hätten wir das vielleicht geschafft), auf Lupa (warum muss sie nur wieder so austicken) und natürlich auf mich, wieso bin ich Idiot nicht einfach umgedreht ... irgendwie war ich wohl auch überfordert ...

Jetzt frag ich mich, ist das okay, wenn ich sie so umdrehe, festhalte/fixiere? (sieht wohl so aus, als ob ich meinen Hund da im Schwitzkasten habe und nett kommt das sicher nicht an)
Andererseits soll sie doch merken, dass ihr Verhalten nicht okay ist?
Ich kann da auch nicht weitergehen und ihr Verhalten ignorieren. Denn sie springt da rum wie ein Flumi und gebärdet sich wie eine Furie.
Kräftemäßig halten kann ich sie gut, ich hab da eher Angst, dass sie mir aus dem Geschirr flutscht (Lupa ist schon doppel gesichtert, Geschirr und Halsband).
Vor allem sie steigert sich da immer weiter rein und ich muss ihr doch irgendwie Einhalt gebieten?

Mir hat das Ganze auch leid getan, denn ich will sie mit dem festhalten ja nicht bestrafen. Aber anders hört sie einfach nicht auf.

Wir hatten vor ein paar Tagen auch so ne Begegnung, da ist Lupa voll ausgetickt. Ich hab sie dann kurz umgedreht und fixiert, sie hatte sich dann (dadurch?) beruhigt und wir konnten dann in einem geringen Abstand hinter dem anderen Hund hergehen. So lange der andere Hund sich nicht umdreht und sie ankuckt funktioniert das dann meist gut.

Irgendwie hängen mir solche Erlebnisse immer total drin ...
So gut wir mittlerweile an etwas entfernteren Hunden vorbeikommen, desto schlimmer ist es, wenn die Distanz offensichtlich zu gering ist ... oder der andere Hund sie ankuckt/bellt.

Was macht ihr, wenn eure Hunde einen Tobsuchtsanfall bekommen? Nicht mehr ansprechbar sind (Klicker kommt da gar nicht mehr an) und aufgrund der geringen Räumlichkeiten ein Ausweichen/Weitergehen einfach nicht möglich ist.


Liebe Grüße
Duna

---------------------
Liebe Grüße von Duna

Kafrauke Offline

Amazone ohne Nudelholz und Leidensfähigkeit, jetzt mit neuer Frisur


Beiträge: 7.324

19.09.2012 09:06
#2 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Ganz einfach,was du da gemacht hast war Situations Managemant.
Aber kein Training.
Du verbesserst ihr verhalten damit nicht und,erlich gesagt,es ist auch nicht ungefährlich!
Was,wenn sie irgendwann mal nicht stillhalten kann und nach dir schnappt?

Zitat von Lotte im Beitrag #1

Ich war ehrlich gesagt schon stinkesauer: zum Teil auf die andere Hündin (hätte die nicht gebellt, hätten wir das vielleicht geschafft), auf Lupa (warum muss sie nur wieder so austicken) und natürlich auf mich, wieso bin ich Idiot nicht einfach umgedreht ... irgendwie war ich wohl auch überfordert ...



Dreh nächstes mal um.
Glaub mir,das wird auch dir gut tun,denn du musst auch nicht sauer werden.

Mir passiert das auch immer wieder,und ggf werde ich auch etwas harsch,nämlich dann,wenn Yuri nach Freddie schnappt.
Ich kann ihn dann stoppen,aber das hilft nicht bei dem Verhalten auf Dauer ,sondern unterbricht es nur.
Damit kommt man nicht weiter.

Wenn du es ignorieren kannst,und sie dort wegbewegen kannst,dann tu das und nimm es als deinen Fehler hin.
Viele hier klicken auch in diese Situation rein und haben damit grossen Erfolg.

Zitat
Andererseits soll sie doch merken, dass ihr Verhalten nicht okay ist?
Ich kann da auch nicht weitergehen und ihr Verhalten ignorieren. Denn sie springt da rum wie ein Flumi und gebärdet sich wie eine Furie.


Ihr Verhalten IST okey!
Aus ihrer Sicht.Was soll sie denn sonst tun?
Sie ist in grossem Stress und in Rage,wie soll sie sich denn in so einem gemütszustand kontrollieren?
Hilf ihr dabei

Mit dem reinklickern wirst du das Flummiöse mit der Zeit verkürzen.



Wenn ich -grundsätzlich- aversiv mit meinem Hund trainiere, dann macht das auch was mit mir - und nichts was auf OMMMM endet.


Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

Katha Offline

mit weltbestem Fahrradtrainingshund enttraurigt auf Trab gebracht


Beiträge: 4.248

19.09.2012 09:46
#3 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Hallo Duna.

Das gleiche Problem hatte ich früher mit meinem Rambo auch. Da ist sie auch so ausgetickt, daß sie kaum zu halten war, hat leider dabei meist um sich geschnappt und mir oft blaue Arme verpaßt. Das ist aber inzwischen Gott sei Dank schon mindestens ein Jahr her und wurde bereits besser, als ich mit Neele in eine HuSchu ging, wo sie lernte, daß viele Hunde um einen herum sein können, ohne daß man austicken muß. Und 1000 mal besser wurde es nach dem Training bei der und dem Clickern...
Also Kopf hoch und Geduld haben.

Das klingt jetzt so leicht, aber versuche wirklich, es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Du hast ja selbst gesagt, daß Lupa ruhig geblieben wäre, wenn der andere Hund nicht zu bellen angefangen hätte, also hättest Du schon eher "das Weite" suchen müssen. Mir hat die damals auch geraten: in Bewegung bleiben und Abstand aufbauen, damit Hund lernt: nicht nach vorn gehen, ist die Option, sondern weg. Und wenn man dazu wieder umkehren muß, ist das halt so. Das fällt auch mir selbst jetzt noch schwer, aber da mein Rambo solche "Wutanfälle" nicht mehr hat, höchstens mal kurz nach vorn geht und einmal knurrig bellt, haben wir dieses Problem nicht mehr so extrem. Und sie kommt mit Clicker superschnell wieder runter und "zu mir".. Das hat lange gedauert, aber das schafft Ihr sicher auch!

Und wie Ines schon sagte: Einfach dauerhaft reinclickern in solchen Situationen kann auch schon helfen, als kleine "Beruhigungsmelodie" im Hintergrund sozusagen.

Viel Erfolg.

Katha und Neele-Rambo

Alle Augen schauen, wenige beobachten, sehr wenige erkennen.

Lotte Offline

wo Hund und Frauchen in Brüllversuchen zwar solidarisch, aber leider erfolglos sind


Beiträge: 1.441

19.09.2012 09:54
#4 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Hallo Ines,

ja, du hast recht. Ihr Verhalten ist okay! Für sie ;-)
Und das muss ich mir wohl erst einmal immer wieder bewusst machen.
Wir üben ansonsten schon sehr viel "kuck hier", nur in solchen Situationen klappt es einfach nicht.
Ich weiß einfach nicht, wie ich ihr denn da sonst noch helfen könnte.
Vielleicht vertraut sie mir euch einfach noch nicht genug, denn sie könnte ja auch einfach neben oder hinter mir bleiben.
Statt dessen hängt sie voll in der Leine und will sich auf den anderen Hund stürzen.

Ich ärger mich dann selber immer wieder über mich, dass ich mich über sie ärgere ...
und ich ärgere mich über mich, dass ich nicht anders/eher reagiert habe. (wie in diesem Fall einfach umdrehen)
Und denk mir dann schon auch, mein Gott sie muss doch nicht so ausflippen, der andere Hund kommt doch gar nicht her.
Ich wünsche mir einfach für sie, dass sie das Ganze etwas entspannter sehen kann, denn sie tut ja echt so, als ob der andere Hund ihr ans Leben will ...

Ja, verbessern tu ich ihr Verhalten damit sicher nicht, indem ich sie dann so festhalte. Aber sie dreht sich sonst immer mehr hoch und so kann ich es wenigstens unterbrechen.
Geschnappt hat sie noch nie nach mir, nicht mal ansatzweise. Sie hält sich dann eigentlich ziemlich schnell still.
Drum frag ich mich ja, ob sie nicht auch noch meint, dass ich ihr was Böses will ...

Hach, ich brauch einfach ein dickeres Fell um solche Begegnungen schneller wegzustecken. Ich glaube, da tut sich Lupa leichter damit.

LG
Duna

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Liebe Grüße von Duna

Lotte Offline

wo Hund und Frauchen in Brüllversuchen zwar solidarisch, aber leider erfolglos sind


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19.09.2012 10:00
#5 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Hallo Katha,
danke für deine Worte. Stimmt Wutanfälle könnte man das Ganze nennen.

Wenn ich ausweichen kann, mach ich das immer und dann funktioniert`s auch meistens ganz gut.
Nur, wenn kein Platz da ist, haben wir echt ein gehöriges Problem.
Umdrehen hätte gestern gut funktioniert (ich ärger mich, das ich es nicht getan habe). Nur wenn Hund von vorne kommt und einfach schneller ist ... Ich hab ehrlich gesagt auch nicht gerne den Feind im Rücken.

Wir waren lange auf der Suche nach ner Hundeschule, da ich mir auch denke, dass Lupa einige Hunde um sie rum, welche ihr nicht zu nahe kommen, ganz gut täten.
Nur leider sagen mir die Methoden dieser Hundeschulen absolut nicht zu. Jetzt müssen wir einfach kucken, wie wir das alleine schaffen.


Schönen Tag euch!

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Liebe Grüße von Duna

Kafrauke Offline

Amazone ohne Nudelholz und Leidensfähigkeit, jetzt mit neuer Frisur


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19.09.2012 10:14
#6 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Zitat von Lotte im Beitrag #4

Vielleicht vertraut sie mir euch einfach noch nicht genug, denn sie könnte ja auch einfach neben oder hinter mir bleiben.






Stell dir mal vor,du gehst mit deinem Partner spazieren,den du zwar kennst,aber du weiss nicht ,was er beruflich früher machte,oder wie er so in verschiedenen Extremsituationen reagiert.
Da kommt ein Löwe auf euch zu,mit ordentlich Tempo,und dein Partner sagt,"Los halt Still!"

Vertraust du ihm da ohne Hinterfragen?
Und wiso auch?
Oder handelt hier dein Instinkt?

Du wirst ihn in vielen Situationen vertrauen,aber hier bedingungsloses Nichthandeln,deinerseits???

Aber,wenn dein Partner dir sagt,
"Hey,ich habe jahrelang als Löwendompteur im Zirkus gearbeitet,ich kann das einschätzen,,komm,wir halten etwas Abstand und ich zeige dir,wie harmlos der ist..."
Und ihr geht unbehelligt an dem Löwen vorbei,könnte das vielleicht klappen?

Nun kann man seinem hund leider nicht erklären,was man so weiss,und we man das händeln wird,also muss man es zeigen,immer und immer wieder und dann kommt Vertrauen in die Situation.

Denn das muss erst mal kommen,und wenn sie immer wieder austicken muss,hat sie ja immer wieder Stress und wird somit bestätigt,denn es PASSIERT ja etwas,nämlich Stress,das reicht,damit sie nächstes mal wieder etwas negatives Empfindet!
Eine Beisserei ist dafür nicht nötig!



Wenn ich -grundsätzlich- aversiv mit meinem Hund trainiere, dann macht das auch was mit mir - und nichts was auf OMMMM endet.


Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

19.09.2012 10:23
#7 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Hallo Duna.
Ich weiss zwar jetzt nicht genau, wie du Lupa “fixierst”, finde es aber, in Ordung, zumal du ja auch schreibst, das sie dann relative schnell wieder runterfaehrt.

Mit Tobi mache ich ja auch so etwas Aehnliches, lege einen Arm ueber seinen Ruecken, greife das Geschirr und den Anderen vorne um die Brust, auch mit Griff ins Geschirr. Auch “docke” ich ihn seitlich an mich an. Meine Freundin macht das ebenso bei ihrer Huendin und unsere Erfahrung ist auch, das die Hunde schnell wieder runterkommen und das sogar im “Angesicht des Reizes”. Optimal waere es halt dann, das der Reiz sich auch erst entfernt, wenn der Hund wieder ruhig ist. Klar, da hat man oft keinen Einfluss drauf.

Wie von Ines angesprochen, kann dies allerdings gefaehrlich sein, wenn der Hund zum Umschnappen neigt. Ausserdem finde ich schon, das der Hund auch in diesen Situationen etwas lernt und zwar, das du sie und auch die Situtation im Griff hast. Immer weg zu gehen, sehe ich dann eher schon als Management und oft geht das halt auch nicht.

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

Jean Donaldson

Frieda4ever Offline

Chaos-Fraktionsvorsitzende 2, mit löwenbändigendem und frauenverstehendem Bonny-und-Clyde-Verschnitt


Beiträge: 12.011

19.09.2012 10:24
#8 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Zitat von Lotte im Beitrag #4


Hach, ich brauch einfach ein dickeres Fell um solche Begegnungen schneller wegzustecken.


Und vielleicht noch Verstehen dazu. Ich habe eben gesucht, aber nichts über die Vorgeschichte von Lupa auf die Schnelle gefunden, verzeih mir, wenn Du schon darüber geschrieben hattest.

Stelle Dir mal vor, Du lebst zwischen Aliens, welche ganz anders kommunizieren als Du, Du verstehst sie nicht, kannst mit ihren Handlungen an Dir, an anderen, nichts anfangen. Kannst Dich aber auch nicht verständlich machen.

Nun stelle Dir vor, Du wärest mal auf das mieseste von einem Typus Mensch misshandelt worden, so dass Du wirklich dadurch psychisch belastet bist. Nun bist Du mit Deinem Alien unterwegs, welcher Dich gefesselt durch die Gegend führt, d.h., Du hast keine Fluchtmöglichkeit oder Handlungsfreiheit zur Verteidigung, und Dir kommt ein anderer Alien entgegen mit genau diesem Typus Mensch, der Dir schon sehr viel Leid zugefügt hat. Wie fühlst Du Dich dann? Vertrauen zu Deinem Alien ist nicht genug da, vorallem in Situationen, wo sich Dein Umfeld auch noch fremd anfühlt, Du auch noch schauen musst, dass nicht noch so ein Typus Mensch auftaucht.

Ich persönlich würde durchdrehen, schreien und wäre vor Angst und Hilflosigkeit wahrscheinlich dem Wahnsinn nahe.

Und solche Situationen musst Du mit diesem Damoklesschwert mehrfach am Tag mit Deiner eh schon völlig angeschlagenen Psyche verarbeiten - ob so ein lebensbedrohlicher Mensch auftaucht oder nicht. Ob in dieser seltsamen Alienwelt noch andere Dinge passieren und Du wahrscheinlich auch erstmal als bedrohlich empfindest oder nicht. Und das alles mit Deiner Wahrnehmung, dass Dein Alien wahrscheinlich wieder nicht Deine Not erkennt, wieder nicht Deine Sprache versteht. Du weißt ja nicht, was der Alien Dir in dieser Situation sagt, was seine wirren Gestiken bedeuten.

Zusätzlich tut die Chemie in Deinem Körper das Übrige. Dein Adrenalinpegel sinkt nicht mehr soweit ab, dass Du Dich erholen könntest um klar in die nächste Situation zu gehen. Es kommt eins aufs andere.

Manchmal stülpt Dir Dein Alien dann auch Aufgaben und Dinge über, die Dir absolut nicht liegen, aber entweder aus Angst oder weil Du Deinen Alien ja doch magst und auch von ihm abhängig bist, tust Du es halt, so gut Du es mit Deinem angeschlagenen Zustand kannst.

Ich male mir diese Situationen oft aus, versuche mich mit Hilfe der Aliennummer in die Tiere zu versetzen. Deshalb spreche ich noch lange nicht deutlich ihre Sprache um ihnen als "Alien" adäquat zu helfen, aber ich kann viele Situationen im Vorfeld besser einordnen und ihnen so schonmal helfen.

Es ist ein unglaublicher Druck, der da auf unseren Hunden lastet und ich bin immer wieder sehr demütig, wie gut sie ihr oft unverstandenes Leben mit uns doch meistern, immer wieder alles zu geben, von vorne anzufangen. Ich könnte es mit Sicherheit nicht.

Vielleicht, liebe Duna, helfen Dir meine Gedanken etwas, damit Du Dich nicht mehr ärgern musst. Egal über wen. Denn unsere Hunde spüren auch dies und es setzt sie dem nächsten Druck aus.




Liebe Grüße von Nicole




Ich bin für Terrierismus!

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

19.09.2012 10:27
#9 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Was ich noch ergaenzen moechte ist, das natuerlich die Gegenkonditionierung im Vordergrund stehen sollte und das auch das Ziel sein sollte.

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

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Kafrauke Offline

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Beiträge: 7.324

19.09.2012 10:28
#10 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Zitat von Toni im Beitrag #7
Ausserdem finde ich schon, das der Hund auch in diesen Situationen etwas lernt und zwar, das du sie und auch die Situtation im Griff hast. Immer weg zu gehen, sehe ich dann eher schon als Management und oft geht das halt auch nicht.



Kommt sicher auf den Hund drauf an.

Aber was das weggehen angeht,ist es ja auch nicht die Lösung,sondern,ja,Management,aber mit dem Ziel,das der Abstand und das Umdrehen immerweniger/später kommt.

Es geht ja darum,den Hund zu erreichen EHE er austickt .

Ja,immer geht das nicht,aber oftmals häufiger als man denk.

Und,was ich auch sehr wichtig finde,und was gerne etwas unter den Tisch fällt,ist das auch der mensch am anderen Ende derLeine Emotionen hat,und wenn man wütend wird,kann man auch nicht mehr gut trainieren.
Das ist auch ein Grund das zu vermeiden.Man versaut sich auch die eingene Einschätzungfähigkeit!!!



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Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

Lotte Offline

wo Hund und Frauchen in Brüllversuchen zwar solidarisch, aber leider erfolglos sind


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19.09.2012 10:57
#11 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Danke für eure Worte!

Wisst ihr was mich auch oft noch sehr ärgert (ich ärger mich schon wieder ;-))
die anderen HH!
Deren Blicke (einige flüchten direkt) oder auch Grinsen, was wir den für einen bösen unkontrollierten Hund haben ...


Das macht mich doch traurig, denn Lupa ist ansonsten nämlich eine ganz Goldige!

Ich muss da wirklich mehr auf uns kucken und es kann uns doch ganz egal sein, was andere von uns halten. Den schlechten Ruf haben wir eh schon weg ...

Auch muss mich einfach mehr in Lupa hineinversetzen und nicht sauer sein, wenn sie so reagiert, sie tut`s ja nicht grundlos. Sie hat in solchen Augenblicken wohl einfach irre Angst.

Da kommt mir gerade noch was in den Sinn, bei Katzen tickt sie auch voll aus. Aber vor denen hat sie sicher keine Angst.
Da will sie auch hin und sich drauf stürzen. Sieht eigentlich fast so aus, wie wenn sie bei Hunden austickt.
Lupa ist im allgemeinen recht impulsiv und hat eher wenig Selbstbeherrschung. Wenn sie hochdreht, dann aber richtig.


Wir werden einfach weiter am Ball bleiben und hoffen auf unproblematische Hundebegegnungen (bzw. sind ja eher Sichtungen), damit wir bald wieder positive Erlebnisse haben.
So ein Straßenabstand, also Hund auf anderer Straßenseite, ist bei uns ideal.



Viele Grüße
Duna

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Liebe Grüße von Duna

chonissi Offline

wo Handfütterung trotz Verzichts auf Signalfarben Schweinkram ist


Beiträge: 497

19.09.2012 11:05
#12 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen.
Auch ich hatte einen Hund der regelrecht ausgetickt ist und mir beim festhalten ordentlich blaue Flecken zugefügt hat und das schon vom ertsten Tag an. Mein Hund ist nicht nur bei Sichtung ausgerastet sondern schon bei dem Geräusch von bellendem Hund OHNE diesen auch nur zu sehen

Seit wir nach den hier vorgegebenen Regeln arbeiten, ist alles deutlich besser geworden.

Zitat
Dreh nächstes mal um.
Glaub mir,das wird auch dir gut tun,denn du musst auch nicht sauer werden.

Genauso isses.
Meinen letzten "Wutanfall" hatte ich beim Training mit Barbara als ich meinen Hund zum dritten Male aus´m Auto rauszerrte in dass er sich vor Angst flüchtete. Zur "Strafe" hatte ich dann tagelang ein dickes Handgelenk von den Hundezähnen und jede Menge "Schimpfe" von Barbara über mein falsches Verhalten.

liche Grüße von Elfie mit Chaosdog Anyu an der Leine und Maxi ohne Leine



Wenn es im Himmel keine Hunde gibt, dann möchte ich wenn ich gestorben bin dahin gehen wo sie sind
(Will Rogers)

Kafrauke Offline

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19.09.2012 11:44
#13 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Was das mit der Angst/Unsicherheit angeht,ist das eben nicht so leicht zu unterteilen.

Wenn ein Hund unsicher ist/Angst hat,entwickelt er eine Strategie,die kann seinFlüchten,erstarren oder agression.
Die Agression wird dann zum Selbstläufer,und hilft dem Hund auch,er hält sich ja seine Feinde vom Leib!

Das Problem hast ja du,mit dieser Lösung,weil es einfach nicht in unsere Umwelt passt.
Könnte Hund einfach frei laufen und reagieren,wie er will,gäbe es weniger Probleme für ihn,aber vermutlich auch deshalb,weil er das nicht lange Überleben würde(Verkehr!)

Guck dir doch mal die ganzen 16jährigen Prollos aufm McDoof Parkplatz an,die viel Lärm machen und Schwächere anpöbeln,die haben auch keine Angst,aber souveränes Verhalten ist das auch nicht,sie versuchen damit ihr mieses Selbstbewusstein aufzupolieren und ihre Unsicherheiten zu überdecken.
Du bist jetz halt die liebevolle "Mami",die den kleinen Proll durch Leben führt und ihm zeigt,wie er die Welt meistern kann ,ohne Lärm zu machen.

Stafen verhindern vielleicht das verhalten,machen aber keinen selbssicheren Hund.

Es ist,auch zweitrangig,woraus exakt die Motivation besteht,denn es ist klar,was draus werden soll und das kannst du ja mit dieser Arbeit verändern



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Lotte Offline

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19.09.2012 11:56
#14 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Zitat von Kafrauke im Beitrag #13


Stafen verhindern vielleicht das verhalten,machen aber keinen selbssicheren Hund.




Und genau das möchte ich auch nicht.
Wenn Lupa jetzt bei jedem Hundeausraster von mir eine Flasche Wasser ins Gesicht bekommen würde, hätten wir das Problem sicher schnell gelöst, aber nur augenscheinlich.
Sie würde wohl ziemlich schnell bei jedem Hundeanblick ruhig sein (ich könnte es mir zumindest vorstellen), aus lauter Angst, dass sie von mir wieder eine auf den Deckel bekommt.
Innerlich würde sie es aber wohl zerreissen, denn da ist ja auch der andere Hund, vor dem sie solche Angst hat ...
Ich möchte für Lupa erreichen, dass sie sich von hausaus nicht mehr so bei anderen, nahen Hunden aufregen muss. Das sie dabei mal entspannt sein kann, weil sie einfach weiß, es passiert ihr nichts. Es wäre schön, wenn sie andere Hunde einfach nicht mehr so als Bedrohung sieht.




Und jetzt muss ich noch was loswerden: ;-)

Da unser Hauptproblem ja nahe Hundebegegnungen/Sichtungen sind, besonders wenn der andere HH von vorne auf uns zukommen und wir da mit wenig Platz dran vorbei gehen müssen, hab ich mir arg Gedanken gemacht, wie ich Lupa dabei helfen kann.

Wir üben schon länger "kuck hier", Lupa kuckt mich also an, klappt da aber weniger. Anschauen und dabei weitergehen, bekommen wir nicht so gut hin. Zum einen hab ich Angst, dass Lupa da Genickstarre bekommt, zum anderen läuft sie mit der Zeit dann immer so schräg vor mir und ich bin ihr da schon übel auf die Pfoten gelatscht.
Ist bei nahen Hundebegegnungen m. E. einfach nicht das richtige Mittel, damit wir da heile durchkommen und Lupa sich nicht aufregen muss.

Jetzt hab ich mir gedacht, ich lerne Lupa ein "Touch" (dies wäre dann unser Wort dafür): Sie soll ihre Nase dann an/in meine Hand/fläche stupsen/berühren/einfach an meiner Hand lassen.
Ich könnte meine Hand dann einfach runterhängen lassen, an der abgewandten Seite zum Fremdhund, Lupa könnte ihre Nase dranpappen und ich könnte sie so daran vorbeiführen.

Ich denke mir, der Vorteil wäre, dass Lupa durch dieses Ritual dann Sicherheit bekäme. Sie neben mir an der abgewandten Seite läuft (tut sie zwar so auch) und dann durch dieses Touch vielleicht nicht einfach vorschnellt. Sie hätte dadurch eine Aufgabe/ein Alternativverhalten in dem Moment und sie könnte trotzdem noch kucken.
Es bleibt ihr also frei, ob sie einen Blick auf den "Feind" wagt. Könnte ihr evtl. einfacher fallen, denn durch ein "kuck hier" muss sie mir ja blindlings vertrauen und kann gar nicht mehr woanders hinkucken, sieht also nicht, was der andere Hund in dem Moment macht.

Nachteil wäre, nach meiner Denke:
ich kann in dem Moment nicht klickern, denn Lupa bekommt nach dem Klick immer sofort ihre Belohnung, somit wäre das Touch aufgehoben.
Oder ich hab gleich ein paar Leckerchen in der besagten Hand und schieb ihr so eines nach dem anderen rein.
Auch frag ich mich, ob ich mit Leine, Clicker, Leckerchen und dann noch dieser Touch-Hand evtl. überfordert bin. Ich hätte dafür gerne eine dritte Hand. ;-)


Was haltet ihr denn von dieser Idee?
Ist dies nur ein Hirngespinst? Oder könnte dies machbar und ein Weg sein?
(Ich würde dies dann nur bei nahen Begegnungen einsetzen wollen. Einfach wenn es darum geht, möglichst stressfrei an anderen angeleinten Hunden vorbeizukommen.
Bei Sichtungen mit ertragbarer Distanz möchte ich ihr andere Hunde weiterhin schön clickern, wie wir es bisher auch tun.)


Freue mich auf eure Meinung. :)

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Kafrauke Offline

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19.09.2012 12:07
#15 RE: Hundebegegnung und sie wird zur Furie Zitat · Antworten

Einige hier arbeite in solchen Situationen mit der "Futterhand",also ,der Hand voll Leckerchen,die nach und nach in den hund wandern,wenn ich das richtig verstehe.

Aber da kann sich ja vielleicht noch mal ein Fachmann zu Wort melden?!

Ich arbeite gerne mit "Pendeln"also Schrittweisem nähern und zurückgehen,oder "Weiter",zackiegem vorbei gehen,mit Schwung,aber es kommt da einfach immer sehr auf den hund und den menschen an,was am besten past.



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