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Dieses Thema hat 23 Antworten
und wurde 1.039 mal aufgerufen

Das Neueste auf einen Blick



 Behaviour (öffentlich)
Seiten 1 | 2
Piraki Offline




Beiträge: 56

18.03.2012 19:35
Intelligent, ängstlich, aufbrausend Zitat · Antworten

Ich beginne mit einem neuen Thema, da der kleine Pirry ja jetzt länger bei uns lebt und er im Haus und im Garten wirklich eine Wucht ist! Wir können ihn um den Garten herum auch schon gelegentlich frei laufen lassen, wenn vorher die Lage abgechecked wurde. Am liebsten rennt er wieder in den Garten, in die Umzäunung zurück.

Was ich festgestellt habe: Pirry ist im Grunde extrem lernfähig! Bei der Leckerchensuche im Haus habe ich ihm schon ein anspruchsvolles Suchspiel (verschiedene Kästchen) vorgesetzt, Level 3, er kleine Kerl bekommt extrem schnell heraus, was er tun muss, um an das Leckerchen zu kommen.

In der Hundeschule läuft es ganz gut bis auf die Tatsache, dass er draußen im Gelände immer zittrig ist, sprich die Hinterläufe zittern, er lässt sich ganz schlecht ablenken. Aber die Hunde in der Hundeschule werden immer weniger von ihm "attackiert". Wenn, dann sind es die Rüden, die er anspringt und wirklich schnappen will. In ihm baut sich dann irgendein Druck auf. In der Halle, wo vorher mit der Hundeschule geübt wurde, hatte das nachgelassen. Oftmals saß er auf meinen Füßen und hat den anderen zugesehen, sogar friedlich!!!

Bei Spaziergängen hier vor Ort ist es unterschiedlich. Mal fiept er nur kurz und lässt sich ablenken, dann wieder extremer "Terror", z. B. heute! Es gab im Grunde keinen Grund für ihn, auszuflippen. Da liefen ein paar Spaziergänger und ein paar Krähen hockten auf dem Feld - der Hund war kaum zu beruhigen???!!! Ich hätte ihm ein Brett über den Kopf hauen können (!!! natürlich mache ich das nicht, Hunde werden nicht geschlagen) - er hätte es vermutlich nicht einmal gemerkt. Ich vermute: Angst gepaart mit zu viel Power.
Einen "Hundesportverein" gibt es bei uns nicht, das Wetter ist auch noch zu unbeständig, um mit ihm im Garten einen Parcour aufzubauen.

Dann was ganz Banales: Er kann den Befehl "sitz" ganz gut, wie aber bringe ich ihm "Platz" bei in Ruhe zuhause? Ich habe bei anderen zugesehen, versuche das bei ihm, aber er springt jedes Mal auf. Es ist nicht der erste Hund - aber bei ihm funktioniert das nicht. Er ist zu unruhig - oder ich mache was falsch...Erhobener Zeigefinger bedeutet bei ihm ohne Worte: SITZ!

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Piri Piri - echt scharf
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Nie vergessen werde ich: Peter (unser schlaksiger Schwarzer), Teddy (auch Krokodil genannt), Tira (die kleine Miss) und King (der sanfte Riese)

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

18.03.2012 19:43
#2 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Hab gerade nicht lang Zeit, aber zum Platz kann ich Dir schonmal einen Link reinsetzen:

PLATZ!

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

baraloki Offline




Beiträge: 7.411

18.03.2012 20:22
#3 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Ich hoffe, ich liege jetzt nicht völlig daneben. Ich hab gerade nicht so auf dem Schirm, wie Pirrys Vorgeschichte war. Ich finde toll, was Du für ihn tun willst, habe aber den Gesamteindruck, dass das alles noch zu viel ist.

Zitat
Am liebsten rennt er wieder in den Garten, in die Umzäunung zurück.


Das sagt mir, dass er noch Angst hat draussen in der gefärlichen Welt. Ich finde, das solltest Du beachten. Wie lange ist er jetzt bei Euch?

Zitat
In der Hundeschule läuft es ganz gut bis auf die Tatsache, dass er draußen im Gelände immer zittrig ist

Zittern ist ebenfalls ein deutliches Stresssingnal. Für Pirry ist da draussen eine inkontrollierbare Flut von Eindrücken.

Zitat
In ihm baut sich dann irgendein Druck auf.

Ich denke, er hat vestanden, dass er die anderen Hunde nicht anmachen soll und hat doch Angst vor ihnen. Das ist ein schlimmer Konflikt für ihn, der sehr wahrscheinlich um so heftiger nach vorn geht.

Zitat
Oftmals saß er auf meinen Füßen und hat den anderen zugesehen, sogar friedlich!!!

Er sucht also Deinen Schutz, das würde ich bestärken und ihm zeigen, dass Du ihn beschützt. Bedeutet, ihn aus so aufregenden Situationen raushalten und Abstand herstellen.

Zitat
dann wieder extremer "Terror", z. B. heute! Es gab im Grunde keinen Grund für ihn, auszuflippen.

Solche Überreaktionen entstehen aus angestautem Stress. Loki macht das auch mitunter. Er verhält sich gut, weil er weiß, wie ich es will, ist aber angespannt. Dann plötzlich kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das ist also nicht zuviel Power, sondern schiere Panik.

Zitat
Es ist nicht der erste Hund - aber bei ihm funktioniert das nicht. Er ist zu unruhig

Loki vermeidet noch heute PLATZ, wenn es geht. Diese tiefe Haltung ist ziemlicher Druck für ihn, solange er so unsicher ist. Stell Dir mal vor, Du würdest auf dem Bauch liegen und von sooo weit unten zu Deinem Menschen hoch schauen. Außerdem kann er aus dieser Haltung nicht schnell genug ausweichen, wenn er es für nötig hält.

°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Herzlichst, Bara mit Forumself Loki [url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_118.gif[/img][/url]

[small]Tiere sind die besten Freunde.
Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.
Mark Twain[/small]

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

18.03.2012 20:24
#4 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Bara, Du liegst gar nicht daneben

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


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18.03.2012 21:06
#5 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Wow, Bara, ich bin beeindruckt.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

DeMo Offline

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben


Beiträge: 4.427

18.03.2012 21:16
#6 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Bara das hast Du richtig gut erklärt! Genau so ist es!

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

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„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

baraloki Offline




Beiträge: 7.411

18.03.2012 22:04
#7 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Tjaja, in der Theorie...ist alles einfacher.

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Herzlichst, Bara mit Forumself Loki [url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_118.gif[/img][/url]

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Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

18.03.2012 22:09
#8 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Aber es in der Theorie zu verstehen ist der erste Schritt und eine wichtige Grundlage.

Nun zu Piri: ich würde ihn deutlich weniger in stressige Situationen bringen. Er zeigt ganz deutlich, dass es zu viel für ihn ist. Und ich würde nach wie vor zum Clickern raten.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Piraki Offline




Beiträge: 56

18.03.2012 22:48
#9 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Zitat von baraloki
Ich hoffe, ich liege jetzt nicht völlig daneben. Ich hab gerade nicht so auf dem Schirm, wie Pirrys Vorgeschichte war. Ich finde toll, was Du für ihn tun willst, habe aber den Gesamteindruck, dass das alles noch zu viel ist.


Pirrys Vorgeschichte: Wir wissen von seinen ersten 6 Jahren Vorleben überhaupt nichts. Es begann, als er im letzten Jahr über die Mauer eines Tierheims geworfen wurde und dort gemobbt wurde. Ich vermute, das geschah aufgrund mangelnder Sozialisierung, er wusste nicht, wie er sich verhalten soll der arme kleine Kerl.

Zitat von baraloki

Ich denke, er hat vestanden, dass er die anderen Hunde nicht anmachen soll und hat doch Angst vor ihnen. Das ist ein schlimmer Konflikt für ihn, der sehr wahrscheinlich um so heftiger nach vorn geht.
[quote]
Aber warum macht er Leute an, die gaaaanz weit in der Ferne laufen? Oder die Krähen. An einem Tag so und am anderen so...Das verstehe ich nicht.

[quote="baraloki"]Er sucht also Deinen Schutz, das würde ich bestärken und ihm zeigen, dass Du ihn beschützt. Bedeutet, ihn aus so aufregenden Situationen raushalten und Abstand herstellen.


Das mache ich ja, habe ich aufgrund von Empfehlungen hier genau so befolgt. Nächstes Beispiel: Er kennt jetzt eine Mopsdame. Wenn sie kommt, dann knurrt er ein wenig, ist sie da, dann lässt er sich beschnüffeln, schnüffelt an ihr, bettelt mit ihr um Leckerchen, als wären es die besten Freunde. Kein Zittern mehr, alles okay. Entfernen sich aber Frauchen des Mädchens und der kleine Mops, dann fängt er ab einem bestimmten Abstand plötzlich an, sich wie wild zu gebären. Auch wenn er zugesehen hat, wer das ist.

Zitat von baraloki

Solche Überreaktionen entstehen aus angestautem Stress. Loki macht das auch mitunter. Er verhält sich gut, weil er weiß, wie ich es will, ist aber angespannt. Dann plötzlich kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das ist also nicht zuviel Power, sondern schiere Panik.


Aber wovor? Ich kann es verstehen, wenn ein Hund auf ihn zu kommt, kann ich das verstehen. Vor allem läuft es sehr unterschiedlich ab. Erzeugt es in ihm schon Panik, wenn einfach kein Dach über dem Kopf ist? Vielleicht hat er seine ersten Jahre nur eingesperrt erlebt? Manchmal macht er auf mich den Eindruck, als wolle er unbedingt pöbeln, so wie ein Jugendlicher, der noch seine Stärken ausprobieren möchte. Er sucht und sucht, bis sich etwas bewegt und das wird dann "angemacht", ob es ein sich bewegendes Blatt ist, ein Vogel oder eben ein Spaziergänger in weiter Ferne.
Wie läuft das bei Loki ab?

Das mit dem "Platz" möchte ich im Grunde erst nur drin einmal probieren. Dort, wo er keine Angst hat! Draußen nicht, denn wenn er Angst hat, dann komme ich nicht noch mit Erziehungsmaßnahmen, da möchte ich ihm die Angst nehmen - na und ihn beruhigen. Beschäftiung ist für ihn absolut wichtig, das weiß ich mittlerweile. Manchmal fordert er sie auch ein, der kleine Kobold. Seil ziehen macht ihm Spaß, mit Händeklatschen von einem zum anderen "gejagt" werden, Bockspringen mit Raica. Nur mit Bällchen spielt er nicht so gerne, es sei denn, es sind Leckerchen darin versteckt.
In der Hundeschule war er sogar einmal der einzige Hund, der über ein Hindernis gesprungen ist!

Zum Clickern hatte ich mir ja ein Buch gekauft, aber schon die erste Übung in der Anleitung funktioniert nicht - das ist eine Übung mit dem Blickkontakt.

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Piri Piri - echt scharf
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baraloki Offline




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18.03.2012 23:02
#10 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Zitat
Manchmal macht er auf mich den Eindruck, als wolle er unbedingt pöbeln, so wie ein Jugendlicher, der noch seine Stärken ausprobieren möchte.

Ich weiß, was Du meinst. Kommt mir bekannt vor. Und ich glaube der Eindruck stimmt insofern, als er ein Opfer sucht, eine Gelegenheit, um seinen Stress abzureagieren. Quasi die berühmte Fliege an der Wand. Die Jugendlichen, die einen Papierkorb anzünden oder auch nur Plastikflaschen zerlatschen haben auch nichts gegen diese Flasche, sondern einfach einen Fruststau.

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Piraki Offline




Beiträge: 56

18.03.2012 23:05
#11 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Zitat von baraloki
Ich weiß, was Du meinst. Kommt mir bekannt vor. Und ich glaube der Eindruck stimmt insofern, als er ein Opfer sucht, eine Gelegenheit, um seinen Stress abzureagieren. Quasi die berühmte Fliege an der Wand. Die Jugendlichen, die einen Papierkorb anzünden oder auch nur Plastikflaschen zerlatschen haben auch nichts gegen diese Flasche, sondern einfach einen Fruststau.



JAAAAAAA! Nagel auf den Kopf. So habe ich das gemeint. Gibt es denn eine andere Möglichkeit, um den Stress bei ihm abzubauen? Deswegen dachte ich eben an Beschäftigung - oder ist das trotzdem zu viel?

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Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


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18.03.2012 23:22
#12 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Beschäftigung und Beschäftigung. Und selbst, wenn Du wirklich sinnvolle Beschäftigung für ihn findest, ist es extrem wichtig, daß die Ruhezeiten ausreichend sind, also die Zeiten, in denen es wirklich NULL Action gibt.

Insgesamt habe ich nach wie vor den Eindruck, daß Du viel zuviel mit Deinem Hund machst und eben auch immer noch nicht wirklich das Richtige.

Viele Grüße
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Piraki Offline




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19.03.2012 13:45
#13 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Ich befürchte eher, er hat zu viel Ruhezeiten! Während ich außer Haus bin tagsüber, geschieht nicht viel. Wenn er tagsüber im Garten sein kann (bei schönem Wetter also), dann ist er viel ausgelasteter. Seine Neugier treibt ihn überall hin, er "pest" einige Runden im Garten und dann ist er draußen auch ruhiger.

Heute übrigens war wieder ein Morgen, an dem nichts passiert ist. Die Krähen hätten vor ihm tanzen können und es wäre nichts passiert.
Die Hundeschule hat er einmal in der Woche, mehr wollte ich auch nicht.
Die Leckerlesuche ist dann abends jeden Tag mit mir. Ich habe den Eindruck, er wartet da schon richtig drauf. Zum Spiel muss man ihn nicht animieren, er animiert vielmehr uns! Ich verstehe auf jeden Fall, dass alles im Gleichgewicht passieren muss, sonst ist er völlig überfordert.

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Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


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19.03.2012 14:15
#14 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Zu viel Ruhezeiten kann ein gestresster Hund nicht haben. Wenn ihm Bewegung hilft seinen Streß zu regulieren, ist das natürlich auch ein wichtiger Punkt. Wenn er diese Bewegung dann z.B. im Garten hat, wo er sich recht sicher fühlt udn wenig Streß hat, ist das natürlich insgesamt für ihn eine gute Mischung.

Wichtig ist, dass er die Ruhezeiten bekommt, wenn ihr mit ihm DRAUSSEN etwas macht. Das ist für ihn Streß udn davon muss er sich erholen. Und das nicht eine Stunde. Ein Hund schläft/döst normal 16 bis 18 STunden am Tag, manchmal länger.

Beschäftigung ist aber wirklich nicht gleich Beschäftigung. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Hund durch den Garten pest, ob ihm ein Ball geworfen wird ODER ob er sein Hirn richtig anstrengen muss, weil er z.B. eine Fährte suchen muss, ein Objekt suchen und anzeigen soll, eine andere knifflige Aufgabe lösen muss oder komplizierte Tricks lernt.
Wenn meine Hunde im Garten eine Wurstwasserfährte abgesucht haben, brauchen sie erstmal eine Pause, weil das sehr anstrengend ist. Vom Spazierengehen, Rennen etc. sind die nach Studnen noch nicht müde.

Viele liebe Grüße
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Karl Valentin

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


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19.03.2012 14:34
#15 RE: Pirry - intelligent, ängstlich und aufbrausend Zitat · Antworten

Zitat von Piraki
Ich befürchte eher, er hat zu viel Ruhezeiten! Während ich außer Haus bin tagsüber, geschieht nicht viel. Wenn er tagsüber im Garten sein kann (bei schönem Wetter also), dann ist er viel ausgelasteter. Seine Neugier treibt ihn überall hin, er "pest" einige Runden im Garten und dann ist er draußen auch ruhiger.
Heute übrigens war wieder ein Morgen, an dem nichts passiert ist. Die Krähen hätten vor ihm tanzen können und es wäre nichts passiert.
Die Hundeschule hat er einmal in der Woche, mehr wollte ich auch nicht.
Die Leckerlesuche ist dann abends jeden Tag mit mir. Ich habe den Eindruck, er wartet da schon richtig drauf. Zum Spiel muss man ihn nicht animieren, er animiert vielmehr uns! Ich verstehe auf jeden Fall, dass alles im Gleichgewicht passieren muss, sonst ist er völlig überfordert.


Ich glaube, wir haben schon einmal versucht, Dir das zu erklären, und es zieht sich auch wie ein roter Faden durch viele Threads hier. Leider denken viele Halter, wenn der Hund sie dauernd animiert, daß er dann auch wollte und vor allem könnte. Dummerweise sind Hunde oft wie Kinder: Sie wissen nicht immer, was gut für sie ist.

Ich könnte für Athos stundenlang Bällchen oder Stöckchen werfen. Sogar jetzt, wo sein Ellenbogengelenk gebrochen war und noch nicht wieder richtig gesundet ist. Er würde trotzdem wie ein Irrer hinterherrennen und immer wieder zurückbringen. Bis das Gelenk wieder total kaputt wäre, notfalls. Deshalb übernehme ICH die Verantwortung und mache so einen Blödsinn nicht.

Ich hätte mich, als Ilias ankam, tagelang nur mit ihm beschäftigen können, aus seiner Sicht müssen. Er hatte tagelang nicht geschlafen, weil er aus einer Pflegestelle kam, in der er nie zur Ruhe kommen durfte. Ich mußte ihn anfangs ZWINGEN, sich hinzulegen und zu schlafen. Hätte ihn noch versucht, ihn "auszulasten", dann wäre das nicht nur dumm, sondern gefährlich gewesen. Heute ist Ilias übrigens neben Ben der Hund, der das größte Schlafbedürfnis hat UND zeigt.

Ich könnte die Liste beliebig verlängern, aber zusammenfassend: Zwei Drittel des Tages SCHLÄFT ein Hund, wenn er gesund und anständig gehalten wird. Dazu kommen noch Zeiten, zu denen er "abhängt", und je mehr Streß ein Hund am Leben als solchem hat, weil er z.B. mit der Menge der Umweltreize und dem vielen, was auf ihn einströmt, nicht klarkommt, desto MEHR Ruhezeiten braucht er.

Hunde bauen bei Streß a) Adrenalin und b) Cortisol auf. Adrenalin allein hat schon eine Halbwertzeit von mehreren Stunden, bevor es wieder abgebaut ist. Cortisol sogar von mehreren Tagen. Und immer, wenn er, bevor die Pegel abgebaut sind, neuen Streß hat, steigen sie nicht nur, sondern noch einmal über das vorherige Maß hinaus. Das heißt: Ein Hund, mit dem kontinuierlich zuviel gemacht wird, steht unter "Dauerstrom", und das macht krank. Stelle Dir einfach mal vor, wie es wäre, wenn Du nach einem stressigen Arbeitstag NICHT ausruhen dürftest, sondern gleich in den nächsten und dann wieder in den nächsten Job müßtest. Fändest Du die Vorstellung reizvoll?

Glaube mir, Pirry ist auch "nur ein Hund". Im Gegenteil, über das, was Du an Verhalten beschreibst, zeigt er Dir SEHR deutlich, wie sehr er überlastet ist bzw. mit den falschen Sachen gearbeitet wird.

Ich hatte es Dir gesagt, Frau T. hat es bekräftigt: Auslastung und Auslastung können zwei völlig verschiedene Dinge sein. So kannst Du einen Hund mit gut aufgebauter Nasenarbeit sehr gut kopfmäßig beschäftigen, ohne daß er riesigen Streß hat, WENN Du die Suchen kurz genug und selten genug hältst.

Athos sucht, wenn wir ein- oder zweimal die Woche suchen, maximal eine Viertelstunde, dazwischen ist eine kurze Pause, es sind dann zwei Suchdurchläufe. Dazu max. fünf Minuten Schutzdienst, und der Bursche ist für den Tag richtig und sinnvoll und ohne Streß für ihn ausgelastet. Würde ich länger machen, würde ich Streß erzeugen. Und Athos ist immerhin ein Mali, also Angehöriger einer Rasse, die nach sinnvoller Beschäftigung geradezu schreit.

Weißt Du, Du sagst, daß Du verstehst, widersprichst aber gleichzeitig, indem Du sagst: Der Hund WILL mehr. Das zeigt, daß Du eben leider doch noch nicht ganz verstanden hast. Es muß a) das Gleichgewicht passen, b) kann aber genau dieses Gleichgewicht NUR entstehen, wenn Du die Art und Dauer der Auslastung an DEINEN Hund anpaßt, an SEINEN Bedürfnissen (nicht dem, was er vermeintlich "will", sondern an dem, was er faktisch wirklich BRAUCHT) orientierst.

Und nach allem, was ich bisher gelesen habe, hat Pirry noch sehr, sehr viel Streß am Leben allgemein. Heißt: Baue gute Unterordnung auf, damit zu ZUVERLÄSSIGEN Gehorsam bekommst. Dann kannst Du ihn immer auch mal freilaufen und "pesen" lassen, was ihn -auch hier, wenn Du es nicht übertreibst- allein schon glücklich macht. Dazu noch ein wenig Nasenarbeit und vor allem SEHR, SEHR viel klare und ruhige Führung, an der es -zumindest fühlt es sich mit Deinen Worten so an- bei Euch leider auch noch mangelt.

DAS wäre mein erster Schritt: Pirry für alles und jedes zu clickern, im erstmal viel, viel mehr Sicherheit im Alltag zu geben.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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