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Dieses Thema hat 23 Antworten
und wurde 1.838 mal aufgerufen

Das Neueste auf einen Blick



 Behaviour (öffentlich)
Seiten 1 | 2
Juupi Offline




Beiträge: 19

04.02.2012 11:36
Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Hallo zusammen!

Hab jetzt lang gegrübelt, mit was ich anfangen soll, so berichte ich einfach mal über das, was ihr und mir am meisten zu schaffen macht:
Jule und andere Hunde.

Ich fang mal in der Prägungszeit an. Im Wurf von 9 Welpen war sie die Einzige, die "komisch" auf ihre Mutter reagierte –sie starrte sie an. Sie durfte ab etwa der dritten Lebenswoche nicht mehr bei ihr trinken, wurde verstoßen und folglich mit der Flasche großgezogen. Die Züchterin brachte sie sogar zum Tierarzt, weil sie dachte, der Welpe sei blind. Mit den Geschwistern hatte sie Umgang, war aber immer die vorderste, erste, frechste, mutigste bei allem. Ein "dominanter" Welpe, hieß es *räusper* (Himmel, dieser Dominanzunfug)
Eine angeborene Verhaltensstörung? Ich weiß es nicht, konnte noch nichts darüber in Erfahrung bringen, ob es das in der Form gibt.
Weiß jemand von euch etwas darüber?

Na jedenfalls tat sie sich dann auch bei uns schwer mit Vertrauen und Bindung, war einerseits sehr umweltsicher und mutig (Lob an die Züchterin, die Umweltprägung war super), andererseits ängstlich /unsicher mit fremden Menschen und Hunden. Jede Nähe war ihr zuwider, auch berühren, bürsten, streicheln.
Irgendwie scheu war sie und ist sie, wobei sie schon als Zwerg mit ersten aggressiven Signalen reagierte, niemals mit Flucht, Unterwerfung oder Meideverhalten.
Aggressiv gegen uns war sie aber nur ein einziges mal mit zarten 12 Wochen, das sehe ich als Ausrutscher an.

Ich gebe zu, ich hab das unterschätzt. Habe sie zwar ernst genommen und auch irgendwann ihr Vertrauen gewonnen, aber ich dachte, das bessert sich mit dem Älterwerden und zunehmender Selbstsicherheit. Leider ein Trugschluss.


Mein Fehler war auch, das weiß ich jetzt, dass ich ihr damals zu viele und vor allem ungeeignete Kontakte zugemutet habe. Statt souveräner Althunde lernte sie vor allem Gleichaltrige kennen und eher unsichere Ältere, bei denen ihr einschüchterndes und zuweilen aggressives Gehabe Erfolg hatte.

Es war in der wilden Jugend- Zeit, in der sie durch ein paar blöde Erlebnisse lernte, dass man andere Hunde nur ausreichend beeindrucken muss mit mords Getöse und Gebrüll, um sie sich vom Hals zu schaffen. Die Attacken-Zeit nenn ich`s mal.
Ach, was hab ich viele (und viele dumme) Ratschläge bekommen. Alpha-Wurf, zeigen wer Hosen anhat und den ganzen Ich-Scheff-du-nix-Käse.

Ich hab zuerst über Gehorsam gearbeitet. Bleib-bei-mir statt Attacke zum Beispiel, zu-mir statt pöbeln. Damit konnte ich sie ganz gut "managen", aber ihre Gefühlslage veränderte sich nicht.
Gefühle verändern war mein nächster Schritt. Hab Hunde schöngefüttert, gegenkonditioniert, Hirnwäsche-Ziel: fremde Hunde sind an sich erstmal keine Gefahr.
Hat bei kleinen und mittelgroßen in wenigen Monaten wunderbar geklappt, da kann sie sich inzwischen sehr höflich und unbefangen benehmen. Bei großen leider nicht, da bin ich an meine Grenze gestoßen und komme nicht weiter.

Sie hat noch immer ganz fest bestimmte Feind- bzw. Gefahrvorstellungen im Kopf, und bei denen wird sie noch sehr ranzig. Vor allem Schäferhunde und andere große, besonders dunkle Hunde.

Das ist zur Zeit noch ihr/unser größtes Problem.
Ob da eine Leine dran ist, ob sie 1m oder 100m von mir entfernt ist, spielt keine Rolle, es ist also keine Leinenaggression im klassischen Sinne. Und ihr aggressives Display hat sie inzwischen so "gut" drauf, dass man die dahinter steckende Angst /Unsicherheit fast nicht mehr sieht. Nur ältere, coole Hunde sehen das genau und grinsen ;-)
Und, was die Sache für mich so schwer macht, sie lässt sich in diesen Situationen kaum beeinflussen. Ich gehe dann mit ihr auf Abstand (wenn möglich) oder rufe sie zu mir, das ist dann ok für sie. Bleibe selbst ruhig, belohne oder lobe sie leise für`s kommen oder für`s bei-mir-bleiben.

Das ist auch noch so ein Punkt, in dem ich nicht weiß, ob ich da nicht eine blöde Verhaltenskette eintrainiert habe: anplärren --> gerufen werden --> Keks.
Und ich weiß auch nicht, ob sie da einfach ihre festgefahrene alte Gewohnheit noch nicht abgelegt hat –immerhin war sie lange damit erfolgreich und ist es aus ihrer Sicht fast jedes Mal wieder.

WENN dann doch ein Kontakt zustande kommt, ist ihre Unsicherheit wieder total sichtbar, aber nur, wenn der andere selbstsicher ist. Die Luft geht raus aus dem aufgepumpten Julchen, alles hängt plötzlich runter, sie droht und schnappt ab, wenn der andere an ihr schnuffeln will.
Mit ruhigen, pazifistischen Hunden kommt sie aber inzwischen recht schnell gut klar, das ist schon ein großer Fortschritt.

Ich will sie gar nicht zu Hundekontakten bringen, die sie nicht will, nicht braucht, nicht schätzt.
Aber es gibt überall Hunde und sie hat definitiv mit etlichen Unwohlsein und Stress und benimmt sich aus Sicht der anderen fürchterlich daneben.
Außerdem hab ich wirklich bissel Angst, dass sie mal an den "Falschen" gerät und übel eingeschenkt bekommt. Das passierte bisher zum Glück erst einmal, eine DSH-Hündin, die aber doch nicht wirklich ernst machte und die ich dann auch abwehren konnte.
Wie kann ich ihr noch helfen?

Boah ist das lang geworden.
Jetzt weiß ich dennoch gar nicht, hab ich alles geschrieben, was dazu gesagt gehört?
Ach, fragt bitte einfach.
Und danke für`s Lesen

liebe Grüße
Antonia

Mischka Offline




Beiträge: 67

04.02.2012 16:30
#2 RE: Stress, Unsicherheit, Angst bei Begegnung mit anderen Hunden Zitat · Antworten

Zitat von Juupi
Im Wurf von 9 Welpen war sie die Einzige, die "komisch" auf ihre Mutter reagierte –sie starrte sie an. Sie durfte ab etwa der dritten Lebenswoche nicht mehr bei ihr trinken, wurde verstoßen und folglich mit der Flasche großgezogen. Die Züchterin brachte sie sogar zum Tierarzt, weil sie dachte, der Welpe sei blind. Mit den Geschwistern hatte sie Umgang, war aber immer die vorderste, erste, frechste, mutigste bei allem. Ein "dominanter" Welpe, hieß es *räusper* (Himmel, dieser Dominanzunfug)
Eine angeborene Verhaltensstörung? Ich weiß es nicht, konnte noch nichts darüber in Erfahrung bringen, ob es das in der Form gibt.
Weiß jemand von euch etwas darüber?



Hallo Antonia,
vielen Dank für deine Geschichte mit deinem Julchen.
ich möchte jetzt einfach mal auf die o.g. Sache eingehen. Ich bin ja auch Züchterin, d.h. ich habe bisher erst 4 Würfe aufgezogen (Neufundländer) und habe mich bereits intensiv mit dem Pflegeverhalten der Mutterhündin und das Verhalten der Welpen im "Nest" beschäftigt.
Mein Grundsatz ist ein Wurf so natürlich wie möglich aufwachsen zu lassen... darunter fällt für mich auch, wenn ein Welpe von der Mutter "verstoßen" wird, d.h. nicht mehr gesäugt wird, dann hat die Mutterhündin RECHT und ich hoffe, dass ich (sollte mir irgendwann mal das passieren - was bisher noch nie der Fall war) genau das tun würde, wovon ich fest überzeugt bin: Ich würde mehrmals versuchen den Welpen bei Mutter anzulegen - dabei würde ich genau die Reaktionen der Mutterhündin beobachten und wenn ich sehe, dass meine "Anlege-Bemühungen" keinen Erfolg haben, würde ich schweren Herzens zum Tierarzt fahren, Welpen untersuchen lassen und dann einschläfern lassen.
Hört sich jetzt ja furchtbar an, aber ich bin dabei überzeugt: Die Mutterhündin hat Recht und das Verstoßen macht sie nicht "nur aus Spaß".Sondern, der Welpe hat irgendetwas, was nicht so ist, wie es sein sollte.
Außerdem sollte ich als Züchterin die Hündin so gut kennen, ob ich mich auf ihr Urteil verlassen kann.
Vielleicht wollte die Mutterhündin den Welpen auch töten?

Weisst du ob sich Julchen im Spiel mit den Geschwistern auch mal ergeben hatte oder nicht? Ich hatte beim 1. Wurf einen Rüden, der hatte im Alter von ca. 8 Wochen ziemlich oft von Nike auf die Mütze bekommen und ich musste mich teilweise zwingen, nicht dazwischen zu gehen. Aber ich beobachtete und sah den Unterschied zu den anderen Welpen. Immer wieder wehrte er sich bis zum geht nicht mehr.... er blieb am längsten bei uns, weil die zukünftigen Besitzer ihn erst mit 11 Wochen übernehmen konnten.
Und das war auch gut so, denn so hatte er noch die eine oder andere "Einzelstunde" bei seiner Mama.
Adrian hatte einen starken Charakter und die Besitzer hatten auch die eine oder andere Schwierigkeit bis er erwachsen war.

In der Aufzucht wird meines Erachtens in der heutigen Zeit soviel vom Menschen "reingepfuscht", was die Hündin ein bißchen mehr oder weniger "enteignet" und sie ihre Instinkte nicht richtig ausleben kann.
Ich sehe z.B. häufig Welpen, die bereits mit 5 Tagen oder so mit der Flasche zusätzlich gefüttert werden, obwohl die Hündin genug Milch hat, um diese wichtige Aufgabe des Säugens alleine zu übernehmen. Ich habe oft den Eindruck, wenn ich die entsprechenden Züchter darauf anspreche, dann ist es der reine egoistische Aspekt, weil es so süß ist einem Welpen die Flasche zu geben.
Natürlich ist es etwas anderes, wenn die Hündin zu wenig Milch hat...

Ach ich merke ich verzettele mich hier gerade ein bißchen (?)

Antonia, ich wollte dir nur mal dieses Thema aus der anderen Sicht einer Züchterin erläutern. Bei euch war es jetzt anders gelaufen und es wird sich bestimmt eine Lösung eurer Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen finden.

Wichtig ist, dass du hier erstmal gelandet bist und viele Anregungen erhalten wirst.

Liebe Grüße
Kerstin mit Nike + Angelina

"Leben ist das, was passiert, während man vernünftig weiterplant"

Kirstin Offline

DOCH lernfähig und sogar männerüberzeugend mit kleinem bodyzerstörenden Knabberluder


Beiträge: 5.021

04.02.2012 16:46
#3 RE: Stress, Unsicherheit, Angst bei Begegnung mit anderen Hunden Zitat · Antworten

Hallo Antonia,

ich kann leider keine klugen Tipps geben, bin selber noch Anfänger und kämpfe an diversen Baustellen!
Aber ich habe den Eindruck, dass Deine Ansätze (schönklickern etc )doch ganz gut und richtig waren.

Ich hoffe, Du findest noch Unterstützung und ein paar hilfreiche Tipps, um Dein Training noch besser anzupassen und auszubauen!!

Zitat
In der Aufzucht wird meines Erachtens in der heutigen Zeit soviel vom Menschen "reingepfuscht"...



Kerstin, Du sprichst mir aus der Seele...
Was da teilweise von den ach-so-erfahrenen-Züchtern gemacht wird, ist einfach nur zum Heulen!!!

Viele Grüße,
Kirstin mit Frau Nellie und Bärchen Kenai

Jojo93 Offline




Beiträge: 185

04.02.2012 17:17
#4 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Juupi
Hab Hunde schöngefüttert, gegenkonditioniert, Hirnwäsche-Ziel: fremde Hunde sind an sich erstmal keine Gefahr.
Hat bei kleinen und mittelgroßen in wenigen Monaten wunderbar geklappt, da kann sie sich inzwischen sehr höflich und unbefangen benehmen.



Hallo Antonia,

ich kann Dir zwar keine Tipps geben, weil ich selbst hier noch nicht so lange angemeldet bin und noch viel lernen muss.
Aber ich finde es toll das Jule schon an kleinen und mittelgroßen Hunde vorbei gehen kann .
Du wirst bestimmt noch viel mehr Erfolge mit Jule erzielen, da bin ich mir sicher.


Liebe Grüße,

Johanna mit Polly und Sam

Liebe Grüße.

Johanna mit Polly und Sam

**************************************************************
Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben, macht dich reich!
(Louis Sabin)

Juupi Offline




Beiträge: 19

04.02.2012 17:52
#5 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Och Menno falscher Knopp, Beitrag fort.
Gut, nochmal.

Zitat von Mischka
Weisst du ob sich Julchen im Spiel mit den Geschwistern auch mal ergeben hatte oder nicht?



Glaub ich kaum. Unterwerfen, Bauch zeigen, das konnte sie früher nicht, auch heute duckt sie sich nur in äußerst brenzligen Situationen (Angriff von anderen auf sie). Steht auch im Wurfabnahme-Bericht: wehrt sich sehr, wenn auf den Rücken gedreht.

Ihren Bauch bekomme selbst ich nur im Schmusemodus gezeigt, einfordern könnte ich das nie, dass sie sich neben mir auf den Rücken legt. Soo groß ist ihr Vertrauen zu niemandem. Wenigstens zeigt sie uns und ein paar geachteten Althunden gegenüber aktive Unterwerfungsgesten im Ansatz. Beschwichtigen konnte sie früher kaum, das lernt sie erst seit ein paar Monaten, welch geniale Wirkung dieses "Instrument" doch hat

Ich denke schon, dass sie sehr schlechte frühwelpige Bindungserfahrungen hatte. Die Mutter duldete zwar ihre Anwesenheit (nur nicht beim Trinken), maßregelte sie aber ständig und heftig. Das war sicher kein guter Grundstein für ihre Entwicklung.

Ich kann deine Einwände bez. des Leben-lassens gut verstehen und nachvollziehen.
Aber, Hand auf`s Herz, welcher hundeliebende Mensch schafft es, einen körperlich gesunden, lebenswilligen Welpen einschläfern zu lassen (und darf das ein Tierarzt überhaupt?)
Meine Züchterin jedenfalls konnte es nicht. Es war ihr erster Wurf und auch der erste der Hündin.
Sie sagte später dann lachend, na ich hab ja dich für das schwierige Biest

Dein Adrian, welche Schwierigkeiten machte er den neuen Besitzern?

Kirstin und Johanna, danke auch euch, ja ich hab auch Hoffnung. Stecke halt nur irgendwie fest zur Zeit.
Ist ja auch längst nicht mehr so schlimm wie früher.
Ich muss echt sagen, wenn ich hier lese, welche heftigen Probleme manch anderer hat, kommen mir unsere Probleme vor wie Pipifax, ehrlich.

Lieben Gruß
Antonia

DeMo Offline

Diplom-Eierfinderin mit Weltherrscherin auf eigenem Thron mitsamt immer geliebterem Prügelknaben


Beiträge: 4.427

04.02.2012 18:17
#6 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat
Aber, Hand auf`s Herz, welcher hundeliebende Mensch schafft es, einen körperlich gesunden, lebenswilligen Welpen einschläfern zu lassen (und darf das ein Tierarzt überhaupt?)



Nein, ein Tierarzt darf kein gesundes Tier einfach so einschläfern.

Zitat von Mischka


Mein Grundsatz ist ein Wurf so natürlich wie möglich aufwachsen zu lassen... darunter fällt für mich auch, wenn ein Welpe von der Mutter "verstoßen" wird, d.h. nicht mehr gesäugt wird, dann hat die Mutterhündin RECHT und ich hoffe, dass ich (sollte mir irgendwann mal das passieren - was bisher noch nie der Fall war) genau das tun würde, wovon ich fest überzeugt bin: Ich würde mehrmals versuchen den Welpen bei Mutter anzulegen - dabei würde ich genau die Reaktionen der Mutterhündin beobachten und wenn ich sehe, dass meine "Anlege-Bemühungen" keinen Erfolg haben, würde ich schweren Herzens zum Tierarzt fahren, Welpen untersuchen lassen und dann einschläfern lassen.
Hört sich jetzt ja furchtbar an, aber ich bin dabei überzeugt: Die Mutterhündin hat Recht und das Verstoßen macht sie nicht "nur aus Spaß".Sondern, der Welpe hat irgendetwas, was nicht so ist, wie es sein sollte.
Außerdem sollte ich als Züchterin die Hündin so gut kennen, ob ich mich auf ihr Urteil verlassen kann.
Vielleicht wollte die Mutterhündin den Welpen auch töten?



Würdest du ein behindertes Kind auch abtreiben? Sorry, ist ein harter Vergleich, aber mir geht da die Hutschnur hoch. Menschen verstoßen auch manchmal ihre Kinder, ist mit denen dann auch etwas nicht in Ordnung? Und wie oben geschrieben, ein guter und erlicher Tierarzt wird keinen gesunden Welpen einschläfern, nur weil die Mutter ihn nicht füttert.

Liebe Grüße
Mo mit Kajla aka Madame Schnupptulla, aka DAS Schnuppertier,aka Madame Naseweiß
und Rambo dem Zotteltierchen, aka das Schnüüüchen

-----------------------------------------------
„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

wasserratte Offline

wo die Wut im Bauch gegen das Siegergefühl getauscht ist und Dumbos Erben die Ohren gelassen haben


Beiträge: 1.264

04.02.2012 18:50
#7 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Juupi


Das ist auch noch so ein Punkt, in dem ich nicht weiß, ob ich da nicht eine blöde Verhaltenskette eintrainiert habe: anplärren --> gerufen werden --> Keks.
Und ich weiß auch nicht, ob sie da einfach ihre festgefahrene alte Gewohnheit noch nicht abgelegt hat –immerhin war sie lange damit erfolgreich und ist es aus ihrer Sicht fast jedes Mal wieder.




Ja, da kann tatsächlich eine Verhaltenskette entstehen. Und deswegen - ganz wichtig - nicht erst überreagieren lassen sondern, wenn du den Hund bemerkst - im Idealfall vor deinem Hund - sofort clickern und füttern. Laß die Reaktion gar nicht kommen. Wenn dein Hund den anderen bemerkt, intensivst clickern, füttern und ruhig loben. Entweder gehst du einen ausreichend großen Bogen um den anderen Hund oder du gehst rückwärst clickernd weg. Am Anfang hatte ich bei Nala das Gefühl, das bringt alles nichts, sie nimmt mich gar nicht wahr und macht nur Theater. Nach einigen Wiederholungen kam die erste positive Reaktion und sie schaute mich an. Da war Party angesagt.
Biete ihm ganz was tolles an, ruhig auch die ganze Hand voll im richtigen Moment. Freue dich mit ihm über jeden Hund, den du siehst. Und das würde ich wirklich bei jedem machen, nicht nur bei jedem potenziellen Feind.
Ich bin aber kein Experte hier, die werden sich sicher noch melden...

Liebe Grüße
Martina und Nala

Niko2208 Offline



Beiträge: 2.035

04.02.2012 18:52
#8 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Antonia, es ist unglaublich wie viele Parallelen ich zwischen deiner Hündin und Niko erkenne. Niko war ein Einzelwelpe, die Hündin auch erstgebärend.
Auch Niko zeigte schon agressive Züge mit 12 Wochen. Leider taten wir das als Welpenspiel ab. Gut, Niko ist ja noch dazu krank. Ob das von der Züchterin
die zwanzig Jahre gezüchtet hat wirklich nicht gesehen wurde bezweifle ich.

Kerstin hat das wirklich gut beschrieben, ihre Ansicht ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Wir sind sicher, dass Niko auch von Hand aufgezogen wurde.
Wahrscheinlich hat ihn die Hündin nicht angenommen. Nach deinen Schilderungen, die sich fast exakt mit Nikos Werdegang decken, bin ich sicher dass das
alles schon begann als Niko geboren wurde.

Natürlich haben wir so wie du das Unsere dazu getan, dass alles nicht besser sondern eher schlechter wurde.
Ich freue mich schon auf weitere Berichte von dir.

Pauly Offline




Beiträge: 4.691

04.02.2012 20:13
#9 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Ehrlich gesagt, hab ich immer ein etwas seltsames Bauchgefühl, wenn jemand von "Unterwerfungsgesten" schreibt. Wenn dazu ein paar Sätze vorher noch "auf den Bauch drehen" steht, wird mein Bauchgefühl noch komischer. "Unterwerfung" ist für mich verbunden mit Angst, Stress und Not. Unterwerfung ist keine Beschwichtugung mehr!

Meine Hunde zeigensich auch nur den Bauch, wenn sie sich sehr wohl und sicher fühlen (etwa, wenn sie sort gekrault werden möchten, oder sich sehr wohl fühlen, oder schlafen und auf dem Rücken liegend alle viere von sich strecken) Niemals würde einer meiner Hunde sich vor einem fremden Hund oder Menschen auf den Rücken drehen und ihren Bauch zeigen. Warum sollten sie das tun?
Sie wenden durchaus ihren Kopf/den Blick ab, um zu beschwichtigen, senken die Rute, züngeln oder gähnen usw. Sie zeigen da anderen Hunden so feine Gesten, die ich manchmal gar nicht mitbekomme.

Und ich finde es auch absolut normal, wenn ein Welpe sich wehrt, wenn er auf den Rücken gedreht werden soll. Einige Babys brüllen auch, wenn man sie einfach anfässt und umdreht...niemand würde auf die Idee kommen, ein Baby deshalb als "schwierig" zu bezeichen. Es fühlt sich dabei eben unwohl, ist vielleicht sowieso grad müde und quakig, oder sonstwas. Ich finde das absoluten Blödsinn, ganz ehrlich.

Aber was genau sind denn nun "aktive Unterwerfungsgesten" die Julchen euch und einigen Althunden gegenüber seit einiger Zeit zeigt, kannst du das etwas näher beschreiben, bitte?

_________
Liebe Grüße, Christiane mit Charly und Paula

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

04.02.2012 21:51
#10 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Juupi
Im Wurf von 9 Welpen war sie die Einzige, die "komisch" auf ihre Mutter reagierte –sie starrte sie an.


Was ist daran "komisch"? Was meint "anstarren"?

Zitat
Mit den Geschwistern hatte sie Umgang, war aber immer die vorderste, erste, frechste, mutigste bei allem.


Was ist daran jetzt das Problem?

Zitat
Eine angeborene Verhaltensstörung? Ich weiß es nicht, konnte noch nichts darüber in Erfahrung bringen, ob es das in der Form gibt. Weiß jemand von euch etwas darüber?


Was meinst Du? Was genau ist denn die Verhaltensstörung?

Zitat
Na jedenfalls tat sie sich dann auch bei uns schwer mit Vertrauen und Bindung, war einerseits sehr umweltsicher und mutig (Lob an die Züchterin, die Umweltprägung war super), andererseits ängstlich /unsicher mit fremden Menschen und Hunden. Jede Nähe war ihr zuwider, auch berühren, bürsten, streicheln.


So etwas gibt es. Wie bei Menschen gibt es Hunde, die viel Nähe, wenig Nähe, keine Nähe suchen. Das ist ganz normal, ich weiß von verschiedensten Rassen aus verschiedensten Würfen, daß es solche Individuen gab/gibt. Daran sehe ich nichts Ungewöhnliches.

Zitat
Irgendwie scheu war sie und ist sie, wobei sie schon als Zwerg mit ersten aggressiven Signalen reagierte, niemals mit Flucht, Unterwerfung oder Meideverhalten.


Vielleicht einfach ein "starker" Hund? Auch hier: Es gibt Feiglinge und Draufgänger - bei Menschen wie bei Hunden. Das ist absolut natürlich.

Zitat
Aggressiv gegen uns war sie aber nur ein einziges mal mit zarten 12 Wochen, das sehe ich als Ausrutscher an.


Was soll das heißen? Aggression ist erstmal Kommunikation und ebenfalls natürlich. Was meint: Sie war aggressiv gegen Euch?

Zitat
Mein Fehler war auch, das weiß ich jetzt, dass ich ihr damals zu viele und vor allem ungeeignete Kontakte zugemutet habe. Statt souveräner Althunde lernte sie vor allem Gleichaltrige kennen und eher unsichere Ältere, bei denen ihr einschüchterndes und zuweilen aggressives Gehabe Erfolg hatte.


Eigentlich ist es völlig normal, Kontakte zu verschiedenen Individuen zu ermöglichen. Auch Kinder treffen in Kindergarten und Schule auf Gleichaltrige und Ältere, auf Sichere und Unsichere.

Zitat
Es war in der wilden Jugend- Zeit, in der sie durch ein paar blöde Erlebnisse lernte, dass man andere Hunde nur ausreichend beeindrucken muss mit mords Getöse und Gebrüll, um sie sich vom Hals zu schaffen.


Das mußte sie nicht lernen. Das weiß jeder Hund.

Zitat
Ich hab zuerst über Gehorsam gearbeitet. Bleib-bei-mir statt Attacke zum Beispiel, zu-mir statt pöbeln. Damit konnte ich sie ganz gut "managen", aber ihre Gefühlslage veränderte sich nicht.


Was genau IST ihre Gefühlslage?

Grundsätzlich: Kann es sein, daß bei Euch einfach die Führung nicht stimmt? Du zu unklar bist, nicht souverän genug aus ihrer Sicht? Für mich klingt sie ein bißchen wie ein Hund, der das "überprüft" und Führung nur annimmt, wenn der Führenwollende "beweist", daß er dazu auch geeignet ist. Wäre das möglich?

@Mischka
Ich habe ein Riesenproblem mit Deinem Beitrag. Ich stehe der Züchterszene an vielen Stellen sehr kritisch gegenüber, und mir gefällt es absolut nicht, einem User, der Rat mit einer artgenossenaggressiven Hündin sucht, zu erzählen, daß Du an seiner Stelle einen Welpen wie es sein Hund anscheinend war, ausgesondert und hättest einschläfern lassen. Zum einen, weil ich das in diesem Zusammenhang absolut unpassend finde, zum anderen, weil ich es als kaltherzig/-schnäuzig empfinde, so zu "ticken".

Ich will an dieser Stelle auch gar keine fachliche Diskussion darüber anzetteln. Es ist Deine Sache, wie Du Deine Züchterei angehst, aber "Andersartige" zu euthanasieren, ist für mich ein absolutes No go. Einmal davon abgesehen, daß Du nicht einmal beurteilen kannst, ob der Hund, um den sich dieser Thread dreht, wirklich so "anders" war, denn die Beschreibung ist da meiner Meinung nach nicht einmal im Ansatz vollständig oder aussagekräftig.

Bitte verstehe mich nicht falsch. Das geht nicht gegen Dich persönlich. Definitiv aber gegen Deine Argumentation, die ich hier auf gar keinen Fall so stehenlassen kann und will. Nicht in einem Forum wie diesem, besonders nicht in einem Forum wie diesem.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Juupi Offline




Beiträge: 19

04.02.2012 23:31
#11 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Hallo und danke für eure Antworten!

Fange ich mal hier an,@Pauly

Christiane ich merke, es ist einiges von mir bissel falsch formuliert gewesen bzw. missverständlich.

Zitat von Pauly
Ehrlich gesagt, hab ich immer ein etwas seltsames Bauchgefühl, wenn jemand von "Unterwerfungsgesten" schreibt. Wenn dazu ein paar Sätze vorher noch "auf den Bauch drehen" steht, wird mein Bauchgefühl noch komischer. "Unterwerfung" ist für mich verbunden mit Angst, Stress und Not. Unterwerfung ist keine Beschwichtugung mehr!



Nein, ich bin sicher nicht der Typ, der „Unterwerfung“ vom Hund fordert. Ich meine damit alltägliche Situationen, etwa eine Zecke oder einen Haarknoten entfernen. Wenn mir ein Hund vertraut, darf ich das auch an seinem Bauch. Bei Jule durfte ich das sehr lange nicht. Nur das wollte ich damit ausdrücken. Sie war sehr verschlossen, im wahrsten Sinn des Wortes, tat sich schwer mit Vertrauen.

Zitat von Pauly
Und ich finde es auch absolut normal, wenn ein Welpe sich wehrt, wenn er auf den Rücken gedreht werden soll.



Die anderen 8 Welpen des Wurfes waren in dieser Situation völlig unbefangen, nahmen es als Spiel, waren vertrauensvoll, nur Jule war die einzige, die sich heftig wehrte. Es war eben einer der "Tests" der Wurfabnahme. Über Sinn und Unsinn solcher Tests kann man sicher streiten. Ich bin überzeugt, ihre kleine Psyche war schon verschieden von der ihrer Geschwister, dadurch das sie von der Mutter ständig unfreundlich und abweisend behandelt wurde.

Zitat von Pauly
Aber was genau sind denn nun "aktive Unterwerfungsgesten" die Julchen euch und einigen Althunden gegenüber seit einiger Zeit zeigt, kannst du das etwas näher beschreiben, bitte?



Das tut sie von Anfang an. Damit meine ich vor allem die Körperhaltung bei der Begrüßung, das Kopf tief halten, Ohren zurück legen, freudiges Wedeln, angedeutetes "Lefzenlecken", Popowackeln. Das zeigt sie bei uns und bei wenigen älteren Hunden, die sie schätzt.


Barbara, auch deine Fragen versuche ich zu beantworten.

Zitat von Elektra
Was meint "anstarren"?



Das habe ich selbst nie gesehen, die Züchterin schilderte es so, dass Jule, nachdem die Äuglein auf waren, auf jegliche Aktion der Mutter damit reagierte, dass sie unbeweglich dasaß und ihr in die Augen starrte. Als sei sie blind und versuche zu lokalisieren, woher der Reiz kommt (deshalb war sie ja auch beim Tierarzt mit ihr). Es kann auf die Mutter wie Drohfixieren gewirkt haben…?
Ja es ist seltsam, ich habe so etwas vorher noch nie gehört. Jedenfalls stieß die Mutter sie ab da von den Zitzen, ließ sie nicht mehr in ihre Nähe.

Dass sie die vorderste, erste, frechste, mutigste der Geschwister war, sehe ich nicht als "Problem", ich fand es nur erwähnenswert, weil es auch heute noch zu ihrem Charakter gehört und irgendwie einen Gegensatz darstellt zu ihrer Unsicherheit.

Zitat
Was meinst Du? Was genau ist denn die Verhaltensstörung?



Das weiß ich nicht, ich weiß nicht mal, ob es eine ist. Es ist nur ein Gedanke, eine Idee, im Grunde aber müßig, darüber nachzudenken.

Zitat
Was meint: Sie war aggressiv gegen Euch?



Wie gesagt, das sehe ich als Ausrutscher, vielleicht Grenzen testen. Im (ruhigen, nicht hochgepuschten) Spiel auf dem Sofa griff sie mich plötzlich an, versuchte zu beißen, sehr heftig. Da war sie 12 Wochen. Nach einem reflexartigen lauten "EY!!!" schüttelte ich sie ab und ging aus dem Raum. Das oder ähnliches kam nie wieder vor. Sie knurrt uns nie an oder droht.

Zitat
Eigentlich ist es völlig normal, Kontakte zu verschiedenen Individuen zu ermöglichen. Auch Kinder treffen in Kindergarten und Schule auf Gleichaltrige und Ältere, auf Sichere und Unsichere.



Im Nachhinein denke ich, es wäre besser gewesen, sie hätte mehr souveräne, sichere Hunde um sich gehabt. Um von ihnen zu lernen, wie es in der Hundewelt zugeht. Höflichkeit, Benimm-Regeln und all das. Vielleicht wurde sie auch in ihrer Rüpeligkeit zu selten gebremst (ich tat das, aber das ersetzt m.E. nicht die Wirkung eines Hundes.)

Zitat
Was genau IST ihre Gefühlslage?



Sie fühlt sich sehr schnell von fremden Hunden /Menschen bedroht. Bekommt schnell Angst, was zu dem aggressiven Verhalten führt. So jedenfalls interpretiere ich sie.


Zitat
Grundsätzlich: Kann es sein, daß bei Euch einfach die Führung nicht stimmt? Du zu unklar bist, nicht souverän genug aus ihrer Sicht? Für mich klingt sie ein bißchen wie ein Hund, der das "überprüft" und Führung nur annimmt, wenn der Führenwollende "beweist", daß er dazu auch geeignet ist. Wäre das möglich?



Hm, gute Frage, die ich schwer beantworten kann. Dass ich klar bin, weiß was ich will und ihr das auch vermitteln kann, das denke ich schon, das Vertrauen ist auch da. Ob ich souverän genug bin ---vielleicht für sie nicht genug?
Stimmt schon, sie nimmt Stress- und Konfliktsituationen gern selbst in die Pfote. Es gelingt mir nicht immer, sie von meinem Weg zu überzeugen. Sie macht dann oft einfach ihr eigenes Ding.

Ich schick das jetzt einfach mal ab und geh mit Jule die Abendrunde.
Mir fällt wahrscheinlich morgen noch was ein.

Liebe Grüße
Antonia

Kafrauke Offline

Amazone ohne Nudelholz und Leidensfähigkeit, jetzt mit neuer Frisur


Beiträge: 7.324

05.02.2012 08:15
#12 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat

Dass sie die vorderste, erste, frechste, mutigste der Geschwister war, sehe ich nicht als "Problem", ich fand es nur erwähnenswert, weil es auch heute noch zu ihrem Charakter gehört und irgendwie einen Gegensatz darstellt zu ihrer Unsicherheit.





Ich glaube,dass ist gar nicht so ungewönlich.
Yuri ist z.B auch ein Hund,der unter seinen Geschwistern der "Chef" war und dabei trotzdem der unsicherste.
Ich glaube ,Welpen ,die von Anfang an eher devot sind ,sich leicht unterordnen und mitlaufen sind oft entspanntere Individuen.
Wie mein Labbie Lukas,der ist ein simpler,sich immer unterordnender und führen lassender Typ.
Wird so ein Hund gut geführt und beschützt(was in den ersten Wochen ja der Fall sein sollte) entwickelt sich leicht ein unbeschwerter mutiger Charakter.

Wärent ein selbstsicherer Welpe,der viele Situationen dominiert eben auch früh in Besitz von Reccourcen und Verantwortung kommt und früh das Gefühl hat Überfordert zu sein.
Einen solchen Hund zu leiten ist sicherlich etwas schwieriger,aber möglich.

Mein Zwergl ist übrigens auch ein Kämpfer ,ein Hund ,der sich nicht auf den Rücken drehen lässt und erstmal drauf geht,wenn ihm was Angst macht,da muss man schnell Alternativen fördern.
Aber ich finde,man sollte nicht vergessen,dass solche Charaktere auch viele Vorteile haben.
Oft sind gerade diese kleinen reaktionsschnellen Kämpfer ware Genies,wenn man etwas findet,was sie richtig können und bereit wesentlich mehr Leistung un Willen zu zeigen,als Otto-Normal-Hund!

Das nur nebenbei,um daran zu denken,dass du da vermutlich nicht nur einen schwierigen Hund,sondern einen waren Schatz hast

Ganz nebenbei finde ich es einen echt gruseligen Gedanken,einen drei Wochen alten gesunden Welpen zu töten,nur weil seine Mutter komisch auf ihn reagiert.Ich glaube irgendwie auch nicht,dass Kerstin das übers Herz brächte!



Wenn ich -grundsätzlich- aversiv mit meinem Hund trainiere, dann macht das auch was mit mir - und nichts was auf OMMMM endet.


Ines mit Yuri, Freddy und Ursula sowie Lukas im Herzen

Mischka Offline




Beiträge: 67

05.02.2012 08:39
#13 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Elektra


@Mischka
Ich habe ein Riesenproblem mit Deinem Beitrag. Ich stehe der Züchterszene an vielen Stellen sehr kritisch gegenüber, und mir gefällt es absolut nicht, einem User, der Rat mit einer artgenossenaggressiven Hündin sucht, zu erzählen, daß Du an seiner Stelle einen Welpen wie es sein Hund anscheinend war, ausgesondert und hättest einschläfern lassen. Zum einen, weil ich das in diesem Zusammenhang absolut unpassend finde, zum anderen, weil ich es als kaltherzig/-schnäuzig empfinde, so zu "ticken".


Ja, ich merkte gestern als ich meinen Beitrag abgeschickt hatte doch, dass ein großer Unterschied zwischen Unterhaltung und schriftlicher Meinungsabgabe existiert. Noch dazu bin ich ja relativ forumsunerfahren.

Zitat von Elektra
Ich will an dieser Stelle auch gar keine fachliche Diskussion darüber anzetteln.


Nein, das möchte ich auch nicht, weil darum geht es ja hier auch gar nicht. Es geht ja wirklich darum, dass ein User einen Rat sucht betreffend des Verhaltens der Hündin.

Nur kurz noch zu meiner Aussage: Ich bin wirklich die letzte, die "andersartige aus dem Weg räumen möchte" auch wenn das so rübergekommen sein sollte, aber es gibt Grenzen.
Bei Julchen möchte und kann ich gar nicht beurteilen, wie ich reagiert hätte als Züchterin, weil wir einfach viel zuwenig Informationen haben (damit meine ich jetzt aber nicht, dass Antonia zuwenig berichtet hat, die notwendigen Infos hat alleine die Züchterin, die hautnah mit dabei war).

@Juupi: Bitte entschuldige wenn mein Betrag dich getroffen hat und nicht wirklich hilfreich war für dich.

Zitat von Kafrauke
Ganz nebenbei finde ich es einen echt gruseligen Gedanken,einen drei Wochen alten gesunden Welpen zu töten,nur weil seine Mutter komisch auf ihn reagiert.Ich glaube irgendwie auch nicht,dass Kerstin das übers Herz brächte!


Ja, das mit den 3 Wochen ist mir sowieso später noch so bewusst geworden - ohje.. ich war zu voreilig - nein so bin ich nicht.

Liebe Grüße
Kerstin mit Nike + Angelina

"Leben ist das, was passiert, während man vernünftig weiterplant"

Juupi Offline




Beiträge: 19

05.02.2012 11:49
#14 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Kafrauke
Das nur nebenbei,um daran zu denken,dass du da vermutlich nicht nur einen schwierigen Hund,sondern einen waren Schatz hast


Ah verflixt, mir fällt durch deine Zeilen auf, dass ich noch gar nicht erwähnt habe, wie klasse ich sie finde
Wie peinlich…

Du hast absolut Recht, sie fasziniert mich sehr mit ihrem Charakter.
Ich schwärme jetzt mal bissel… sie ist begeisterungsfähig, einfallsreich, multitalentiert, lernwillig und super zu motivieren, und sie zeigt ihre Freude sehr überschwänglich.
Wir machen jede Woche Agility (ohne Turnierehrgeiz) und longieren oft, beides macht uns großen Spaß, und sie begleitet mich oder meinen Mann täglich zur Arbeit, ist praktisch überall dabei.
Wir haben noch keine einzige Sekunde bereut, diesen Hund aufgenommen zu haben, im Gegenteil.

So, das durfte jetzt nicht fehlen :)

Lieben Gruß
Antonia

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

05.02.2012 11:54
#15 RE: Stress, Unsicherheit, Angst Zitat · Antworten

Zitat von Juupi
Du hast absolut Recht, sie fasziniert mich sehr mit ihrem Charakter.
Ich schwärme jetzt mal bissel… sie ist begeisterungsfähig, einfallsreich, multitalentiert, lernwillig und super zu motivieren, und sie zeigt ihre Freude sehr überschwänglich.
Wir machen jede Woche Agility (ohne Turnierehrgeiz) und longieren oft, beides macht uns großen Spaß, und sie begleitet mich oder meinen Mann täglich zur Arbeit, ist praktisch überall dabei.
Wir haben noch keine einzige Sekunde bereut, diesen Hund aufgenommen zu haben, im Gegenteil.
So, das durfte jetzt nicht fehlen :)


Das bringt sehr viel Liebe zu Deinem Hund rüber, und ich finde es wahnsinnig schön, daß Du diese Zeilen noch geschrieben hast. Und: Auch darüber möchten wir hier gerne noch viel, viel mehr hören. :-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

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