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Dieses Thema hat 10 Antworten
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Mydog

Direktorin des Zwockel-Zirkus und bekennend geschirrsüchtig sowie Tante Lupa (Admin)

Beiträge: 36.941



27.10.2010 21:53
Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Ich sagte heute in einem Gespräch zu Barbara, daß Mogli in meinen Augen kein Problemhund sei.
In der Tat habe ich Moglis Verhaltensweisen nie als Problem gesehen, sondern einfach als normales Verhalten für einen ehemaligen Straßenhund, dem ich erst erklären und beweisen muss, daß die Welt für ihn nun nicht mehr gefährlich ist.

Die Antwort auf meine Aussage war, daß das so nicht ganz stimme, denn das Potential hätte der Zwockel schon gehabt, ich hätte ihm nur keine Chance gegeben, ein Problemhund zu werden.

Zunächst mal hat mich diese Aussage natürlich als Lob der Trainerin sehr gefreut.

Und dann habe ich darüber nachgedacht und es stimmt. Mogli schnappte am Anfang eigentlich nach allen, außer nach mir.
Er bellte entgegenkommende Menschen nicht nur an, er ging auch in ihre Richtung und schnappte nach ihren Hosenbeinen.
Ebenso schnappte er nach meinem Mann und meinen Eltern, wenn diese etwas taten, was ihm unheimlich war. Regelmäßig z.B. beim Öffnen des Geschirrs, wenn es zu lange dauerte oder sie ihn dabei versehentlich ein wenig ziepten.

Meine Eltern sagten sofort, daß er das nicht dürfe. Ich widersprach und sagte, er dürfe, solange er noch kein Vertrauen in sie haben könne und sich bedroht fühlte. Ich sagte ihnen, es sei an ihnen alles zu vermeiden, was für das kleine Kerlchen bedrohlich wirken könnte. Das sahen sie ein und sahen sich vor. Das Geschirr wurde weitergestellt, so daß das Öffnen einfacher war und meine Eltern gingen sehr vorsichtig auf ihn zu und mit ihm um.
Das Ergebnis: heute schnappt er nicht mehr nach ihnen, ganz von allein, einfach weil er die Zeit bekam, Vertrauen aufzubauen. Hätten wir mit aversiven Mitteln reagiert, hätte sich das sicher auch anders entwickeln können.

Ebenso habe ich bei entgegenkommenden Menschen reagiert. Ich habe ihn zu mir gerufen und ihn mit Leckerchen abgelenkt. Erst den Menschen abgewandt, dann auch so, daß er sie sehen konnte. Und im Laufe der Zeit merkte er, daß sie gar nichts von ihm wollten.
Heute reagiert er nur noch, wenn sie stehen bleiben und ihn anstarren oder ansprechen. Dann stelle ich mich allerdings dazwischen und sorge dafür, daß sie ihm nicht zu nahe kommen. Auf diese Weise können wir mittlerweile ganz entspannt durch die Gegend schlappen.

Das einzige, was wir in dieser Hinsicht noch üben müssen ist, daß er sich, vor allem an den Pfötchen, "festhalten" lässt. Das allerdings dann auch nur von mir.
Er mag es nach wie vor z.B. nicht, wenn ich ein Pfötchen festhalte und untersuchen will. Deshalb nehme ich jetzt immer mal eins in die Hand wenn ich ihn streichel oder er gerade auf meinem Schoß sitzt. So wird er sich sicherlich im Laufe der Zeit daran gewöhnen.

Und dann musste ich im Laufe der Zeit lernen zu erkennen, wenn sein Verhalten nicht mehr aus Unsicherheit oder Angst sondern aus Frechheit oder Ressourcenverteidigung resultierte.
Nachdem er etwa zwei Monate bei uns war begann er zu versuchen, meinem Mann von mir zu splitten. Er machte das erst ganz subtil, als Spiel getarnt sich zwischen uns drängend, wenn mein Mann sich mir näherte, so daß ich erst gar nicht erkannte, was er da vorhatte der Schlingel.
Dann allerdings wurde er deutlicher und schnappte nach meinem Mann, wenn dieser ins Schlafzimmer kam und ich mich schon darin befand. Mit Hilfe von Barbara fanden wir schnell heraus, daß er sich dabei nicht durch das nahe Vorbeigehen am Körbchen bedroht fühlte (wie ich zuerst annahm), sondern schlicht verhindern wollte, daß mein Mann auch ins Zimmer und zu mir kam. (Wir testeten einfach die gleiche Situation, wenn ich mich außerhalb des Schlafzimmers befand - keine Reaktion - alles klar!)
Oder er schnappte z.B. nach demjenigen, der sich mir näherte, wenn er auf meinem Schoß saß.

Das war dann der Punkt wo ich begann, klare, verbale Ansagen zu machen und ihm unmissverständlich zu verstehen zu geben, daß ich dieses Verhalten nicht dulde. Das war für ihn zu diesem Zeitpunkt angemessen und er hat es sehr schnell verstanden und akzeptiert. Auch das ist heute kein Thema mehr.


Ich finde die Reise mit ihm sehr spannend und ich habe schon sehr viel an und mit ihm lernen dürfen. Ich habe immer gesagt, daß ich keinen Jolly-Hund möchte, der einfach nur lieb ist. Ich mag Charakterköpfe und habe mit Mogli ganz eindeutig einen davon bekommen. Mal schaun, wo unsere Reise noch hingeht...............




Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen
------------------------
Der ist nicht klein, der ist ein Hundekonzentrat. :o)

Mio


27.10.2010 22:00
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Zitat von Mydog
Mal schaun, wo unsere Reise noch hingeht...............



Ihr werdet sicher noch eine schöne Reise miteinander haben!

Ich freu mich riesig für Euch, daß Ihr eine so schöne Zeit miteinader habt und sie geniest!

Und natürlich über all die Dinge, die sich zum Guten wendeten!

Frau_v_B



Beiträge: 859


27.10.2010 22:37
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Zitat von Mydog
Die Antwort auf meine Aussage war, daß das so nicht ganz stimme, denn das Potential hätte der Zwockel schon gehabt, ich hätte ihm nur keine Chance gegeben, ein Problemhund zu werden.



Wenn das alle so toll machen würden, hätten wir sehr viel weniger sogenannte Problemhunde! Für Dich , weil Du es geschafft hast, diesen Kulleraugen (ausreichend ) zu widerstehen.

Mydog

Direktorin des Zwockel-Zirkus und bekennend geschirrsüchtig sowie Tante Lupa (Admin)

Beiträge: 36.941



27.10.2010 23:13
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Zitat von Frau_von_Bödefeld
Für Dich , weil Du es geschafft hast, diesen Kulleraugen (ausreichend ) zu widerstehen.


Dankeschön.

Das war für mich auch definitiv der schwerste Teil der Übung!!!




Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen
------------------------
Der ist nicht klein, der ist ein Hundekonzentrat. :o)

tomtom



Beiträge: 2.255



27.10.2010 23:26
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Wie gut für Mogli, dass er bei Dir einen so guten Start hatte. Ganz sicher wäre er in anderen Händen nicht der geworden, den wir alle lieb haben (auch ohne ihn persönlich zu kennen). Du bist eben hier mit uns allen gemeinsam ja auch durch eine gute Schule gesammelter Erfahrungen gegangen...

Zitat
Ich finde die Reise mit ihm sehr spannend und ich habe schon sehr viel an und mit ihm lernen dürfen.


Das finde ich sooo schön! Und ihr werdet beide noch viel viel lernen und erleben. Ganz sicher.

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

tomtom



Beiträge: 2.255



27.10.2010 23:31
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

P.S. Das "Pfotenproblem" kenne ich von Tom. Der hat bis vor einem Jahr noch gejault und gezittert wenn ich seine Pfoten abwischen musste.
Ich mache das wie Du und jetzt nach Ewigkeiten ist es endlich möglich.
2 Jahre war es auch beim kuscheln Stress für ihn, wenn ich die Pfoten nur leicht berührt habe.
Seltsam ist das schon.

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


28.10.2010 00:00
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Na einen Hund mit Charakter hast du jedenfalls bekommen :-)
Ihr zwei seid schon prima miteinander unterwegs, des passt scho...

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.550



28.10.2010 01:13
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Nochmal zum Thema "Problemhund". Dein Mann hat das einmal sehr treffend zusammengefaßt. Wäre Mogli ein Rottweiler, hätte er Angst vor ihm gehabt. Nur, weil der Zwockel so klein ist, konnte Georg die "Bedrohungssituationen" händeln. Was im Umkehrschluß heißt: Mogli ist von vielen vielleicht nur deshalb nicht als "Problemhund" eingeordnet worden, weil er eben klein und süß. Was ja ein "Problem" in sich ist, denn einen kleinen und süßen Hund bedrängen leider auch viele Menschen viel leichter.

Ich denke, aber das habe ich Dir schon mehr als einmal gesagt, daß Du einen sehr wichtigen Charakterzug, auch wenn wir darüber oft witzeln, daß dem nicht so wäre, de fakto aber hast. Du bist konsequent. Und Du kannst in Mogli weit mehr sehen als den "Süßfaktor". Und das war das Wichtigste, was Du für ihn tun konntest, um tiefgreifendere oder lang anhaltende Schwierigkeiten zu vermeiden, denke ich.

Ich weiß noch, wie Du, als es um genau so eine klare Ansage ging, meintest, Du würdest es ja tun, aber hättest immer Angst, daß der Zwockel Dich dann nicht mehr lieb hat. Ich glaube, viele Menschen scheuen sich, ihren Hunden Grenzen zu setzen, u.a., weil sie denken, daß ein armer Auslandshund doch nun in Watte gepackt werden muß, eh schon soviel Schlimmes erlebt hat und eben auch, weil sie glauben, daß Grenzen zu setzen für den Hund etwas Schlechtes und nicht etwas sehr Gutes ist.

Hättest Du es nicht geschafft, über Deinen Schatten zu springen, stände Mogli heute möglicherweise ganz woanders und wäre nicht der glückliche und rundherum zufriedene Hund, der den Mut haben kann, Frauchens Konsequenz auch mal zu testen. :-))))

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Ritter Parcifal und Prince Maddox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

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"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



28.10.2010 10:15
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Wenn man mal im Kundenservice gearbeitet hat, weiß man, dass es keine Probleme gibt, sondern nur Herausforderungen!
Barbara hat schon recht. Viele kleine Hunde müssen mit ihren teils schwerwiegenden Problemen leben, weil sie keiner ernst nimmt. Es kann ja nicht viel passieren. Du hast den kleinen Zwockel immer ernst genommen und ihn als Hund betrachtet. Und deshalb hat er es Dir zu verdanken, dass er heute so ein toller Kerl ist! Im Herzen ist er vielleicht doch ein Rottweiler

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Tinca1

Chaos-Fraktionsvorsitzende 1, behütet von einmaligem Döggerich, jetzt mit krawallschachteligem Fleckenzwerg

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28.10.2010 12:02
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Langweilig wird sie garantiert nicht, eure weitere Reise.

Für Dich, weil Du dem Süßfaktor widerstehen kannst: und für den Zwockel, weil er an Deiner Seite so toll gelernt hat, daß es gar nicht sooo viel zum Fürchten gibt: .

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Viele Grüße,
Steffi mit Bendo - und Pina, Einstein, Tovje und Treff im Herzen

"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann." (Francis Picabia, 1922)

stoppel



Beiträge: 8.461


28.10.2010 22:54
RE: Mein kleiner "Problemhund" Zitat ·antworten

Hab ich dir schon mal gesagt, dass du (obowhl nicht weniger temperamentvoll) der Ruhepol für deinen Zwockel bist?
Bei dir kann er völlig entspannen, fühlt sich sicher und aufgehoben. Und dein kleiner und manchmal hektischer Renn-Zwockel wird ruhig und freut sich an deiner Nähe. Langweilig wird es euch beiden dabei bestimmt nicht!

Ich könnte euch jedenfalls stundenlang zusehen, auch ohne dass Mogli tricksen muss.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
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"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

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