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Dieses Thema hat 11 Antworten
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Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



30.08.2010 21:22
Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Hallo Ihr Lieben,

Achtung, es wird leider lang. ich habe gestern mit einer Freundin telefoniert und dabei kam das Thema darauf, was sich seitdem Intensivtag verändert hat. Vor nicht ganz einem Jahr waren wir zu unserem Intensivtag bei Anita und – auch für mich – möchte ich kurz rekapitulieren, was sich seitdem verändert hat:
- Entspannter: Persönlich bin ich entspannter geworden. Ich breche nicht mehr in Tränen aus, wenn eine Begegnung nicht klappt, die Hunde bellen. Natürlich könnte ich sie dann manchmal zum Mond schießen und bin sauer, in der Regel hake ich es aber ab.
- Mit beiden Hunden unterwegs: Letztes Jahr traute ich mich nur mit jeweils einem Hund in der City oder in schwierigen Gebieten rauszugehen. Heute gehe ich nur noch mit beiden, ein Einzelspaziergang ist sehr selten.
- Mut: Die Hunde kommen immer öfter mit: zum Flughafen, ins Restaurant, wir gehen Wanderwege, wo wir Hunde treffen, ich besuche Unterrichtsstunden mit fremden Hunden etc. es gab mal eine Zeit, da habe ich versucht alles zu vermeiden, so groß war die Angst. Dabei ist es nicht unbedingt sehr viel anders geworden, die Hunde würden immer noch bellen, wenn ein anderer Hund ins restaurant kommt. Aber mich stört es nicht mehr so sehr, dass ich sie um jeden Preis zu hause lassen muss. Wir sind bisher auch nie negativ darauf angesprochen worden, wenn die zwei einen kurzen Bellaussetzer hatten.
- Beziehung: Meine Ehe ist auch wieder entspannter geworden, seitdem wir wirklich gemeinsam spazieren gehen und ich nicht das Fehlverhalten a. der Hunde b. meines Mannes und c. eventuell meine klitzekleinen Fehler bei Hundebegegnungen analysiere. Zudem verfalle ich nicht in panischer Schnappatmung vor Angst vor einem Hund, wenn ich oder wir um eine Ecke gehen.
- Apropos Angst: Der Angst-Fuzzi ist definitiv noch da, aber er ist genauso definitiv kleiner geworden. Vielleicht schrumpft er jetzt einfach von Jahr zu Jahr.
- Gepäck: Ich habe Dummies oder Leckerlies oft noch mit, dann aber allein zum spielen bzw. Spökes mit den Hunden machen. Vor einem Jahr brauchte ich Leckerlis, um an anderen Hunden vorbei zu kommen, ich hatte immer etwas dabei.
- Anbellen: Hier würde ich sagen, dass es derzeit nicht unbedingt besser geworden ist. Es war absolut großartig, bis zu meinem Einbruch ab Mai. Da war ich ausschließlich mit mir beschäftigt und hatte keine oder kaum Energie für die Hunde. Die zwei haben daher bis zum August vermehrt gebellt, aber das bekommen wir auch hin. Zwischendurch waren wir soweit, dass wir an kleinen Hunden auf dem Gehsteig vorbei konnten! Das war ein Riesenfortschritt. Hier liegt auch der Knackpunkt für mich: Anitas Methode bzw. Hilfen für unsere Mensch-Hund-Beziehung funktionieren bei uns einwandfrei. Aber ich habe im Alltag oft nicht den richtigen Fokus, nicht die richtige Energie für die Hunde, führe nicht, sondern beschäftige mich mit mir selbst. So lange sich das bei mir nicht richtig einpendelt, wird es nicht immer was. Aber ich weiss, wie es sein kann, ich hatte wunderbare Wochen vor meinem Einbruch.
- An der Leine gehen: Wenn ich nicht trödele, sondern stramm laufe, kommen die Hunde mit. Mini rechts, Elmo links neben mir. Ohne Ermahnung. Im Freilauf benötige ich kurz die Ampel, wenn ich sie einordnen möchte bzw. auch die richtige Energie und Entschlossenheit. Ich genieße derzeit einfach das dahin trödeln und unterhalten. Ich weiß, dass es anders schöner oder besser für die Hunde ist, aber ich muss da auch an mich denken.
- Sozialverhalten: Das ist eindeutig besser geworden. Elmo alleine hat gar keine Probleme mehr, auch zu zweit geht es mit ihm. Mini hat sich ganz klar verbessert. Vor einem Jahr benötigten wir zwei, drei Treffen mit anderen Hunden, damit diese vollständig akzeptiert werden, heute oft nur noch fünf bis zehn Minuten gemeinsames gehen, man denke nur an den Spot Dreh und die Ridgebacks. Ganz zart und langsam lässt man sogar zufällige Kontakte mit kleinen Fremdhunden nach Absprache zu, wie kürzlich mit der Pudeldame. Und vor allem: Wir haben in solchen Situationen beide Hunde dabei. Vor einem Jahr völlig undenkbar.
- Respekt: Der ist definitiv höher geworden. Beispiel: Im Garten kann ich sie ohne Lerckerli oder Kommando im üblichen Sinne an der Eingangstür parken. Sie laufen erst los, wenn ich den Garten freigebe. Generell funktioniert das parken ganz gut: Wir waren etwa letztens zum Grillen bei Freunden. Elmo meinte am Gartenzaun bellen zu müssen, weshalb ich ihn ins Wohnzimmer brachte und ihm bedeutete, dort zu bleiben. Elmo blieb an der Schwelle sitzen und ging nicht wieder raus auf die Terrasse. Ich wurde gefragt „Wie hast Du ihm das denn beigebracht? Der bleibt dort ja wirklich sitzen?“ Ja, das tut er und ich brauche dafür nichts, ich habe kein Kommando im klassischen Sinn (sie merken es an meiner Körpersprache), kein Leckerchen o.ä.
- Bellen zuhause und in der Agentur: Sie werden nie komplett still sein, aber der Lärmpegel sowohl zu hause als auch im Büro ist sehr deutlich gesunken.

Ziele und neue Baustellen
Vielleicht schaffe ich es ja diese Ziele in den nächsten Monaten zu erreichen:
- Anbellen anderer Hunde: hier würde ich gern wieder zum alten Stand April dieses Jahres zurückkommen und wieder eine Distanz von 50cm bis 1m haben
- Sozialverhalten: Es würde mich unheimlich freuen, wenn Mini weiterhin diesen Weg geht und ihre Aggression ablegt und noch schneller Kontakt schließen kann. Oder: Diesem einfach aus dem Weg geht.
- Territorialverhalten. Elmo ist zuhause, inder Agentur und im Auto unheimlich territorial geworden und das liegt bei ihm – bei Mini hat es wohlgemerkt keinerlei Auswirkungen – glaube ich daran, dass er mich und die Wohnung besitzt. Er schläft am liebsten eng an mich gepresst in meiner Armbeuge, drehe ich mich nachts um, dreht er sich mit um, wenn er nicht unter die Decke darf, ist er furchtbar enttäuscht. Anstatt der Liegeplätze bevorzugt er Sofa und Bett. Für mich ist es sehr hart, weil ich so schrecklich gern mit dem kleinen Mann schmuse, aber ich fürchte, ich muss ihm das etwas zusammenstreichen, etwa nur nach Erlaubnis und nachts prinzipiell gar nicht. Elmos Territorialverhalten möchte ich in den nächsten Monaten in andere Bahnen lenken.
Kaum zu glauben, aber sonst fallen mir keine Baustellen ein. Wir kommen an sämtlichen Gefährten vorbei, Kühe, Pferde, eine ganze Kindergartengruppe, sie machen unheimlich Spaß, sind mit Feuereifer dabei, wenn es gilt etwas zu suchen oder den Dummy zu holen, freuen sich ein Loch in den Bauch, wenn sie gute Kumpels treffen und spielen dann immer noch viel und gern, sie machen jede Wanderung mit, kommen mit mir raus bei Wind und Wetter kurz: Meine zwei Sport-Chihuahuas machen mich wirklich glücklich. De „Kleinigkeiten“ schaffen wir auch noch.

Lieben Gruss

Sanne

FrauBine



Beiträge: 3.919


30.08.2010 22:02
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Mensch, Sanne... was für ein tolles Fazit! Ihr habt sooooooooo viel geschafft...

Besonders freu ich mich, dass du so viel entspannter und fröhlicher klingst - ihr habt alle miteinander enorm Lebensqualität gewonnen! Und die paar Minibaustellen, die du noch hast - die schafft ihr auch noch ganz locker!

LG,
Sabine

AnneCN

weil's Bielefeld ja nicht gibt, mit zwei kleinen Herminen im zauberhaften Teutoburger Wald unterwegs

Beiträge: 8.089



30.08.2010 22:18
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Toll!
Was ihr alles geschafft habt ist super.
Von einigen Punkten sollte ich mir ein paar dicke Scheiben abschneiden, besonders was die Punkte Analysieren von Fehlverhalten, Mut und Entspannung angeht .

Ich freue mich, dass ihr euren Weg gefunden habt.

Liebe Grüße von Anne
mit Jeannie und Samu

Foxy, in meinem Herzen bist du immer bei mir.

Frau_v_B



Beiträge: 859


30.08.2010 22:23
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Alter Schwede Das klingt... ... hm am kopf kratzt... mir fehlen die Worte... phantastisch!!!
Ach, wegwerfende handbewegung macht die anderen, klitzekleinen Baustellen habt Ihr auch bald durch

Käthe



Beiträge: 885


30.08.2010 22:26
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Hach, du weißt ja, wie begeistert ich von euch bin. Und sooo viel schlechter als im April kann es bestimmt gar nicht geworden sein.
Du bist so super mit den Zwergen - ich dränge bei Sascha schon seit geraumer Zeit auf einen weiteren Ausflug nach Hamburg, damit ich euch ENDLICH wiedersehen kann!

LG von Käthe und dem Tünnes

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Never trust a dog with orange eyebrows! [Terry Pratchett]

soffie

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee

Beiträge: 6.337



30.08.2010 22:51
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Hallo Sanne,
ich freu mich mit dir, daß es bei euch inzwischen wieder entspannter läuft. Und die kleinen "Baustellen" schaffst du auch noch.

Zitat
Da war ich ausschließlich mit mir beschäftigt und hatte keine oder kaum Energie für die Hunde.


Und genau in solchen Lebenslagen sehe ich ein Problem an Anitas Ausbildungsmethode. Man bekommt einen Fuss in die Tür, sollte sich aber für "Notsituationen" einen zweiten Weg suchen.

Für dich
und für die Zwerge

Liebe Grüsse
Kerstin

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Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

Pogi


30.08.2010 23:18
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Zitat von Sanne
... Meine zwei Sport-Chihuahuas machen mich wirklich glücklich. De „Kleinigkeiten“ schaffen wir auch noch.



Und das ist einfach fantastisch!


Und hier ist Eure gerecht Belohnung.

Nina



Beiträge: 3.332


31.08.2010 06:38
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

So, jetzt habe ich auch Zeit gefunden, den ganzen Bericht zu lesen. Und es klingt super Sanne. Vor allen Dingen klingst DU selbst soviel sicherer und entspannter. Und ganz wichtig finde ich auch diesen Satz:

Zitat
Ich weiß, dass es anders schöner oder besser für die Hunde ist, aber ich muss da auch an mich denken.



Vor lauter Pflichtgefühl unseren Hunden gegenüber vergessen wir das oft. Wenn es uns gut geht, dann geht es auch unseren Hunden gut. An alles andere passen die sich doch erstaunlich gut an. Die letzten kleinen Macken bekommt ihr auch noch in den Griff. Und selbst, wenn es lange dauert, ihr habt einen Punkt erreicht, andem das Leben mit den Zwergen wieder richtig Spaß macht und da könnt ihr dann die letzten Kleinigkeiten ganz locker und mit viel Zeit angehen.

Tinca1

Chaos-Fraktionsvorsitzende 1, behütet von einmaligem Döggerich, jetzt mit krawallschachteligem Fleckenzwerg

Beiträge: 11.497



31.08.2010 10:19
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Ein durchweg tolles Resummee!

********************
Viele Grüße,
Steffi mit Bendo - und Pina, Einstein, Tovje und Treff im Herzen

"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann." (Francis Picabia, 1922)

tomtom



Beiträge: 2.255



31.08.2010 10:28
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Das ist eine tolle Entwicklung, die Ihr alle da erreicht habt. Ich freue mich, dass du soviel für Dich erreicht hast. Vor allem, dass die Hunde nicht mehr das absolute Maß aller Dinge sind. Sondern Du Dich und Deine Bedürfnisse auch mal dabei siehst, schau dass es so bleibt.

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Diana

mit intelligenzspielendem Aussie in eigener Burg gegen Donnerwetter unterwegs

Beiträge: 286



31.08.2010 15:08
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Hallo Sanne
das klingt so toll
ich finde es auch super wie konsequent Du am Ball geblieben bist.
Vielen Dank auch für Deinen ausführlichen Bericht, da hast Du Dir viel Mühe gemacht.

Ich wünsche Dir weiterhin so eine tolle Zeit und viel Spaß im Training mit Deinen Hunden, Du bist ein super Vorbild

Liebe Grüße
Diana mit Maya!

Sanne

auf Wunsch mit Zwergverbalerotikern

Beiträge: 1.245



31.08.2010 22:00
RE: Fast ein Jahr nach dem Intensivtag Zitat ·antworten

Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Mich motiviert es jedes Mal aufs neue, wenn Ihr Euch mitfreut, neue Anregungen gebt und Vorgehensweise diskutiert. Danke Euch dafür.

Ich fand es gestern wichtig, dass einmal aufzuschreiben, weil Du Hunde grad wieder belliger sind und ja, Käthe, sie sind wirklich schlimmer als im April. :-) Dann habe ich mir es alles durchgelesen und gedacht, hey, ich schreibe Hunde, Plural, ich habe mich zwei Jahre lang nur einzeln in die Stadt getraut! Und bis April war es einfach nur toll, und auch jetzt gibt es viele Erfolgserlebnisse, vor allem im Sozialverhalten.

Bzgl. der Alternative: Die Alternative ist mit Leckerchen dran vorbeizuschleusen, wenn ich es länger mache, wird allerdings schlimmer, besonders mit Mini. Sie ist aufgeregter, angespannter , kreischiger. Aber ich bin immer mehr dabei mich zu finden. Langfristig gehört auch dazu, zu akzeptieren, dass ich Einschränkungen der Hunde stärker in mein Leben integrieren muss. Die Hunde im Bett? Laissez faire beim Spaziergang? Wunderschön für mich, aber ich bekomme dafür die Quittung, und zwar von beiden. Sie wollen und müssen ganz deutlich erkennen, ich kümmere mich, ihr "Beitrag" ist definitiv nicht gewünscht und wird auch im Ansatz unterbunden.

Ihr Lieben, ich danke Euch noch einmal von Herzen für Eure Beiträge, Käthe, ich würde mich riesig freuen Dich wiederzusehen und Nina, ich hab es auch in Deinen Geburtstagsfred schon geschrieben: Ich habe Deine Telefonnummer verbummelt, schickst Du sie mir noch einmal?

Viele Grüsse

Sanne

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