Sie sind noch nicht angemeldet. Klicken Sie hier und lassen Sie sich kostenlos registrieren, um weitere Rubriken zu sehen und zusätzliche Lese- und Schreibrechte zu erhalten. Impressum 
Bilder Upload
| Übersicht | Suche | Registrieren | login |
| Online | Who's who? | Hundeschule | Aggressionshund | Hexenhunde-Blog | Tierschutz | Dogshop | Impressum/FAQ |

Anmeldung bitte hier
Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 653 mal aufgerufen

Das Neueste auf einen Blick



 Pflicht und Kür (öffentlich) Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.187



01.06.2010 14:53
Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Ich würde gerne mal etwas gezielt sammeln, nämlich bei denen, die Durchbrüche erzielt haben, die wichtigsten Mittel, mit denen sie es erreicht haben. Hier im Forum ist viel davon verstreut, ich hätte die zentralen Punkte gerne mal "auf einen Blick".

Ich fange auch gleich mal an. :-)

1) Weniger ist mehr - ich mußte mir den Druck, unbedingt ständig auszulasten, mindestens soundsoviel zu trainieren, weil die anderen doch auch so tolle Hunde hatten, die alles Mögliche konnten, nehmen. Ich mußte den Blick auf Ben (diesen Schritt tat ich mit ihm, mit Seppl und Ilias verfuhr ich dann schon so) richten, akzeptieren und ruhig mit ihm und den Problemen umgehen, erst das half uns wirklich.

2) Geduld - siehe oben, ich mußte mir klarmachen, daß ich nicht x Probleme in y Zeit lösen MUSSTE, sondern Schritt für Schritt gehen durfte, ohne ständig an das "große Ganze" zu denken.

3) Freiwilligkeit - ich mußte aufhören, Standardsignale reinzupauken und anfangen, auf Freiwilligkeit zu bauen und diese zuverlässig bestätigen.

4) Führung/Sicherheit - ich mußte aus Hundeperspektive auf Ben und sein Verhalten schauen und mein Verhalten angleichen. Nur so konnte ich ihn bewegen, an mich abzugeben.

5) Rückschritte - ich durfte nicht in Depressionen fallen und Krisen kriegen, ich mußte lernen, daß es keine Rück-, sondern nur Zwischenschritte gibt.

6) Liebe - ich mußte Ben lieben und wissen, daß es Teil einer großen Liebe ist, aus Liebe zu handeln und nicht aus Liebe mit Liebe zu überhäufen und die eigenen Spiel- und Fühlregeln auf Ben zu übertragen. Liebe heißt AUCH Streicheleinheiten. Liebe heißt aber noch viel stärker: Handeln und zwar so, wie es für den Hund richtig und wichtig ist und nicht, wie ich als Mensch es gerne hätte.

7) mich einlassen - ich mußte mich auf das Training einlassen, auch wenn es anfangs oft hart war, weil Ben wahrlich kein "Anbieter" beim Clickern war.

8) Akzeptieren - ich mußte akzeptieren, daß Ben bestimmte Dinge nie lernen würde und sie mir auch nicht wichtig sein mußten, z.B. ein "Platz" im Eiltempo. Er kann es, er tut es zuverlässig, er darf Zeit haben.

Das Gelernte mußte ich bei Seppl und Ilias dann individuell angleichen (Seppl zum Beispiel macht die Arbeit mit dem Beißärmel höllischen Spaß, also bekommt er sie u.a.) und anwenden - so waren sie viel leichter auszubilden, vor allem, weil ich sehr wenig und alles auf ihre Freiwilligkeit setzend "machte".

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Kuschelbub Parcifal und Spinnbub Medox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

----

"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

stoppel



Beiträge: 8.461


01.06.2010 17:22
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Na, da bleibt ja kaum noch etwas zum Ergänzen!

Unterstreichen möchte ich

Geduld vor allem mit mir! Denn ich habe mich über meine Fehler, sobald ich sie als solche erkannte, schrecklich geärgert. Gaaaaaaanz falsch! Lieber drüber lachen und dann noch mal von vorne.

Hinsehen, klingt banal, aber wer kennt das nicht, dass man eher bei Artgenossenaggression auf die anderen Hunde und ihre Halter achtet als auf den eigenen Hund? Erst als ich Richy und nur Richy zum Maßstab meines Handelns machte, ging es voran. Vorher habe ich die Anzeichen der ersten Erregung schlicht und einfach übersehen.

Spaß haben miteinander. Einfach mal nur das tun, was uns gefällt. Ohne schlechtes Gewissen, weil wir ja nicht trainieren. Stimmt überhaupt nicht! Das war und ist Beziehungstraining!

Timing, ohjeh! Neben Geduld, das Schwierigste! Aber der richtige Moment ist entscheidend. Z. B. beim Abrufen: Es gibt bei jedem Hund einen Moment des Zögerns oder der Pause. Genau dann zu rufen und nicht im unpassenden Moment, z. B. wenn sich Hunde beschnüffeln....
oder genau den Moment einzufangen, wenn er sich mal eben kurz umschaut, etc.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, meinen Hund zu führen und zu erziehen und genauso in den Hund. Nicht blindes Vertrauen, sondern wissendes Vertrauen, weil ich ihn kenne und weil ich ihm etwas zutraue.

Lernen Keine Ahnung, wer von uns beiden mehr gelernt hat?! Wahrscheinlich ich! Dafür bin ich meinem Hundekerl wahnsinnig dankbar. Er hat mir mehr gezeigt, als alle Lehrbücher erklären konnten. Und zeigt es mir immer noch.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

Schnuffelnase



Beiträge: 5.204


01.06.2010 20:29
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Verständnis- ich musste mir bewusst machen, dass Kiras Ausraster keine Nachlässigkeit oder Böswilligkeit ihrerseits waren, sondern einfach Stress und Angst und dass sie mich dann braucht und ich ihr da durch Verständnis, aber auch klare

Führung helfen konnte. Es ging einen riesigen Schritt vorwärts, als ich selbst sicherer wurde (das ist immer noch ausbaufähig) und anfing, darauf zu achten, was für sie okay ist und was nicht mehr. Mehr wirklich Führen, weniger Verhalten kontrollieren- das ist auch eine Sache, die unheimlich hilft.

Entspannt bleiben- ich musste lernen, weniger wichtig zu finden, was andere von mir denken. Auch da bin ihc noch am Lernen, aber es nimmt eine Menge Druck heraus, wenn man über solchen Sachen stehen kann Ich weiß jetzt, wie ich für uns beide den Druck raus nehmen kann, wenn einer von uns einen schlechten Tag hat. Wir müssen nicht an einem solchen Tag eine Frontalbegegnung mit einem Radfahrer mit Hund schaffen. Können wir ausweichen, dann tun wir das einfach. Können wir es nicht und es geht schief... so what? Wir hatten einen schlechten Tag. Es ist so wichtig, zu lernen, auf das zu schauen, was klappt und nicht ständig auf das, was nicht klappt (ich schaffte es anfangs tatsächlich, ein Training, wo 1 von 10 Hundebegegnungen schief ging, als Katastrophe zu betrachten). Kira möchte mich nicht blamieren. Sie möchte alles richtig machen. Und manchmal klappt es bei ihr eben nicht. Wie es bei mir eben auch nicht immer klappt. Das sollte nicht so wichtig sein. Wir sind trotzdem toll, aller beide :-) Und wer das nicht sieht, der hat uns nicht verdient.

realistische Erwartungen Ich weiß inzwischen, was ich von Kira erwarten kann und was nicht. Und dem muss ich mein Leben anpassen. Die Latte bezüglich dessen, was sie können und mit welchen Situationen sie zurecht kommen müsste, hängt bei uns naturgemäß ziemlich hoch, aber ich habe Abstriche gemacht und in manche Situationen bringe ich sie nicht mehr.

Vertrauen zueinander, in sie und zu mir selbst (auch noch ausbaufähig). Mir bewusst machen, was ich für einen tollen Hund habe und zu wissen, dass sie völlig normal tickt, war für mich wichtig. Vertrauen, dass ich Situationen klären kann, auch. Und dass sie mir vertraut, ist einfach nur schön.

Änderung des Blickwinkels Seit ich unter die Gassistalker gegangen bin und statt Angst vor Hundebegegnungen zu haben, mich darüber freue, dass wir nun üben können, hat sich vieles sehr entspannt.

Klare Grenzen verständlich und ernsthaft, aber ohne Stress durchzusetzen. Und vor allem ohne schlechtes Gewissen. Ich achte schon darauf, dass Kiras Bedürfnisse erfüllt werden, aber dann muss sie auch mal mit Begrenzung leben können. Ein Hund kann sehr gut glücklich sein, auch wenn er einen Radius einhalten muss oder den Besuch nicht abknutschen darf.

Motivieren lernen das erklärt sich von selbst, oder?

tomtom



Beiträge: 2.255



01.06.2010 21:23
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Ich habe soviel Geduld aufgeracht, wir haben viel geübt, ich hatte Verständnis und habe mich bemüht, aber richtig gut wurde es damit:

Ein klarer Plan half mir mich selber zu ordnen und somit für Tom eine Orientierung zu werden.

Klare Anweisungen im Alltag geben Tom viel mehr Sicherheit.

Eindeutige "Lesbarkeit" meiner Anweisungen sind für meinen tauben Hund ganz wichtig.

Liebevolle Konsequenz auch wenn es ihm mal nicht so gefällt. Auch beim Meistern von Angstsituationen, wie die Treppe ( erinnert sich...), Überqueren von Brücken, das war ganz schlimm und als er das erste Mal ohne mich (ganz allein!!) über einen kleinen Steg aus Gitterblech lief, hättet ihr ihn sehen sollen - ein Lippizzaner im Hochzeitsschritt war nix dagegen!! Er hat gelernt, dass Mut haben sich lohnt.

Auf mein Bauchgefühl hören. Das ist so wichtig. Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich mir nichts mehr vor, dann geht es in gaaanz ruhige Ecken oder auch mal gar nicht. Dann dürfen auch mal sogar 7 grade sein...

Gleichbehandlung. Tom verwöhnen, genauso wie Cora. Das hat enorm viel bewirkt. Früher haben wir ihn bewusst hinten angestellt, weil wir dachten, dadurch den Hunden gerechter zu werden. Wir haben uns so unnötig lange sinnlos selbst "gequält". Jetzt sind wir viel viel glücklicher, weil er so glücklich ist wenn er ganz nah sein darf.

Vorausschauen. Mein Scanner ist ständig an und seitdem ich irgendwann begriffen habe, dass es für mich und die Hunde enorm wichtig ist, alles möglichst eher zu erkennen als sie, strengt es mich auch nicht mehr so an.

Dinge nehmen wie sie sind. Dass ich alles rechtzeitig sehen und reagieren muss. Dass ich Tom dann immer wieder anleinen muss. Dass ich mit ihm nie durch die Gegend schlampern kann. Dass er nie ein "Jollyhund" sein wird.
Aber auch dass er uns soviel zurückgibt. Sein Vertrauen in mich ist mein schönster Lohn...

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Mary Poppins



Beiträge: 88



01.06.2010 22:04
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Off Topic:

Ich muss Euch alle mal gaaaaanz dolle loben !!!
Mir läuft gerade eine Hühnerhaut den Rücken runter...., diese Liebeserklärungen an Eure Hunde sind einfach große KLasse!



Ich habe vor allen Menschen mit soo viel Geduld und Achtung vor dem Hund eine riesen Portion: !!!

Und noch was: Ganz großes Kino, dass Ihr Eure Fehlschläge und Erfolge so an alle weitergebt!

Lieb Grüße,

-------------------------
Petra + Carli

Hoffnung
ist nicht die Überzeugung,dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Pogi


01.06.2010 23:40
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Was ich mir eingestehen lernen musste, nie all das zu erreichen, was so Viele hier jeden Tag mit ihren Hunden trainieren. Als ich das endlich kapiert hatte, war ich locker genug, mit meinem Hund einfach nur umzugehen, und er begann mir zu zeigen, was er Alles kann und gelernt hat.

Außerdem akzeptieren lernen, dass er Anfang des Jahres, in der Zeit in der Uli sich kümmern musste, weil ich es nicht konnte, ungeheure Fortschritte gemacht hat. Und das für bestimmte Aspekte seines Lebens eben Uli da ist und nicht eifersüchtig sein.

Geduld, Geduld, Geduld!

Sich nichts draus machen, was Andere über einen denken: warum man ständig stehen bleibt (Leinenführigkeit üben), welche merkwürdigen Gespräche man mit dem Hund führt, und sich gegen all die Jenigen wehren, die einem erzählen, dass die Gabe von Leckerchen zur Erziehung eher kontraproduktiv sei. Zum Glück war das dann ganz leicht, als man es einmal gestartet hatte.

Die Persönlichkeit des Hundes annehmen und nicht versuchen, ihn per Erziehung vollends "umstricken" zu wollen. Das gelingt ja doch nicht.

Letzten Endes hat mir am Meisten geholfen, ihn zu respektieren. Das heißt nicht, das man sich Alles gefallen lassen sollte. Aber wenn ich schon mal schlechte Laune habe, darf er das auch. Wenn ich schon mal später aufstehen will, darf er auch mal liegen bleiben usw.

Tante_Haha

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa

Beiträge: 39.741



02.06.2010 14:04
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Das Meiste steht hier schon, ich war viel zu spät dran und ich kann alles unterschreiben!!!
Uns haben folgende Dinge besonders geholfen:

Gelassenheit
Das Bedeutet nicht nur im Umgang mit dem Hund. Wenn ich grundsätzlich nicht gelassen durch die Welt gehe, kann ich auch nicht in Situationen, die meine Hunde betreffen plötzlich auf gelassen "umschalten".

Ruhe
Gerade Lumpi braucht verdammt viel Ruhe. Ich musste verstehen, dass es völlig in Ordnung ist, wenn er 18 Stunden am Tag schläft oder döst und auch in der restlichen Zeit nicht nur rennen, toben, spielen will. Auch die täglichen Spaziergänge haben wir sehr eingeschränkt. Dafür gibt es dann hin und wieder richtig lange Spaziergänge oder Wanderungen mit dem ganzen "Rudel".

Auch mal 5 gerade sein lassen
Wenn mal das Training gar nicht klappen will, lassen wir es bleiben, kullern zusammen über den Teppich und raufen um Spielseile. Am nächsten Tag ist alles besser.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
__________________________________________________________________________

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

Fee



Beiträge: 2.690



02.06.2010 15:01
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Zitat von Tante_Haha
Das Meiste steht hier schon



und das sehr schön beschrieben!

Was mir unheimlich geholfen hat und auch noch hilft ist der Austausch mit Gleichgesinnten / Betroffenen.
Ganz klar ist dieses Forum hier gemeint.


Danke, Ihr Lieben!

********************************
Liebe Grüße

Fee mit Nela

Naomi



Beiträge: 1.138


03.06.2010 15:30
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Zitat von Schnuffelnase
realistische Erwartungen Ich weiß inzwischen, was ich von Kira erwarten kann und was nicht. Und dem muss ich mein Leben anpassen. Die Latte bezüglich dessen, was sie können und mit welchen Situationen sie zurecht kommen müsste, hängt bei uns naturgemäß ziemlich hoch, aber ich habe Abstriche gemacht und in manche Situationen bringe ich sie nicht mehr.




Ich denke das ist mit der wichtigste Punkt überhaupt und zwar im Zusammenhang mit Wissen.Ich muss wissen, wozu mein Hund überhaupt fähig ist, sowohl individuell als auch von seiner Rassedisposition her.

LG
Raphaela

*************

pacolino



Beiträge: 767



05.06.2010 15:29
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Ich finde, die wichtigsten Dinge stehen hier schon. Und sehr schön beschrieben übrigens!

Ergänzen möchte ich vielleicht noch

Wissen wann Schluß ist, heißt für mich, daß es Situationen mit Paco gibt, wo irgendwann sein Streßlevel erreicht ist. Und da ich mit einem positiven Gefühl ein Training beenden möchte, sollte man dann auch abbrechen. So geht man zwar nur kleine Schritte, die aber erfolgreich als zu viel auf einmal zu wollen. Und damit geht es uns auch besser.

Und was mit gerade noch einfällt

auch mal Bilanz ziehen. Mal zurückblicken und schauen, was man schon alles erreicht hat. Das puscht mich enorm und gibt Kraft, immer weiter zu machen.

LG Katja und Trainingspartner Paco

Pudl



Beiträge: 521



07.06.2010 22:30
RE: Trainings-Geheimnisse Zitat ·antworten

Ihr habt eh schon alles geschrieben. Für uns hat sich all das in "loslassen" und "frei sein" konzentriert, das zieht sich bei uns wirklich wie ein roter Faden durch die letzten beiden Jahre.

Loslassen war bei uns weniger im übertragenen Sinn wichtig. Ich hatte nie den Anspruch, einen "Vorzeigehund" zu haben, ich musste also weniger meine Erwartungen und Vorstellungen loslassen. Aber ich musste (und muss noch immer!) lernen, ganz real loszulassen: Nämlich z.B. die Leine. Auch wenn Otto pöbelt. Auch wenn Otto um sich schnappt. Durchatmen - Leine fallen lassen - ist ok Otto. Notfalls im geeigneten Moment mit der Gutzitasche rascheln.

Unsere Basis dafür sind unsere Spaziergänge auf einem großen, übersichtlichen Feld, auf dem wir unsere Freiheit genießen können. Otto kann dort laufen, wie er lustig ist, und ich muss mich um nichts kümmern. Die wenigen Leute sehe ich rechtzeitig. Und selbst wenn ich meinen Einsatz mal verpasse, macht das nichts, weil sich die Leute, die wir da treffen, von Otto nicht beeindrucken lassen und immer richtig auf ihn reagieren. Das tut uns beiden einfach nur gut.

Fährten »»
 Sprung