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Dieses Thema hat 6 Antworten
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Toni

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird

Beiträge: 6.164



28.06.2009 10:00
Raufergruppe Zitat ·antworten

Hallo, habe mal wieder ein Frage.
Hat hier jemand schon mal Erfahrung mit einer "Raufergruppe" gemacht, vielleicht schon an einer teilgenommen. Wie funktioniert das genau und bringt es was ??
Eine Freundin von mir geht, sehr wahrscheinlich, demnächst auf ein 3 tägiges Raufergruppen-Seminar (allerdings ohne Hund) mit Thomas Baumann.
Mich würde es ja auch schon irgendwie interessieren. War wielleicht jemand hier auf solch einem Seminar mit T.Baumann?
Lg Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, mein Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

Jean Donaldson

stoppel



Beiträge: 8.461


28.06.2009 13:36
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Ich habe keine Erfahrung damit.

Aber ganz am Anfang, als Richy sich aggressiv gegen Artgenossen zeigte, habe ich mich damit beschäftigt und fand die Idee dahinter einleuchtend.

Heute bin ich heilfroh, dass ich doch ziemlich lange unentschlossen war und vieles nicht ausprobiert habe.

Auch wenn durch die Maulis nichts passieren kann, wäre Richys Angst (die sich erst viel später als Ursache der Aggression zeigte) in der Gruppe verstärkt worden.

Er brauchte ganz ruhige souveräne ältere Hunde, die ihn erst mal ignorieren konnten, um 'normale' hundliche Kommunikation (wieder?) zu lernen.

LG Iris mit Brummbär Richy und Springmaus Querida
_______________________________________________

"Happiness is not a station you arrive at, but a manner of travelling." (M.L. Runbeck)

Elektra

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)

Beiträge: 39.316



28.06.2009 16:37
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Ich kann Dir nur sagen, was aus meiner Sicht durchaus ernstzunehmende Kritiker dagegen einwenden bzw. was ich persönlich davon halte - und das wäre: wenig. Mit der Einschränkung, daß es immer darauf ankommt, wie ein solches Treffen dann wirklich zusammengesetzt ist, wie es abläuft und wie die Menschen sich verhalten. Die Idee, einfach alle möglichen Hunde, insbesondere die, die eh schon aggressiv auf Artgenossen reagieren (daher ja: Raufer), aufeinander loszulassen und zu glauben, daß der Hund, nur weil er bebeißkorbt ist, keinen Schaden nehmen oder zufügen kann, halte ich für ziemlich schlecht.

Ergebnis kann doch nur sein: Hunde, die Angst haben, bekommen mehr Angst, weil ihnen keiner hilft und ihre Aggression auch nicht fruchtet, so daß sie sie verstärken müssen und damit halt nur lernen: Ich muß demnächst auch in anderen Situationen heftiger agieren, dann werde ich den Reiz, der mich ängstigt, vielleicht irgendwie los. Letztlich wird ja der andere, wenn er merkt, daß der Bebeißkorbte ihm gar nichts tun kann, möglicherweise eben nicht weggehen, sondern ihn weiter bedrängen, und so kann es zur "schönsten" hundlichen Artgenossen-Gewalt-Spirale kommen, wenn mensch nicht irgendwann eingreift und dann doch regelt, was er viel besser viel früher schon geregelt hätte, nämlich bevor der Hund selbst "entscheidet" und seine eigene Strategie fährt.

Im Umkehrschluß werden die, die bereits vorher eher aggressiv auf Artgenossen zugegangen sind, das Erfolgserlebnis haben. Sprich: Sie dürfen tun, was eigentlich im Alltag unerwünscht ist, und wahrscheinlich bringt es ihnen den Erfolg, was bedeuten würde, sie zeigten die Aggression auch im Alltag, oder sie hätten keinen Erfolg, weil andere stärker wären, was bedeuten würde, sie müßten ihre eigene Aggression ebenfalls verstärken.

Ich glaube auch nicht, daß man einem schlecht sozialisierten Hund oder einem, der schlechte Rudelerfahrungen bzw. schlechte Erfahrungen, die er mit Artgenossen gesammelt hat, dadurch "abtrainiert", das man ihn quasi ins Piranha-Becken wirft. Es ist doch oft schon schwer genug für unsere Vierbeiner, EINEN Kontakt, EINE Begegnung auszuhalten. Wie hoch wird dann wohl der Adrenalin-Spiegel sein, wenn er unkontrolliert in eine Gruppe von Artgenossen geschickt wird, in der sich ausschließlich "Raufer" befinden und in der sein Mensch ihn dann noch allein läßt?

Ehrlich gesagt, ich kann zwar nachvollziehen, was Baumann da beabsichtigt, halte es aber unter lerntheoretischen, verhaltensbiologischen und einfach auch instinktiv gefühlten Gründen für außerordentlich fragwürdig, was er da tut. Allerdings: Um es abschließend beurteilen zu können, müßten wir es uns alle ansehen. Es kann ja theoretisch sein, daß Baumann gezielt nur einen Raufer in eine ganz kleine Gruppe souveräner Hunde steckt und sofort "Gewehr bei Fuß steht" und dem Rauferchen zur Hilfe eilt, wenn die Bedrängnis objektiv zu groß wird - aber irgendwie glaube ich daran nicht so recht.

Ablehnenden Stimmen zum Thema bei von mir besuchten Seminaren: Blaschke-Berthold, Baade-Jones, Bloch, jedenfalls soweit ich mich erinnere bzw. in einem solchen Rahmen mal konkret danach gefragt wurde.

Viele Grüße
Barbara mit Lausbub Seppl, 'dame de coeur' Lupa, Kuschelbub Parcifal und Spinnbub Medox sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben und Spitzbub Ilias

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"Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden."
(Papst Franziskus)

Toni

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird

Beiträge: 6.164



28.06.2009 17:51
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Ich persönlich stehe diesen Raufergruppen auch eher skeptisch gegenüber, kann mir aber auch absolut kein Bild machen, von dem genauen Ablauf. In einem anderen Forum wurde es eher als positiv gesehen und in hohen Tönen gelobt (jetzt speziell das Rauferseminar bei Baumann)

In Antwort auf:
Allerdings: Um es abschließend beurteilen zu können, müßten wir es uns alle ansehen.

Meine Freundin möchte gerade aus diesem Grund daran teilnehmen- um sich selbst mal ein Bild davon zu machen. Bin mal gespannt, was sie davon berichten wird.
LG Nicole

**************
Liebe Grüße
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Jean Donaldson

soffie

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee

Beiträge: 6.337



28.06.2009 21:19
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Zitat von Elektra
Es kann ja theoretisch sein, daß Baumann gezielt nur einen Raufer in eine ganz kleine Gruppe souveräner Hunde steckt und sofort "Gewehr bei Fuß steht"


Das macht er nicht! Jedenfalls nicht, als ich vor 3 Jahren einige Stunden zuschauen durfte.
Die "Raufer" durften sich in den ersten Stunden kennen lernen. D.h. mehrere Hunde ( 6 - 8) wurden von ihren Bezugspersonen, meist mit Hilfe des Haltis, an den "Gegnern" vorbeigeführt. Dabei wurde kreuz und quer über das Übungsgelände gelaufen. Hunde, die sich nicht "kontrollieren" ließen, wurden von der BP, wenn sie es denn konnte, aber meistens vom Trainer in die "stabile Seitenlage" gebracht.

Stufe zwei war dann der kontrollierte Freilauf mit Mauli. Hunde, die noch nicht begriffen hatten, um was es geht und einen Vierbeiner attackierten, wurden durch beherztes Einschreiten der BP, wenn sie das denn konnte, oder wieder durch den Trainer mittels "Hinterteil umfassen und hochheben" kampfunfähig gemacht. Besser gesagt - ich verstand es so, daß der Hund lernen solle, daß ein Angriff ihn aus dem Gleichgewicht bringt, was gleichbedeutend ist mit - Angriff = unangenehme Folgen.

Stufe drei war dann wohl, den "resozialisierten" Hund an der Schleppe mit anderen, verträglichen Hunden laufen zu lassen. Bei Nichtbeachtung der Benimmregeln konnte mit Hilfe der Leine eingegriffen werden.

Der Erfolg (?) gibt T.B. anscheinend Recht, aber mein Weg isses nicht.

Liebe Grüsse
Kerstin

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Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

Toni

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird

Beiträge: 6.164



28.06.2009 21:31
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Hallo Kerstin.
Das ist ja interessant. War das auch auf so einem Raufergruppen-Seminar ?
Macht man da überhaupt einen Unterschied, aus welchen Motivationen heraus der "Raufer" andere Hund attackiert? Wird mit einem ängstlichen Hund auch so verfahren ?

Zitat von soffie

Der Erfolg (?) gibt T.B. anscheinend Recht, aber mein Weg isses nicht.

Ist es denn ein dauerhafter Erfolg ??
LG Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, mein Bärchen, für immer im Herzen

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Jean Donaldson

soffie

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28.06.2009 21:44
RE: Raufergruppe Zitat ·antworten

Ich war nicht auf einem Seminar. Ich durfte, Dank eines netten Trainers, bei ganz normalen Trainingsstunden zuschauen.

Zitat von Toni
Macht man da überhaupt einen Unterschied, aus welchen Motivationen heraus der "Raufer" andere Hund attackiert? Wird mit einem ängstlichen Hund auch so verfahren ?


Damlas (!) hatte ich den Eindruck, daß es nur darum geht, das unerwünschte Verhalten des Vierbeiners zu unterbinden, egal was den Hund dazu veranlasst.

Zitat von Toni

Ist es denn ein dauerhafter Erfolg ??
LG Nicole

Lt. Trainer hängt das natürlich, wie immer, von der Bezugsperson ab.

Aber ich schrieb ja schon - ich war vor 3 Jahren einige male dort. Es könnte ja sein, dass
die Art des Trainings sich geändert hat.

Liebe Grüsse
Kerstin

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