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Dieses Thema hat 22 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Seiten 1 | 2
tomtom Offline




Beiträge: 2.255

25.07.2008 10:26
#16 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Hallo!
Ich danke Dir für die Zeilen, Elektra und für die Demonstration, was man erreichen kann. Beeindruckend. Und ich denke auch, dass es ohne Hilfsmittel ein verzweifeltes Rudern bleibt. Das macht mich ja so mürbe.
Ich weiß ja , dass die Hunde nichts tun, um mich bewusst zu ärgern. Aber es ärgert einen trotzdem - am größten sind aber die Selbstzweifel. Die Angst es nie in den Griff zu bekommen, zugeben, dass man sich übernommen hat. Damit alle Unkenrufe anderer bestätigen. Das quält mich eben momentan sehr. Bin aber wohl einfach selber schlecht drauf.
Also ich werde mir noch heut so ein Halsband bestellen, habt Dank für die Hinweise! Ich hatte damals als ich Tom holte gleich geguckt, aber da waren sie auch bei ebay so teuer.

Und ich werde jetzt öfter einzeln mit ihnen gehen. Das wird auch für Cora gut sein, sie ist dann viel entspannter.

Ich wäre dankbar, wenn sich jemand auch zum letzten Teil meines Beitrags äußern würde. Das beschäftigt mich schon sehr. Werde ich immer mit ihm "kämpfen" müssen? Wenn ich das weiß, kann ich mich mental anders darauf einstellen, dann hoffe ich einfach nicht, dass es anders wird. Cora allein war eben extrem "pflegeleicht".
Auch die Frage mit der Leine.

Ich habe seit so ca. 2 Wochen das Gefühl, dass irgendetwas anders ist im Verhalten von Tom. Das er erst jetzt wirklich angekommen ist. ich weiß nicht wie ich es richtig beschreiben soll. Er wirkt in sich sicherer, zeigt nicht mehr ständig Demutsgesten, ist auch nicht mehr so extrem "klammernd". Es war wie ein Ruck in der Beziehung. Allerdings knurrt er seitdem auch wieder Cora weg von mir. Das mag alles eine Rolle spielen.
Die Trainerin sagte mir ja gleich, dass er nach ihrer Erfahrung fast genau so lange brauchen wird um sich anzupassen, wie er im TH verbracht hat. Auch dass die Hunde oft alle Phasen durchlaufen, besonders wenn sie sehr jung reinkamen. Und das war so. Anfangs knabberte er wie ein Welpe alles an, hatte vor allem Angst. Dann kamen ziemlich pubertäre Verhaltensweisen und wie gesagt wirkt er jetzt erwachsener, souveräner.

Übrigens ist das Training mit der Trainerin auf dem Platz nicht so riesig produktiv, weil er dort pariert wie Atze. Sie hat eine mächtige Aura(Neid!!!), er hat einen großen Respekt wenn sie dabei ist. Aber ihre Tpps sind schon super. Da werde ich auch für nächste Woche wieder einen Termin machen.

Also ich bin zuversichtlicher heute, wenn auch das Auge noch rumzuckt.

Liebe Grüße Margit

Es grüßen Margit, Tom und Cora
....................................................

"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.047

25.07.2008 12:17
#17 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Hey Margit,

da fällt mir gleich zu einigen Aspekten was auf.

Erstmal: Tom sollte GAR NICHT ohne Leine gehen, solange er nicht mindestens 90 Prozent abrufbar ist und zwar immer und überall. Es kann ihm zuviel passieren und anderen auch.

Zum zweiten: Ich kann bei Ben einige "Phasen" festmachen, in denen er sich auf eine gewisse Weise benahm und nach denen er jeweils einen kleineren oder auch größeren "Sprung" schaffte, eine Hürde mehr nahm. Die letzte, große war gerade vor einigen Wochen, seitdem macht er diesbezüglich extreme Fortschritte: die Begegnung mit Menschen, Nähe zu suchen, sie neugierig erkunden zu wollen, das tut er erst seit sehr kurzer Zeit. Davor kam ich an allem und jedem gut vorbei, aber er war nicht wirklich richtig offen dafür, sich auch von ihnen anfassen zu lassen. Davor stand eine Weile, in der er sich füttern ließ, aber grummelte, wenn ihm jemand über den Kopf streicheln wollte oder so etwas in der Art. Und davor stand eine lange, lange Zeit, in der alle um ihn rum sein durften, er aber knurrte, sobald sich ihm jemand wirklich nähern wollte. Davor stand ... na, es gab halt x und y Abstufungen, aber erst jetzt haben wir einen Punkt erreicht, an dem ER VON SICH aus auf die Menschen zugeht.

Gestern toppte er alles bisher Dagewesene, indem er tat, als sei er neben Woody der zweite, brave Hund des Hauses. Eine Bekannte von Karin kam, während ich aus dem Auto etwas holte. Ich bat sie, nicht durch den Garten zu gehen, weil da mein Hund sei und der sei nicht ganz verträglich mit Menschen. Nun ja, was für eine Pleite in punkto Richtigkeit meiner Einschätzung. Die Dame klingelte an der Haustür, Karin öffnete, sie sprachen, Woody kam nach vorne, begrüßte und hatte ... im Schlepptau Herrn Ben, der sich offenbar auch ins Haus geschmuggelt hatte. Und nun stand er neben Karin und Woody und fand die Dame toll und die Sache toll und ... ging zu der fremden Frau, schnüffelte ihr an einer nicht näher genannt werden sollenden Stelle und war ... einfach nur lieb und da. :-)

Das, liebe Margit, hat zwei Jahre gedauert und einen Monat. :-)))

Woraus folgt: Nein, es MUSS NICHT immer so sein. Es liegt an Dir. Wieviel Sicherheit wirst Du Tom geben können, wieviel Klarheit vor allem, wieviel Konsequenz. Wenn von allem viel - habt Ihr eine gute Chance. Ich kann Ben, nach langer, langer Zeit an der Leine heute sehr gut offline lassen, er ist in 100 Prozent der Fälle abrufbar (wenn auch manchmal mit Verzögerung, wenn das Objekt der Begierde gar zu spannend ist :-)). Er orientiert sich an mir, weil er weiß: Die Alte macht das schon. Und: Er kommt gerne zu mir. Weil es bei mir lustig ist, er gekrault wird, Leckerchen kriegt. Ich bin für ihn also: interessant.

Dahin zu kommen, war ein langer Weg. Und er führte auch über den Punkt, daß Ben auf dem Hundeplatz lange besser "parierte". Und auch, daß er das nicht mehr tut, lag an mir. Ich übte unermüdlich, täglich und in allen Situationen, das, was er dort "gekonnt" hatte. Das ist ganz wichtig: Du mußt sehen, daß er kein Hundeplatz-Hund wird, weil er die Chance hat, zu diskriminieren, d.h. zu filtern: DA muß ich folgen, an anderen Orten nicht.

Frage Dich, was macht die Trainerin anders? Und: Lasse nicht sie Tom führen, tue es selbst, sie soll Dir nur Hilfestellung/Anweisungen geben. Rede mit ihr auch mal darüber, warum er dort vielleicht besser folgt. Es kann dafür mehrere Gründe geben, vielleicht kann sie Dir helfen, diese herauszufinden.

Und: Sage mir/uns doch bitte mal, was sie tut bzw. nicht tut? Wie geht sie mit Tom denn um?

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

tomtom Offline




Beiträge: 2.255

25.07.2008 13:01
#18 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Das hat mich grad sehr sehr ergriffen. Wirklich. Ich hatte nie registriert, wie lange Du Ben schon hast. Wiedermal meine Ungeduld, die es uns schwer macht. Es ist so unglaublich was Du erreicht hast. Ich hatte immer Hunde, aber nie hatten sie eine Ausbildung. Es lief einfach immer ganz gut. Er ist eine absolute Herausforderung. Und ich will nicht klein beigeben. Ihn nur auf dem Grundstück wegsperren, auch wenn es noch so groß ist. So enden viele Hunde die ich kenne aber das soll nicht Toms Zukunft sein.
Das habe ich mír fest vorgenommen.

Die Hundetrainerin hat einfach erst mal wirklich eine Mega-Aura. Da lege ich innerlich auch sofort die Hände an die Hosennaht. Eine kleine Person mit tiefer rauchiger Stimme, sympatisch. Und sie hat ja gleich klargestellt, dass sie nicht mit Wattebäuschchen erzieht, sondern dass es auch Strafen gibt. Wenn ich das ablehne, soll ich besser gehen. Also sie ist total konsequent und blitzschnell und heftig. Da habe ich noch nicht mal gecheckt was los ist. Strafe heißt Leinenruck, rempeln mit dem Fuß/Bein bei Kurven. Alles nichts was er nicht abkönnte. Er reagiert dort auch nicht mit übertriebenen Demutsgesten, sondern tut was er soll. Achtet total auf sie. Konzentriert sich.
Ja leider greift sie gern ein, kann sich mein Gedödel vielleicht nicht ewig ansehen, meint es gut, aber hilft uns nicht wirklich. Aber ich habe wenigstens immer das Feedback was ich falsch mache und bekomme demonstriert wie es laufen sollte.
Ich reagiere eben leider meist erst zu spät. Ärgert mich selber. Aber ich weiß einfach nicht wie ich das ändern kann ohne dass mich jemand korrigiert. Denn diese blitzschnelle Reaktion ist wohl das was Tom am meisten beeindruckt.
Dass ich Tom gar nicht mehr von der Leine lassen soll habe ich befürchtet. Er rennt halt für sein Leben gern. Da ist jedes Leckerli uninteressant. Aber eine Weile muss er da eben durch. Ist ja nicht für immer.
So, jetzt werde ich alles erst mal in Ruhe verdauen und innerlich sortieren.

Margit

Es grüßen Margit, Tom und Cora
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"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.047

25.07.2008 20:06
#19 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Darf ich Dir zum sortieren noch eine Sache "mitgeben"? Du sagst, sie straft. Mich persönlich stört schon das Wort, im Zusammenhang mit Hunden halte ich es für unangebracht. Strafe setzt IMHO immer ein schuldhaftes Verhalten voraus. Unsere Hunde haben aber keine Begriffe von Schuld und Sühne. Ich nenne das, was viele als Strafe bezeichnen, dann lieber Korrektur unerwünschten Verhaltens - und die setzt eines voraus: Daß der Hund ERST ALLES POSITIV gelernt hat. Die Chance aber hatte Tom noch gar nicht. Weder sie, noch Du - niemand hat ihm bisher die Gelegenheit gegeben, erst einmal zu begreifen, was er überhaupt tun soll. Und vorher, das ist meine Überzeugung, kann man ihm eben auch nicht mitteilen, was er NICHT tun soll/darf.

Soll heißen: Eigentlich müßte man ihn im ersten Schritt auf irgendetwas konditionieren, das ihm überhaupt Signale geben kann. Also entweder das berüchtigte Vibrationshalsband oder einen Lichtstrahl oder eine Berührung von Dir. Im zweiten Schritt müßte man ihm die auszuführenden Signale beibringen, Sitz, Platz, bei Fuß und so weiter. Er müßte, das wäre IMHO der richtige/optimale Weg, diese Anforderungen in jeder Umgebung und unter jeder Ablenkung erst einmal positiv lernen und verknüpfen, so, daß er sie gerne ausführt und als Hilfen betrachtet. Und erst dann, im dritten und ganz weit entfernten Schritt, könnte/dürfte man darüber nachdenken, ob man für unerwünschtes Verhalten noch andere, negative Konsequenzen einbaut -überhaupt noch braucht- die dem Hund mitteilen: Das eine mußt Du jetzt tun, und das andere darfst Du nicht machen. Bei vielen Hunden ist diese letzte "Absicherung" schon gar nicht mehr nötig, wenn sie erst einmal gelernt haben, daß ihr Mensch sie sicher durch das Leben führt, wenn sie sich ihm dergestalt anvertrauen, daß sie tun, was er sagt. Bei vielen reicht es, wenn die positive Konsequenz, die es auf erwünschtes Verhalten gibt/die konditioniert ist, bei unerwünschtem ausbleibt. Hunde, die gerne mitarbeiten/gefallen wollen, merken das sehr schnell, differenzieren sehr schnell, was Erfolg (Leckerchen/Spiel/Streicheleinheiten) bringt und was nicht.

Und: Wenn man schon negative Konsequenzen meint, zu benötigen, ist es enorm wichtig, das ebenso richtig anzuwenden wie die positiven. Auch diese müssen konditioniert werden, und noch wichtiger als bei den positiven ist das korrekte Timing, um Fehlverknüpfungen zu vermeiden. Denn eins können unsere Vierbeiner sehr gut: Generalisieren, wenn es um Negatives geht. Was bedeutet: Einmal falsch "gestraft" hat deutlich mehr Konsequenzen für die Mensch-HUnd-Beziehung als einmal falsch gelobt.

Generell sehe ich Trainern vorsichtig entgegen, die mir den Hund abnehmen, statt mir einmal zu zeigen, wie es geht und mich dann machen zu lassen, mich eben zu korrigieren, wenn ich etwas falsch mache. Denn daß der Trainer weiß, wie er mit dem Hund umgehen muß, setze ich voraus. Aber genau das soll/will/muß ich lernen. Nicht er.

Tu mir also einen Gefallen: Denke nicht darüber nach, wie Du besser/schneller "strafen" kannst. Sondern überlege, wie Du besser/schneller/richtiger loben und bestätigen kannst. Suche erst einmal die richtige Sprache/das richtige Kommunikationsmittel zwischen Dir und Tom, bevor Du glaubst, er ist nur doof oder störrisch oder stur oder sonst etwas, ok?

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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tomtom Offline




Beiträge: 2.255

26.07.2008 10:16
#20 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Zitat von Elektra


Tu mir also einen Gefallen: Denke nicht darüber nach, wie Du besser/schneller "strafen" kannst. Sondern überlege, wie Du besser/schneller/richtiger loben und bestätigen kannst. Suche erst einmal die richtige Sprache/das richtige Kommunikationsmittel zwischen Dir und Tom, bevor Du glaubst, er ist nur doof oder störrisch oder stur oder sonst etwas, ok?


Darüber denke ich gewiss nicht nach. Schade, dass Du so etwas annimmst, dann habe ich mich wohl sehr missverständlich geäußert.
Tom kennt einige Kommandos sehr gut über Sichtzeichen und wenn er sie in manchen Situationen nicht befolgen mag obwohl er sie sehr wohl wahrgenommen hat, muss das auch Konsequenzen haben.
Ich habe diesem anfangs extrem verunsicherten Hund so gut wie ausschließlich mit positiver Bestärkung die Regeln in einer Familie beigebracht. Das "härteste" waren Leinenruck und Wasserspritze.

Und wie kommst Du darauf, dass ich glauben könnte, er wäre nur doof, störrisch, stur oder sonstwas? Das kränkt mich sehr und ein solches Denken hätte mich sicher nicht in dieses Forum geführt. Schade. Tut echt weh.

Margit

Es grüßen Margit, Tom und Cora
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"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

FrauBine Offline



Beiträge: 3.919

26.07.2008 10:56
#21 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten

Hallo Margit,

sorry, wenn ich jetzt mal dazwischen senfe, obwohl dein Beitrag sich ja eigentlich an Barbara richtete. Aber ich sag dir mal, wie ich es von aussen sehe, ja?

Ich glaube nicht, dass die dir zu nahe treten wollte oder irgendwie Schlechtes von dir denkt. Jeder von uns weiss, dass man in der Hundeerziehung auch mal was falsch macht, manchmal gar in die falsche Richtung läuft, und das heisst bei weitem nicht, man würde sich keine Gedanken machen oder würde seinen Hund/seine Hunde für blöd halten.

Ich kann aber verstehen, dass du diesen letzten Absatz

Zitat von Elektra
Tu mir also einen Gefallen: Denke nicht darüber nach, wie Du besser/schneller "strafen" kannst. Sondern überlege, wie Du besser/schneller/richtiger loben und bestätigen kannst. Suche erst einmal die richtige Sprache/das richtige Kommunikationsmittel zwischen Dir und Tom, bevor Du glaubst, er ist nur doof oder störrisch oder stur oder sonst etwas, ok?


etwas in den falschen Hals bekommen hast. Wär mir spontan wahrscheinlich ebenso gegangen. Aber schau, wenn du dir durchliest, was du selbst geschrieben hast:


Zitat von tomtom
... Also sie ist total konsequent und blitzschnell und heftig. Da habe ich noch nicht mal gecheckt was los ist. Strafe heißt Leinenruck, rempeln mit dem Fuß/Bein bei Kurven. Alles nichts was er nicht abkönnte. Er reagiert dort auch nicht mit übertriebenen Demutsgesten, sondern tut was er soll. Achtet total auf sie. Konzentriert sich.

...Ich reagiere eben leider meist erst zu spät. Ärgert mich selber. Aber ich weiß einfach nicht wie ich das ändern kann ohne dass mich jemand korrigiert. Denn diese blitzschnelle Reaktion ist wohl das was Tom am meisten beeindruckt.



Das kann man schon so verstehen, verstehe ich auch so, dass du in erster Linie deine mangelnde Reaktionsgeschwindigkeit bei "Sanktionen" an dir selbst kritisierst. Was Barbara nur sagen möchte: dreh das Ding um und versuch zuallererst mal schnell in positiven Reaktionen zu werden.

Du schreibst ja, dass Tom einige Handzeichen sehr gut kennt. Hm, glaub ich sofort. Aber hatte er auch ausreichend Gelegenheit, diese zu generalisieren? Es ist was völlig anderes, ob er die Handzeichen zuhause beherrscht und befolgt oder eben draussen in jeder Situation. Erst wenn du dir ganz sicher bist, dass er auch draussen absolut in der Lage ist, sie umzusetzen - und das muss völlig eigenständig geübt werden - ist evtl. auch mal eine negative Einwirkung gefragt. Dass er's drin kann und draussen nicht tut, heisst nicht unbedingt, dass er draussen nicht will oder sich verweigert!

Ach ja, und in einem früheren Beitrag schriebst du das hier:

Zitat von tomtom
Vielleicht will er sich mal wieder emporschwingen zum Familienoberhaupt - kann das sein, dass er das immer und immer wieder probiert, alles unter Kontrolle zu kriegen? Das ich diesen Machtkampf mit ihm ewig durchstehen muss? Das ich wohl immer noch zu weich bin, auch wenn ich denke, dass ich streng bin?


Das im Zusammenhang mit deinen späteren Postings lässt schon ein bisschen vermuten, dass du denkst, eure Schwierigkeiten könnten einfach mit Toms Charakter zusammenhängen (wenn auch natürlich nicht, dass du denkst, er wäre nur doof, stur, störrisch und sonstwas - das war sicher eine sehr überspitzte Formulierung). Man gewinnt auch den Eindruck, dass du zur Zeit denkst, du bist eben zu weich, musst härter werden im Umgang mit Tom. Ich glaube, das ist der Weg, von dem dir Barbara gerne eine Abzweigung zeigen wollte... und ich auch. Konsequent ja, hart nein.

Bitte versuch es doch mal mit dem Vibrationshalsband. Du wirst staunen, was sich damit für tolle Erfolge erzielen lassen. Schau dir den Thread um Woody und den Klicker an, ich finde den extrem motivierend.

Du hast ja selbst geschrieben, du bist momentan sehr mit den Nerven am Ende, frustriert und entmutigt. Dass man da dann auch mal gereizter reagiert, wenn man sich angegriffen fühlt, ist völlig verständlich. Aber bitte gib nicht auf, und gib auch dieses Forum nicht auf. Ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich sage: jeder hier will nur Hilfestellung leisten.

Lass es dir durch den Kopf gehen... und am besten, gönn dir und deinen Hunden eine Auszeit. Fahr mit ihnen zum Spazierengehen irgendwohin, wo ihr absolut eure Ruhe habt und die Seele baumeln lassen könnt, ohne Stress, ohne großes Training für ein paar Tage. Sammle deine Kräfte wieder, und dann fang mit neuem Mut wieder an.

LG und einen aufmunternden Knuddler!
Sabine

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.047

26.07.2008 13:05
#22 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten
Zitat von tomtom
Und wie kommst Du darauf, dass ich glauben könnte, er wäre nur doof, störrisch, stur oder sonstwas? Das kränkt mich sehr und ein solches Denken hätte mich sicher nicht in dieses Forum geführt. Schade. Tut echt weh.



Das tut mir leid. Das war gar nicht als Unterstellung gemeint, sondern eher als -wie soll ich sagen- allgemeine Annahme. Das sind so die Sachen, die ich täglich höre. Nicht von allen, von manchen. Wenn ich Dich getroffen haben sollte, entschuldige ich mich in aller Form. Das wollte ich wahrlich nicht.

Frau Bine hat besser erklärt, was ich meinte und warum ich es schrieb, als ich es jetzt spontan gekonnt hätte. Aber genau auf diesen Aussagen von Dir basierte meine Reaktion, dagegen wollte ich argumentieren. Eigentlich, wenn man es genau nimmt, argumentierte ich gegen die Trainerin, die eben straft, bevor sie -und das ist wirklich wichtig- ALLES und ÜBERALL positiv verknüpft hat und dagegen, daß Du jetzt glaubst, nur nicht schnell genug zu "strafen". Nicht mehr, nicht weniger.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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tomtom Offline




Beiträge: 2.255

26.07.2008 16:34
#23 RE: Wieder Ärger an der Leine Zitat · Antworten
Entschuldigung angenommen . Und Danke an Dich, Bine.
Es ist sehr schwierig über Hunde und Halter zu reden, die man ja eigentlich nicht kennt. Da sind auch Missverständnisse vorherzusehen.
Ich will nur noch klarstellen, dass Tom immer ein Geschirr trägt, der Leinenruck geht nicht über seinen Hals. Aber ich kann ihn oft nur so zu mir holen, auf mich aufmerksam machen. Wenn er vorprescht hört er ja kein "Halt", kein "Bei Fuß" und kann das Zeichen nicht sehen. An der 10 m Leine rucke ich, damit er zurückschaut, dann bekommt er sein Zeichen "komm", auf das er dann auch gleich folgt. Wird entweder gelobt oder belohnt. Also ich habe das sicher auch falsch rübergebracht.
Sicher - die Trainerin meint und praktiziert einen anderen Leinenruck. Aber ich will sie trotzdem in Schutz nehmen. Sie ist die beste, die ich hier gefunden habe und ich habe 4 probiert. Brandenburg ist das am dünnsten besiedelte Bundesland. Nicht umsonst gibt es nur ca. 25 km von uns entfernt inzwischen Wölfe auf einen ehem. Militärgebiet. Demzufolge sind auch die Trainer dünn gesät. (hihi-nicht wegen der Wölfe...)
Diese Frau hat uns mit der Vermittlung von NILIG den Familienfrieden innerhalb kürzester Zeit verschafft.
Sie hat mir klargemacht, dass Toms übertriebene Demutsgesten seine (wie auch immer) erlernte Art ist, unangenehme Dinge zu umgehen.
Sie total zu ignorieren und konsequent (mit Stimulierung) auf der Durchführung der Anweisung zu bestehen, diese dann gut zu belohnen, hat sich endlich bezahlt gemacht. Er tut es kaum noch.
Sie ist der Meinung: der Hund bekommt die Gelegenheit, die erteilte Anweisung auszuführen. (Tut er es, wird er belohnt.) Tut er es nach der zweiten Aufforderung nicht, hat das eben Konsequenzen.
So hat jeder wohl seine Methode. Ich finde sie nicht übertrieben grausam, wenn mir auch die positive Stimulierung und das Eingehen auf die Probleme des jeweiligen "Paares" zu kurz kommt. Deshalb bin ich auch nicht dort in einer ständigen Gruppe.
Aber sie ist mir sympatisch und liebt Hunde sehr. Auf eine mir angenehme Art, ohne Heitideiti. Und ohne sie als eine Art Sportgerät zu betrachten.

Ich bin jetzt sehr gespannt auf das Halsband.

Margit

Es grüßen Margit, Tom und Cora
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"Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel!" (Albert Schweitzer)

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