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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

17.10.2010 16:32
Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Ich überlege ja schon lange, wie ich dagegen arbeiten kann, das Tobi mich nicht immer vor allem verteidigen tut.
Sehr auffällig ist es, wenn Tobi schon wieder in seinem Gehege ist und ich draussen stehe. Sobald sich jemand mir nähert, macht er gehörig Rabatz. Genauso ist es auch, wenn er mich draussen auf dem Parkplatz sieht. Da wird auch schon mal ein Auto angebellt, das an mir vorbeifährt.

Irgendwie habe ich das Gefühl, das es sich wieder etwas verschlimmert hat. Woran das liegen kann....hmmm..ich weiß nicht.

Der "Wert" einer Ressource hängt ja auch von seiner Verfügbarkeit ab. Kann man das auch auf einen Menschen umlege....was denkt ihr?
Wie könnte man da dagegen wirken?

LG Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

Jean Donaldson

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

17.10.2010 16:46
#2 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Ich halte es da mit Bloch, ich weigere mich, den Menschen als Ressource zu betrachten. Daß Tobi Dich für sehr wichtig hält, ist aber unzweifelhaft und vor allem: logisch. Er hat außer Dir nicht so sehr viel im Leben, also hängt er sich an Dich, ganz klar. Wenn Du dagegen etwas setzen möchtest, kannst Du ihm nur klarmachen, daß DU das nicht willst, was er tut, wenn er so "eifersüchtig" reagiert. Auch hier helfen nur klare Strukturen, sage ihm, daß Du sein Verhalten für unerwünscht hältst und bestätige jedes, das erwünscht ist. So jedenfalls würde ich es machen, wenn es um Autos u.ä. ginge. Gegen seine Verlassensangst, die sicher auch eine Rolle spielt, würde ich gucken, ob ich einen weiteren Menschen so aufbauen könnte, daß Tobi auch ihm vertraut und nicht immer alles an Dir hängt. Denn faktisch bist Du nun einmal die einzige, die ihm soviel gibt wie Du ihm gibst, also machst Du Dich allein dadurch natürlich schon wertvoll.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

17.10.2010 17:18
#3 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Zitat
Auch hier helfen nur klare Strukturen, sage ihm, daß Du sein Verhalten für unerwünscht hältst und bestätige jedes, das erwünscht ist. So jedenfalls würde ich es machen, wenn es um Autos u.ä. ginge.


Ich habe es auch schon mal so praktiziert, das, wenn Tobi anfing gegen eine Menschen zu stänkern, der sich mir näherte, das ich mich von ihm abgewende bzw. auch mal weg gehe, sozusagen einen Kontaktabbruch.

In den Situationen, in denen ich mich nur abgewandt hatte und er dann aufhörte, habe ich mich ihm, wenn er ruhig war wieder zugewandt und moderat gelobt. Manchmal ist es dann gut, aber manchmal eben auch nicht und er steigert sich richtig rein.
Oder wie meinst du, Barbara, kann ich ihm in solch einer Situation deutlich machen, das ich das nicht möchte?

LG Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

"Ihr Hund mag Ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernens gehorcht er stets ausnahmslos perfekt."

Jean Donaldson

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

17.10.2010 22:21
#4 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Naja, man muß wohl in erster Linie schauen, was Tobi mit seinem Verhalten bezweckt. Es ist schwierig, da konkret zu raten, wenn ich sein Verhalten nicht sehe.

Unterstellen wir mal zwei Szenarien. Eines könnte sein, daß Tobi den, den er für Konkurrenz hält, "weghaben" will. In diesem Fall würde ich einerseits den Kontakt zu Tobi intensivieren, solange diese Konkurrenz da ist, sie aber eben auch nur dann geben. So lernt Tobi, daß das Gute passiert, wenn das, was er "weghaben" will, da ist. Wenn Du parallel den Kontakt zu Tobi sofort beendest, wenn er stänkert, verstärkt das diesen Effekt. Wichtig wäre aber, daß Tobi NIE sein Ziel erreicht, wenn er stänkert, das heißt, "die Konkurrenz" darf nie gehen, solange er es tut.

Szenario 2 ist etwas schwieriger. Wenn Tobis Ziel darin besteht, Dich stärker an sich zu binden, Deine Aufmerksamkeit wieder oder länger zu bekommen, müßtest Du ihn SOFORT verlassen, wenn er stänkert, egal, wie die Begleitumstände sind. Du dürftest sie ihm aber nicht wieder geben, wenn er ruhig ist, denn dann könnte er die gesamte Verhaltenskette einsetzen, um Dich bei ihm zu halten. Das heißt, er könnte stänkern, damit er aufhören kann, sozusagen, um so dafür zu sorgen, daß Du, wenn Du schon gehen wolltest, noch einmal zurückkommst. Du müßtest also mit jedem Stänkern UMGEHEND den gesamten Kontakt beenden und erst wieder aufnehmen, wenn Du wirklich weg gewesen bist.

Die Frage ist, ob Du das so willst.

Was ich tun würde, kann ich Dir sagen. Ich würde nicht über Geben und Nehmen arbeiten, sondern das Stänkern selbst aktiv beenden, indem ich dem Hund in geeigneter Weise direkt mitteilen würde, daß ich dieses Verhalten nicht wünsche. Wenn er Dich wirklich ernstnimmt, wird er das begreifen und das Verhalten unterlassen, ohne daß Du ihm den Kontakt entziehen müßtest. Frage mich aber nicht, wie ich da aktiv werden würde, denn das ist wieder von Hund zu Hund verschieden, schon bei meinen vieren gibt es dafür vier verschiedene Wege. Du müßtest herausfinden, was für Tobi wirklich unangenehm genug ist, das Verhalten definitiv abzubrechen und das auch wirklich knallhart durchziehen, sonst würde es nichts bringen.

Du mußt Dich also entweder entscheiden, aversiv zu arbeiten oder Dich fragen, ob Du mit dieser "Macke" bei Tobi nicht schlicht leben willst, denke ich.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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Mio ( gelöscht )
Beiträge:

17.10.2010 22:31
#5 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Mio passt auf sehr auf Frauchen auf. Ist er der Meinung mir möchte jemand was Böses, steht er, so schnell kann man garnicht schauen, dazwischen, und hält den Arm, der mir laut ihm etwas antun möchte mit dem Kiefer fest. Er beißt nicht (glücklicherweise hat er ne gute Beißhemmung) aber würde die Situation eskalieren, dann wäre er bereit. Er macht das nur noch bei Männern und mitterweile auch nur noch, wenn sie auf Körperkontakt aus sind, wie Handreichen oder Schulterklopfen.

Da Mio sich aus Ressourcen wirklich garnichts macht, glaub ich auch nicht, das er MICH als Ressource sieht, sondern mich "lediglich" beschützen möchte. Was das Ganze auch nicht besser macht.

Ich kann solche Dinge halt gezielt mit meinem Vater üben, da Mio mich und noch mehr meine Mutter vor meinem Vater schützen will (was völlig unnötig ist).

Pauly Offline




Beiträge: 4.691

18.10.2010 08:18
#6 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Paula macht das auch.
Wenn ich die Situation vorhersehe, sichere ich sie darum durch anleinen. Sie bekommt ein Kommando (bleib), und hat zu warten, bis diese Situation vorbei ist. Ich übe das ganz gezielt mir ihr, dieses "bleib" mit allen möglichen Ablenkungen und Menschenkontakt.

Greift sie doch ein, oder ich komme nicht dazu, sie "zu parken", stauche ich sie verbal dermaßen zusammen, das sie deutlich merkt, das war jetzt nicht richtig, und Christiane ist stinksauer. Sofort danach bekommt sie irgendeine Aufgabe (sitz, bleib, irgendwas), und wird gelobt.

Bei Paula ist es eben so, das sie das, was Nicole bei Mio als Beißhemmung beschreibt, leider nicht hat. Und sie greift eigentlich lieber frühzeitig ein, um mich, Charly, oder sich selbst zu beschützen. Soll heißen; ich hatte schon ein Problem, wenn jemand mit erhobenen Armen (um mich eventuell in den Arm zu nehmen) auf mich zu kam. Oder wenn jemand unterwegs sein Handy zückte, und mich beim telefonieren ansah. Oder, wenn jemand so auf den Charly zuging. Alles, was für Paula nach "der haut gleich" aussah, wurde von ihr lieber mal gleich durch einen Angriff unterbunden.

Mag sein, das sie mich und Charly dabei als Ressource sieht....sehr abgeschwächt verteidigt sie so durchaus auch ihr Futter (anfangs, heute nicht mehr)

Ist aber eigentlich egal, weil sie einfach lernen muß, das ihr eingreifen niemals und unter keinen Umständen gewünscht ist, und ich Situationen mit Menschen und fremden Hunden grundsätzlich allein regle. Eine andere Möglichkeit mich sicher mit ihr durch die Menschheit zu bewegen, sehe ich irgendwie nicht *überleg*

_________
Liebe Grüße, Christiane mit Charly und Paula

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

18.10.2010 11:54
#7 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
Unterstellen wir mal zwei Szenarien. Eines könnte sein, daß Tobi den, den er für Konkurrenz hält, "weghaben" will. In diesem Fall würde ich einerseits den Kontakt zu Tobi intensivieren, solange diese Konkurrenz da ist, sie aber eben auch nur dann geben. So lernt Tobi, daß das Gute passiert, wenn das, was er "weghaben" will, da ist. Wenn Du parallel den Kontakt zu Tobi sofort beendest, wenn er stänkert, verstärkt das diesen Effekt. Wichtig wäre aber, daß Tobi NIE sein Ziel erreicht, wenn er stänkert, das heißt, "die Konkurrenz" darf nie gehen, solange er es tut.



Gut, das hesist im Umkehrschluss ich sollte ihm dann nie, wenn ich alleine bin vor dem Gehege “Gutes” tun, was ja auch Kontakt sein kann, sehe ich das richtig ?

Das die “Konkurrenz” sich entfernt, waehrend er tobt, kommt auch schon mal vor, da es ja auch Besucher sind, die vielleicht nur an seinem Gehege vorbeilaufen und mir dabei (aus seiner Sicht) zu Nahe kommen. Oder er hat das Auto erfolgreich “vertrieben” da es ja nur an mir vorbei fuhr.

Das ein Kontaktabbruch meinserseits, waehrend er staenkert, ihn bestaerken koennte, war mir auch nicht so bewusst. Klar, er kann es auch so verknuepfen, das dieser “Konkurrent” ja in seinen Augen “erfolgreich” ist, mich ihm zu “entziehen” und nicht, wie von mir gewuenscht, diesen Abbruch mit seinem Verhalten verbinden.
Puh, das ist schon verzwickt, finde ich.


Zitat von Elektra
Szenario 2 ist etwas schwieriger. Wenn Tobis Ziel darin besteht, Dich stärker an sich zu binden, Deine Aufmerksamkeit wieder oder länger zu bekommen, müßtest Du ihn SOFORT verlassen, wenn er stänkert, egal, wie die Begleitumstände sind. Du dürftest sie ihm aber nicht wieder geben, wenn er ruhig ist, denn dann könnte er die gesamte Verhaltenskette einsetzen, um Dich bei ihm zu halten. Das heißt, er könnte stänkern, damit er aufhören kann, sozusagen, um so dafür zu sorgen, daß Du, wenn Du schon gehen wolltest, noch einmal zurückkommst. Du müßtest also mit jedem Stänkern UMGEHEND den gesamten Kontakt beenden und erst wieder aufnehmen, wenn Du wirklich weg gewesen bist.



Warum siehst du das als schwieriger?

Ja, diese Verhaltenskette koennte da entstehen.
Ginge ich also ganz weg, ist ja aber so, das der Reiz noch da ist und er wohlmoeglich weiter randaliert, bis dieser sich dann auch entfernt. Er haette also trotzdem ein Erfolgserlebnis.


Zitat von Elektra
Was ich tun würde, kann ich Dir sagen. Ich würde nicht über Geben und Nehmen arbeiten, sondern das Stänkern selbst aktiv beenden, indem ich dem Hund in geeigneter Weise direkt mitteilen würde, daß ich dieses Verhalten nicht wünsche. Wenn er Dich wirklich ernstnimmt, wird er das begreifen und das Verhalten unterlassen, ohne daß Du ihm den Kontakt entziehen müßtest.



Da muss ich mir mal meine Gedanken machen, wie ich ihn da beeindrucken koennte. Es ist halt auch Vorsicht geboten, da bei ihm auch eine aengstliche Huendin sitzt. Wenn ich also beispielsweise zum “Unterstreichen” eines Abruchssignals etwas werfen wuerde oder gegen das Gitter schlage, sie sich erschrecken wuerde und das waere oberdoof.


Zitat von Pauly
Mag sein, das sie mich und Charly dabei als Ressource sieht....sehr abgeschwächt verteidigt sie so durchaus auch ihr Futter (anfangs, heute nicht mehr)

Ist aber eigentlich egal, weil sie einfach lernen muß, das ihr eingreifen niemals und unter keinen Umständen gewünscht ist, und ich Situationen mit Menschen und fremden Hunden grundsätzlich allein regle. Eine andere Möglichkeit mich sicher mit ihr durch die Menschheit zu bewegen, sehe ich irgendwie nicht *überleg*



Ich denke im Grunde ist es auch egal. Bei Tobi ist es halt so, das ihm Dinge schnell so wichtig sind und er sie fuer sich alleine beansprucht. Das kann auch der Pfleger sein, der ihn im Gehege streichelt und ein anderer Hund laeuft zu dicht an ihnen vorbei.....

LG Nicole

**************
Liebe Grüße
Nicole mit "Stinkstiefel" Tobi, und Balou, meinem Bärchen, für immer im Herzen

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Jean Donaldson

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

18.10.2010 14:30
#8 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Zitat von Toni
Gut, das hesist im Umkehrschluss ich sollte ihm dann nie, wenn ich alleine bin vor dem Gehege “Gutes” tun, was ja auch Kontakt sein kann, sehe ich das richtig ?



Nicht unbedingt. Du dürftest ihm nur nie Gutes tun, wenn sich ein potentieller Konkurrent im Gehege befindet. Seid Ihr wirklich ganz alleine, löst ja nichts oder niemand das unerwünschte Verhalten aus.

Zitat von Toni
Das die “Konkurrenz” sich entfernt, waehrend er tobt, kommt auch schon mal vor, da es ja auch Besucher sind, die vielleicht nur an seinem Gehege vorbeilaufen und mir dabei (aus seiner Sicht) zu Nahe kommen. Oder er hat das Auto erfolgreich “vertrieben” da es ja nur an mir vorbei fuhr.



Richtig. Deshalb wäre es, wenn Du das wirklich bearbeiten willst, wichtig, das Verhalten zuverlässig abzubrechen, bevor der "Konkurrent" verschwindet.

Zitat von Tobi
Warum siehst du das als schwieriger?



Wegen Eurer Gesamtsituation. Es ist, denke ich, einfach nicht machbar, daß Du den Kontakt immer wirklich vollständig beendest, es würde Euch, meiner Meinung nach, zuviel Lebensqualität kosten, wenn Du, sobald Tobi "stänkert" sofort gehen und dann für diesen Tag auch wegbleiben würdest. Das wäre es, meiner Ansicht nach, einfach nicht wert.

Ganz ehrlich, wenn, dann würde ich Dir an diesem Punkt zu der schon erwähnten aversiven Maßnahme raten, wie immer die für Euch dann aussehen müßte, um wirklich deutlich zu sagen: "Tobi, das, was Du gerade machst, will ich WIRKLICH nicht."

Zitat von Tobi
Ginge ich also ganz weg, ist ja aber so, das der Reiz noch da ist und er wohlmoeglich weiter randaliert, bis dieser sich dann auch entfernt. Er haette also trotzdem ein Erfolgserlebnis.



Deshalb stellte ich die Frage nach dem Ziel, das Tobi mit seinem Verhalten verfolgt. In dem Moment, in dem das Ziel NUR darin besteht, Dich stärker an ihn zu binden, würde er keinen Erfolg empfinden, wenn Du wirklich weggehen würdest, egal, ob er dann weiter "randalieren" würde. Was er eigentlich nicht mehr tun dürfte, sobald Du weg wärest, zumindest, sobald er "glaubt", daß Du wirklich nicht wiederkämest.


Zitat von Tobi
Da muss ich mir mal meine Gedanken machen, wie ich ihn da beeindrucken koennte. Es ist halt auch Vorsicht geboten, da bei ihm auch eine aengstliche Huendin sitzt. Wenn ich also beispielsweise zum “Unterstreichen” eines Abruchssignals etwas werfen wuerde oder gegen das Gitter schlage, sie sich erschrecken wuerde und das waere oberdoof.



Ich würde grundlegend nichts werfen, ehrlich gesagt. Es sollte direkt und leise sein, ohne Emotion, einfach als Korrektur.

Zitat von Tobi
Ich denke im Grunde ist es auch egal. Bei Tobi ist es halt so, das ihm Dinge schnell so wichtig sind und er sie fuer sich alleine beansprucht. Das kann auch der Pfleger sein, der ihn im Gehege streichelt und ein anderer Hund laeuft zu dicht an ihnen vorbei.....



Siehst Du, deswegen gebe ich so ungern Ratschläge, ohne den Hund zu erleben. Diese Information ist nämlich zentral wichtig, es geht also bei Tobis Verhalten nicht "nur" um Dich.

Ich denke, Du darfst eins nie vergessen: Wir reden hier über einen sehr oft sehr gestreßten Hund ohne feste Bezugsperson im Sinne eines einzelnen Menschen, an dem allein er sich orientieren könnte. Der Kerl ist einfach in gewissem Sinne "einsam" (bitte richtig verstehen, mir fällt nur der menschliche Terminus dazu ein) und klammert sich an alles, was ihm in gewissem Rahmen Streß nehmen kann, und das sind die Menschen, die er kennt und denen er vertraut.

Ich würde an Deiner Stelle nicht groß rumdoktern. Wenn er das nächste Mal ein Auto anpöbelt, setze eine kurze, trockene Einwirkung, die Tobi ein wenig "aufschreckt", sage deutlich, aber ruhig "Nein", nimm ihn in ein "Sitz" (oder etwas in der Art), bestätige und belohne ihn für die Ausführung des Signals, und gut ist es. Das gleiche würde ich tun, wenn er Leute anmault, die bei Dir sind, wichtig dabei ist, daß Du diese Leute nicht gehen läßt, bevor Tobi sich nicht erwünscht verhält.

Das Allerwichtigste ist die präventive Arbeit.

Wenn das noch nicht so ist, würde ich im ersten Schritt dafür sorgen, daß Tobi lernt, länger auf Signal ZUVERLÄSSIG zu sitzen oder zu liegen und am besten auch längere Strecken zuverlässig bei Fuß zu gehen, das alles so, daß er es generalisiert hat, also immer und überall auch unter Ablenkung ausführen KANN.

Schritt 2 wäre dann, Tobi IMMER, bei JEDEM MENSCHEN, egal, ob der ein potentieller Konkurrent ist oder nicht, bei JEDEM Auto, in ein Signal zu bringen, BEVOR er "pöbelt" und das dann solange, wie der Mensch oder das Auto in der Nähe ist. Sobald der Reiz sich entfernt, löst Du via Click auf und belohnst, während Ihr das Vorübergehen oder das Gespräch oder was auch sonst, aushaltet, darf, OHNE Click, da dieser auflösen würde, ruhig mal ein nettes lobendes Wort oder auch mal ein Leckerchen fallen bzw. den Weg in die Schnauze des liegenden oder sitzendes Tobi finden.

Schritt 3 würde darin bestehen, diese sehr rigorose Vorgehensweise auszuschleichen, wenn das möglich ist, also nicht mehr bei jedem Auto ein Signal ausführen zu lassen, sondern einfach ruhig weiterzugehen und dann vielleicht nur noch stimmlich zu loben, wenn das Auto sehr nah ist. Bei Menschen würde ich generell Signale geben, solange Du mit ihnen sprichst, aber auch bei ihnen kann das einfache Vorübergehen ein wenig lockerer werden, wenn Tobi tatsächlich Verhaltensverbesserungen zeigt.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Toni Offline

wo langjährig unschuldig sitzender Knasti entschädigt wird


Beiträge: 6.180

18.10.2010 20:35
#9 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Danke Barbara.

Zitat von Elektra
Es ist, denke ich, einfach nicht machbar, daß Du den Kontakt immer wirklich vollständig beendest, es würde Euch, meiner Meinung nach, zuviel Lebensqualität kosten, wenn Du, sobald Tobi "stänkert" sofort gehen und dann für diesen Tag auch wegbleiben würdest. Das wäre es, meiner Ansicht nach, einfach nicht wert.



Ja, das stimmt und es wäre es wirklich nicht wert.

Zitat von Elektra
Ich würde grundlegend nichts werfen, ehrlich gesagt. Es sollte direkt und leise sein, ohne Emotion, einfach als Korrektur.



Das ist ja in solch Situation schwierig, da wir durch das Gitter getrennt sind und zwischen uns auch mal ein paar Meter Abstand liegen.

Zitat von Elektra
Wenn er das nächste Mal ein Auto anpöbelt, setze eine kurze, trockene Einwirkung, die Tobi ein wenig "aufschreckt", sage deutlich, aber ruhig "Nein", nimm ihn in ein "Sitz" (oder etwas in der Art), bestätige und belohne ihn für die Ausführung des Signals, und gut ist es.



Das Autoanpöbeln machte er ja, wenn ich draussen vor dem TH bin und an mein Auto laufe. Da muss ich an seinem Gehege vorbei (es grenzt an den Parkplatz vor dem TH). Wenn da irgendetwas kommt, ob Auto, Mensch, Hund und sich mir nähert oder an mir vorbeigeht, meckert er. Da reichen auch schon mal Stimmen, die sich nähern. Wenn ich nicht auf dem Parkplatz bin und es laufen Menschen, Hunde etc vorbei, bellt er zwar auch mal (mit oder manchmal läßt er auch nur bellen) jedoch ist das anders....weniger aggressiv halt....

Zitat von Elektra
Das Allerwichtigste ist die präventive Arbeit.

Wenn das noch nicht so ist, würde ich im ersten Schritt dafür sorgen, daß Tobi lernt, länger auf Signal ZUVERLÄSSIG zu sitzen oder zu liegen und am besten auch längere Strecken zuverlässig bei Fuß zu gehen, das alles so, daß er es generalisiert hat, also immer und überall auch unter Ablenkung ausführen KANN.

Schritt 2 wäre dann, Tobi IMMER, bei JEDEM MENSCHEN, egal, ob der ein potentieller Konkurrent ist oder nicht, bei JEDEM Auto, in ein Signal zu bringen, BEVOR er "pöbelt" und das dann solange, wie der Mensch oder das Auto in der Nähe ist. Sobald der Reiz sich entfernt, löst Du via Click auf und belohnst, während Ihr das Vorübergehen oder das Gespräch oder was auch sonst, aushaltet, darf, OHNE Click, da dieser auflösen würde, ruhig mal ein nettes lobendes Wort oder auch mal ein Leckerchen fallen bzw. den Weg in die Schnauze des liegenden oder sitzendes Tobi finden.

Schritt 3 würde darin bestehen, diese sehr rigorose Vorgehensweise auszuschleichen, wenn das möglich ist, also nicht mehr bei jedem Auto ein Signal ausführen zu lassen, sondern einfach ruhig weiterzugehen und dann vielleicht nur noch stimmlich zu loben, wenn das Auto sehr nah ist. Bei Menschen würde ich generell Signale geben, solange Du mit ihnen sprichst, aber auch bei ihnen kann das einfache Vorübergehen ein wenig lockerer werden, wenn Tobi tatsächlich Verhaltensverbesserungen zeigt.



Das werde ich mir mal zu Gemüte führen und daran arbeiten.

LG Nicole

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Jean Donaldson

Elektra Offline

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Beiträge: 41.050

19.10.2010 00:15
#10 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Weißt Du, was ich denke, nachdem Du mir die Sache mit den Autos nochmal genauer geschildert hast? Ich glaube, er will einfach mit und stänkert aus reinem Frust. Und den kann ich sehr, sehr gut verstehen.

Neben den Schritten, die ich aufgezählt habe, hast Du mal daran gedacht, ihm was wirklich Feines "dazulassen", wenn Du gehst? Oder dafür zu sorgen, daß jemand anderer ihm, während Du weggehst, etwas sehr Gutes "zusteckt"? Ehrlich gesagt, tut mir Tobi einfach sehr leid, auch wenn sein Verhalten unerwünscht und für Dich blöd ist und Du meiner Ansicht nach daran arbeiten solltest, es abzustellen, fände ich hier einen Kombi aus "nein, das will ich nicht" als Information durch Dich an ihn, gepaart damit, Dein Weggehen für Tobi zu "entschärfen" und positiver zu gestalten, am sinnvollsten.

Was meinst Du, könntest Du da was "drehen"?

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Beiträge: 6.180

19.10.2010 10:26
#11 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Zitat von Elektra
Weißt Du, was ich denke, nachdem Du mir die Sache mit den Autos nochmal genauer geschildert hast? Ich glaube, er will einfach mit und stänkert aus reinem Frust. Und den kann ich sehr, sehr gut verstehen.



Frust spielt bei Tobi bestimmt ein stueckweit mit. Gerade dann, wenn ich noch praesent bin, er sich aber nicht mehr in einem “Einwirkungskreis” befindet.
Es gab ja schon so viele Situationen, in denen deutlich wurde, das es ihn frustet, wenn er mich teilen muss. Das ertraegt er bis zu einem gewissen Punkt und dann ploetzlich dreht sich der “Schalter”. Ich probiere da schon etwas gegen zu steuern, um die Frustrationsgrenze diesbezueglich zu erhoehen.

Zitat von Elektra
Neben den Schritten, die ich aufgezählt habe, hast Du mal daran gedacht, ihm was wirklich Feines "dazulassen", wenn Du gehst? Oder dafür zu sorgen, daß jemand anderer ihm, während Du weggehst, etwas sehr Gutes "zusteckt"? Ehrlich gesagt, tut mir Tobi einfach sehr leid, auch wenn sein Verhalten unerwünscht und für Dich blöd ist und Du meiner Ansicht nach daran arbeiten solltest, es abzustellen, fände ich hier einen Kombi aus "nein, das will ich nicht" als Information durch Dich an ihn, gepaart damit, Dein Weggehen für Tobi zu "entschärfen" und positiver zu gestalten, am sinnvollsten.
Was meinst Du, könntest Du da was "drehen"?



Leider ist das schwer moeglich, da er ja in der Gruppe sitzt. Ich wuerde ihm ja schon gerne ein “Ueberraschungspaeckchen” oder Kong da lassen. Gerade bin ich am ueberlegen, ob ich ihm nicht mal etwas da lasse, was nach mir riecht…..oder ist das doof ?
Koennte das ja in sein Koerbchen legen (falls ich rausfinde, welches seines ist..es gibt 5 Stueck im Schlafhaus).

LG Nicole

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Elektra Offline

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20.10.2010 01:13
#12 RE: Mensch als Ressource Zitat · Antworten

Zitat von Toni
Gerade bin ich am ueberlegen, ob ich ihm nicht mal etwas da lasse, was nach mir riecht…..oder ist das doof ?
Koennte das ja in sein Koerbchen legen (falls ich rausfinde, welches seines ist..es gibt 5 Stueck im Schlafhaus).



Ganz ehrlich? Warum sollte das doof sein? Vor allem kann es nicht schaden, im schlimmsten Fall bringt es nichts. Im besten aber hilft es Tobi. Ich würde es ausprobieren, vielleicht kannst Du noch etwas DAP mit draufsprühen? Versuche es einfach, würde ich sagen, und wenn es Tobi nur ein ganz kleines bißchen hilft. Du mußt nur aufpassen, daß er das, was Du reinlegst, dann nicht als Ressource verteidigt, aber vermutlich macht er das mit seinem Körbchen eh schon, oder?

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