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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Sancho Offline




Beiträge: 6

24.01.2010 11:58
Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Hallo, des einen Leid auf der Strasse - des anderen Leid im eigenen Haushalt.
Sancho haben wir in 2004 als 9wöchigen Welpen zu unserer damals 9jährigen Hündin geholt. Die Züchterin hat wohl nicht so auf die Wesensmerkmale ihrer Hündin geschaut, so dass mir im nachhinein eigentlich klar ist, ein verantwortungsbewusster Züchter hätte diese Hündin niemals zur Zucht verwendet. Gut, wir haben Sancho aus Argentinien mitgebracht, wo auch der Kauf beim Züchter schon eine eigene Art ,,Tierschutz" darstellt. Aber das ist ein anderes Thema. Somit ist Sancho ein Nachkomme von argentinisch/brasilianischen Eltern, Mamas Vorfahren waren aus Ungarn und wurden jagdlich geführt. Er entspricht dem alten Rassestandard, über 40 cm groß und ist einfach als Rüde ,,ein lecker Kerlchen".

In der Pubertät konnten wir schon feststellen: Beim Spiel überschreitet er Grenzen.
Ferner setzten die ersten Knurr- und Beissattacken gegen Herrchen im kulinarischen Sinne ein: Herrchen isst gerne, aber ich auch. So wurde Herrchen in die Füsse gezwickt, wenn er den Tisch decken wollte. In der Küche durfte sich Herrchen auch nicht frei bewegen, denn da gab es nur zwei Verantwortliche: Frauchen und Sancho.

Unsere Hündin - ein Lamm von Hund mit absoluter Beisshemmung - musste auch öfters daran glauben, wenn es um die Verköstigung der Menschen ging. Beim Fressen gab es nur noch Beisserei durch Sancho, so dass eine getrennte Fütterung erfolgte.

Über Clickern und Handfütterung besserte sich das Verhalten von Sancho, bei Besuch wurde er in seine Transportbox verfrachtet, so dass die Füsse der Besucher keinen Schaden nahmen.

Im Urlaub 2008 haben wir dann immer ein Restaurant mit Platz gesucht, da wir die faltbare Transportbox aufstellten, um Sancho seinen Rückzugsort zu bieten. Auf Maulkorb haben wir verzichtet, da es ja sofort signalisiert: Hier stimmt was nicht...Komischerweise hat sich Sancho aber am Tisch sofort abgelegt und war nicht mehr zu sehen, wenn wir die Box mal nicht auftstellen konnten. Perfektes Benehmen im Urlaub - aber eben nicht zuhause.
weit
Seit 3 Monaten steigert er sein Verhalten: Unsere Hündin fehlt seitdem als Sparingspartner und sein Aktionsradius weitet sich wieder auf meinen Mann aus. Dieser war bis dahin mit einem Home-Office halbtags zuhause, arbeitet aber seit einem Monat wieder nur im Büro. Damit fallen die täglichen Spaziergänge (bis auf Gassigehen) mit meinem Mann flach, das Näpfchen wird von unserem 16jährigen Sohn nach der Schule gemacht und eine Gassigeherin mit Damenrudel (Rüdenunverträglichkeit besteht seit einem fast tödlichen Nackenbiss) versorgt ihn mit dem entsprechenden Auslauf am Morgen. Am Abend bin ich dann diejenige, die mit einigen Spielen für häusliche Aktion sorgt.

Sancho ist ein Schmuser vor dem Herrn und sucht unsere Nähe.Beim mir rollt er sich ein, oder er liegt auf seinem Platz zwischen meinem Mann und mir. Dann sucht er dort seine Schmuseeinheiten. Nun verändert er mit einem Mal wieder seine Gangart. Nach den Streicheleinheiten legt er sich so hin, dass er meinen Mann im Sessel fixiert und knurrt. Auf ,,Sancho Nein" reagiert er und bricht das Knurren und fixieren ab, schaut in meine Richtung und ich clickere auf den Blick. Danach verweise ich ihn auf seinen Platz. Diese Dimension gefällt mir nicht und ich muss etwas dagegen unternehmen. Ich habe mir zwar schon paar Gedanken gemacht, was ich tun könnte - aber ich muss zugeben: Ich bin auch betriebsblind. Zum einen habe ich das Problem mit meinem Hund nicht und zum Anderen ist mein Mann etwas ,,beratungsresistent". Faktoren, die es mir nicht leichter machen.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Anregungen geben könntet, zu erkennende Fehler aufzeigt...und für Rückfragen jeder Art ....immer gerne.

VG Jutta

LuckyTola Offline

die emotionsflexible pöttische Hundeblutwurst-Horde mit dem Frauchen, das mehr hutziehwürdigen Mut hat als es selbst geglaubt hätte


Beiträge: 21.167

24.01.2010 14:58
#2 RE: Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Oje, das hört sich ja wirklich an als ob Du ganz schön viel Stress hast im Moment.

Zitat von Sancho
Rüdenunverträglichkeit besteht seit einem fast tödlichen Nackenbiss



Wie meinst Du das? Hat Sancho den anderen so am Wickel gehabt, dass er fast gestorben wäre oder umgekehrt? Bei meinem Lucky erschrecke ich mich auch immer wenn er mal wieder jemanden am Wickel hat. Deshalb finde ich das mit dem Maulkorb eigendlich gar nicht so schlecht. Ist doch egal was die anderen Leute denken. Wenn ich einen passenden Maulkorb für Lucky gefunden habe, werde ich ihn auf jeden Fall daran gewöhnen. Das nimmt dann erst einmal die Anspannung aus der Situation.

Was ich noch wichtig finde ist, dass Du dir vieleicht eine gute Trainerin oder Trainer suchst. Alleine gerät man nämlich leicht in eine Sackgasse und weiß dann bald nicht mehr weiter.

Aber Kopf hoch, Du wirst das hier schaffen und bestimmt auch viele gute Tipps bekommen

LG Sabine mit Lucky und Tola

Liebe Grüße, Sabine mit Lucky und Tola 🐾

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Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst Du oh Mensch sei Sünde?
Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
(Franz von Assisi)

Sancho Offline




Beiträge: 6

24.01.2010 18:40
#3 RE: Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Hallo Sabine,

Sancho ist ohne Vorwarnung vom Hund einer Bekannten fast totgebissen worden - bis dahin war er sehr verträglich. Wir brauchen für unsere Spaziergänge keinen Maulkorb, da er eh an der Schleppleine geht, wegen des Jagdtriebes. Das einzige Problem sind dann die anderen Hundehalter, die die Diskussionsrunden eröffnen und ihre Hunde dann nicht anleinen. Aber wir trainieren und unser MACHO entscheidet von Fall zu Fall.

Trainer suche mir nur im Notfall, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin. Ich hoffe hier aber auf Erfahrungswerte und Tipps.

LG Jutta

Lona ( gelöscht )
Beiträge:

24.01.2010 20:01
#4 RE: Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Ich habe leider keinen wirklichen Rat für dich, aber eine Frage, die vielleicht dir oder auch Mitlesern weiterhilft.
Was denkst du woran es liegen kann, dass Sancho nur deinen Mann angeht? So habe ich das zumindest verstanden, also dass du verschont bleibst. (vielleicht war das aber auch bloß meine eigene Interpretation deines Textes )
Du könntest ja vllt. einmal beschreiben, was genau passiert in solchen Situationen, wo er gegen deinen Mann vorgeht. Inwiefern unterscheidet sich dein und sein Verhältnis zu Sancho?
Ich weiß auch nicht, solche Dinge halt. Das muss ja schon irgendwie seine Gründe haben, dass dein Mann das übliche Sancho-Opfer ist.

Das mit dem Nackenbiss klingt ja wirklich heftig!

Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg und hoffe, dass sich hier noch viele melden, die dir gute Tipps geben können!

Tante_Haha Offline

Mobiles Spaßzentrum und Sicherheitszentrale für drei Buben und Tante Lupa


Beiträge: 39.741

25.01.2010 09:04
#5 RE: Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Wow, das ist ja heftig, dass Sancho fast totgebissen wurde. Kein Wunder, dass er jetzt schonmal heftig reagiert.

Die Sache mit Deinem Mann ist allerdings etwas, das bestimmt sehr belastend ist. Ich kenne es nur in abgeschwächter Form. Lumpi hatte vor Stefan von Anfang an Angst. Wir haben ihn jetzt 2 Jahre und jetzt erst wird es langsam. Ganz zu Beginn flüchtete sich Lumpi und versteckte sich mit eingekniffener Rute. Nach einem wirklich dummen Zwischenfall mit einem Elektrozaun, bei dem mein Freund dabei war, wurde es immer schlimmer. Stefan wurde angeknurrt, sobald er nur ins Zimmer kam. Lumpi ist allerdings nie auf Angriff gegangen. Es ist oft so, dass Hunde gerade mit Männern ein Problem haben. Das liegt wohl daran, dass Männer oft ein bestimmteres Auftreten mit ausladenderen Gesten haben, generell normalerweise lauter sprechen, mit einer tieferen Stimme. Und ganz nebenbei nach Testosteron riechen...

Wir haben es inzwischen ganz gut in den Griff bekommen, indem Stefan Lumpi komplett in Ruhe gelassen hat. Er hat ihn nie angefasst, ist große Bogen um ihn gelaufen und hat nur ganz ruhig mit ihm gesprochen - immer mit abgewendetem Blick. Lumpi fühlte sich allein durch Blickkontakt bedroht. Ich habe Glück mit Stefan - er hat sich mit mir zusammen mit dem Angst-und Aggressionsverhalten beschäftigt und versteht, dass es kein Kleinbeigeben ist, dem Hund auf Knurren auszuweichen. Wir verknüpfen Stefan täglich mit ganz tollen Sachen. Zum Beispiel werden täglich Übungen gemacht, wie "Touch das Herrchen", wo Lumpi Stefan mit der Pfote berühren soll und das auch z.B. während Stefan auf dem Boden kniet. Das wäre für Lumpi normalerweise bedrohlich. Aber in der Trick-Situation nicht, denn Tricks üben macht ihm irre Spaß. Und heute geht er sogar oft von sich aus zu Stefan und langsam fängt er an zu kuscheln. Stefan streichelt ihn immer noch nicht oder nur ganz selten. Aber "Kontaktliegen" funktioniert schon prima. Ich denke ihr werdet auf jeden Fall noch einen längeren Weg vor Euch haben - aber er lohnt sich.

Viele liebe Grüße
Frau T. mit Lumpi, Mo und Nils
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Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
Karl Valentin

LuckyTola Offline

die emotionsflexible pöttische Hundeblutwurst-Horde mit dem Frauchen, das mehr hutziehwürdigen Mut hat als es selbst geglaubt hätte


Beiträge: 21.167

26.01.2010 14:13
#6 RE: Sancho, der Tyrann des Haushaltes Zitat · Antworten

Zitat von Sancho
Das einzige Problem sind dann die anderen Hundehalter, die die Diskussionsrunden eröffnen und ihre Hunde dann nicht anleinen.



Das Problem kenne ich nur zu gut. Lucky ist zwar noch nicht selber gebissen worden aber er ist ein kleiner Macho, der auch von Fall zu Fall entscheidet, wem er an den Kragen geht. Deshalb habe ich für mich persönlich entschlossen einen passenden Maulkorb für ihn zu suchen.

Tipps wirst Du hier bestimmt ne` Menge bekommen.

LG Sabine mit Lucky und Tola

Liebe Grüße, Sabine mit Lucky und Tola 🐾

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(Franz von Assisi)

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