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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Behaviour (öffentlich)
Langbein Offline




Beiträge: 3

12.12.2008 02:17
Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo, liebes Forum,

Leon ist ein Rhodesian Ridgeback Rüde, seit einem Jahr bei uns und jetzt 15 Monate alt.
Leon kam durch eine Zeitungsanzeige zu uns. Er war als Welpe bei einer türkischen Familie gelandet.
Der älteste Sohn. ca. 18 jahre alt, hatte ihn gekauft und die Mutter versuchte den Hund zu erziehen.
Die Leute waren sicher lieb zu dem Welpen, hatten aber keine Ahnung von Hundeerziehung.
Leon mußte Gassi gehen auf dem Balkon, er bekam nur einmal am Tag zu fressen, war auch entsprechend abgemagert. Wenn er nicht angeleint an einem Heizungsrohr in einem kalten Schlafzimmer auf Marmorfußboden lag, durfte er alles. Er hat abwechselnd in den betten der Kinder geschlafen und ist im Wohnzimmer über Tisch und Sofas gesprungen, hat im Auto auf dem Beifahrersitz gesessen.
Die Familie mußte ihn abgeben, weil im Haus keine Hundehaltung erlaubt war.
Man hatte mir versichert, der Hund wäre 10 Wochen alt und erst eine Woche bei der Familie.
Ich war erschüttert und habe den Hund sofort mitgenommen, obwohl eine leise Stimme in mir sich zu Wort meldete, dass es schwierig mit diesem Hund werden könnte.
Also in den nächsten Tagen standen uns zu Hause die Haare zu Berge.
Wir mußten unser Essen im Stehen einnehmen, und hatten überall Kratzer und Bisswunden von dem Hund. Leon ging über Tisch und Bänke und versuchte ständig uns zu beißen, das war kein Welpenspiel.
Mittlerweile hatten wir auch durch den Tierarzt der im Impfbuch aufgeführt war erfahren, das Leon nicht 10 Wochen, sondern 17 Wochen alt war, und seine Sozialisierungsphase bei der türkischen Familie verbracht hatte.
In der Welpenschule zeigte er sich dominant anderen Hunden gegenüber, er war immer der Anführer , wollte mobben und bei anderen Hunden aufreiten.
Er war so auf andere Hunde fixiert, dass Übungen unmöglich waren., also haben wir uns erst mal einen privaten Trainer gesucht.
Durch füttern aus der Hand, Suchspielen und konsequente Regeln haben wir Zugang zu dem Hund bekommen.
Als Leon geschlechtsreif wurde , so mit 7-8 Monaten, veränderte sich sein Verhalten, er wurde unverträglich zu seinen Spielgefährten, vorallendingen großen Rüden.
Als er 10 Monate alt war, hatten wir ein Horror-Erlebnis.
Wir kamen von einem schönen Spaziergang, auf einem engen Bürgersteig kam ein Jogger angerannt, ich dachte noch der sieht uns ja gar nicht, er ging nicht zur Seite, verlangsamte nicht seinen Lauf, ich nahm den Hund ganz zu mir ran und Leon hat dann die Situation geklärt und nach dem Jogger geschnappt. Er hat einfach nur den Kopf gehoben und dem Jogger an der Hüfte eine Schramme zugefügt.
Ja, seitdem haben wir Maulkorb und Leinenzwang, ich hatte ein Bußgeldverfahren wegen Körperverletzung und der Jogger fordert für eine 4 cm lange und 0,5cm breite Schürfwunde 500 Euro Schmerzensgeld.
Jetzt ist Leon 15 Monate alt, seit 4 Monaten nicht mehr ohne Leine gelaufen, super aggressiv zu anderen Hunden, und Spaziergänge mit ihm sind sehr einsam, weil alle Leute mit Hunden, die ich von früher kenne natürlich einen großen Bogen um uns machen, oder ich um sie.
Wir üben jetzt seit drei Monaten in einem Hundesportverein ( Schäferhundverein) für den Wesenstest.
Momentan machen wir Unterordnung mit Stachelhalsband. Ich leg im das Stachelhalsband nur um, dann ist der Trainer zufrieden. Privat benutze ich nie das Stachelhalsband.
Ich bin total unzufrieden mit der ganzen Situation, Leon ist mittlerweile mein Freund geworden, so wie alle Hunde, die ich vorher hatte, aber er hat einen ausgeprägten Wach und Schutzinstinkt und ist super unsicher . Mir tut es leid, wie sehr der Hund eingeschränkt wird und auch wie viel Stress er immer noch mit seiner Umgebung hat.
Ich werde natürlich von allen Seiten bedrängt, ich sollte den Hund doch besser abgeben, sogar mein Trainer sagt , ich soll mir doch besser einen kleinen Hund zulegen.
Leon und ich sind aber in dem letzten Jahr eng zusammengewachsen und ich möchte dem Hund und uns ein möglichst gutes Zusammenleben ermöglichen.
In einem anderen Forum (Rhodesian Ridgeback Forum) habe ich schon Rat gesucht, aber sehr viel Kritik einstecken müßen, wegen dem Beißvorfall.
Also ich hab hier schon einige male still mitgelesen und bin sehr angetan über den netten Umgangston.
Ich weiß, dass ich als Hundeführerin ehr die liebe Mami bin und manchmal härter auftreten müßte, aber ich glaube Härte hilft hier nicht.
Ich bin gespannt auf eure Kommentare und hoffe auf Hilfe.

Gruß
Elke
Mydog Offline

Direktorin des Zwockel-Zirkus und bekennend geschirrsüchtig sowie Tante Lupa (Admin)


Beiträge: 38.104

12.12.2008 07:49
#2 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo Elke,

ich kann Deine Not sehr gut verstehen, denke aber zunächst mal, daß Du in dem Verein absolut in den falschen Händen bist...... und das sagt Dir Dein Bauchgefühl ja auch schon. Und ich denke auch, Du wirst auf jeden Fall auch einen guten Trainer vor Ort brauchen.

Wenn Du bereit bist, nochmal ganz umzudenken, dann wirst Du hier sehr viel Hilfe bekommen können. Hier macht Dir so schnell niemand Vorwürfe wegen eines falschen Verhaltens in der Vergangenheit, weil das völlig sinnlos ist.
Das Wichtigste ist, daß Du Fehler siehst und bereit bist, einen neuen Weg einzuschlagen. Sei offen für das, was die Expertinnen (gehöre ich leider auch nicht zu) Dir sagen werden. Ich bin ganz sicher, dann wirst Du einen Weg finden.
Denn Du liebst Deinen Leon sehr und bist offensichtlich bereit, nicht so schnell aufzugeben..... und das ist schon mal die wichtigste Voraussetzung.




Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen
------------------------
Der ist nicht klein, der ist ein Hundekonzentrat. :o)

EssenerRudel Offline

Stehauf-Frau


Beiträge: 1.005

12.12.2008 09:09
#3 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo!

Anraten würde auch ich Dir, den Trainer nochmals zu überdenken. Setzt Dich vorallem nicht unter Druck, und lass Dich nicht unter Druck setzen!!!
Halte Dir vor Augen, was ihr schon erreicht habt (zumindest eßt ihr wieder im Sitzen )
Die momentane Situation verlangt die Leine, klar kein Traumzustand. ABER: es gibt schlimmeres (weitere Beißvorfälle z.B.) Sieh es nicht als Strafe für Euch, sondern als vorrüber gehende Notwendigkeit und als Sicherheit für Dich!
Natürlich würde auch ich den Wesenstest anstreben, nur ist er das Ziel, was es zu erreichen gilt. Davor steht noch der Weg.
Du schreibst ja selbst, ihr seit Freunde. Nutze dies! Gib ihm Vertrauen und zeig ihm, dass Du an ihn glaubst. Arbeite mit ihm, nicht gegen ihn! Ich habe den Eindruck dass Euer Trainer Dich dazu bringt gegen ihn zu arbeiten. Ganz wichtig finde ich, dass Du einen Weg findest, hinter dem Du stehst! Was bringt der Stachelwürger wenn er nur im Beisein des Trainers benutzt wird? Für ein erfolgreiches Training müssen alle an einem Strang ziehen, konsequent! Suche einen Trainer der zu Euch passt, mit dessen Mittel und Wege DU einverstanden bist. Dann kannst Du auch konsequent üben und arbeiten.
Wegwarte Offline




Beiträge: 1.007

12.12.2008 10:22
#4 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo Elke,

wir haben es sogar von Beginn an von unserer Trainerin eingebläut bekommen, dass wir nur das tun sollen, hinter dem wir 100% stehen können. Und daran halte ich mich bis heute. Vielleicht findest du eine Anlaufstelle, die andere Wege geht....es gibt sie!

Viele Grüße von Anja
....die mit dem Fiasko-Fränzle

N.N. Offline



Beiträge: 3.955

12.12.2008 11:37
#5 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo ELke,

ich finde es gut, dass du bereit bist, neue Wege einzuschlagen. Das ist schon mal die halbe Miete. Ich gehöre hier leider auch nicht zu den Expertinnen und kann dir deswegen keinen Rat geben, wie du was richtig machen kannst.

Ich würde dich nur herzlich bitten, das Stachelhalsband wegzulassen und am besten gleich noch den Trainer zu wechseln. Wer noch mit solchen Methoden arbeitet... naja. Ich bin mir sicher, du schaffst das alles auch ohne solche "Hilfsmittel" - unsere Expertinnen helfen dir ganz bestimmt dabei.

Und fürs Mutmachen, Aufbauen, Trösten und Mitfreuen sind dann wir Nicht-Expertinnen mit dabei
raschnuck Offline



Beiträge: 1.281

12.12.2008 13:02
#6 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo Elke und Leon,

als allererste Massnahem würde ich auf jeden Fall die Hundeschule wechseln und überhaupt auf Einzeltraining plädieren. Es ist im Moment immens wichtig als Team gesehen zu werden und nicht mitten unter x anderen Hunde-Mensch - Teams.
Hast du denn die Möglichkeit einen Trainer in deiner Nähe zu finden, der euch im Einzeltraining unterrichtet?

Hör dich mal ein bisschen um......

Du könntest erstmal mit deinem Hund an der langen Leine (Schleppleine) arbeiten, damit wenigstens der Rückruf auch sitzt....sonst ist eh kein Freilauf in Sicht. Denn nur ein folgsamer Hund darf/sollte frei laufen dürfen.

Weiters möchte ich mal einfach so fragen, wie generell der Tag mit Leon aussieht.....
Wieviel ist er alleine?
WAS macht ihr, wenn ihr bei ihm seid....?
Wie wird er sonst ausgelastet.....denn körperlich glaube ich kaum, dass er an der Leine sich richtig austoben kann....

Und beschreibe doch einfach mal viel genauer WELCHES Verhalten er wann zeigt....d.h. wenn er auf Menschen trifft....und wenn er auf andere Rüden trifft....

Wenn diese wichtigen Infos fehlen, ist es sehr schwer einen Rat zu geben...

Also...bis dann ... . einen lieben Gruß
Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

12.12.2008 13:25
#7 RE: Der Hund, der einsam macht Zitat · Antworten
Hey Elke,

woher kommst Du? Ich glaube, Du solltest diesen Schäferhundverein SOFORT verlassen. Einen Hund wie Leon auch noch mit Stachler zu traktieren (auch, wenn Du es nur auf dem Platz machst, das reicht für ihn als Erfahrung), ist wirklich grottenfalsch. Leon muß lernen, daß er mit seinen Aggressionen sein Ziel nicht erreicht, mit Dir an seiner Seite aber durchaus und zwar gewaltfrei und ruhig geführt. Ich habe ja mit Ben all das, was Du beschreibst auch durch und noch ein bißchen mehr. Allerdings hatten wir das Glück, daß uns nie jemand angezeigt hat, vielleicht hatte Ben auch ein bißchen den "Behindertenbonus", weil er sichtbar mißhandelt wurde und das linke Auge blind ist.

So oder so, ich meine, Du brauchst dringend einen guten Trainer, der mit Euch auf Augenhöhe arbeitet. Daher die Frage, woher Du kommst. Ich bin sicher auch gern bereit, mir Leon und Dich anzuschauen, aber in erster Linie spekuliere ich darauf, daß Ihr vielleicht zu Ute Blaschke-Berthold gehen könntet bzw. zu ihrem Mann Dieter. Die beiden haben nämlich speziell Ridgeback-Erfahrungen und arbeiten auf eine Weise, von der ich ganz sicher bin, daß sie Dir und Leon dienen könnte.

Bitte gib nicht auf, und laß Dir nicht einreden, daß Hunde-Mama sein etwas Schlimmes ist. Du brauchst bei einem Hund wie Leon bestimmt viel Konsequenz und auch einen hohen Führungsanspruch. Der aber soll über Kompetenz, Ruhe und Souveranität Deinerseits entstehen und nicht darüber, daß Du ihn irgendwie "unterbuttern" oder "besiegen" müßtest.

Schau, hier kommt gerade ein schwarzer, vormals hochaggressiver und auch nicht kleiner Hund auf mich zugeschlufft. Wir haben zwei Jahre gearbeitet, aber jetzt kann ich Angebermodi und Glücksmomente zuhauf schreiben. Das kannst auch Du schaffen, das kannst Du mit Leon schaffen, vorausgesetzt, er ist nicht organisch krank.

Wie sieht es da aus, ist er ganz sicher an "Herz und Nieren" und vor allem an der Schilddrüse gesund?

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

camijojo Offline



Beiträge: 1.630

12.12.2008 18:23
#8 RE: Der Hund, der einsam macht Zitat · Antworten
Ich kann mich nur anschließen: trau Dich, mit Deinem Hund weiterzuaarbeiten und trau Dich, nach anderer Hilfe zu suchen - es gibt sie! Mich würde noch interessieren -da selber mit einem kleinen unkastrierten "Rüdenfreund" gesegnet, ob Dein Leon kastriert oder unkastriert ist?

Du hast ja einen Job, der viel, viel Kraft verlangt, dann wirst Du das mit Leon auch schaffen!!!
soffie Offline

Zwar nicht des Teufels General, aber doch des Satansbratens inquisitorische Fee


Beiträge: 6.337

12.12.2008 19:04
#9 RE: Der Hund, der einsam macht Zitat · Antworten

Hallo Elke,
eure Erziehungsversuche erinnern mich an einen RR, der wegen aggressiven Verhaltens vor etlichen Jahren
in meinem damaligen Hundeverein vorgestellt wurde. Die erste Empfehlung von der Ausbilderin war Stachler drauf. Der Rüde lief dadurch sehr brav bei Fuss, aber sein eigentliches Problem, Angst vor Menschen und Hunden, war damit nicht gelöst.

Sein Frauchen beobachtete mich damals beim Arbeiten mit meiner DSH-Hündin, die ebenfalls sehr böse auf andere Hunde reagierte. Sie hörte auch, wie andere Vereinsmitglieder sich darüber lustig machten, daß
ich meinem Hund durch Futterbelohnung das aggressive Verhalten abzugewöhnen versuchte.
Ich muß zu meiner Schande gestehen - 2 Tage hab ichs auch mit Stachler versucht.
Das Futter und meine neue Einstellung zur Hundeführung fürten recht schnell zu einer Verhaltensänderung bei Raissa. Dieses beobachtend verließ die RR-Besitzerin unseren Verein, stellte auf Positivtraining um
und hat heute einen Rüden mit dem sie ohne Probleme durch die Stadt gehen kann.

Elke, ich bitte dich. Sucht euch einen anderen Trainer!


Liebe Grüsse
Kerstin

Liebe Grüsse
Kerstin

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Der Gedanke "Wie belohne ich meinen Hund für richtiges Verhalten?" zeichnet die Qualität der Ausbildung aus, nicht der über Bestrafung. (Edgar Scherkl)

Langbein Offline




Beiträge: 3

12.12.2008 20:08
#10 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hallo,
erst mal vielen Dank für eure vielen Antworten.
Also heute durften Leon und ich auf eine Pferdewiese einer Bekannten, die da 2 Ponys stehen hat. wie der Zufall so wollte, kam dann eine Nachbarin mit einer Schäferhündin und ich hab sie gebeten ob leon und die Hündin auf der wiese spielen dürften.
Es war super,Leon konnte ohne Leine ca. eine Stunde lang mit der hündin ausgelassen spielen und die 2 haben sich gut verstanden.
Wir wollen das jetzt öfter wiederholen.

Danach war dann die Hundeschule dran und ich habe den Stachelwürger zuhause gelassen und dem Trainer erklärt, daß ich gerne ab jetzt ohne Stachler üben möchte. Der Trainer war einverstanden und Leon hat die Übungen genauso gut gemacht.
Ich weiß, ihr seit der Meinung ich sollte die Hundeschule wechseln, aber es ist schon die 3. Hundeschule und 2 private Trainer haben wir auch schon gehabt.
Ein Trainer arbeitete mit der "bösen Flasche", eine Sprühflasche mit Wasser gefüllt,und draußen mit einem ferngesteuertem Sprühgerät, das war nicht mein Ding.
Eine Trainerin hat mir beigebracht mit dem Halti richtig umzugehen und wir haben geübt andere Hunde schön zu füttern.
Sie hat auch eine Hundeschule und darf auch für unseren Nachbarkreis Wesensprüfungen durchführen. Also ist Sachverständige nach Paragraf 10. Ich wollte gern mit Leon in einer ihrer Gruppen rein, aber sie meinte Leon wäre dafür nicht geeignet.Ich glaube sie hatte einen Interessenskonflikt.
Sie meinte noch solche Hunde wie Leon würden ca mit 18 Monaten richtig zubeißen und oft seine Besitzer.
Ich habe das Gefühl, das Leon gerne in die jetzige Hundeschule geht, die Übungen helfen uns zuhause sehr gut,
allerdings bringt uns diese Schule keinen Schritt weiter in Bezug auf Unsicherheit mit Menschen und Unverträglichkeit mit anderen großen Hunden. Ich würde da gerne noch mehr tun und evtl. zweigleisig fahren.
Leon ist nicht kastriert, ich habe ihm vor einer Woche eine Spritze geben lassen, eine chemische Kastration, das Testosteron wird für ca. 4 wochen geblockt, in dieser Zeit kann man Verhaltensänderungen beobachten, die nach einer richtigen Kastraton auftreten würden und dann entscheiden, ob eine Kastration sinnvoll ist. Bis jetzt wirkt die Spritze bei Leon noch nicht.
Gruß
Elke


Angefügte Bilder:
PICT0047.JPG  
Langbein Offline




Beiträge: 3

12.12.2008 21:01
#11 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten

Hallo,
ich habe noch vergessen zu schreiben, dass ich mir auch schon die Homepage von Ute Blaschke angesehen habe, die wohnt aber doch ca 100km von uns entfernt. Wir wohnen am Rande von Mönchengladbach Richtung Kreis Neuss.
Ich habe bei Leon noch keine Blutuntersuchung machen lassen, evtl. müßte man ihn für eine Blutentnahme vorher sedieren, letzte Woche mußte er für die Spritze einen Maulkorb anziehen und von 3 Leuten festgehalten werden.
Noch etwas, wir gehen morgens immer 1,5 Stunden an der Schleppleine über Felder und nachmittags ca. 1 Stunde am Halti durchs Dorf,dazu 2x pro Woche Hundeschule außerdem nehme ich ihn immer mit wenn ich mit dem auto unterwegs bin, er liabt Autofahren.
Zwischendurch, wenn ich Zeit habe spielen wir immer mal wieder, meistens werfe ich Leckerchen und er fängt sie auf, oder ich mache kleine Päckchen mit Leckerchen, die er zerfetzen darf, oder ich lasse ihn suchen.
Die Hausarbeit machen wir gemeinsam, er folgt mir überall hin.
Ich arbeite im Nachtdienst und mein Mann ist meistens nur am Wochenende zuhause, also so 4-5 mal im Monat muß Leon nachts allein zuhaue bleiben, da er sowieso ab 19 Uhr fest schläft, hat es noch nie Probleme gegeben, er hat noch nie was kaputt gemacht, wenn er allein war.
Gruß
Elke

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.050

13.12.2008 01:40
#12 RE: Leon, der Draufgänger Zitat · Antworten
Hey Elke,

ich habe mit zwei Dingen ganz große Probleme: Zum einen damit, daß Du sagst, Leon sei dominant. Sorry, aber für mich klingt das, was Du beschreibst, nach vielem, aber nicht nach der immer wieder gern den Hunden, die Aggression zeigen, untergeschobenen Dominanz. Unsicherheit, eventuell Angst, zuwenig klare Führung, zuviel Testosteron, das alles mag ich glauben, aber nicht, daß Leon dominieren würde oder wollte. Ich kann mich täuschen, aber grundsätzlich spricht die Statistik für mich. Maximal fünf Prozent der Hunde sind wirklich dominant und die meisten dabei eher nicht aggressiv, sondern souverän und kampfvermeidend. Wäre es anders, gäbe es auch die Rasse Hund nicht mehr, denn dann schlügen die Viecher sich dauernd die Köpfe ein, wären ständig verletzt und damit jagduntauglich, sprich, die Rudel würden verhungern, wenn sie sich ständig um Rangordnungen beulen müßten.

Das andere, was mir aufstößt, ist die Mischung, die Du fährst und Deinen Worten nach auch fahren willst, von der ich leider glaube, daß sie bei Leon deutlich eher zu Verunsicherung führen kann. Sprich: Du benutzt Halti, hast bis vor kurzem Stachler benutzt und bist in einer Hundeschule, die diese Hilflosigkeitsmittel gezielt zur Aggressionsbekämpfung einsetzt, womit der Trainer dokumentiert, daß er sich um Lerntheorie und Verhaltensbiologie tendentiell wenig schert. Parallel dazu benutzt Du eine Schleppe, daddelst ab und an mit ihm rum und fährst ihn sonst im Auto spazieren. Ich fürchte, so kriegt Leon einfach keine klare Struktur hin, Deine Signale sind möglicherweise schlicht zu unklar für ihn.

Für mich steht es im krassen Widerspruch, dem Hund zu unterstellen, er fände diese Hundeschule ganz toll und zu sagen, dort seist Du gut aufgehoben und der Aussage, daß sie Euch in Bezug auf die wirklichen Baustellen, die Du mit Leon hast, überhaupt nicht weiterbringt.

Wie soll Leon denn begreifen, daß er dort "Hü" und bei einem vielleicht zusätzlich engagierten Trainer, der Eure wahren Probleme lösen soll, "hott" lernt? Einmal davon abgesehen, daß ich mir nur schwer vorstellen kann, daß er sich gerne mit einem Stachler traktieren läßt (oder ließ), ist der Einsatz solcher Geräte bei aggressivem Verhalten schon theoretischer Schwachsinn, einfach, weil Aggression nun einmal Gegenaggression erzeugt, da können wir uns drehen und wenden, wie wir wollen. Und wer das in seiner Hundeschule für die Lösung gerade dieses Problems einsetzt, sorry, dem würde ich nie und nimmer (m)einen Hund anvertrauen.

Ich glaube nach wie vor, Du wärst besser beraten, wenn Du einen Trainer bezahlen und mit dem konsequent üben würdest, Basis für die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Ausbilder kann dabei einzig und allein sein, wie er mit Leons Aggression umgeht und ob er Euch wahrheitsgemäß sagt, daß Du eben nicht mit vier oder fünf Stunden auskommen wirst, um auch nur Ansätze von Erfolg zu erzielen.

Spannend finde ich, daß Dein ursprünglicher Beitrag so klang, als ob Leon andere Hunde generell angehen und nicht in seiner Nähe dulden würde. Der Bericht über die Schäferhündin klingt jedoch ganz anders, nämlich nach einem Hund, der durchaus spielen und rennen mag, wenn andere Vierbeiner da sind. Ich kann mir das eigentlich nur damit erklären, daß er eben nicht generalisiert auf andere Hunde losgeht, sondern sehr wohl individuelle Unterschiede macht, und das wäre etwas, auf dem sich durchaus aufbauen ließe, denke ich.

Wie ist das denn, gibt es Schemata, nach denen er seine Sympathien oder Antipathien verteilt? Wie verhält er sich überhaupt genau in Hundekontakten, ohne daß Du interpretierst, kannst Du seine Körpersprache und Aktionen beschreiben? Und was tust Du, wenn er pöbelt bzw. Aggression zeigt? Was habt Ihr ganz konkret schon geübt, und wie hoch ist Leons Erregungsniveau insgesamt?

Ich glaube, es braucht viel mehr Infos, um hier wirklich raten zu können, und eigentlich müßte man Euch als Team erleben, um etwas beurteilen zu können. Als allersten Schritt allerdings würde ich Dir nahelegen, Leon unbedingt untersuchen zu lassen, an oberster Stelle stünde die detaillierte Überprüfung der Schilddrüsenwerte (was heißt: NICHT nur T4, sondern unbedingt AUCH T3, freies T3 und freies T4 sowie den Selen-Spiegel bestimmen zu lassen), auch sein Bewegungsapparat sollte überprüft werden. Hierzu würde ich Dir eine Narkose empfehlen, denn Beißkorb und gewaltsames Fixiertwerden von mehreren Menschen KÖNNEn nur zu noch mehr Aggression und im schlimmsten Fall zu Abwehr- und/oder Beißverhalten auch Menschen gegenüber führen, während eine Narkose das Maximum an Streßfreiheit bringt, das für einen Hund wie Leon momentan geht.

In diesem Fall weiß ich sehr genau, wovon ich spreche, lies mal hier http://www.aggressionshund.de/index.php?page=214 und hier im Ausgangsbeitrag http://www.aggressionshund-forum.de/t149...erhalten-1.html, wie ein Tierarzt-Besuch vor einem Jahr mit Ben aussah und wie er jetzt möglich ist, parallel dazu, guck Dir an, was Ben alles schaffen konnte, eben WEIL ich konsequent und in EINE klare Richtung mit ihm arbeitete.

Wenn Du ausschließen kannst, daß das Verhalten von Leon in irgendeiner Weise krankheitsbedingt oder durch Krankheit beeinflußt ist, schau doch mal, ob Du nicht wenigstens ein Beratungsgespräch mit Ute B.-B. machen kannst, sie kann Dir für ein Folgetraining ja vielleicht einen Cumcane-Trainer in Deiner Nähe empfehlen. Ansonsten kann ich Dir ebenfalls anbieten, mir Leon mal anzuschauen, ich habe diesen Monat noch einen Termin in Neuss, mit dem ich das sicher gut kombinieren könnte.

Ich halte es auf jeden Fall für immens wichtig, Leon eine ganz, ganz klare Richtung zu geben und nicht mit verschiedenen Methoden an verschiedenen "Baustellen" rumzudoktern. Gib ihm die Chance, ein alternatives Verhalten zu entwickeln, indem Du ihm eindeutige und souveräne Führung anbietest und ihm parallel dazu beibringst, daß die Welt an Deiner Seite sicher und eigentlich sehr schön ist, das würde ich mir für ihn und nicht weniger auch für Dich und eine gemeinsame Lebensqualität wirklich wünschen.

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

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"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

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