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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 544 mal aufgerufen

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 Behaviour (öffentlich)
Hunderundel Offline




Beiträge: 21

26.08.2008 22:09
Unser Problem Zitat · Antworten

Hallo,

so, wir sind zwar mittlerweile sehr weit, aber ich möchte einmal die ganze Geschichte erzählen, damit ihr euch ein besseres Bild von unserer Situation machen könnt.

Als ich Bowie vor 3 Jahren zu mir nahm wurde er nie richtig sozialisiert und kannte den Kontakt zu Hunden nur sehr schwammig. Als er dann zu mir kam änderte sich das schlagartig, ich nahm ihn zusammen mit dem anderen Rüden, den ich damals ausführte mit zu unseren Gruppenspaziergängen, wo Bowie sich recht gut in das große "Rudel" einfügte.
Und auch sonst hatte er in dem einen Jahr wo ich in Frankfurt lebte Kontakt zu vielen verschiedenen Hunden. Wir hatten nie Probleme, außer das er manchmal bellte, wenn er einen anderen Hund sah und zu diesem wollte. Erst nach einem sitz und wenn er ruhig war durfte er dann auch von der Leine.

Bei fremden Hunden ist er ohne Leine eher vorsichtig, sendet viele Beschwichtigungssignale. Nur bei Rüden kann es dann mal sein, dass er zu stänkern beginnt, wenn diese an bestimmten Körperstellen schnüffeln wollen. Ist aber alles kein Problem, er lässt sich dann auch mit einem Nein aus der Situation rausholen und alles läuft friedlich ab...Auch Hunde mit zu uns in die Wohnung nehmen ist nach vorhigen kennenlernen gar kein Problem....

So, nun aber weiter mit der eigentlichen Geschichte :
Vor ca 2 Jahren zog ich dann mit meinem Mann zusammen und somit auch aus Frankfurt raus...Ab da fingen die Probleme an. Umso weniger Hundekontakte hatte, desto schlimmer wurde sein Verhalten an der Leine. Erst war es nur bellen, dann fing er an in die Leine zu gehen, zu bellen, zu knurren und einfach den totalen Ausraster zu bekommen...Ohne Leine, war wieder alles prima. Gut ich muss zugeben, wenn ich mich zurück erinnere hatte ich ihn leider unbewusst in diesem Verhalten bestärkt, in dem ich selbst die Leine kürzer nahm wenn andere Hunde kamen und auch selbst sehr unter Spannung stand. Gerade weil ich dann ja auch noch mit Kinderwagen unterwegs war bzw ja auch schwanger war, war es einfach für mich das schlimmste was es gab, anderen Hunden zu begegnen...
Ich weiß selbst, dass genau so etwas dazu führt, dass es schlimmer wird, doch egal wie sehr ich mir vornahm gelassen dran zu gehen, immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie mein Herz anfing zu rasen und ich wieder die Leine kürzer nahm....

Seit ca. 6 Monaten arbeiten wir nun intensiv mit ihm und auch ich habe viel an mir gearbeitet. Wir hatten auch schon viele Erfolge, doch ich verstehe dieses Verhalten nicht :

Wir sehen einen kleinen Hund in weiter ferne, der hinter seinem Herrchen her rennt, ich nehme ihn nicht kürzer, laufe an der lockeren Leine und denke mir ok, der is eh weit weg und schon rastet Bowie aus.

Einen Tag später gehen wir an 2 Hunden vorbei, die er sonst immer verbellt, beide auf ihrem Grundstück..Bowie bleibt stehen, schaut, lässt sich aber von mir locken und kommt Problemlos mit. Alles super...

Wieder einen Tag später treffen wir die oben genannten Hunde draußen, wenig Entfernung, wieder kommt Bowie mit mir und ist total lieb.

Nächster Tag, uns kreuzt ein freilaufender Hund, den wir öfter sehen, den Weg und Bowie rastet total aus...

Heute dann : Wir spielen etwas, ein Paar mit einer Dogge kommt in unsere Richtung, ich halte Bowie also am Geschirr fest. Das Paar war dann so nah, dass ich mich sogar ohne schreien mit ihnen unterhalten konnte und Bowie blieb ruhig...Das war heute das erste mal, dass er auf so wenige Meter wirklich ruhig und gelassen blieb...Die beiden durften dann auch spielen und alles war super...

Auf dem Rückweg hatte er dann sein Tau im Maul und wir waren kurz vor unserem Haus, als Bowie den Jacky wieder sah..Er schaute kurz hin und was machte er ? Er blieb ruhig...

Eben waren wir noch mal mit ihm..Wir waren kurz im Nachbarhof, weil wir uns mit unserer Nachbarin unterhielten, als bei uns im Haus die andere Nachbarin aus der Tür kam...Bowie und die kleine Hündin kennen sich und was macht Bowie? Bellt..ließ sich aber wieder zur Ruhe bringen...

Dann keine 10 Minuten später kam auf der anderen Straßenseite ein fremder Hund, ich lasse die Leine locker und was macht Bowie? Rastet wieder aus und es dauerte bis ich ihn wieder beruhigen konnte.

Habe echt das Gefühl, dass er manchmal selbst nicht weiß was er machen soll und was nicht...Ich habe mal geschaut, ob ich vielleicht irgendein Schema finde, aber es gibt keines..Mal sind ihm die einen Hunde egal, dann wieder nicht, dann läuft es wieder super, dann wieder nicht...

Üben tun wir wie folgt :
Anfangs war ich wie Luft für ihn, da konnte ich den Hampelmann machen, Leckerlies haben etc, das interessierte ihn nicht..
Wir hatten mit einer großen Distanz angefangen, wo er noch ruhig blieb, hatte ihn dann absitzen lassen, weil vorwärts bewegen ging gar nicht.mmer mal wieder abgelenkt, damit er nicht fixieren konnte und gut war...Den Befehl "guck" haben wir zusätzlich geübt.
Von Zeit zu Zeit haben wir den Abstand immer so weit verringt, dass er ruhig blieb..Eigentlich immer genau die selbe Vorgehensweise, bis wir mal so weit waren wie jetzt und oft normal laufen können.
Gut, wenn der andere Hund vor uns herläuft, dann jammert Bowie und möchte hin, aber dann lass ich ihn wieder absitzen und warte bis er ruhig ist.

Habt ihr noch Vorschläge wie wir weiter verfahren können bzw kann mir jemand das Verhalten von Bowie erklären? Ich bin mit meinem Latein echt am Ende

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.047

29.08.2008 13:41
#2 RE: Unser Problem Zitat · Antworten

Zitat von Hunderundel
Habe echt das Gefühl, dass er manchmal selbst nicht weiß was er machen soll und was nicht...Ich habe mal geschaut, ob ich vielleicht irgendein Schema finde, aber es gibt keines..Mal sind ihm die einen Hunde egal, dann wieder nicht, dann läuft es wieder super, dann wieder nicht...



Irgendwie habe ich das Gefühl, hier liegt des Viszlas Kern. Er weiß nicht. Kann es sein, daß Du ihm nicht genug "zu wissen" gibst? Soll heißen: Du hast es zwar geschafft, ihn ins Signal zu bringen, wenn der andere Hund kommt, aber Bowie hat nur gelernt, daß er dann eben nicht machen darf. Sprich: Er lernt darüber nicht, wie der soziale Kontakt richtig funktionieren könnte/sollte.

Ich habe auch eine ganze Weile nur versucht, Ben ins Signal und von dem anderen Hund wegzubringen. Das klappte, war aber nur ein Teil des Weges zum Ziel, nämlich dem, daß er die Artgenossen wirklich akzeptierte. Ein Hund, der mit dem Blick vom Artgenossen weg ins Sitz genommen wird, der seinem natürlichen Trieb, mit diesem zu interagieren (egal erstmal, worin diese Interaktion besteht), lernt im Grunde nur: Andere Hunde -> Problem, einfach weil er nichts Normales mit ihnen verbindet.

Ginge uns ja auch so: Wenn ein anderer Mensch käme und schon würde sich unser Begleiter dahingehend verändern, daß er nervös würde und uns irgendwie von den anderen wegbekommen wollte, würden wir irgendwann denken, daß der andere Mensch wohl irgendwie "komisch" oder gar "gefährlich" ist.

Meine Idee wäre, den Versuch zu machen, andere Hunde für Bowie attraktiv zu machen, ihn verbinden zu lassen: "Hey, immer, wenn die kommen, passiert was Supertolles." Was uns wieder zum Schönclickern bringt. Du könntest Bowie schon relativ früh bei Sichtung des anderen Hundes durch DICH ins Sitz nehmen, aber mit Blickrichtung zum anderen. Dann clickerst Du, sobald Bowie den Artgenossen sieht und die ganze Zeit, während der sich annähert. Natürlich gibst Du mit jedem Click auch ein tolles Leckerchen. Sobald der andere sich wieder entfernt, hörst Du auf zu clickern und zu füttern. So lernt Bowie langfristig: Anderer Hund ist prima, weil immer was Tolles passiert, wenn der da ist.

Ben schafft es durch diese Methode mittlerweile sogar, ruhig zu bleiben, wenn sein erklärter Erzfeind auf den Plan tritt. :-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Schle Miel ( gelöscht )
Beiträge:

29.08.2008 13:52
#3 RE: Unser Problem Zitat · Antworten



In Antwort auf:
Meine Idee wäre, den Versuch zu machen, andere Hunde für Bowie attraktiv zu machen, ihn verbinden zu lassen: "Hey, immer, wenn die kommen, passiert was Supertolles." Was uns wieder zum Schönclickern bringt. Du könntest Bowie schon relativ früh bei Sichtung des anderen Hundes durch DICH ins Sitz nehmen, aber mit Blickrichtung zum anderen. Dann clickerst Du, sobald Bowie den Artgenossen sieht und die ganze Zeit, während der sich annähert. Natürlich gibst Du mit jedem Click auch ein tolles Leckerchen. Sobald der andere sich wieder entfernt, hörst Du auf zu clickern und zu füttern. So lernt Bowie langfristig: Anderer Hund ist prima, weil immer was Tolles passiert, wenn der da ist.


Wobei ich mich hier frage, ob das nicht langfristig ebenso dazu führt, den Hund bei Anblick eines Artgenossen auf "von diesem weg" zu konditionieren, bekommt er ja das Leckerchen eben vom Hundehalter, nicht vom anderen Hund.

Wobei, ich seh grad, es geht ja um ne Leinenaggression. Im Freilauf ist er ja verträglich.

Hunderundel Offline




Beiträge: 21

29.08.2008 13:58
#4 RE: Unser Problem Zitat · Antworten

Hey...

sooo, die letzten Tage lief alles eigentlich wieder super, es ist an anderen Hunden mit mir in wenig Metern Abstand vorbei gegangen...
Mal ohne Ablenkung, mal habe ich mit ihm etwas gespielt, ihn schauen lassen, dann gelobt und weiter ging es...
Ich möchte ja, dass er an der Leine mehr auf mich achtet, als auf die anderen Hunde. An der Leine gibts ja sowieso keinen Kontakt, es sei den, man kennt sich und da gibts ja keine Probleme..Deshalb soll er ohne Theater mit uns vorbei gehen können...Ohne Leine geht es ja super.

Elektra Offline

und definetely not everybody's darling (Forumsbetreiber)


Beiträge: 41.047

29.08.2008 18:24
#5 RE: Unser Problem Zitat · Antworten

Zitat von Schle Miel
bekommt er ja das Leckerchen eben vom Hundehalter, nicht vom anderen Hund.


Wobei das ja die ultimative Methode wäre: Wenn die "Viecher" sich gegenseitig schönfüttern würden. ;-)

Viele Grüße
Barbara mit 'dame de coeur' Lupa (G'lupa de la Noire Alliance), Ritter Parcifal, Prince Maddox und Sir Lancelot sowie in ewiger Verbundenheit mit Malibub Athos, Seelenbub Ben, Spitzbub Ilias und Lausbub Seppl

----

"Just a generation ago if you went near a dog when he was eating and the dog growled, somebody would say, 'Don't go near the dog when he's eating!, what are you crazy?' Now the dog gets euthanized. Back then, dogs were allowed to say, NO. Dogs are not allowed to say no anymore...They can't get freaked out, they can't be afraid, they can never signal 'I'd rather not.' We don't have any kind of nuance with regard to dogs expressing that they are uncomfortable, afraid, angry, or in pain, worried, or upset. If the dog is anything other than completely sunny and goofy every second, he goes from a nice dog to an 'AGGRESSIVE' dog." (Jean Donaldson)

Hunderundel Offline




Beiträge: 21

29.08.2008 23:47
#6 RE: Unser Problem Zitat · Antworten

Hey...

also ich glaube die male, wo er wieder so reagiert hatte waren echt ausrutscher. Evt hatte er einen schlechten Tag oder irgendwelche anderen reize waren vorhanden, die dazu geführt hatten.
Auf jeden Fall geht es die letzten Tage wieder super :D

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